Sportverein Bermuthshain 1975 e. V.

 

Nach der Auflösung des kurzlebigen ersten Sportvereins in der Nachkriegszeit gab es in Bermuthshain zunächst keine Möglichkeit mehr, Sport und insbesondere den immer populärer werdenden Fußballsport vor Ort zu betreiben. Die Bermuthshainer Fußballbegeisterten waren darauf angewiesen, in den Mannschaften der Nachbarvereine, wie insbesondere dem TSV 06 Grebenhain und der SG 1946 Crainfeld, zu spielen. Ersterer war 1956 aus dem Zusammenschluss des Fußballsportvereins SV Germania Grebenhain mit dem weitaus älteren Turnverein TV 06 Grebenhain hervorgegangen. Nach der abermaligen Fusion von TSV 06 Grebenhain und SG 1946 Crainfeld zum "neuen" TSV Grebenhain im Jahr 1967 gehörten viele Bermuthshainer zur Grebenhainer Fußballmannschaft und stellten einen merklichen Teil der Fußballer des TSV. Die Skiabteilung des TSV Grebenhain wurde sogar regelrecht von Sportlern aus Bermuthshain dominiert. Die Mehrzahl ihrer Mitglieder in den 1960er und 1970er Jahren stammte nämlich aus diesem "Geburtsort" des Skisports im hohen Vogelsberg und hatten einen erheblichen Anteil an den damaligen landesweiten Erfolgen der Skiabteilung des Vereins. Überdies benutzte der TSV Grebenhain die 1970 eingeweihte Bermuthshainer Skisprungschanze auf dem Höllerich mehrere Jahre lang (bis Anfang der 1980er Jahre) regelmäßig für Übungen und Wettkämpfe.

In den frühen 1970er Jahren, zur selben Zeit, als auch andere Vereine im Ort neu gegründet wurden, wurde vor allem in der Bermuthshainer Jugend der Ruf nach einem eigenen Sportverein laut, um im eigenen Ort Fußballsport betreiben zu können. Am 8.11.1974 fand in Bermuthshain eine erste Zusammenkunft statt, auf der über die Gründung eines Sportvereins diskutiert wurde. Es erklärten sich schließlich 38 Interessenten, darunter 18 aktive Fußballspieler, dazu bereit, den Verein zu gründen. Als Vereinsname wurde "SV Bermuthshain" gewählt, als Vereinsfarbe Grün-Weiß. Da ein Fußballsportplatz in Bermuthshain noch zu erstellen war, wurden als Ausweichmöglichkeit zunächst die Sportplätze in Nieder-Moos und Crainfeld benannt.

Offiziell aus der Taufe gehoben wurde der neue "Sportverein Bermuthshain 1975" auf einer Gründungsversammlung am 13.12.1974 im Gasthaus "Zum Deutschen Haus". Bei der Gründung traten bereits 52 Mitglieder, zu etwa zwei Dritteln aus Bermuthshain selbst, dem Verein bei. Der erste Vorstand setzte sich aus dem 1. Vorsitzenden Heinrich Oechler ("Schusterjes"), dem 2. Vorsitzenden Hans Bauer (Grebenhain), dem Rechner Wolfgang Zinn ("Heckerts"), dem Schriftführer Rolf Helgert ("Stirskammbaste"), dem Jugendwart Bernhard Steitz ("Wernnerts"), dem Fußballwart Ewald Däsch ("Götzjes"), dem Spielausschußvorsitzenden Heinrich Röder ("Straßewärtersch") und den Beisitzern Ewald Däsch ("Hirtschneidersch") und Ferdinand Zimmermann ("Schmieds") zusammen. Das "Deutsche Haus" wurde auch zum Vereinslokal des SVB gewählt und ist es bis heute geblieben. 1977 erfolgte die Eintragung ins Vereinsregister.

Die Satzung des Vereins vom 21.5.1976 beinhaltete auch die Möglichkeit zur Gründung weiterer Abteilungen. Dennoch ist der SVB, anders als seine Nachbarvereine aus Grebenhain, Hartmannshain/Herchenhain, Ilbeshausen, Nieder-Moos oder Volkartshain/Völzberg, immer ein reiner Fußballverein geblieben. Die Fußballabteilung ist demzufolge die einzige des SVB und ja auch der eigentliche Anlass zu seiner Gründung gewesen. Die erste Senioren-Fußballmannschaft des SVB bestand aus 25 Spielern, von denen etwa die Hälfte von außerhalb kam und allein 13 zuvor beim benachbarten TSV Grebenhain gespielt hatten. Somit konnten auch eine zweite Mannschaft und eine Alte-Herren-Mannschaft angemeldet werden. Aus jahreszeitlichen Gründen konnte der reguläre Spielbetrieb erst zum Beginn der Saison 1975/76 aufgenommen werden, wodurch sich auch die Jahreszahl "1975" im Namen des eigentlich noch im Jahr 1974 gegründeten Vereins erklärt. Das erste Spiel bestritten die Fußballer des SVB im Februar 1975 bei einem Hallenturnier des TSV Ilbeshausen. Trainiert wurde die Mannschaft in den Anfangsjahren von Reinhard Krusche aus Crainfeld.

