Auswanderer aus Bermuthshain

 

Auswandererbrief aus Belleville (Illinois) nach Bermuthshain aus dem Jahr 1842.

 

Hintergründe der Auswanderung

In der Vergangenheit, besonders aber im 19. Jahrhundert, war das Leben der Bauern und Handwerker im "alten" Bermuthshain nicht selten von großer Armut und Not geprägt. Es waren dies die gleichen drückenden Lebensbedingungen wie im gesamten Vogelsberg, dem kargen "hessischen Sibirien", die viele Einheimische eine Auswanderung aus ihrer Heimat als letzte Möglichkeit suchen ließen. Das "klassische" Ziel dieser vielen Auswanderungswilligen war Nordamerika und hier insbesondere die Vereinigten Staaten von Amerika, doch auch an anderen Orten erhofften manche Vogelsberger Kleinbauern in der Fremde ein besseres Leben zu beginnen.

Nach den Verheerungen des Dreißigjährigen Krieges hatte die Vogelsbergregion mehrere Jahrzehnte gebraucht, sich von den großen wirtschaftlichen und demographischen Verlusten zu erholen. Bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts bewirkten die Überbevölkerung, aber auch die aus der rücksichtslosen Jagdleidenschaft der hessen-darmstädtischen Landgrafen Ernst Ludwig und Ludwig VIII. in Oberhessen erwachsende Verarmung, eine Bereitschaft zur Auswanderung in Teilen der Bevölkerung. 1720/21 wanderten nahezu 300 Menschen aus den oberhessischen Ämtern Alsfeld, Grebenau, Lißberg und Nidda in das von türkischer Herrschaft befreite Ungarn aus. Hierzu zählten auch zwei Familien aus Bermuthshain. Nach den wirtschaftlichen Lasten des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) zog die planmäßige Besiedelung des Wolgagebietes durch die russische Zarin Katharina II. die Große viele deutsche Einwanderer an, insbesondere auch aus Oberhessen. Ihre Nachfahren lebten bis zur Deportation durch das Stalin-Regime nach dem Angriff der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion 1941 in geschlossenen Siedlungsgebieten unter Wahrung ihrer Sitten und Sprache. Aus Bermuthshain sind bisher jedoch keine Auswanderer nach Russland bekannt.

Ihren Höhepunkt erlebte die Auswanderungsbewegung aus dem Vogelsberg und auch aus Bermuthshain durch die Amerika-Auswanderung nach dem Ende der napoleonischen Zeit 1815. Neben den kriegsbedingten Belastungen hatte vor allem das hohe Bevölkerungswachstum gegen Ende des 18. Jahrhunderts bei der im hessischen Teil des Vogelsberges vorherrschenden Realerbteilung zur Herausbildung eines Kleinbauerntums geführt. Dessen wichtigste Erwerbsquelle war die häusliche Leinweberei, die aber in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch die Entstehung der industriellen Textilverarbeitung zunehmend ruiniert wurde und nur unzureichend durch andere Handwerke wie z. B. die Holzbearbeitung als neues Heimgewerbe ersetzt werden konnte. In der am 17.12.1820 verkündeten Verfassung für das Großherzogtum Hessen wurde erstmals das Recht der Auswanderung festgeschrieben und durch das Auswanderungsgesetz vom 18.6.1821 gesetzlich geregelt. Um auswandern zu dürfen, musste man jedoch schriftlich um "Entlassung aus dem Untertanenverband" ersuchen und einen Reisepass beantragen. Vorher hatte der Auswanderungswillige seinen Auswanderungswunsch öffentlich bekannt zu machen, um etwaigen Gläubigern die Möglichkeit zu geben, ihre Forderungen geltend zu machen. Etwa die Hälfte aller Auswanderungswilligen in Hessen umging jedoch diese Prozedur und verließ ohne Erlaubnis "heimlich" das Land. Gelegentlich kam es auch vor, dass die Auswanderer in ihrer neuen Heimat nicht die erhoffte bessere wirtschaftliche Existenz fanden und wieder nach Deutschland zurückkehrten. In diesem Fall mussten sie erneut die "Naturalisation" (Wiedereinbürgerung) beantragen. Neben Brasilien, Südosteuropa und Algerien waren vor allem die USA das von den Auswanderern ersehnte Ziel. Hierhin kam es vor allem in den Hungerjahren kurz vor der Revolution 1848 zu einer Massenauswanderung.

