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Bopp |
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Der älteste und erste schriftlich erwähnte Familienname Bermuthshains war
jener des Geschlechtes Bopp. Zwischen der ersten Nennung eines Namensträgers
im Jahr 1506 und dem Tod des letzten männlichen Angehörigen der Familie im
Ort im Jahr 1975 liegen nicht weniger als 469 Jahre Bermuthshainer
Ortsgeschichte. Seine erste Erwähnung, die auch die erste dokumentierte
schriftliche Nennung eines Bermuthshainer Ortseinwohners überhaupt ist,
datiert von 1506. In diesem Jahr führte ein Heinz Bopp aus Bermuthshain bei
Landgraf Wilhelm II. von Hessen gegen den Rentmeister des Amtes Nidda,
Johann Hirtzberger, welcher ihn unschuldig 20 Wochen gefangen gesetzt und
foltern hatte lassen. Es kann kein Zweifel bestehen, dass der Name Bopp
schon im 15. Jahrhundert in Bermuthshain vorkam. Aus den 1549 und 1553
entstandenen "Furtsgelt"-Akten des Amtes Nidda ist zu erfahren, dass es zu
diesem Zeitpunkt mindestens drei Ortsbürger mit dem Namen Bopp gab, nämlich
Clauß Bopp, Chasper Bopp und Hen Bopp.
Im Salbuch aus dem 1556 sind demgegenüber sechs Namensträger zu ermitteln, und zwar Asmus, Bastian, Caspar, Claus, Enders und Valtin. Nahezu eine Generation später finden sich im Einwohnerverzeichnis des Amtes Nidda von 1586 die Namen Lentz Boppe, Hen Boppe, Aßmus Bopp, Valtin Bop, und Enders Bop. Im zwischen 1600 und 1632 entstandenen Zinsregister der Pfarrei Crainfeld werden Hans Bopp, Asmus Boppen Witwe, Andres Bopp, Baltes Bop, Bast Bopp iun., Baltes Bopp iun., Balthes Bopp, Christ Boppen Witwe, Georg Bopp, Henn Bopp, Hector Bopp der alt, Henn Bopp der jung, Lentz Bop, Bast Boppen Kinder, Michel Bop, Valten Bopp und Wendel Bopp erwähnt. Schließlich nennt die gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges entstandene Kriegsschadensliste von 1640 einen Michael Bopp, Hans Bopp, Henn Bopp Witwe, Henn Bopp der Schmied und Henn Bopp. Bereits vor dem 1659 beginnenden Crainfelder Kirchenbuch kam der Familienname Bopp also in Bermuthshain recht häufig vor, doch lassen sich aus den eher sporadischen Quellen keine Rückschlüsse auf eine Abstammung einzelner Personen ziehen. Mit den Namen Henn Bopp der Schmied, Lenz Bopp, Bast Bopp, Enders Bopp und Heinrich Bopp, die zum Teil schon vor dem Dreißigjährigen Krieg geboren waren, begann das "Kirchenbuchzeitalter" für das Bopp-Geschlecht und damit der Zeitabschnitt, in dem sich die Abstammung genau nachvollziehen lässt. Ein genauer Zusammenhang zwischen diesen einzelnen Namensträgern lässt sich nicht mehr feststellen. Im Mannesstamm ausgestorben ist die Linie des Lenz Bopp (geb. 1634) bereits 1671. Zur Linie des Bast Bopp (geb. 1617) gehörten der zwischen 1706 und 1773 lebende Bermuthshainer Unterschultheiß Johann Balthasar Bopp und sein gleichnamiger Sohn, Feldmesser und fürstlicher Schultheiß. Die Linie erlosch in Bermuthshain endgültig erst 1913 mit dem Tod des Fuhrmanns und Gastwirts Heinrich Bopp III., Begründer der Gastwirtschaft "Zum Hessischen Hof". Eine ursprünglich im dortigen Haus "Hoarchhennerjes" ansässige Zweiglinie im benachbarten Grebenhain, welche von dem 1816 in Bermuthshain geborenen Heinrich Bopp ihren Ausgang nahm, besteht dagegen als einzige verbliebene Bopp-Linie im gesamten Gebiet der Großgemeinde Grebenhain bis heute (Fam. Dieter Bopp). Die Linie des Enders Bopp (geb. 1614) starb 1812 mit dem Schuhmacher Johannes Bopp aus. Die Linie des Heinrich Bopp (geb. 1630) schließlich endete 1749 mit seinem Sohn, dem Weber Heinrich Bopp. Als das erste Brandkataster in Bermuthshain 1818 erstellt wurde, war der Familienname Bopp, gemessen an den Nachnamen der Hausbesitzer, zusammen mit den Namen Oechler und Zimmermann der häufigste Familienname in Bermuthshain überhaupt. Es dürfte wohl kaum einen "echten" Bermuthshainer geben, der nicht einen Träger des Namens Bopp unter seinen Vorfahren hat. Die am längsten bestehende und am weitesten verzweigte Bopp-Linie in Bermuthshain nahm ihren Ausgang mit dem 1606 geboren Schmied Henn Bopp. Ältester Sohn war der 1643 noch in der Endphase des Dreißigjährigen Krieges geborene Bast Bopp, wie sein Vater auch Schmied. Es ist zu vermuten, dass der heute noch