Als Austragungsort der Heimspiele des SVB war bereits von Beginn an der 1952 angelegte Schulsportplatz hinter der vormaligen Volksschule, dem jetzigen DGH, ausersehen. Dieser wurde durch den Eigentümer, die Großgemeinde Grebenhain, dem Verein in Erbpacht für 99 Jahre überlassen. Zum Zeitpunkt des Bestehens des ersten Sportvereins war dieser nach 1975 entsprechend umgestaltete Sportplatz noch nicht vorhanden gewesen. Umfangreiche Erd- und Planierarbeiten waren notwendig, um den alten Schulsportplatz in einen regulären Fußballplatz zu verwandeln. Da die Grasnarbe bis 1976 noch nicht bespielbar war, musste der SVB seine Heimspiele zunächst einmal auswärts austragen. Zeitweise war sogar angedacht, den alten Sportplatz des Vorgängervereins aus der Nachkriegszeit, oberhalb des Dorfes am Höllerich gelegen, wieder zu reaktivieren. Schließlich entschied sich der SVB aber dafür, in seinem ersten Jahr gegen eine Pacht auf dem Ausweichplatz des Nachbarvereins SV Nieder-Moos zu spielen.

Nach der Sommerpause 1975 gingen die "Kicker" des SV Bermuthshain 1975 in der Kreisklasse C Lauterbach an den Start und erreichten auf Anhieb den 2. Platz. Das erste Pflichtspiel des SV Bermuthshain 1975 fand am 17.8.1975 "zuhause" (d. h. in Nieder-Moos) gegen die SpVgg Hopfmannsfeld/Eichenrod statt. Wie in der Festschrift zum Vereinsjubiläum 20 Jahre später zu lesen war, gaben die Grün-Weißen faktisch noch als "Thekenmannschaft" ihr Debüt, erzielten aber auf Anhieb einen 2:1-Sieg. Der erste Pflichtspiel-Torschütze des SVB war Horst Sill aus Salz. Im ersten Jahr bestritt der SVB außerdem viele Freundschaftsspiele und Pokalturniere, zum Teil gegen etwas höherklassige Mannschaften, um für den Verein zu werben und neue Mitglieder zu gewinnen. Auch eine Werbewoche fand schon im Januar 1975 in Bermuthshain statt. Erstmals fand vom 26.-29.3.1976 ein mehrtägiger Vereinsausflug nach Neustift im Stubaital statt, der in den folgenden Jahren fester Bestandteil des Vereinslebens sein sollte.

 

Die 1. Fußballmannschaft des SV Bermuthshain 1975 anlässlich der Einweihung des neuen Sportplatzes hinter dem Dorfgemeinschaftshaus im August 1976.
Stehend von links: Gerhard Zimmermann, Andreas Vollprecht, Gerd Röder, Edmund Oberheim, Edmund Wies, Volker Faltinsky, Wolfgang Däsch.
Kniend von links: Karl-Herbert Prochotta, Reinhard Krusche, Gerhard Muth, Werner Kempel, Helmut Wenger, Werner Pfannstiel.
 

Ende Juni 1975 begannen die Arbeiten zum Ausbau des Sportplatzes. Im Zuge des Umbaus der früheren neuen Schule zum Dorfgemeinschaftshaus wurden dort auch Dusch- und Umkleidekabinen eingebaut. Als Vereinsheim diente zunächst eine grün angestrichene Bauhütte am Sportplatz, wobei dieses eher als Provisorium gedachte Gebäude immerhin mehr als 15 Jahre in Benutzung war. Im Rahmen eines Festwochenendes mit Pokalturnier am 7. und 8.8.1976 wurde der neue Sportplatz schließlich eingeweiht. Noch im Herbst 1976 wurde an der Nordseite des Platzes ein großes Drahtfangnetz errichtet. Nach dem Bau einer Flutlichtanlage im Jahr 1978 stand schließlich auch abendlichen Trainingseinheiten und Spielen nichts mehr im Wege.

