Bermuthshainer Geschichte im Überblick

 

Farblithographische Postkarte von Bermuthshain aus dem Jahr 1900. Oben eine stilisierte Dorfansicht aus nördlicher Richtung, links unten die 1829/30 erbaute Schule, rechts das Gasthaus "Zum Deutschen Haus".

 
Auf dieser Seite findet man einen chronologischen Abriss über die Geschichte von Bermuthshain in den letzten 1000 Jahren in tabellarischer Form. Die Seite informiert über alle wichtigen und interessanten historischen Ereignisse Jahr für Jahr. Sie wird gegebenenfalls aktualisiert und erweitert werden.
 

Jahr

Ereignis

um 800 bis 1000

Der Ort Bermuthshain entsteht im Zusammenhang mit der zunehmender Rodung und dem Landesausbau im Vogelsberggebiet. Er gehört zum Besitz des Klosters Fulda in der Wetterau, der im Hochmittelalter von den Grafen von Nidda als dessen Vögten verwaltet wird.

1012

In einer Urkunde vom 29.12.1012 schenkt König Heinrich II. der Abtei Fulda einen Forst mit angegebenen Grenzpunkten, unter denen auch "Warmuntessneida" genannt wird. Dies gilt als urkundliche Ersterwähnung von Bermuthshain.

1011/12 oder 1020

Gründung der Pfarrei Crainfeld und Weihe der St. Ulrichs-Kirche zu Crainfeld durch die Abtei Fulda unter Mitwirkung des Mainzer Erzbischofs Erkanbald. In der Grenzbeschreibung wird ein Grenzpunkt "Berhtoltessneite" genannt, der mutmaßlich in der späteren Gemarkung Bermuthshain lag. Bermuthshain gehört zur Pfarrei Crainfeld.

1206

Graf Ludwig I. von Ziegenhain als Herr von Nidda genannt. Die Grafen von Ziegenhain übernehmen als Erben nach dem Aussterben der Grafen von Nidda im Mannesstamm deren Besitz, darunter das Gericht Crainfeld und das Dorf Bermuthshain.

um 1300 bis 1400

In der großen Wüstungsperiode verschwinden etwa 50% aller Dörfer im Vogelsberg, vor allem Einzelhöfe, Weiler und kleinere Dörfer, aufgrund von Fehden, Seuchen, Ernterückschlägen und Abwanderung in die größeren Dörfer. Darunter befinden sich auch die am Rand der Bermuthshainer Gemarkung gelegenen Orte Schershain und Rodenbach.

1311

Urkundliche Ersterwähnung des Gerichts Crainfeld im Ehevertrag des Grafen Johann von Ziegenhain und der Lukarde vom 3.2.1311. Bermuthshain ist neben Crainfeld, Grebenhain und Ilbeshausen eines der vier Gerichtsdörfer.

1332

Verpfändung des Gerichts Crainfeld und damit auch Bermuthshains durch Abt Heinrich von Fulda an Johann von Fischborn.

1377

Metze von Bleichenbach, die Ehefrau Wilhelms von Fronhausen, tritt in einer Urkunde vom 23.7.1377 das Dorf "Berumechan, uff dem Fogilsberge gelegin" an Konrad von Hutten ab. Zweite urkundliche Erwähnung von Bermuthshain und älteste eindeutige Nennung als Dorf oder Siedlung.