Dramatisch entwickelte sich die Situation in Oberhessen und im Vogelsberg, als vereinzelt ganze Dorfgemeinden geschlossen um Auswanderung ersuchten. In den Jahren 1840/42 und 1845/47 verließen alle 161 bzw. 215 Einwohner der Dörfer Wernings und Pferdsbach ihre Heimat nach Illinois in den USA. Viele Städte und Gemeinden versuchten außerdem, durch die Auswanderung und eine Überfahrt in die USA auf eigene Kosten sich ihrer Ortsarmen zu entledigen. Aus dem Kreis Lauterbach sind allein in den Jahren 1852 bis 1859 409 Auswanderer registriert, hinzu kam noch eine Zahl von etwa 700 bis 800 Personen, die das Land illegal verließen. Missernten und Hungersnöte gaben der Auswanderung weiteren Auftrieb, wie die Vernichtung großer Teile der Kartoffelernte durch die Kartoffelkrankheit in den Jahren 1845-1847. In Bermuthshain wurden während dieser Zeit sogar Wachen zum Schutz der Feldfrüchte vor Diebstahl aufgestellt, wie eine noch heute erhaltene Liste der dienstverpflichteten Ortsbürger vor Augen führt. In der Bermuthshainer Ortsbürgerliste wird erstmals für 1821 ein Auswanderer genannt, als der Gerichtsschöffe Johann Heinrich Müller (Hausname "Kannjerche") „böslicherweis entwichen“, also ohne Erlaubnis ausgewandert war. Zählt man allein nur die im Ortsbürgerregister genannten Auswanderer zusammen, wobei dieses Familienangehörige und Nicht-Ortsbürger gar nicht erfasst, so ergibt sich eine Zahl von 25 Auswanderern zwischen 1821 und 1880. Weiterhin begingen noch 15 Ortsbürger, wohl aus Verzweiflung über ihre wirtschaftliche Lage, Selbstmord.

Vielfach erfolgte eine Auswanderung im Familienverband, so im Fall des 1801 geborenen Schuhmachers Andreas Jockel, der am 9.9.1841 mit seiner Ehefrau und zwei neun und vier Jahre alten Kindern sowie dem 55 Jahre alten Schwiegervater Johann Heinrich Kleinschmidt nach Amerika auswanderte. In ihrem Zielland siedelten sich die Auswanderer oft in Orten oder in deren Nähe an, wo sich bereits früher ausgewanderte Verwandte und Bekannte niedergelassen hatten. So gibt es beispielsweise im US-Bundesstaat Missouri in der Umgebung der Stadt St. Louis eine hohe Konzentration von Familien, deren Vorfahren aus dem Vogelsberg (darunter auch aus Bermuthshain, Crainfeld und Grebenhain) stammten.

Soweit die Angaben in der Ortsbürgerliste erkennen lassen, konzentrierte sich die Auswanderung aus Bermuthshain zeitlich vor allem auf die Jahre 1837 bis 1849 und dann 1865 bis 1869, als nahezu in jedem Jahr mindestens ein Ortsbürger auswanderte. Zum letzten Mal ist dort im April 1880 eine Auswanderung nach Amerika verzeichnet, die des 31jährigen Schneiders Heinrich Schmalbach (Hausname "Bachschneidersch"). Danach gab es aber noch weitere Auswanderer, die nicht in der Ortsbürgerliste aufgeführt sind. Ab etwa 1890 kam die Auswanderung nach Übersee allmählich zum Erliegen und wurde von einer Binnenwanderung innerhalb des sich industrialisierenden Deutschen Reiches abgelöst.

Das ganze Ausmaß des Bevölkerungsschwunds, von dem Bermuthshain während des 19. Jahrhunderts aufgrund der Auswanderung betroffen war, lässt sich an den massenhaften Abbrüchen von Wohnhäusern erkennen. So sind im Zeitraum von 1818 bis 1900 insgesamt 28 Hofreiten, also über ein Viertel aller bestehenden Wohngebäude, abgebrochen worden, denen nur vier Neubauten gegenüberstanden. Dieser Rückgang konnte auch bis 1945 nicht mehr kompensiert werden. Von 1870 bis 1930 wurden zwei weitere Häuser abgebrochen und neun neu erbaut. 103 Wohnhäusern im Jahr 1820 standen 79 im Jahr 1870 und 86 im Jahr 1930 gegenüber. Erst in den 1970er Jahren sollte durch Neubausiedlungen die Zahl der Wohngebäude in Bermuthshain wieder auf eine Zahl von über 100 anwachsen. Die Einwohnerzahl von Bermuthshain fiel zwischen 1825 (520) und 1875 (433) fast um ein Fünftel und bewegte sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zwischen 460 und 500. Bermuthshain konnte jedoch bis 1945 nie wieder dauerhaft die Zahl von 500 Einwohnern überschreiten.

Neben die überseeische Auswanderung trat seit etwa 1860 auch eine Abwanderung in andere, wirtschaftlich besser entwickelte, Regionen Deutschlands, insbesondere das Rhein-Main-Gebiet und das rhein-westfälische Industriegebiet. So wird der 1842 geborene Sebastian Blößer in der Bermuthshainer Ortsbürgerliste als „Schneidergesell in Frankfurt“ bezeichnet. Insgesamt sind bis zum Ersten Weltkrieg 13 Ortsbürger nachweislich in andere Regionen Deutschlands abgewandert. Noch größere Anziehungskraft als Frankfurt am Main entfaltete aber das Ruhrgebiet. So zog 1898 ein örtlicher Schreiner namens Sebastian Oechler II. ("Velde" Haus) mitsamt seiner elfköpfigen Familie nach Westfalen. Hierbei handelte es sich aber eher um einen Ausnahmefall, da die meisten dieser Abwanderer einzelne unverheiratete, nachgeborene oder nicht erbberechtigte Bauernsöhne waren.