Schon auf der Gründungsversammlung schlug Fußballwart Ewald Däsch die Gründung einer SVB-Jugendmannschaft vor. Da es in Bermuthshain selbst nicht genügend Nachwuchsspieler gab, bildete der SVB im März 1976 eine Jugend-Spielgemeinschaft mit dem KSC Volkartshain/Völzberg. Beide Vereine meldeten zunächst eine gemeinsame A- und C-Jugend-Mannschaft an. 1978 folgten eine E- und D-Jugend-Mannschaft.

Schon die erste Saison des SVB, noch in Nieder-Moos, wurde 1976 mit der Vizemeisterschaft in der Kreisklasse C Lauterbach abgeschlossen. Auch in den folgenden Jahren verfehlten die Grün-Weißen den Aufstieg in die Kreisklasse B Lauterbach meistens nur knapp. So scheiterte man im Juni 1978 erst im Relegationsspiel gegen die KSG Radmühl mit 2:4 vor der Rekordkulisse von 1.200 Zuschauern in Volkartshain. Wenige Wochen später glückte jedoch am 5.8.1978 die Revanche mit 2:1 im Endspiel gegen die Radmühler um den Hessenpokal auf Kreisebene. Erstmals mit Trikotwerbung, und zwar der "Accumulatorenfabrik Sonnenschein" aus Büdingen, lief der SVB zur Saison 1977/78 auf. Bis heute fanden sich immer wieder regionale und lokale Firmen, um die Brust der Grün-Weißen zu zieren.

In der Generalversammlung am 15.1.1978 legte Heinrich Oechler sein Amt als 1. Vorsitzender nieder. Ewald Däsch wurde zu seinem Nachfolger gewählt. Mittlerweile zählte der SV Bermuthshain 1975, drei Jahre nach seiner Gründung, bereits 131 Mitglieder. 1980 waren es bereits 158, und in den folgenden Jahren traten stetig neue Mitglieder bei, so dass der SVB rasch zum größten und bedeutendsten Verein des Dorfes aufstieg. In den ersten Jahren (bis 1983) veranstaltete der Sportverein auch Masken- und Lumpenbälle im Dorfgemeinschaftshaus während der Faschingszeit.

Am Ende der Saison 1979/80 stand endlich der ersehnte Aufstieg des SVB in die B-Klasse Lauterbach. 1979 konnte auch erstmals die alljährliche Gemeindemeisterschaft der Fußballvereine aus der Großgemeinde Grebenhain gewonnen werden. Die erste Saison in der neuen Spielklasse schloss der SVB auf einem hervorragenden 6. Platz ab. Im Jugendbereich ging der SVB mit Beginn der Saison 1980/81 eine neue Spielgemeinschaft mit dem TSV Grebenhain ein. Sie wurde aber bereits im folgenden Jahr wieder aufgelöst. Vorerst musste der SVB allein zurechtkommen, ehe 1983 eine Jugend-spielgemeinschaft mit der SpVgg Hartmannshain/Herchenhain gebildet werden konnte.

Nachdem in der Saison 1977/78 noch einmal der Sportplatz in Nieder-Moos als Ausweichplatz gepachtet worden war, bemühte sich der SVB, in Bermuthshain einen eigenen zweiten Sportplatz anzulegen. Es erging auch 1981 eine Zusage des damaligen Bürgermeisters Kurt Süßenberger um Unterstützung von Seiten der Gemeinde bei diesem Projekt. Bis der zweite Sportplatz wirklich gebaut wurde, sollten aber noch einige Jahre vergehen. Dafür entschloss sich der Verein, den vorhandenen Sportplatz mit einer Umzäunung und einer Drainage zu versehen. 1984 wurde im Rahmen der Flurbereinigung mit der Planierung oberhalb des alten Sportplatzes begonnen. Außerdem wurde zwischen dem Sportgelände des SVB und dem Hochstättenweg durch die Gemeinde der geschotterte Festplatz angelegt, der der auch als Parkplatz benutzt wurde und wird. Der Festplatz konnte rechtzeitig fertiggestellt werden, so dass dort vom 22.-24.6.1985 das zehnjährige Bestehen des SV Bermuthshain 1975 mit Festkommers im Festzelt begangen werden konnte. Vorausgegangen war an gleicher Stelle das ebenfalls zehnjährige Jubiläum der örtlichen Landfrauen.