1387

Verpfändung eines halben Anteils am Gericht Crainfeld und damit auch von Bermuthshain durch Abt Friedrich von Fulda an die Gebrüder Albrecht und Henne von Fischborn.
1399 Verkauf eines halben Anteils am Gericht Crainfeld und damit auch von Bermuthshain durch Abt Friedrich von Fulda an Hermann II. Riedesel.
1407 Verpfändung eines Viertelanteils am Gericht Crainfeld und damit auch von Bermuthshain durch Abt Johann von Fulda an Heinrich von Merlau.
1434 Abt Johann von Fulda belehnt Landgraf Ludwig von Hessen mit den von Graf Johann von Ziegenhain von seinem Stift zu tragenden Lehen: Burg, Stadt und Grafschaft Nidda, die fuldische Mark in der Wetterau, Stornfels, Crainfeld und Burkhards, ferner die Stadt Alsfeld mit Burg Altenburg. Damit wird Bermuthshain als Teil des Gerichts Crainfeld hessisch.
1441 Verpfändung eines halben Anteils am Gericht Crainfeld und damit auch von Bermuthshain durch Abt Hermann von Fulda an Hermann II. Riedesel.
1446 Abt Hermann von Fulda belehnt Landgraf Ludwig von Hessen erneut mit den vormals Ziegenhainischen Lehen, darunter dem Gericht Crainfeld.
1450 Aussterben der Grafen von Ziegenhain und erneute Belehnung Landgraf Ludwigs von Hessen mit den Ziegenhainischen Lehen.
1451 Ablösung der Pfandschaft Hermanns II. Riedesel über das Gericht Crainfeld und damit auch Ende der riedeselischen Herrschaft über Bermuthshain.
1489 "Bermetzhene" wird in einem Verzeichnis der den Brüdern Walter, Philipp und Daniel von Fischborn in verschiedenen Dörfern zustehenden Gülten und Zinsen genannt. Dritte urkundliche Erwähnung von Bermuthshain.
1491 Verpfändung eines Drittelanteils am Gericht Crainfeld und damit auch von Bermuthshain durch Abt Friedrich von Fulda an die Gebrüder Walter, Philipp, Daniel und Ludwig von Fischborn.
1493 Landgraf Wilhelm II. von Hessen und die Männer des Gerichts Crainfeld schließen ein Abkommen über die Dienste des Gerichts. Die Männer des Gerichts sollen nach altem Herkommen jährlich zehn Gulden den Amtleuten zu Nidda zahlen und die Männer der Dörfer "Kreyenfelt" und "Bernhartsheim" jährlich 100 Viertel Hafer aus dem Amt Nidda auf das Marburger Schloss führen. Vierte urkundliche Erwähnung von Bermuthshain.
1498 Überlassung eines Drittelanteils am Gericht Crainfeld und damit auch von Bermuthshain durch Abt Johann von Fulda an Landgraf Wilhelm II. von Hessen gegen Zahlung von 700 Gulden.
1506 Heinz Bopp von Bermuthshain führt bei Landgraf Wilhelm II. von Hessen eine Klage gegen den Rentmeister von Nidda, der ihn unschuldig 20 Wochen lang gefangen gesetzt und hat foltern lassen. Erste Erwähnung eines Einwohners von Bermuthshain.
1509 Hans von Hutten verpfändet in einer Urkunde vom 11.3.1509 sein Gut zu "Bermetzhayn", wovon Henn Raubsch und andere 11 ½ Tornuß Jahreszinsen geben, an das Kloster Hirzenhain, das später in der Reformation an Hessen fällt. Seit dem 16. Jahrhundert steht Bermuthshain ohne Einschränkungen unter hessischer Herrschaft.
1524 Durch die hessische Superintendentur Alsfeld wird die Reformation im Kirchspiel Crainfeld durchgeführt. Bermuthshain ist damit nahezu für die nächsten 420 Jahre fast rein evangelisch.
1549 und 1553 In zwei Verzeichnissen von Personen, die ein "Furstgelt" (Abgabe für Bau- und Brennholz) entrichtet haben, werden alle insgesamt 21 zahlungspflichtigen Personen aus Bermuthshain genannt, das damals 47 Hausvorstände zählt. Erste Nennung einer größeren Zahl von Bermuthshainer Familiennamen.
1556 Aufgrund einer von Landgraf Philipp von Hessen angeordneten Neuaufnahme und Feststellung des landgräflichen Besitzstandes im Amt Nidda erfolgt auch für das Gericht Crainfeld mit der Anlage eines Salbuches die Auflistung aller 41 Hofinhaber und ihrer Abgaben. Erstmalige namentliche Nennung aller damaligen Bermuthshainer Familiennamen.
1577 Erhebung der Türkensteuer im Gericht Crainfeld und in Bermuthshain.
1586 Im Februar lässt der Niddaer Rentmeister Caspar Ziegenmenger ein vollständiges Verzeichnis aller Einwohner des Amtes Nidda, darunter des Gerichts Crainfeld, anfertigen. In Bermuthshain leben auf 53 Hofstellen insgesamt 285 Menschen, davon 94 Erwachsene und 191 Kinder.