Sofern verheiratete Männer im Ruhrgebiet arbeiteten, handelte es sich um sogenannte "Westfalengänger", die dort saisonal als ungelernte Arbeiter im Bergbau und der Eisen- und Stahlindustrie arbeiteten, oder sehr häufig auch als Maurer beim Aufbau der zahlreichen Zechengebäude und Werkssiedlungen. Diese "Westfalengänger" kehrten üblicherweise während des Winters wieder in ihr Heimatdorf zurück. Zu ihnen gehörte auch der am 7.3.1912 verunglückte der 37jährige verheiratete Arbeiter Konrad Schäfer II. ("Hirtschneidersch") aus Bermuthshain in Düsseldorf tödlich. Nach Beginn des „Ruhrkampfes“ 1923 fand in Bermuthshain sogar eine Sammlung von Nahrungsmitteln für aus dem Ort gebürtige Bergleute in Gelsenkirchen statt. Die aus dem Vogelsberg ins Ruhrgebiet abwandernden oder dort auch bloß saisonal arbeitenden Männer wurden im Volksmund als „Westfalengänger“ bezeichnet. Es handelte sich um ungelernte Arbeiter, die im Bergbau und der Eisen- und Stahlindustrie arbeiteten oder, in diesem Fall oft in Saisonarbeit. Im Gegensatz zu den Amerikaauswanderern blieben die „Westfalengänger“ stets in regem Austausch und Kontakt mit ihrer Heimat. Eine Liste dieser Personen lässt sich bisher noch nicht angeben. Bereits vor 1800 kannte man im Vogelsberg übrigens sogenannte "Landgänger", die während des Sommers als saisonale Erntehelfer in der Wetterau arbeiteten. Im Fall von Bermuthshain sind bisher jedoch keine derartigen "Landgänger" bekannt geworden.

Ein düsteres Kapitel der Geschichte der Auswanderung aus der Vogelsbergregion spielte sich nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 ab, als zahlreiche jüdische Familien, die oft seit Jahrhunderten, wie im Fall der jüdischen Gemeinde Crainfeld, dort ansässig waren, aufgrund der zunehmenden Repression ihre Heimat verließen und teilweise auch nach Übersee auswanderten, vornehmlich in das britische Mandatsgebiet Palästina oder in die Vereinigten Staaten. Noch im Jahr 1941 konnten Ruth und Martin Lind, die Kinder der bis 1936 in Bermuthshain ansässigen Familie Lind ("Sandersch"), in die USA zu den bereits in New York ansässigen Verwandten emigrieren und entgingen auf diese Weise als einzige der Familie der Vernichtungspolitik des NS-Regimes.

 

Das Haus des 1841 mitsamt seiner Ehefrau und den Kindern sowie dem Schwiegervater Johann Heinrich Kleinschmidt nach Nordamerika ausgewanderten Schuhmachers Andreas Jockel. Der Grundriss stammt aus dem Jahr 1820. Nach der Auswanderung wurde das Haus, das zwischen den Hofreiten "Heils" und "Doktersch" stand, abgebrochen. Die Stelle blieb bis heute unbebaut.
 

Der Bericht des Crainfelder Bürgermeisters Schmalbach von 1838

Ein einmaliges Zeitdokument zur Auswanderung nach Nordamerika in den Jahren 1837 und 1838 hat sich im "Schreibbuch" des damaligen Crainfelder Bürgermeisters Heinrich Schmalbach II. erhalten. Er soll hier in voller Länge wiedergegeben werden. Heinrich Schmalbach II. beschrieb in dem Buch die Auswanderer aus den drei Kirchspielorten Crainfeld, Bermuthshain und Grebenhain sowie der Nachbarorte im Moosgrund. Einige der erwähnten Bermuthshainer, die in diesen Jahren ihre Heimat für immer verließen, sind weiter unten in der Liste aufgeführt. Interessant sind auch die Bermuthshainer Hausnamen, die Johann Heinrich Schmalbach erwähnt und die heute längst in Vergessenheit geraten sind: "Anajes", "Schmitzgehannesjes", "Herchenschusterjes". Diese Hausnamen lassen sich bisher leider noch nicht einem heute noch existenten Haus zuordnen.