 

Die 1. Fußballmannschaft des SVB vor dem Hessenpokal-Endspiel auf Kreisebene am 5.8.1978 auf dem Sportplatz in Nieder-Moos, wo 1975/76 die ersten Heimspiele des Vereins ausgetragen worden waren. Interessanterweise entstand das Foto fast an der gleichen Stelle wie die einzige überlieferte Aufnahme des ersten Bermuthshainer Sportvereins um 1946 (siehe das dortige Kapitel).
Stehend von links: Karl-Heinz Oechler, Karl-Herbert Prochotta, Dietmar Wies, Gerhard Zimmermann, Volker Faltinsky, Wolfgang Däsch, Klaus Schöbella, Ewald Däsch.
Kniend von links: Gerhard Jockel, Gerd Helgert, Werner Kempel, Gerd Röder, Ewald Schäfer, Dieter Hämel, Gerhard Muth.
 

Nach mehreren Jahren im oberen Mittelfeld der Kreisliga B Lauterbach landete der SVB jedoch ausgerechnet in seinem Jubiläumsjahr auf dem letzten Tabellenplatz und musste folgerichtig ab der Saison 1985/86 wieder in der C-Klasse antreten. Auch dort hatten die Grün-Weißen zunächst Mühe, richtig Fuß zu fassen und kam im Verlauf der nächsten Jahre nicht über das untere Mittelfeld der niedrigsten Spielklasse im Fußballkreis hinaus. Erst durch die Abschaffung der C-Klasse und die entsprechende Umbenennung der nächsthöheren Spielklassen im Fußballkreis Lauterbach konnte der SVB zur Saison 1990/91 auf nicht-sportlichem Weg wieder in die Kreisliga B "aufsteigen".

Nach mehrjähriger Arbeit und 900 Arbeitsstunden Eigenleistung konnte am 25./26.7.1987 endlich der zweite Sportplatz im Rahmen eines Sportwochenendes eingeweiht werden. Wie der erste Sportplatz war er Eigentum der Gemeinde und wurde dem SVB in Erbpacht zur Benutzung überlassen. An das Sportwochenende anschließend fand sogleich der traditionelle Bermuthshainer Markt statt, der jetzt ebenfalls auf den Festplatz verlegt worden war. Dem SVB war erstmals die Durchführung des Marktes und der Marktkirmes mit Fassbieranstich überlassen worden, während die Großgemeinde Grebenhain weiterhin offiziell als Veranstalter fungierte. Für die Marktkirmes hatte der Verein eigens einen Toilettenwagen angeschafft und umgebaut, der bis 2010 in Benutzung bleiben sollte. Neben dem neuen Sportplatz war auch der alte Sportplatz wieder einmal einer Erneuerung unterzogen und u. a. an der Südseite eine Ballwand aus Beton erstellt worden. Im Rahmen der Spielgemeinschaft mit der SpVgg Hartmannshain/Herchenhain konnte der SVB 1987 erstmals alle Jugendaltersklassen von der A- bis zur F-Jugend abdecken.

Das neue Sportgelände des SV Bermuthshain 1975 erwies sich bald nicht nur für die Abhaltung von Turnieren als sehr geeignet. Seit den 1990er Jahren ist es in Verbindung mit dem örtlichen Landgasthof "Zum Deutschen Haus" in den Sommerpausen auch zur beliebten Trainingslagerstätte namhafter höherklassiger Fußballvereine wie FSV Frankfurt, Kickers Offenbach, SV Darmstadt 98, Karlsruher SC oder 1. FFC Frankfurt geworden.

Die Stimmung unter den Mitgliedern des SVB war nach dem Abstieg 1985 allerdings auf einem Tiefpunkt angelangt. Auf der Generalversammlung 1987 erklärte Ewald Däsch seinen Rücktritt vom Amt des 1. Vorsitzenden. Für rund ein Jahr wurden die Amtsgeschäfte vom 2. Vorsitzenden Ferdinand Zimmermann übernommen. Nach einigen Diskussionen im Vorfeld wurde schließlich Karl-Heinz Oechler ("Hohlewies") am 15.4.1988 einstimmig zum neuen 1. Vorsitzenden des SVB gewählt. Ein neues Großprojekt nahm der Verein im Jahr 1988 sodann in Angriff, nämlich den Bau eines neuen, großzügigen Sportlerheimes. Bauplatz war das Gelände zwischen dem alten und neuem Sportplatz. Der Neubau war umso dringlicher, da die eher provisorisch als Vereinsheim genutzte Bauhütte mittlerweile baufällig wurde und noch am 24.11.1988 nach Sturmschäden in einer "Blitzaktion" das Dach repariert werden musste. Eigentlich sollte schon 1989 der Spatenstich zum neuen Sportlerheim erfolgen, doch fehlende Zuschüsse zögerten den Baubeginn um fast zwei Jahre hinaus.