um 1580 bis 1590 Im Mutterort Crainfeld wird erstmals eine Schule eingerichtet, in der auch die Bermuthshainer Kinder eingeschult sind.
1600 bis 1632 Ein Zinsregister der im Gericht Crainfeld gelegenen Dorfschaften wird im Jahr 1600 erstellt und bis 1632 mit Nachträgen geführt. Der Familienname Hornung taucht hier erstmals in Bermuthshain auf.
1608 Streit zwischen den Gemeinden Bermuthshain und Crainfeld um die Koppelhut in der Rothenbach.
1618 Beginn des Dreißigjährigen Krieges, der Bermuthshain und das Gericht Crainfeld zunächst nicht berührt.
1620 Abermalige Auseinandersetzungen zwischen Bermuthshain und Crainfeld um die Rothenbach.
1622 Während des Dreißigjährigen Krieges ziehen die Truppen des Herzogs Christian von Braunschweig auf ihrem Weg zur Pfalz am 1.6. durch das Gericht Crainfeld, das vollständig ausgeplündert wird. Ein Reiterregiment unter dem Grafen Wolfgang Ernst von Isenburg-Büdingen brennt Crainfeld fast vollständig nieder. In Bermuthshain werden zahlreiche Häuser zum Oberwald sowie zum Böhl hin zerstört. 23 Familien werden geschädigt und 7 Einwohner misshandelt oder ermordet. Die Schadenssumme in Bermuthshain beträgt 1.806 Reichstaler.
um 1630 Im Zusammenhang mit der Generalkirchenvisitation 1628 und auf Betreiben des Crainfelder Pfarrers Philipp Dippel wird in Bermuthshain erstmals eine eigene Schule errichtet. Erster Schulmeister in Bermuthshain wird ein Nikolaus Höfer.
1635 In der Phase des so genannten "Hessenkrieges" mehren sich Übergriffe und Plünderungen durch durchziehende Heere und Soldaten. In diesem Jahr liegen kroatische Söldnertruppen in Bermuthshain und tyrannisieren die Bevölkerung mit "Schlägen, Wassereingießen und Plünderung".
1636 "Göppingische und Pollakische" Einquartierung in Bermuthshain.
1646 Nach einem Überfall auf einen schwedischen Offizier greifen in Bermuthshain einquartierte schwedische Reiter das Dorf Grebenhain an, dass während der Kriegsjahre durch Schanzen befestigt wurde und von Bauernschützen verteidigt wird. Grebenhain wird erstürmt und fast vollständig niedergebrannt.
1648 Noch in den letzten Kriegsjahren sind nacheinander kaiserliche, bayerische, schwedische und hessische Truppen in Bermuthshain einquartiert. Das Dorf ist vollständig verarmt, die wirtschaftliche Erholung dauert mehrere Jahrzehnte.
1650-1651 Streitigkeiten zwischen den Untertanen zu Crainfeld und Bermuthshain über den Hafer-Zehnten.
1659 Der Crainfelder Pfarrer Johann Georg Köhler beginnt mit der Neuanlage des im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Kirchenbuches. Ab diesem Jahr sind alle Einwohner und Familien von Bermuthshain lückenlos bekannt und ihre Abstammung nachzuvollziehen.
1661 Einem Verzeichnis der Mühlen und Mühlgefälle im Amt Nidda zufolge bestehen in Bermuthshain sieben Mühlen oder Mühlgefälle, die teilweise aber durch den Krieg zerstört daliegen. Es ist die erste schriftliche Erwähnung der Bermuthshainer Mühlen.
1669 Rund zwei Jahrzehnte nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges leben in Bermuthshain 231 Menschen. Die Einwohnerzahl nimmt in der Folge, vor allem während des 18. Jahrhunderts, aufgrund sehr hoher Geburtenraten massiv zu.
1721 Die Bermuthshainer Familien Reuning und Zimmermann wandern nach Ungarn in das nach den Türkenkriegen neu zu besiedelnde Banat aus.
1731 Bau der heutigen Hofreite "Doktersch" mit Zierrauten im barocken Stil.
1736 Zerstörung des Grenzsteins oberhalb von Bermuthshain am Dreiländereck zwischen der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und den Fürstentümern Isenburg-Birstein und Stolberg-Gedern.
1741 Johann Balthasar Hornung wird als Einheimischer zum Schulmeister von Bermuthshain ernannt. Durch Sohn und Enkel Johann Heinrich Hornung wird das Schulmeisteramt für drei Generationen bis 1844 in der Familie vererbt.
1749 Die Glocke des späteren Schulhauses wird von den Frankfurter Glockengießern Benjamin und Johann Georg Scheidewind gegossen. Sie wird als Dorfglocke in einem Dachreiter auf dem Gemeindehirtenhaus aufgehängt.