 
Am 4ten Oktober 1837 des Morgens sind Andreas Schneider als Sohn des S. J. II von hier mit seiner Ehefrau Katharina Schneider gebürtig von Metzlos Gehaag und mit derselben bis dato noch keine Kinder hatte und seinen Vater sowie seinen Bruder namens Heinrich Luft welcher meist undeutlich sprach und auch durch sein Benehmen etwas Melancholie zeigte, nach Nordamerika ausgewandert, auch nehmen selbige Elisabetha Schaub aus Grebenhain, womit der Alte Luft sich vergangen hatte mit ihren 2 Kindern mit. Unter erheblichen Bedingungen wanderten Velten Rehberger, Schuster von hier mit seiner Ehefrau Gertraud, von Bermuthshain gebürtig, welche vier Kinder im Alter von 14-12-10-1/2 Jahre alt und nach Nordamerika ausgewandert.
Luft brachte das seinige eheliches Haus an Velten Öchler und stellten mit Einfluss und mit Grabgarten, war damit auch Gänseferch und Teich hinterm Haus, was deshalb an Johannes Hofmann, war 1450 Gulden und Einsitz einer alten Frau, Lufts Mutter, verkaufte. Rehberger bewohnte mit Velten Löffler die Wohnung gemeinschaftlich was derselben nebst seinem Feldgarten an den Bruder des Velten Löffler von Ilbeshausen verkaufte.
Auch auswanderten mit derselben von Grebenhain Andreas Windecker mit Frau und Familie, Heinrich Faitz und einer Schwester von Adam Gerich von Bermuthshain welche sich vor dem Wegziehen hat trauen lassen.
Sind auch von Bermuthshain Johannes Volz mit Familie, der Sohn von den Eheleuten Napf mit seiner Tochter von den sogenannten Anajes, ein lediger Sohn von Schmitzgehannesjes und ein lediger von Herchenschusterjes auch 2 Söhne von Hofmann zu Niedermoos und einer von Obermoos Gorgres, auch von Altenschlirf einer, und ein lediger von Reichlos. Johannes Schmied und auch dessen Bruder aus der Petersmühle mit Familie. Diese sämtliche Auswanderer mit dem Georg Schneider von Metzlos-Gehaag und Eltern und Familie ließen sich nach Bremen fahren und wurden nach Baltimor eingeschifft.
Crainfeld den 19. Oktober 1837
aufgezeichnet durch den
Heinrich Schmalbach
damaliger Großherzoglicher Bürgermeister
in der gemeinde dahier.
Im Herbst dieses Jahres anfangs September zogen von Bermuthshain Johannes Jöckel mit seiner Frau (ohne Kinder) Johannes Klirzpart von da mit Frau und Familie, sodann Johann Bücher mit seiner geschiedenen Ehefrau. Bast Öchler (der sogenannte Schlagbaste) mit Frau und Familie. Johs. Bücher kam jedoch bald zurück, und dann Heinrich Rauber von Grebenhain mit Frau und Familie, welche in der Ahlmühle wohnte auf nach Nordamerika von hier weg.
Crainfeld den 21.10.1838
Schmalbach
Quelle: Arbeitskreis Dorfgeschichte Grebenhain (Hrsg.): Grebenhain. Geschichte und Gegenwart der Dörfer im südöstlichen Vogelsberg, Grebenhain 1995, S. 90f
 

Grundriss des Hauses von Melchior Reifschneider von 1820. Das Anwesen stand im heutigen Lindenweg und wurde um 1859 abgebrochen, nachdem sowohl Melchior Reifschneider als später auch der Hausbesitzer Valentin Schad in die USA auswanderten. Das Grundstück gehört heute zur Hofreite "Pittjes", deren Besitzer Sebastian Schmidt es nach der Auswanderung kaufte.

 

Die Auswanderer nach Ungarn 1721

Im Crainfelder Kirchenbuch bzw. im daraus als selektive Abschrift entstandenen Crainfelder Geschlechtsregister werden zwei Familien aus Bermuthshain genannt, die während der Auswanderungswelle nach Ungarn 1720/21 dorthin emigrierten. Es handelte sich um den von Crainfeld nach Bermuthshain in das dortige Hornung-Geschlecht geheirateten Dietrich Reuning und den gebürtigen Bermuthshainer Heinrich Zimmermann aus dieser einst weitverzweigten und erst im späten 19. Jahrhundert ausgestorbenen örtlichen Sippe. Aus Crainfeld wanderten noch sieben weitere Familien bzw. Einzelpersonen aus. Das spätere Schicksal der Auswanderer ist unbekannt. Wahrscheinlich haben sie sich eher in dem bis 1918 zu Ungarn gehörenden Siebenbürgen (heute Teil von Rumänien) angesiedelt als im eigentlichen Ungarn, da in diesem katholischen Land Zuwanderer aus evangelischen Gebieten wie der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt eher unerwünscht waren.

 
1721 Reuning, Dietrich. Geb. 1678 Crainfeld, heiratet 1712 Hornung, Anna, geb. 1691 Bermuthshain. Drei Kinder: Anna Maria, Johann Adam, Maria.
1721 Zimmermann, Heinrich. Geb. 1683 Bermuthshain, heiratet 1712 Schäfer Gertraud, geb. 1683 Bermuthshain. Vier Kinder: Johann Georg, Anna Maria, Valentin (Zwilling), Johann Balthasar (Zwilling).
 

Die Auswanderer in die USA zwischen 1820 und 1890/1941

Hinweise zu den Bermuthshainer Amerikaauswanderern finden sich neben dem erwähnten Geschlechtsregister der Pfarrei Crainfeld von 1934-1937 vor allem in der zwischen 1823 und 1921 geführten Ortsbürgerliste. Weiterhin sind sie im Hessischen Archiv-Dokumentations- und Informations-System (HADIS) aufgeführt. Die folgende Liste verzeichnet alle Personen aus Bermuthshain, die, teilweise mit ihren Familienangehörigen, in die Vereinigten Staaten ausgewandert sind. Es ist möglich, dass sich bei zukünftigen Recherchen noch Hinweise auf weitere Auswanderer ergeben, da insbesondere Einwohner, die noch nicht das Ortsbürgerrecht erworben hatten und einzeln ausgewandert sind, in den meisten einschlägigen Quellen nicht auftauchen.