Durch mehrere Frauen von Mitgliedern des SV Bermuthshain 1975 wurde im November 1988 innerhalb des Vereins eine Theatergruppe ins Leben gerufen. Bis 1994 veranstaltete diese Theatergruppe, in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Landfrauenverein, jährlich im Frühjahr Theaterabende im "Deutschen Haus" in Bermuthshain und im Bürgerhaus Grebenhain.

 

Die 1. Fußballmannschaft des SVB auf dem eigenen Sportplatz im Jahr 1990.

Stehend von links: Ditmar Betz, Thomas Appel, Karl-Heinz Oechler, Harald Appel, Ralf Pfannstiel, Dirk Zimmermann, Klaus Fillsack.
Kniend von links: Michael Rahn, Thomas Rehberger, Holger Schultheis, Klaus Minnert, Wolfgang Schiller, Dieter Schultheis.
 

In Abstimmung mit der Gemeinde wurde 1989 der Bermuthshainer Markt vom Festplatz auf den alten Marktplatz mit der im Rahmen der Flurbereinigung neu erbauten Maschinenhalle verlegt. Der Ortswechsel sollte sich sogleich positiv auf die weitere Entwicklung des Marktes auswirken. Mit der dank besonderer Genehmigung auch in der Folgezeit ermöglichten Nutzung der Maschinenhalle als Veranstaltungsraum für den Markt wurde die Tradition der späteren "Festhalle" vom SVB begründet. Eine weitere, bis heute jährlich stattfindende Veranstaltung des SVB, nahm im Jahr 1990 ihren Anfang, das Backhausfest am Unterdörfer Backhaus.

In der Saison 1990/91 stieß der SV Nieder-Moos zur Jugend-Spielgemeinschaft des SVB und der SpVgg Hartmannshain/Herchenhain hinzu. Bereits im folgenden Jahr wurde diese Zusammenarbeit jedoch wieder aufgelöst und stattdessen der KSC Volkartshain/Völzberg neu in die Spielgemeinschaft integriert. Nach Bereitstellung der finanziellen Mittel und Genehmigung wurde im März 1991 endlich mit dem Bau des neuen Vereinsdomizils begonnen und dieser innerhalb zweier Jahre abgeschlossen. Trotz aller reichlich fließenden Zuschüsse von Gemeinde und Land waren die Baukosten von rund 150.000 DM eine nicht geringe Belastung für den SVB. Nach rund 15 Jahren hatte die alte Bauhütte am Sportplatz ausgedient und wurde 1992 abgerissen und verbrannt. Im Mai 1993 wurde das Sportlerheim feierlich eingeweiht. Das neue "Schmuckstück" des SVB verfügte über geräumige Dusch- und Umkleideräume für Mannschaften und Schiedsrichter sowie Geräteräume im Untergeschoß und über einen Gemeinschaftsraum mit Toiletten im Obergeschoß. Hinzu kam eine auf dem Dach installierte Lautsprecher-Anlage. Über 4.000 Arbeitsstunden waren in Eigenleistung abgeleistet worden.

Die der Sportlerheim-Einweihung vorausgegangene Saison 1992/93 der Kreisliga B Lauterbach sollte zur bis heute glanzvollsten und erfolgreichsten Spielzeit der Vereinsgeschichte werden. Mit mehreren lokal "namhaften" Neuzugängen und unter Leitung von Spielertrainer Werner Thölken war der SV Bermuthshain 1975 bereits von Beginn an erklärter Favorit auf den (Wieder-) Aufstieg in die Kreisliga A Lauterbach. Bis zum 15. Spieltag stand der SVB an der Tabellenspitze, musste diese jedoch nach einigen Niederlagen dem FSV Pfordt überlassen und landete zum Ende der normalen Spielzeit auf Platz 2 mit 29:7 Punkten und 81:20 Toren. In der nun folgenden Play-Off-Runde behielt der SVB jedoch gegenüber den Pfordtern die Nase vorne und sicherte sich mit einem 4:0 beim benachbarten TSV Altenschlirf am letzten Spieltag die Meisterschaft und damit den Aufstieg in die A-Klasse. In dieser Liga blieb der SVB mit manchen Höhen und Tiefen dann auch in den folgenden 13 Jahren.