1753 Sebastian Blößer, Besitzer der im Dorf gelegenen Schlagmühle, erweitert diese durch einen Walkstock zu einer Walkmühle.
1754 Die Scheune der heutigen Hofreite "Götzjes" wird gebaut.
1759 Während des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) lagern abwechselnd französische und britische Truppen in Bermuthshain.
1760 Französische Truppen sind in Bermuthshain einquartiert und erzwingen umfangreiche "Fouragierungen", durch welche die Ortsbevölkerung neuerlich verarmt.
1767 Ein Gewitter mit walnussgroßen Hagelkörnern vernichtet am 27.6.1767 in Bermuthshain, Crainfeld und Grebenhain sämtliche Feldfrüchte und Obstbäume und zertrümmert die Fensterscheiben an den Südseiten der Häuser. Zum Gedenken an das in großen Teilen des Vogelsberges und der Wetterau wütende Unwetter erklärt Pfarrer Johann Vincenz Vigelius von Crainfeld den 27.7. zum jährlichen Buß- und Bettag ("Kieseltag").
1768 Am 30.5.1768 erteilt Landgraf Ludwig VIII. der Gemeinde Bermuthshain das Privileg zur Abhaltung eines Vieh- und Krammarktes am Dienstag und Mittwoch nach Jakobi (25. Juli).
1768 Zweiter großer Hagelschlag am 1.9.1768, während die Getreideernte noch nicht eingebracht ist. Das im Freien befindliche Vieh und die Hirten tragen schwere Beulen davon. Fortan wird auch der 1.9. als "Kieseltag" bis zum Ersten Weltkrieg durch einen Kirchgang im Gedächtnis gehalten.
1779-1780 Die unter dem hessischen Reformminister Moser eingesetzte Landkommission bemüht sich um die Verbesserung der "Gemeinde-Ökonomie" des Dorfes Bermuthshain durch eine Aufteilung der Gemeindehutweiden.
1780 und 1791 Der Bermuthshainer Zimmermann Johannes Schaub (1759-1847) zimmert die Fachwerkhäuser "Grundhannerjes" und "Säuhennerjes".
1796 Bei der Teilung des bisherigen hessischen Oberamts Nidda kommt Bermuthshain zum Amt Lißberg.
1804 In Bermuthshain leben nach der großen Bevölkerungszunahme im 18. Jahrhundert jetzt 472 Menschen.
1810 Der Müller und Glaser Johann Georg Groh von Stockhausen kauft die oberste Grundmühle. Sein Sohn Adam Groh I. heiratet im Jahr darauf in die benachbarte unterste Grundmühle ein, die seither "Grohmühle" genannt wird.
1813 Während der Napoleonischen Kriege nehmen auch Bermuthshainer als Soldaten am Russlandfeldzug Napoleons teil. Beim Durchmarsch der russischen Truppen wird der Sage nach ein russischer Militärarzt von Ober-Mooser Einwohnern in der Bermuthshainer Gemarkung bei den Kohlstücken erhängt.
1817-1819 Die bisherigen herrschaftlichen Zehnten werden in ständige Grundrenten umgewandelt.
1818 Anlage des ersten Bermuthshainer Brandkatasters.
1820 Ein Verzeichnis aller "Grund-Riße der Hofraithen und daran liegenden Gärten in Bermuthshain" wird von dem Amtsgeometer Wilhelm Friedrich Rübsamen erstellt.
1821 Nach dem Inkrafttreten der neuen hessischen Gemeindeordnung wird die aus dem Mittelalter überkommene Gerichtsorganisation abgeschafft und das Gericht Crainfeld aufgelöst. An die Stelle des bisherigen Schultheißen tritt ein auf 6 Jahre gewählter Bürgermeister. Erster Bermuthshainer Bürgermeister nach dem neuen Gesetz wird Johann Sebastian Brückmann ("Götzjes" Haus). Bermuthshain wird Teil des Landratsbezirks Schotten.
1821 Der Ortsbürger und Gerichtsschöffe Johann Heinrich Müller ("Kannjerche") verlässt heimlich und ohne Erlaubnis den Ort, um nach Nordamerika auszuwandern. Er ist der erste Amerikaauswanderer aus Bermuthshain. Bis Ende des 19. Jahrhunderts werden aufgrund der wirtschaftlichen Notlage 23 Ortsbürger mit ihren Familien auswandern und 28 Wohnhäuser abgerissen werden.
1823 Anlage einer Ortsbürgerliste, die bis 1921 geführt wird.
1823 Der aus Crainfeld gebürtige Heinrich Heil gründet die Gastwirtschaft "Zum weißen Roß" (Hausname "Heils").
1825 Bermuthshain hat 520 Einwohner. Das Dorf besteht aus 102 Wohnhäusern. Zur Gemarkung gehören 1205 Morgen Ackerland, 963 Morgen Wiesen und 332 Morgen Weide.
1827 Jakob Heutzenröder I. ("Heutzeredersch") gründet die Gastwirtschaft "Zum goldnen Stern" in der Ober-Mooser Straße.