 
1821 Müller, Johann Heinrich. Beruf: Gerichtsschöffe und Ackermann. Geb. 1787, heiratet 1805 Franz, Anna Maria, geb. 1782 Bermuthshain. Kinder: Johannes, Johann Heinrich, Gertraud, Anna Margaretha (gest. 1821), Juliana Katharina (gest. 1846). Johann Heinrich Müller war Besitzer der Hofreite "Kannjerche" und Schöffe beim Gericht Crainfeld. Der Überlieferung nach soll er wegen Unterschlagung von Geld aus der Gemeindekasse heimlich entwichen und ohne Erlaubnis allein nach Amerika ausgewandert sein.
1837 Bopp, Johann Sebastian. Beruf: Ackermann. Geb. 1792 Bermuthshain, heiratet 1821 Faitz, Anna Maria, geb. 1794 Bermuthshain. Vier Kinder: Johann Sebastian, Anna Maria, Johannes, Johann Heinrich. Johann Sebastian Bopp war der Besitzer der Schlagmühle in Bermuthshain (Hausname "Schloarmellersch") und ist im Juni 1837 mit der gesamten Familie nach Amerika ausgewandert.
1837 Klippert, Johann Sebastian. Beruf: Ackermann. Geb. 1794 Bermuthshain, heiratet 1814 Kleinschmidt, Juliana Kunigunde, geb. 1792 Bermuthshain. Kinder: Johann Heinrich, Anna Maria. Johann Sebastian Klippert war Besitzer des jetzigen "Gutermuths" Hauses und wanderte im Juni 1837 mitsamt Familie nach Nordamerika aus.
1837 Rasch, Johann Heinrich. Geb. 1816 Bermuthshain, heiratet 1837 Alt, Anna Maria, geb. 1815 Bermuthshain. Kinder: Johannes. Johann Heinrich Rasch stammte aus dem jetzigen "Säuherts" Haus in Bermuthshain und hatte sich unmittelbar vor seiner Auswanderung noch trauen lassen.
1838 Jockel, Johannes. Beruf: Ackermann, Soldat und Leinweber. Geb. 1791 Bermuthshain, heiratet 1822 Löffler, Anna Maria, geb. 1797 Bermuthshain. Keine Kinder. Johannes Jockel hat vermutlich an den napoleonischen Kriegen teilgenommen und war im späteren "Grundhannerjes" Haus in Bermuthshain eingeheiratet. 1838 ging er mit seiner Frau nach Nordamerika.
1838 Volz, Johannes. Beruf: Ackermann. Geb. 1798 Bermuthshain, heiratet 1825 Groh, Anna Maria, geb. 1792 Stockhausen (aus der obersten Grundmühle zu Bermuthshain). Drei Kinder: Johannes, Johann Balthasar, Anna Barbara. Johannes Volz stammte aus einem einstöckigen Einhaus (1818 Haus Nr. 102) bei "Bieljes" und wanderte 1838 mit der Familie nach Nordamerika aus. Das Haus wurde anschließend abgerissen.
1838 Böcher, Johann. Geb. 1797 Kaulstoß, heiratet 1824 Alt, Juliana Katharina Witwe geb. Kleinschmidt. Kinder: Gertraud, Johannes. Johann Böcher war in einem Haus (1818 Nr. 85) im heutigen Bergweg unterhalb von "Schreiersch" eingeheiratet, dort wo 1912 das "Liesbets" Haus gebaut wurde. Im Herbst 1838 verließen Johann Böcher und seine Frau das Dorf und wanderten nach Amerika aus, kehrten jedoch nach kurzer Zeit wieder zurück. Die Ehe wurde daraufhin geschieden. Das Haus wurde kurz nach der Auswanderung abgerissen.
1839 Windecker, Johann Sebastian. Geb. 1807 Crainfeld, heiratet 1832 Faitz, Juliane, geb. 1812 Bermuthshain. Kinder: Balthasar, Gertraud. Johann Sebastian Windecker stammte aus dem Vorgängerbau der Crainfelder Gastwirtschaft "Hessischer Hof" ("Deichschneidersch"), seine Ehefrau aus einem nach 1847 abgebrochenen Haus (1818 Nr. 65) im "alten Weg" gegenüber der Hofreite "Hoase oben". Die Familie wanderte im Juni 1839 aus.
1840 Kleinschmidt, Valentin. Beruf: Ackermann. Geb. 1805 Bermuthshain, heiratet 1835 Schmalbach, Gertraud, geb. 1808 Bermuthshain. Zwei Kinder: Anna Maria, Katharina. Valentin Kleinschmidt war der Sohn des Bermuthshainer Zöllners Johann Balthasar Kleinschmidt und stammte vermutlich aus dem Bermuthshainer Haus "Linneschmidts" (heute "Brennerjes"). Am 11.7.1840 verließ er Bermuthshain mit Frau und Kindern in Richtung Nordamerika.
1840 Dittmann, Heinrich. Beruf: Schneider. Geb. 1817 Ilnhausen. Wurde am 18.3.1838 Ortsbürger von Bermuthshain und ist 1840 nach Nordamerika ausgewandert. Näheres ist bisher nicht bekannt.