gebräuchliche Bermuthshainer Hausname "Schmeddebaste" auf diesen Schmied Bast Bopp zurückgeht, da die Besitzer dieser Hofreite zu seinen Nachfahren gehören. Seine Enkel waren Sebastian Bopp (gest. 1770) und Johann Balthasar Bopp (gest. 1754). Jüngerer Sohn des Henn Bopp war der 1648 geborene Johann Jakob Bopp, der wiederum drei männliche Nachkommen hatte, so dass sich das Geschlecht weiter verzweigte. Ältester dieser Nachkommen war der 1678 geborene Johann Balser Bopp. Dessen Urenkel war der Ackermann und Weber Johannes Bopp, als Besitzer der späteren "Wänersch" Hofreite überliefert ist. Von den Kindern seines Sohnes Andreas Bopp überlebte nur eine Tochter. Die Linie des jüngsten Nachkommen Hans Heinrich Bopp lief 1857 mit dem Schreiner Johann Henrich Bopp aus, der wohl im späteren "Kläsjes" Haus ansässig war. Mittlerer Sohn war der 1680 geborene Zimmermann Heinrich Bopp. Mit dessen Sohn Johann Heinrich Bopp verzweigte sich wiederum das ganze Geschlecht, da dieser selbst nicht weniger als fünf verheiratete Söhne hatte. Außergewöhnlich oft wurde in dieser Familie der Beruf des Schuhmachers ausgeübt. |
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Heinrich Bopp IV. ("Schusterjes"), der letzte aus der mindestens 469jährigen Ahnenreihe der Bermuthshainer Bopps, mit Ehefrau Maria Bopp geb. Mohr während des Ersten Weltkrieges. |
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Der zweitälteste war der 1750 geborene Schäfer Johann Balthasar Bopp,
welcher eine Tochter des Bermuthshainer Schafhirten Johann Heinrich Haas
heiratete und auf diese Weise zum Besitzer der nach diesem benannten
Hofreite "Hoase" wurde. Der drittälteste, der 1751 geborene Schuhmacher
Johann Heinrich Bopp, heiratete 1779 ins benachbarte Grebenhain. Im
Mannesstamm erlosch diese im dortigen "Rasche" Haus ansässige Linie erst
1939 mit dem Schuhmachermeister Valentin Bopp. Dessen Onkel Peter Bopp
wanderte nach 1852 mit seiner Frau und seinen neun Kindern in die USA aus,
wo er sich in Kirkwood im Bundesstaat Missouri niederließ und sein dort
geborener Sohn Emil Theodor Balthasar die evangelisch-lutherische
Kirchengemeinde in Kirkwood mitbegründete. Noch heute wohnen seine
Nachfahren in dem Ort. Ältester Sohn des Johann Heinrich Bopp war der 1747 geborene Christoph Bopp. Den gleichen Namen wie der Großvater trug wohl als Patenkind der Schuhmacher Johann Heinrich Bopp, der als Besitzer des Hauses "Linneschmidts" an der großen alten Dorflinde überliefert ist, das seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts den Hausnamen "Brennerjes" trägt. Auch dessen Bruder Johann Adam Bopp übte den Beruf des Schuhmachers aus. Im ältesten Bermuthshainer Brandkataster ist er als Besitzer des späteren "Stocke" Hauses genannt. Dieses Haus ging aber durch Einheirat an seinen Schwiegersohn Johannes Oechler V. über, der dann 1874 das "Kannhennersch" Anwesen erwarb. Der Sohn Andreas Bopp IV. hingegen kaufte 1853 ein Haus in der "Vierdern Eck" am östlichen Ortsrand. Es ist anzunehmen, dass diese erst viel später "Velde" genannte Hofreite damals den Hausnamen "Schusterjes" trug nach den Berufen der Hausbesitzer. Andreas Bopp IV. war mit einer Anna Katharina Müller aus dem "Muhrsch" Haus in Bermuthshain verheiratet, wo ebenfalls das Schuhmacherhandwerk traditionell üblich gewesen war. Sein Sohn Andreas Bopp V. (geb. 1854) heiratete 1884 eine Karolina Strauch aus Hartmannshain und kaufte im gleichen Jahr ein Anwesen am Ortsausgang nach Ober-Moos gegenüber dem Friedhof. Sehr wahrscheinlich vom bisherigen Elternhaus "mitgenommen" wurde der Hausname, unter dem dieses Haus bis heute bekannt ist, nämlich "Schusterjes". In diesem Haus wurde 1886 der älteste Sohn Heinrich Bopp IV. geboren. Aus dessen Ehe mit Maria Mohr aus Crainfeld ("Heckenanne") gingen die drei Töchter Katharina, Maria und Anna hervor. Einen Sohn hatten die Eheleute nicht, so dass mit dem Tod von Heinrich Bopp IV. im Jahr 1975 dieser so traditionsreiche Bermuthshainer Familienname nach beinahe fünf Jahrhunderten sein Ende fand. |
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Stammbaum Bopp |
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(nur "Schusterjes" Stamm) |
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