1829-1830 Bau des neuen Schulhauses nach Plänen von Landrat Goldmann, Schotten, in der Ortsmitte anstelle des alten Gemeindehirtenhauses.
1831 Das Grenznebenzollamt Bermuthshain wird nach der Zollunion zwischen den beiden hessischen Staaten aufgehoben.
1832 Bermuthshain wird in den Kreis Nidda eingegliedert.
1832 Durch den hessischen Amtsgeometer Friedrich Knewitz erfolgt eine Gesamtaufnahme der Gemarkung und des Ortes Bermuthshain in einem Parzellhandriss.
1833 Ein Forstschütz Buchhammer wird für den Schutzbezirk Bermuthshain (Revier Grebenhain) eingesetzt. Er bleibt bis 1846 an dieser Stelle und wird im folgenden Jahr pensioniert.
1834 Der 53jährige Dreher Johann Peter Faitz aus Bermuthshain wird am 26.2.1834 im Wald zwischen Bermuthshain und Lichenroth ermordet aufgefunden.
1834 Während der Volkszählung am 3.12.1834 werden in Bermuthshain 522 Einwohner gezählt.
1840 Eine Komission der großherzoglich-hessischen Oberforstdirektion zur Verbesserung der Weidewirtschaft im oberen Vogelsberg stellt für Bermuthshain Ende August 1840 insgesamt 537 Bewohner fest. Es ist dies die höchste Einwohnerzahl, die der Ort bis 1945 aufweisen wird.
1843 Wahl von Andreas Eschenröder zum Bürgermeister von Bermuthshain. Er wohnt im alten Schullehrerwohnhaus im Lindenweg, das 1854 abgebrochen wird.
1844 Ende der "Schulmeisterdynastie" Hornung durch den Tod von Johann Heinrich Hornung. Nachfolger wird Georg Leonhard Maurer aus Affolderbach.
1845-1847 Durch die Hungersnot infolge der Kartoffelfäule wird die Aufstellung von Wachen auf den Feldern zum Schutz vor dem Diebstahl von Feldfrüchten notwendig.
1846 Bermuthshain hat zum Jahresende 521 Einwohner. Die bisher noch recht stabile Bevölkerungszahl geht in den folgenden Jahren aufgrund der ersten Massenauswanderung nach Nordamerika stark zurück.
1846 Die Gemeinde Bermuthshain übernimmt ein kleines Wohnhäuschen im Oberdorf als Gemeinde-Armenhaus.
1848 Nach der Verwaltungsreform im Großherzogtum Hessen infolge der Märzrevolution wird Bermuthshain in den neu geschaffenen Regierungsbezirk Nidda eingegliedert.
1848 Möglicherweise aufgrund der Revolution wird Bürgermeister Andreas Eschenröder durch Peter Hornung ("Dammburjersch") abgelöst.
1850 Kaspar Schneider aus Köddingen wird als Forstschütz für den Schutzbezirk Bermuthshain eingesetzt. Er folgt damit dem erst im gleichen Jahr als Förster von Bermuthshain bestellten, aber nach kurzer Zeit verstorbenen, Heinrich Merz.
1852 Der Förster Friedrich Wilhelm Samuel Dillemuth aus Hainchen bei Büdingen erhält die Stelle eines Revierförsters in Bermuthshain. Diese wird dann auch in den folgenden zwei Generationen und insgesamt über 100 Jahre lang immer durch Angehörige der Familie Dillemuth besetzt.
1852 Aufgrund der Aufhebung der Verwaltungsreform von 1848 kommt Bermuthshain zum neu gebildeten Kreis Lauterbach.
1852 Nach dem Tod des Bürgermeisters Peter Hornung wird Andreas Eschenröder erneut zum Bürgermeister von Bermuthshain gewählt.
1852 Auf Betreiben des landwirtschaftlichen Provinzialvereins, dem der örtliche Lehrer Maurer angehört, werden 6,5 ha Gemeindewiesen melioriert und 17 ha Gemeindeweide in Ackerland umgewandelt.
1852 Gemäß der Volkszählung vom 3.12.1852 hat Bermuthshain 495 Einwohner.
1852-1853 Neubau der Schulscheune.
1853 Schullehrer Georg Leonhard Maurer kritisiert in der "Zeitschrift für die landwirthschaftlichen Vereine des Großherzogthums Hessen" die Weidewirtschaft in der Gemarkung Bermuthshain und fordert die teilweise Umwandlung der Weideflächen oberhalb des Dorfes in Ackerland und seine Aufteilung unter alle Ortsbürger.
1853 Der Schreiner Peter Blum I., zweiter Sohn des 1810 aus Nieder-Moos nach Bermuthshain geheirateten Schreinermeisters Johannes Blum, betreibt nach dem Bau eines eigenen Hauses am westlichen Ortsende beim Lüderbach eine Schreinerwerkstatt. Der Schreinereibetrieb besteht bis in die 1970er Jahre.
1855 Adam Groh II., Besitzer der oberen Grundmühle, erweitert die bisherige Mahlmühle um eine Schneidmühle. Diese gibt dem Anwesen fortan ihren Hausnamen "Schneidmellersch".