In ihrem ersten Jahr in der A-Liga belegten die Grün-Weißen einen soliden 9. Tabellenplatz. Dank der Initiative von Bernhard Kowalski wurde ab 1994 sogar eine eigene Vereinszeitschrift, der "SVB Express", gedruckt und kostenlos zu allen Heimspielen an die Sportplatzbesucher verteilt. Der "SVB Express" existierte bis 1997. Auch ein Rasenmähertraktor für die Rasenpflege der beiden Sportplätze wurde 1994 beschafft und eigens dafür 1996 ein Gerätehaus neben dem Sportlerheim gebaut.

In der Saison 1994/95 sollte sich, wie zehn Jahre zuvor, das Jubiläumsjahr des Vereins erneut als schlechtes Omen herausstellen. Der SVB landete auf dem vorletzten Tabellenplatz der A-Klasse. Nur die Zusammenlegung der A- und B-Klasse nach dieser Saison bewahrte ihn vor dem ansonsten fälligen Relegationsspiel um den Klassenerhalt und damit einem möglichen Abstieg. Das 20-jährige Bestehen des Vereins wurde vom 20. bis 25.7.1995 als Festwoche mit Tanz und Disco im Festzelt auf dem Festplatz sowie einem Fußballturnier am Sportplatz gefeiert. In den folgenden Jahren belegten die Bermuthshainer meist Mittelplätze in der Kreisliga A Lauterbach. 1997 sprang jedoch auch einmal der 4. Platz in der Abschlusstabelle heraus, nachdem die Mannschaft zuvor qualitativ verstärkt worden war.

Schon lange war der SV Bermuthshain 1975 der mitgliederstärkste Verein im Dorf. Im Jubiläumsjahr wurden 302 Mitglieder gezählt, was sich in den kommenden Jahren sogar noch leicht erhöhen sollte. 1998 wurde das Amt eines 3. Vorsitzenden eingeführt und als solcher Werner Kempel gewählt. In die Saison 1999/2000 ging der SVB unter ungewissen Vorzeichen, weil die Auflösung des heimischen Fußballkreises Lauterbach vor der Tür stand. Die Mannschaften der Kreisliga A Lauterbach sollten anschließend in die Kreisligen A und B Fulda-West (ab 2002 Fulda-Lauterbach) integriert werden. Von den 18 Mannschaften der bisherigen A-Klasse würden 9 in die neue B-Klasse absteigen müssen. Gemessen am Abschneiden in den Vorjahren schien ein Existenzkampf für die Bermuthshainer Kicker vorprogrammiert.

Dank zurückgekehrter Leistungsträger, Trainingseifer und vor allem mannschaftlicher Geschlossenheit hatten die Grün-Weißen jedoch in dieser schwierigen Spielzeit nie etwas mit dem Abstieg zu tun. Stattdessen landete die 1. Mannschaft des SVB auf dem 4. Tabellenrang in der Kreisliga A Lauterbach. Nur die drei Bezirksliga-Absteiger TSV Grebenhain, SpVgg Hartmannshain/Herchenhain und SG Maar/Heblos waren 1999/2000 am Ende vor dem SV Bermuthshain 1975 platziert. Es sollte dies bis zum heutigen Tag der beste Saisonabschluss in der Geschichte des Vereins sein.

  

Die 1. Fußballmannschaft des SVB am Beginn der Aufstiegssaison 2006/2007.

  

Auf den sportlichen Triumph folgten einige Wochen später, vom 14.-25.7.2000, die Jubiläumsfeierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen des SV Bermuthshain 1975 gefeiert. In zeitlicher Nähe zum Bermuthshainer Markt fand der Festkommers in der Maschinenhalle am Marktplatz statt. Ein großer Festzug der örtlichen und vieler benachbarter Vereine durch das Dorf beschloss die Feierlichkeiten. Pünktlich zum Jubiläumsjahr konnte außerdem ein fester Imbissraum als Anbau am Sportlerheim seiner Bestimmung übergeben werden.

Die neue Kreisliga A Fulda-West ab der Saison 2000/2001 erwies sich, vor allem durch die spielstarken Mannschaften aus dem Landkreis Fulda, als deutlich höher im Niveau als die alte A-Klasse. Die 1. Mannschaft des SVB kämpfte daher ab 2000 praktisch nur noch gegen den Abstieg. Da die Zahl der Jugendspieler mittlerweile auch weiter zurückgegangen war, bildeten der SV Bermuthshain 1975 und die SpVgg Hartmannshain/Herchenhain im Jahr 2003 eine neue Spielgemeinschaft mit dem TSV Grebenhain. Diese erhielt die Bezeichnung "Jugendspielgemeinschaft Oberwald". 2004 wurde eine Solaranlage auf dem Dach des Sportlerheims montiert. Der SVB hatte in diesem Jahr insgesamt 301 Mitglieder.