1841 Jockel, Andreas. Beruf: Schuhmacher. Geb. 1801 Bermuthshain, heiratet 1830 Kleinschmidt, Anna Margaretha, geb. 1810 Bermuthshain. Kinder: Balthasar (Zwilling, gest. 1829), Johann Heinrich (Zwilling, gest. 1829), Johann Heinrich, Johannes (gest. 1835), Anna Margaretha. Andreas Jockel war in einem Hof neben der Hofreite "Heils" eingeheiratet (Haus Nr. 11), der 1818 aus Wohnhaus, Scheuer und Stall, 1 ½ Stock, und einer neu erbauten Schmiede bestand. Zusammen mit seinem Schwiegervater Johann Heinrich Kleinschmidt wanderte er mit der Ehefrau und beiden Kindern am 9.9.1841 nach Nordamerika aus. Der benachbarte Gastwirt Heinrich Heil I. ("Heils") kaufte 1842 das leerstehende Haus und ließ es abreißen. Nachfahren der Familie leben heute im US-Bundesstaat Missouri.
1841 Kleinschmidt, Johann Heinrich. Beruf: Ackermann. Geb. 1786 Bermuthshain, heiratet 1805 Oechler, Anna Maria (gest. 1834). Drei Kinder: Johannes, Anna Margaretha, Anna Maria (gest. 1812). Das Wohnhaus (1818 Haus Nr. 10) befand sich zwischen den Hofreiten "Heils und "Doktersch" (s. o.). Als Witwer zusammen mit seiner Tochter Anna Margaretha und dem Schwiegersohn Andreas Jockel und deren Kindern am 9.9.1841 nach Nordamerika ausgewandert.
1842 Weber, Wilhelm. Beruf: Hutmacher. Stammte aus Ober-Seemen und war mit einer Weitzel, Anna Maria, verheiratet. Kinder: Valentin. Wilhelm Weber lebte um 1840 kurzzeitig in Bermuthshain und ging im Juni 1842 nach Amerika.
1844 Zier, Heinrich. Beruf: Bauer. Geb. 1809 Gunzenau, heiratet 1843 Ruhl, Margaretha, geb. 1822 Bermuthshain. Zwei Kinder: Christiana, Elisabeth. Heinrich Zier war als Schwager des kinderlosen Gastwirts Sebastian Ruhl V. ("Doktersch") nach Bermuthshain gekommen, seine Ehefrau stammte aus einem zwischen "Doktersch" und "Kannhennersch" gelegenen zweistöckigen Einhaus, das um 1859 abgebrochen wurde. Wahrscheinlich im Jahr 1844 ist Heinrich Zier nach Nordamerika ausgewandert, doch ist verbürgt, dass er schon 1846 wieder nach Deutschland zurückkehrte und 1878 in Bermuthshain starb.
1846 Seitz, Heinrich. Beruf: Sattler. Geb. 1819 Lichenroth, heiratet 1843 Nies, Margaretha, geb. 1824 Bermuthshain. Zwei Kinder: Nikolaus, Heinrich. Heinrich Seitz war im alten "Ruhls" Häuschen zwischen den Hofreiten "Doktersch", "Heils" und "Jägersch" eingeheiratet, das 1899 abgebrochen wurde. Im Jahr 1846 wanderte die Familie nach Nordamerika aus.
1847 Oechler, Johannes. Beruf: Ackermann. Geb. 1808 Bermuthshain, heiratet 1827 Eschenröder, Anna Elisabeth, geb. 1800 Bermuthshain. Fünf Kinder: Andreas (gest. 1827), Katharina, Anna Maria, Balthasar (gest. 1835), Elisabetha (gest. 1840). Johannes Oechler war Besitzer der Hofreite "Schloarschmidts" und ist 1847 ohne Ehefrau und Kinder nach Nordamerika gezogen.
1847 Mohr, Balthasar. War der Sohn (13. Kind) des Ortsarmen Johann Georg Mohr, der gebürtig aus Dirlammen war. Zusammen mit ihm wanderten auch seine Geschwister Johann Heinrich Mohr, Margarete Mohr und Elisabeth Mohr (alle ledig) im März 1847 aus.
1849 Schmalbach, Andreas. Beruf: Tagelöhner. Geb. 1817 Bermuthshain, heiratet 1845 Volz, Anna Katharina, geb. 1819 Bermuthshain (gest. 1846) und 1848 Dittmann, Elisabeth. Zwei Kinder: Andreas, Johann Heinrich. Stammte aus dem bisher noch nicht lokalisierten Haus Nr. 80, lt. Bermuthshainer Brandkataster ein Wohnhaus und Scheune, 1 ½  Stock. 1849 ist er mit der gesamten Familie nach Nordamerika ausgewandert. Das Haus dürfte im Anschluss danach abgerissen worden sein.
1851 Reifschneider, Melchior. Beruf: Schmied. Geb. 1819 Wüstwillenroth, heiratet 1847 Thomin, Karolina, geb. 1828 Bermuthshain. Kinder: Sebastian. Melchior Reifschneider war in einem Haus im heutigen Lindenweg zwischen den Hofreiten "Schloarschmidtshannerjes" und "Sandersch" eingeheiratet (Haus Nr. 51), 1818 ein Wohnhaus, Scheune und Stall, 2 Stock mit Schmiede. Sein Schwiegervater war der Förster August Thomin. Im Jahr 1851 wanderte Melchior Reifschneider aus und siedelte sich in Waterloo im US-Bundesstaat Illinois an. 1854 reiste er noch einmal zurück nach Deutschland, um Frau und Sohn nachzuholen. Nachfahren in weiblicher Linie leben heute noch in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri.
1852 Franz, Balthasar. Beruf: Ackermann. Geb. 1806 Bermuthshain, heiratet 1836 Bopp, Anna Maria, geb. 1811 Bermuthshain. Zwei Kinder: Katharina, Johann Heinrich. Balthasar Franz stammte vermutlich aus dem "Schreiersch" Haus und wanderte im Februar 1852 mit Ehefrau und Kindern aus.