1856 Der Bermuthshainer Kaufmann Heinrich Jakob Brückmann richtet auf eigene Kosten einen Botendienst ein, bevor das staatliche Postamt in Grebenhain 1857 eröffnet wird.
1857 Gründung einer Schankwirtschaft durch den Kaufmann Heinrich Jakob Brückmann, die unter dem nachfolgenden Besitzer Andreas Oechler VI. 1886 zur Gastwirtschaft "Zum Deutschen Haus" umgewandelt werden wird.
1858 Bermuthshain hat am Jahresende 505 Einwohner.
1859 Zur Feier der Grundsteinlegung des neuen Kirchturms in Crainfeld führt am 19.6.1859 ein Festzug mit den Grundsteinurkunden, der von zahlreichen Angehörigen des Kirchspiels unter Beteiligung eines Musikchores gebildet wird, von Bermuthshain über Grebenhain in den kirchlichen Mutterort Crainfeld.
1861 Die Volkszählung von 1861 ermittelt für Bermuthshain 498 Einwohner.
1862 Sebastian Schmidt ("Pittjes") wird im Juni 1862 anstelle von Andreas Eschenröder zum neuen Bürgermeister von Bermuthshain gewählt. Er wird als am längsten amtierender Bürgermeister dieses Amt für drei Jahrzehnte ausüben.
1864-1865 Anlage der Basaltsteinmauer um den Bermuthshainer Friedhof.
1864 Durch die Volkszählung vom 3.12.1864 wird für Bermuthshain eine Einwohnerzahl von 478 festgestellt.
1866 Während des Preußisch-Österreichischen Krieges ist der württembergische Divisionsstab des VIII. Bundeskorps unter Kronprinz Wilhelm von Württemberg vom 7. bis 8.7.1866 in Bermuthshain einquartiert.
1867 Bei den Wahlen zum norddeutschen Bundestag am 12.2.1867 erhalten die Nationalliberalen (Graf zu Solms-Laubach) 38 Stimmen, der Parteilose Wecker 5 Stimmen.
1868 Stilllegung der Schlagmühle, die zuletzt durch den aus Herchenhain stammenden Ölmüller Heinrich Kaiser betrieben worden war.
1870 Balthasar Hornung ("Dammburjersch") eröffnet im Mai 1870 das Gasthaus "Zur Krone" als erste moderne Gastwirtschaft mit Tanzsaal im Ort sowie die angeschlossene Metzgerei.
1870 Adam Groh II. ("Schneidmellersch") nimmt eine Dampfmaschine zum Antrieb seiner Schneidmühle in Betrieb. Kesselhaus und Schornstein der Schneidmühle prägen in den nächsten 50 Jahren das Landschaftsbild.
1870 Während des Deutsch-Französischen Krieges stirbt der 22jährige Andreas Löffler ("Heils") am 10.9.1870 in Gießen an den Folgen seiner Kriegsverletzungen. Er ist der einzige Kriegstote 1870/71 aus Bermuthshain.
1870 Der Bermuthshainer Nikolaus Franz ist mit 53 anderen Soldaten an der Erstürmung des Schlosses Chambord durch die 8. Großherzoglich-hessische Leibkompanie unter Hauptmann Ludwig Kattrein am 9.12.1879 beteiligt, wobei 11 französische Offiziere und 210 Soldaten gefangen genommen werden, ohne einen Schuss abgegeben zu haben.
1871 Zur Erinnerung an den Friedensschluss und das Ende des Deutsch-Französischen Krieges wird der Grenzstein auf dem Höllerich von Johannes Groh III. ("Hanse") zu einem Gedenkstein umgestaltet.
1871 Im Jahr der Gründung des Deutschen Reiches hat Bermuthshain am 1.12.1871 insgesamt 437 Einwohner. Der starke Rückgang der Einwohnerzahlen im Jahrzehnt zuvor ist die Folge der Auswanderungswellen nach Nordamerika.
1873 Heinrich Ludwig Nikolaus aus Steinbach bei Gießen wird der erste im Seminar ausgebildete ("studierte") Lehrer an der Volksschule Bermuthshain.
1875 Bei der Volkszählung vom 1.12.1875 werden nur noch 433 Einwohner in Bermuthshain gezählt. Dies ist der niedrigste Einwohnerstand in der Ortsgeschichte seit dem 17. Jahrhundert.
1875 Gründung einer Zapfwirtschaft im heutigen Lindenweg durch den Ortsbürger Heinrich Bopp III., die 1884 in die Gastwirtschaft "Zum Hessischen Hof" umgewandelt wird.
1880 Der gebürtige Bermuthshainer Balthasar Groh ("Hanse") tritt in das evangelische Baseler Missionshaus in der Schweiz ein und wird 1887 als Missionar nach Akropong im heutigen Ghana in Westafrika versetzt.
1880 Durch die Volkszählung am 1.12.1880 wird in Bermuthshain eine Einwohnerzahl von 460 festgestellt.
1881 Zur Behebung der wirtschaftlichen Not wird im April wird der ländliche Darlehenskassenverein Crainfeld-Bermuthshain mit Bürgermeister Schmalbach (Crainfeld) als Vorsitzendem und Bürgermeister Schmidt (Bermuthshain) als Stellvertreter gegründet.