Im Jahr 2005 stand nach 18 Jahren wieder ein Wechsel an der Vereinsspitze an. Anstelle von Karl-Heinz Oechler, der noch bis 2007 das Amt des 2. Vorsitzenden übernahm, wurde Stephan Weitzel zum neuen 1. Vorsitzenden des Vereins gewählt. Im gleichen Jahr wurde auch eine Internetpräsenz des SVB unter der Adresse www.svbermuthshain.de eingerichtet. Im Juli 2005 konnte der Verein, parallel zum Bermuthshainer Markt, sein 30-jähriges Bestehen in der Maschinenhalle ("Festhalle") am Marktplatz feiern. Aber zum dritten Mal sollte das "runde" Jubiläum für den SVB nichts gutes verheißen. Schon in der abgelaufenen Saison war man am Ende nur um einen Punkt einem Abstiegsplatz entronnen. Doch es sollte noch viel schlimmer kommen.

Die Saison 2005/2006 wurde zur bislang schwärzesten in der gesamten Vereinsgeschichte. Von Beginn an nahezu ohne jede Chance, kassierte der SVB eine Niederlage nach der anderen. Nach drei Unentschieden im Verlauf der Vor- und Rückrunde konnte man erst am letzten Spieltag, am 28.5.2006, den ersten Saisonsieg zuhause mit einem 3:1 gegen die SG Stockhausen/Blankenau erzielen. Dies änderte jedoch nichts mehr am enttäuschenden letzten Tabellenplatz, einer Tordifferenz von -98, mageren sechs Punkten und damit dem mehr als "verdienten" Abstieg der Grün-Weißen aus der Kreisliga A Fulda-Lauterbach.

In der Kreisliga B Lauterbach-Hünfeld wollte der SVB nicht antreten, da diese fast nur noch aus Reservemannschaften und somit unattraktiven Gegnern bestand. Somit trat der Verein zur Saison 2006/2007 dem Fußballkreis Schlüchtern bei, wo er in der dortigen Kreisliga B startete. Im Mai 2007 gelang souverän der direkte Wiederaufstieg als Tabellenführer in die Kreisliga A Schlüchtern. Unterdessen schien es absehbar zu sein, dass der Sportverein Bermuthshain 1975 nicht nur im Juniorenbereich, sondern auch bei den 1. und 2. Mannschaften bereits mittelfristig mit Spielermangel und Nachwuchsproblemen zu kämpfen haben würde. Seit dem Frühjahr 2006 war daher im Vorstand des SVB über eine Spielgemeinschaft mit den Nachbarvereinen TSV Grebenhain, SpVgg Hartmannshain/Herchenhain oder KSC Volkartshain/Völzberg diskutiert worden.

Eine Spielgemeinschaft mit dem TSV Grebenhain erwies sich nach dem Aufstieg dieses Vereins in die Landesliga Nord (seit 2008 Verbandsliga), ab der gemäß den Statuten des Hessischen Fußball-Verbandes die Bildung einer solchen nicht erlaubt ist, als undurchführbar. Schließlich wurde im Mai 2007 die Bildung einer Spielgemeinschaft mit der SpVgg Hartmannshain/Herchenhain (gegr. 1956) aus dem unteren Mittelfeld der Kreisliga B Lauterbach ab der Saison 2007/2008 beschlossen. Innerhalb des SVB sollte die neue "Spielgemeinschaft Oberwald" während ihres fünfjährigen Bestehens jedoch stets umstritten bleiben.

Die SG Oberwald ging nach der Sommerpause 2007 in der Kreisliga A Schlüchtern an den Start. Doch schon sehr rasch kehrte Ernüchterung ein. Vom ersten Spieltag an belegte die SG Oberwald abgeschlagen den undankbaren letzten Tabellenplatz. Zwanzig teils "deftigen" Niederlagen standen nur fünf Siege und drei Unentschieden gegenüber. In ihrer ersten Saison stieg die SG Oberwald folgerichtig sofort in die Kreisliga B Schlüchtern ab. Dort belegte man in den folgenden Spielzeiten jeweils einen Mittelfeldplatz, ohne in den Aufstiegskampf eingreifen zu können.

2007 und 2008 war das Sportgelände des SV Bermuthshain 1975 in den Oster-, Sommer- und Herbstferien einer von 13 landesweiten Stützpunkten der "Hitradio FFH Fußballschule", gemeinsam veranstaltet mit dem bekannten hessischen Rundfunksender und dem Traditionsverein FSV Frankfurt aus der Zweiten Fußball-Bundesliga.