1852 Franz, Johann Heinrich. Beruf: Musiker und Ackermann. Geb. 1799 Bermuthshain, heiratet 1827 Zimmermann, Anna Maria, geb. 1798 Bermuthshain (gest. 1840). Kinder: Anna Katharina (verh. in Bermuthshain), Johann Adam (verh. in Grebenhain), Johann Heinrich (gest. 1829), Johann Heinrich, Anna Maria (geb. 1840), Valentin. Johann Heinrich Franz bewohnte das "Linneschmidts" Haus in Bermuthshain (heute "Brennerjes") und wanderte nach dem Tod seiner Frau zusammen mit seinem jüngsten Sohn Valentin im Februar 1852 nach Amerika aus.
1854 Schad, Valentin. Beruf: Ackermann. Geb. 1811 Bermuthshain, heiratet 1832 Thomin, Anna Maria Witwe geb. Rehberger. Zwei Kinder: Sebastian, Valentin. Valentin Schad hatte die Witwe des Bermuthshainer Försters August Thomin geheiratet, dessen Haus (1818 Nr. 51) im heutigen Lindenweg stand (s. o.). 1854 folgte er seiner Schwägerin Karolina Reifschneider geb. Thomin und deren Mann Melchior Reifschneider mitsamt seiner Familie nach Nordamerika. Das Haus in Bermuthshain ging 1855 in den Besitz des Nachbarn Sebastian Schmidt ("Pittjes") über und wurde abgerissen.
1855 Dahmer, Johannes II.. Beruf: Müller und Leinweber. Geb. 1817 Bermuthshain, heiratet 1837 Anna Elisabetha Walter, geb. 1818 Salz. Johannes Dahmer II. war der Besitzer der Schlagmühle in Bermuthshain (Hausname "Schloarmellersch") und verkaufte diese 1855, um vermutlich im gleichen Jahr mit der gesamten Familie nach Nordamerika auszuwandern.
1862 Dietz, Andreas. Beruf: Bauer. Geb. 1818 Bermuthshain, heiratet 1843 Hornung, Katharina, geb. 1820 Bermuthshain. Sechs Kinder: Margaretha (gest. 1843), Heinrich, Margaretha (verh. in Crainfeld), Juliana Katharina (gest. 1849), Getraud (verh. in Wiesbaden), Christoph (gest. 1861). Andreas Dietz war Besitzer des späteren Bermuthshainer Forsthauses und ist wahrscheinlich im Jahr 1862 nach Amerika ausgewandert.
1862 Luft, Sebastian. Beruf: Hirt und Schuhmacher. Geb. 1794 Ilbeshausen, heiratet 1817 Oechler, Anna Maria, geb. 1791 Bermuthshain. Sechs Kinder: Heinrich, Sebastian, Johannes, Christiana, Anna Maria, Katharina. Sebastian Luft war Besitzer und Namensgeber der Bermuthshainer Hofreite "Ahlewegslufte" und Stammvater der örtlichen Familien Luft. Die Auswanderung erfolgte vermutlich gemeinsam mit dem bereits verheirateten Sohn Heinrich Luft I. und dessen Bruder Sebastian Luft.
1862 Luft, Heinrich I.. Beruf: Maurer. Geb. 1816 Bermuthshain, heiratet 1850 Blößer, Margaretha, geb. 1814 Hartmannshain. Fünf Kinder: Christiane, Anna Katharina, Heinrich (1846 verst.), Katharina, Maria. Heinrich Luft I. war nach seinem Vater Besitzer der Hofreite "Ahlewegslufte" und ist 1862 vermutlich gemeinsam mit diesem und seinem Bruder Sebastian Luft sowie seiner Ehefrau und den Kindern ausgewandert.
1862 Luft, Sebastian. Beruf: Bauer. Geb. 1819 Bermuthshain. Noch unverheiratet ausgewandert, vermutlich gemeinsam mit Vater Sebastian Luft und dem bereits verheirateten Bruder Heinrich Luft I..
1863 Blum, Christoph. Beruf: Schreiner. Geb. 1836 Bermuthshain, heiratet 1863 Eurich, Elisabeth, geb. 1839 Bannerod. Kinder: Konrad (Conrad), Heinrich (Henry), Peter, Anna, Elisabeth, Bertha. Christoph Blum entstammte der noch heute existierenden Bermuthshainer Schreinerfamilie Blum und war Besitzer der von seinem Vater Johannes Blum II. übernommenen Hofreite "Elsemichels" (heute "Scheffersch"). Am 25.7.1868 wanderte die Familie in die USA aus, wo vier der sechs Kinder geboren sind. Laut einer Volkszählung in den USA 1880 lebte Christoph Blum mit Frau und Kindern in Allegheny bei Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania. Er arbeitete dort, ähnlich wie schon in seiner alten Heimat, als Tischler, und sein ältester Sohn Konrad in einer Baumwollmühle.
1865 Müller, Heinrich. Beruf Schmied. Geb. 1842 Bermuthshain, dritter Sohn des Schmieds Sebastian Müller ("Schmieds"). Noch nicht verheiratet, wanderte er 1865 über Hamburg per Dampfschiff nach Amerika aus. Begleitet wurde er von seiner 15 Jahre alten Schwester Christiane.