1882 Der Butter- und Spezereihändler Andreas Oechler VI. ("Götzjes") kauft das Anwesen der Familie Brückmann an der Hauptstraße und betreibt dort ab 1886 die bestehende Schankwirtschaft weiter als Gastwirtschaft "Zum Deutschen Haus".
1882 Die Gemeinde Bermuthshain erwirbt die Hofreite des Maurers Heinrich Jost als neues Gemeindehaus.
1883 Der gelernte Schmied Friedrich Jost ("Stockjes") orientiert sich nach einer Erkrankung um und gründet eine Holzdreherei, wo er u. a. kunstvolle Spinnräder herstellt.
1884 Jakob Reuter, Lehrer in Hutzdorf bei Schlitz, wird am 17.1.1884 als Lehrer der einklassigen Volksschule nach Bermuthshain versetzt. Er wird dort 40 Jahre lang bis zu seiner Pensionierung unterrichten.
1884 Bei den Reichstagswahlen am 28.10.1884 erhält der Nationalliberale Kalle in Bermuthshain 50 Stimmen. Die Wahlbeteiligung beträgt 47,6%.
1885 Die Volkszählung vom 1.12.1885 ergibt für Bermuthshain eine Einwohnerzahl von 501.
1886 Die Gebrüder David und Alexander Lind aus Crainfeld pachten die Gastwirtschaft "Zum Hessischen Hof", die Alexander Lind 1889 käuflich erwirbt. Die Familie Lind ("Sandersch") ist die einzige jüdische Familie in Bermuthshain.
1886 Angeregt durch einen Zeitungsbericht lässt der Revierförster Wilhelm Dillemuth bei dem Holzdreher Friedrich Jost die ersten Skier ("Schneeschuhe") im Vogelsberg anfertigen, die er selbst ausprobiert. Friedrich Jost nimmt im folgenden Jahr die Fertigung von Schneeschuhen zu Verkaufszwecken auf.
1887 Ergebnis der Reichstagswahlen am 21.2.1887 in Bermuthshain, Crainfeld, Grebenhain und Gunzenau: Kalle (NL) 104.
1889 Gründung eines Landwirtschaftlichen Konsumvereins und einer Ortsgruppe des Mitteldeutschen Bauernvereins, der zur Bewegung des politischen Antisemitismus gehört, in Bermuthshain.
1890 Auch Bermuthshain wird von der antisemitischen Bewegung in Oberhessen erfasst. Bei den Reichstagswahlen am 26.2.1890 erhält der Antisemit Zimmermann in Bermuthshain und Grebenhain 159 Stimmen gegenüber 50 für den Nationalliberalen Kalle und 82 für den Freisinnigen von Kolchstein. In der Stichwahl erhält Zimmermann in Bermuthshain 52, von Kolchstein 3 Stimmen
1890 Der Bau einer Nebenbahnlinie von Gedern nach Lauterbach wird in das am 15.11. verabschiedete hessische Nebenbahngesetz aufgenommen. Damit rückt ein Bahnanschluss für Bermuthshain in greifbare Nähe.
1890 Gemäß der Volkszählung vom 1.12.1890 leben in Bermuthshain 506 Menschen.
1891 Durch einen Beschluss des Gemeinderates am 8.10.1891 wird in Bermuthshain eine Pflichtfeuerwehr gegründet.
1892 Das neue große Gasthaus mit Tanzsaal der Gastwirtschaft "Zum goldnen Stern" im Besitz von Ernst Pfannstiel wird fertiggestellt.
1892 Aufgrund großer Unzufriedenheit der Dorfbevölkerung mit seiner Person tritt Bürgermeister Sebastian Schmidt zurück. Er schlägt Heinrich Oechler I. ("Säuhennerjes" Haus) als Nachfolger vor, der mit einigen Stimmen Mehrheit gewählt wird. Die Wahl wird nach Beschwerden aufgrund von Unregelmäßigkeiten zunächst annulliert. Durch den heftigen Wahlkampf spaltet sich das Dorf in zwei einander feindlich gegenüberstehende Parteien.
1893 Heinrich Oechler I. wird als neuer Bürgermeister von Bermuthshain bestätigt. Nur allmählich beruhigt sich die aufgeheizte Stimmung innerhalb der Gemeinde, die zum Charakteristikum aller innerörtlichen Wahlkämpfe in den folgenden 35 Jahren wird.
1895 Die Volksschule Bermuthshain erhält wegen stark angestiegener Schülerzahlen am 4.5.1895 eine zweite Lehrerstelle, die zunächst mit Otto Diehl aus Bleichenbach besetzt wird.
1895 Gemäß der Volkszählung vom 2.12.1895 hat Bermuthshain 461 Einwohner.
1897 Zeitweilige Verpachtung der Schneidmühle (Dampfsägewerk) an die Gebrüder Brand aus Bobenhausen.
1898 Durch den beginnenden Ausbau der Kreisstraßen wird erstmals eine direkte Fahrstraßenverbindung zu den Nachbardörfern Crainfeld und Ober-Moos hergestellt.
1898 Ergebnis der Reichstagswahlen am 16.6.1898 in Bermuthshain: Bindewald (Antisemiten) 58, Wallau (Nationalliberale) 12.