Im Jugendbereich bestand bis zum Frühjahr 2008 weiterhin die JSG Oberwald aus SVB, SpVgg Hartmannshain/Herchenhain und TSV Grebenhain. Aufgrund von Differenzen zwischen den beteiligten Vereinen beschlossen dann der SVB und die SpVgg, beide ja mittlerweile in der SG Oberwald vereint, die Aufkündigung der JSG mit dem TSV Grebenhain. Stattdessen wurde eine neue Jugend-Spielgemeinschaft mit der SG Freiensteinau, dem SV Nieder-Moos und der KSG Radmühl gebildet, die seit Saison 2008/2009 aktiv ist.

Im Januar 2012 beschloss der Vorstand des SV Bermuthshain, die Spielgemeinschaft mit der SpVgg Hartmannshain/Herchenhain zum Saisonende aufzulösen. Hintergrund war die mangelnde Akzeptanz, auf die die SG Oberwald im Umfeld des SVB auch nach einem halben Jahrzehnt nach wie vor stieß. Zurzeit bereitetet sich der SVB darauf vor, in die Saison 2012/13 wieder mit einer eigenständigen Mannschaft starten zu können.

 

Platzierungen des SV Bermuthshain 1975 (zwischen 2008 und 2012 SG Oberwald)

Saison Liga Platz Vereine Tore Punkte
  1975/76 Kreisklasse C Lauterbach 2. 13 77:34 35-13  
  1976/77 Kreisklasse C Lauterbach 6. 13 70:39 26-22  
  1977/78 Kreisklasse C Lauterbach 2. 14 72:28 41-11  
  1978/79 Kreisklasse C Lauterbach 4. 14 79:39 33-19  
  1979/80 Kreisklasse C Lauterbach 2. 13 77:25 37-11  
  1980/81 Kreisliga B Lauterbach 7. 15 64:60 29-25  
  1981/82 Kreisliga B Lauterbach 6. 15 54:49 27-29  
  1982/83 Kreisliga B Lauterbach 8. 15 50:56 29-27  
  1983/84 Kreisliga B Lauterbach 10. 14 39:51 22-30  
  1984/85 Kreisliga B Lauterbach 14. 14 26:50 16-36  
  1985/86 Kreisliga C Lauterbach 9. 12 28:44 18-26  
  1986/87 Kreisliga C Lauterbach 10. 13 26:56 14-34  
  1987/88 Kreisliga C Lauterbach 6. 13 47:54 26-22  
  1988/89 Kreisliga C Lauterbach 9. 12 31:51 16-28  
  1989/90 Kreisliga C Lauterbach 10. 12 37:65 13-31  
  1990/91 Kreisliga B Lauterbach 10. 11 31:74 10-30  
  1991/92 Kreisliga B Lauterbach 5. 10 31:36 16-20  
  1992/93 Kreisliga B Lauterbach 1. 10 103:25 42-10  
  1993/94 Kreisliga A Lauterbach 9. 14 56:51 23-29  
  1994/95 Kreisliga A Lauterbach 10. 11 20:44 14-26  
  1995/96 Kreisliga A Lauterbach 14. 17 46:67 23  
  1996/97 Kreisliga A Lauterbach 4. 16 76:45 56  
  1997/98 Kreisliga A Lauterbach 10. 16 63:59 41  
  1998/99 Kreisliga A Lauterbach 8. 16 61:64 42  
  1999/00 Kreisliga A Lauterbach 4. 18 84:47 70  
  2000/01 Kreisliga A Fulda-West 13. 16 54:75 29  
  2001/02 Kreisliga A Fulda-West 12. 16 51:92 30  
  2002/03 Kreisliga A Fulda-Lauterbach 16. 17 39:82 25  
  2003/04 Kreisliga A Fulda-Lauterbach 13. 17 57:75 32  
  2004/05 Kreisliga A Fulda-Lauterbach 12. 16 52:78 30  
  2005/06 Kreisliga A Fulda-Lauterbach 16. 16 29:127 6  
  2006/07 Kreisliga B Schlüchtern 1. 18 133:42 92  
  2007/08 Kreisliga A Schlüchtern 15. 15 37:117 18  
  2008/09 Kreisliga B Schlüchtern 8. 17 84:69 47  
2009/10 Kreisliga B Schlüchtern 5. 16 71:59 48
2010/11 Kreisliga B Schlüchtern 7. 16 61:45 47
 

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