1865 Stock, Balthasar. Beruf: Landwirt und Leinweber. Geb. 1816 Crainfeld ("Bergbalzerjes"), heiratet um 1848 Ganß, Maria, geb. 1819 Bermuthshain. Kinder: Katharina, Juliana, Johann Peter, Luise, Maria, Margaretha, Balthasar. Balthasar Stock war Besitzer und Namensgeber der Bermuthshainer Hofreite "Stockjes". Die Auswanderung der Familie erfolgte im Jahr 1865.
1865 Oestreich, Hermann. Beruf: Oekonom. Geb. 1837 Bermuthshain, heiratet 1864 Müller, Margaretha, geb. 1840 Bermuthshain ("Schmieds"). Kinder: Heinrich. Hermann Oestreich stammte aus dem jetzigen "Gutermuths" Haus. Am 23.5.1865 wanderten die Eheleute mit Sohn über Hamburg nach Amerika aus, wobei die Reise bereits mit einem der damals modernen Dampfschiffe und wie bei Auswanderern üblich als Zwischendeckpassagier erfolgte.
1869 Oestreich, Johannes. Beruf: Oekonom. Geb. 1821 Bermuthshain, heiratet 1865 Boß, Anna Maria, geb. 1827 Rebgeshain. Keine Kinder. Johannes Oestreich entstammte einem "Vogelsberger Einhaus" (1818 Haus Nr. 69), das am heutigen Weg "Am Rabenberg" direkt oberhalb des "Ortstadts" Hauses (früher Gemeinde-Armenhaus) stand. Im Jahr 1869 wanderte er mit seiner Frau nach Amerika aus. Das Haus wurde abgerissen.
1873 Müller, Katharina. Geb. 1852 Bermuthshain, vierte Tochter des Schmieds Sebastian Müller ("Schmieds"). Katharina Müller wanderte am 14.6.1873 nach Amerika aus, möglicherweise zog sie zu ihrem bereits 1865 ausgewanderten Geschwistern.
1880 Schmalbach, Heinrich. Beruf: Schneider. Geb. 1849 Bermuthshain, heiratet 1876 Adolph, Katharina, geb. 1858 Sichenhausen. Keine Kinder. Heinrich Schmalbach war Besitzer der Hofreite "Bachschneidersch" (später "Jägersch"). Im April 1880 wanderte er nach Amerika aus und ließ seine Ehefrau in Bermuthshain zurück. Die Ehe wurde 1888 geschieden.
1882 Volz, Heinrich. Geb. 1856 Bermuthshain. Sein Elternhaus war das zwischen "Doktersch", "Heils" und "Jägersch" gelegene alte "Ruhls" Haus, das 1899 abgerissen wurde. Er verließ seine Heimat im Jahr 1882 in Richtung USA.
1884 Blum, Peter. Beruf: Schreiner. Geb. 1860 Bermuthshain. Stammte aus dem "Blumme" Haus in Bermuthshain und wanderte im April 1884 allein nach Amerika aus, wo seine neun Jahre ältere Schwester Elisabetha bereits lebte. Das Elternhaus blieb weiterhin im Besitz der Familie Blum und wurde vom Bruder Sebastian Blum übernommen.
1884 Schneider, Heinrich. Geb. 1863 Bermuthshain. Er war aus dem "Heckerts" Haus in Bermuthshain gebürtig und ging 1884 als Missionszögling der evangelisch-lutherischen Mission für Amerika in die USA.
1890 Schaub, Jakob. Geb. 1866 Bermuthshain. Stammte aus dem später "Joste" genannten Haus am westlichen Ortsrand. Er war der zweitjüngste Sohn des Bermuthshainer Zimmermanns und Totenbeschauers Heinrich Schaub II. und wanderte gemeinsam mit seiner bereits verwitweten Mutter Anna Katharina Schaub geb. Blößer nach Amerika aus.
1891 Dillemuth, Friedrich Ernst. Geb. 1859 Bermuthshain. Friedrich Ernst Dillemuth war ein Bruder des bedeutenden örtlichen Forstwarts Wilhelm Dillemuth und wanderte in die USA aus. Er lebte später in Großbritannien und kehrte wiederholt zu Besuch nach Bermuthshain zurück. 1893 errichtete er das heute noch existente Jagdhaus im Oberwald auf dem Gelände der späteren "Muna".
1892 Jost, Heinrich Jakob. Geb. 1870 Bermuthshain. Heinrich Jakob Jost war der jüngere Bruder des späteren Bermuthshainer Bürgermeisters und Landtagsabgeordneten Friedrich Jost. Zum Zeitpunkt seiner Auswanderung, die 1892 erfolgte, lebte er im nahen Metzlos-Gehaag im Moosgrund.
1941 Lind, Martin. Geb. 1925 Bermuthshain. Emigrierte im August in die Vereinigten Staaten, kurz vor dem durch das NS-Regime verhängte Auswanderungsverbot für Juden. Die in Goßmannsdorf zurückbleibenden Eltern wurden im Holocaust ermordet.
1941 Lind, Ruth. Geb. 1922 Bermuthshain. Gehörte der einzigen jüdischen Familie ("Sandersch") in Bermuthshain an, die 1936 nach Goßmannsdorf am Main gezogen war. Lebte ab 1940 mit ihrem Bruder in Ichenhausen (Kr. Günzburg) und emigrierte am kurz nach ihm 7.8.1941. Mit dem zweitletzten Schiff verließ sie am 27.9.1941 Europa und gelangte über New York in die USA.