Blum

 

Bereits in den Akten über die Entrichtung des Furstgelts im Gericht Crainfeld von 1549/53 und dem Salbuch von 1556 wird ein Enders Blum als Einwohner von Bermuthshain genannt. Das Einwohnerverzeichnis von 1586 nennt drei Namensträger: Hen Blum, Enders Blum, Georg Plum. Diese sowie Bast Blum und Melchior Blum werden auch im Zinsregister der Pfarrei Crainfeld (1600-1632) aufgeführt. Zu Beginn des Crainfelder Kirchenbuches wird der 1607 geborene Peter Blum erwähnt, dessen Sohn der 1644 geborene Enders Blum war. Mit dem 1677 geborenen Sohn Johannes Blum verliert sich jedoch bald nach 1700 die Spur der Familie Blum in Bermuthshain. Der Familienname war fortan in Bermuthshain ausgestorben.
 

Hochzeitsfeier von Theodor Blum ("Blumme") und Elise Oechler ("Kannhennersch") mit den Gästen aus der Verwandtschaft der Familien Blum und Oechler im "Blumme" Haus am 14.3.1937.
 
Die heutigen Träger des Namens Blum in Bermuthshain haben einen bedeutend jüngeren Ursprung, und zwar im benachbarten, bis 1806 riedeselischen Nieder-Moos. Im Jahr 1810 heiratete der 1779 in Nieder-Moos geborene Schreinermeister Johannes Blum eine Anna Katharina Rasch und erwarb auf diese Weise das "Elsemichels" Haus, heute "Scheffersch" genannt. Er war der Sohn des Konrad Blum zu Nieder-Moos. Alle männlichen Angehörigen der Familie bis in die vorletzte Generation übten den Schreinerberuf aus. Dies traf auch auf die beiden Söhne von Johannes Blum I. zu. Der ältere, der 1811 geborene Johannes Blum II., blieb als Schreiner im Stammhaus "Elsemichels". 1863 folgte ihm sein 1836 geborene Sohn Christoph Blum, der mit einer Elisabeth Eurich aus Bannerod verheiratet war. Der Familie scheint es wirtschaftlich jedoch nicht gut gegangen zu sein. Am 25.7.1868 wanderten die Eheleute Christoph Blum mit den Kindern Konrad und Heinrich nach Amerika aus. Sie ließen sich in Allegheny im US-Bundesstaat Pennsylvania nieder, wo auch die Kinder Peter, Anna, Elisabeth und Bertha geboren sind. 1881 kaufte schließlich der Schäfer Melchior Dietrich das nunmehrige "Scheffersch" Haus.
 

Hochzeit von Karl Wies II. ("Hoase") und Maria Blum ("Blumme") am 20.5.1928 mit den Familien Wies (links) und Blum (rechts).
Der jüngere Sohn von Johannes Blum I., der 1814 geborene Peter Blum I., heiratete 1856 eine Anna Katharina Oechler aus dem "Schusterveltjes" Haus in Crainfeld. Bereits im Jahr 1853 baute er am westlichen Ortsrand von Bermuthshain ein eigenes Wohnhaus, zu dem auch eine Schreinerwerkstatt gehörte. Das Haus erhielt den Hausnamen "Blumme". In den folgenden Generationen folgte jeweils der älteste Sohn dem Vater als Erbe der Schreinerei Blum. Auf Peter Blum I. folgten der 1848 geborene Sohn Sebastian Blum und der 1878 geborene Enkel Peter Blum II.. Im Jahr 1937 heiratete der nächste Hauserbe, der 1908 geborene Theodor Blum, Elise Oechler aus dem "Kannhennersch" Haus in Bermuthshain, die jedoch im folgenden Jahr kurz nach der Geburt von Tochter Ilse starb. Theodor Blum selbst fiel im Jahr 1944 als Soldat an der Ostfront in Riga.
 

Hochzeit von Theodor Blum ("Blumme") und Elise Oechler ("Kannhennersch") am 14.3.1937. Flankiert wird das Brautpaar von den zur Wehrmacht einberufenen Theodor Oechler ("Stoffels") und Wilhelm Blum ("Blumme") sowie Emil Oechler ("Kannhennersch") und Wilhelm Hornung ("Franze").
 

Im Jahr 1949 übernahm der 1916 geborene Wilhelm Blum als jüngerer Sohn von Peter Blum II. Schreinerei und Haus, der seit 1939 in Hagen in Westfalen gewohnt und dort auch geheiratet hatte. Die Schreinerei Blum bestand als ältester Bermuthshainer Handwerksbetrieb noch bis in die 1970er Jahre. Der Sohn Günther Blum war als letzter der Familie noch gelernter Schreiner.

Zwischen 1909 und 1938 gab es in Bermuthshain noch einen zweiten Träger des Namens Blum. Es war dies der 1884 geborene Dienstknecht Heinrich Blum, ein Sohn des Schreiners Philipp Blum zu Nieder-Moos, der 1909 die Katharina Götz aus Bermuthshain heiratete. Im Jahr 1915 baute er dann ein einstöckiges Wohnhaus in der heutigen Lichenröther Straße, das in Bermuthshain den Hausnamen "Blums" trug. 1938 verzog die Familie nach Fulda. Es ist noch nicht geklärt, inwieweit Heinrich Blum mit den anderen Bermuthshainer Blum von alters her verwandt war, zumal er ja ebenfalls aus Nieder-Moos stammte.

 

Stammbaum Blum

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