1899 Mit dem neuen Brandkataster werden erstmals drei Straßennamen in Bermuthshain amtlich eingeführt: Hauptstraße, Nebenstraße, Straße nach Ober-Moos. 1906 tritt die Bahnhofstraße hinzu.
1899 Durch Lehrer Adam Heldmann wird der vermutlich schon in den 1880er Jahren existierende Gesangverein "Liederkranz" Bermuthshain wieder zu neuem Leben erweckt. Der "Liederkranz" ist der erste Verein in Bermuthshain.
1900 Durch Veteranen des Deutsch-Französischen Krieges und Reservisten sowie auf Anregung des Grebenhain Forstwarts Ohl wird am 22.3.1900 der Kriegerverein Bermuthshain unter dem Vorsitzenden Wilhelm Dillemuth gegründet.
1900-1902 Die Melioration der großen Hutweide am Rabenberg beginnt und wird 1906 fortgeführt. Es ist eine der ersten derartigen Meliorationsmaßnahmen im hohen Vogelsberg, die unter Leitung der 1895 gegründeten Hutweidenkommission in Gießen stehen.
1901 Eröffnung der ersten Abschnitts der Vogelsbergbahn zwischen Lauterbach und Grebenhain am 1.11.1901. Der Weiterbau der Strecke nach Gedern erfolgt hauptsächlich auf Initiative der Landtagsabgeordneten Schmalbach (Crainfeld) und Weidner (Herchenhain) über Hartmannshain, so dass Bermuthshain keinen Bahnhof in unmittelbarer Ortsnähe erhält.
1902 Friedrich Jost ("Stockjes") löst nach einem heftigen Wahlkampf und zwei Reklamationen der Wahl den später im selben Jahr verstorbenen Heinrich Oechler I. als Bürgermeister von Bermuthshain ab.
1902 Der aus Wittenburg in Mecklenburg gebürtige Albert Greßmann lässt sich mit einer Handmolkerei im "Doktersch" Haus in Bermuthshain nieder, nachdem er zuvor seit 1898 Teilhaber der Molkerei Schulz & Greßmann in Ilbeshausen gewesen war.
1902 Anlage eines Schießplatzes am Höllerich durch den Kriegerverein, wo sich auch der Festplatz befindet.
1902 Der MGV "Liederkranz" Bermuthshain wird mangels eines Dirigenten am 17.12.1902 aufgelöst und das noch vorhandene Vereinsinventar im Vereinslokal durch den Vorsitzenden Balthasar Muth III. ("Kammveldersch") öffentlich versteigert.
1903 Ergebnis der Reichstagswahlen am 25.1.1903 in Bermuthshain: Bindewald (Deutschsoziale Reformpartei) 39, Wallau (Nationalliberale) 34. Bei der Stichwahl behält der Nationalliberale Wallau gegenüber dem Antisemiten Bindewald mit 60 gegenüber 23 Stimmen die Oberhand.
1903 Die Gemeinde Bermuthshain erlässt am 17.3.1903 eine Marktordnung für den jährlichen Vieh- und Krammarkt.
1903 Bau einer neuen Straßenbrücke über die Lüder und Ausbau der Ortsdurchfahrt Bermuthshain (Hauptstraße). Diese wird als Kreisstraße bis zur Einmündung in die Provinzialstraße nach Grebenhain verlängert.
1905 Beschluss zur Aufhebung der zweiten Lehrerstelle der Volksschule Bermuthshain nach Rückgang der Schülerzahl in den vorangegangenen Jahren.
1905 Anschluss von Bermuthshain an das Telefonnetz. Öffentlicher Fernsprecher und Postagentur befinden sich im Gasthaus "Zum Deutschen Haus".
1905 Das neue Wohn- und Betriebsgebäude der Molkerei Greßmann in der Ober-Mooser Straße an der Stelle des alten Leiterhauses wird fertig gestellt.
1905 Bürgermeister Friedrich Jost spricht als einer der Wortführer des Protestes gegen den "Generalkulturplan für den oberen Vogelsberg" vor 1.000 Zuhörern auf einer Versammlung am 14.5.1905 in Grebenhain. Der Plan sieht eine Verbesserung der Bodennutzung im hohen Vogelsberg vor, wird aber aufgrund der umfangreichen Flurneuordnungen und Aufforstungen von der bäuerlichen Bevölkerung abgelehnt und 1907 ganz fallengelassen.
1905 Am 1.12.1905 leben in Bermuthshain 458 Menschen, davon 220 Männer und 238 Frauen.
1906 Der letzte Abschnitt der Vogelsbergbahn zwischen Grebenhain und Gedern wird am 1.4.1906 eröffnet und der Bahnhof Bermuthshain feierlich seiner Bestimmung übergeben.
1906 Fahnenweihe, verbunden mit einem großen Fest, des Kriegervereins Bermuthshain am 10. und 11.6.1906 auf dem Marktplatz und dem benachbarten Turnplatz.
1907 Ergebnis der Reichstagswahlen am 25.1.1907 in Bermuthshain: Bindewald (Deutschsoziale Reformpartei) 64, Wallau 36 (Nationalliberale), Orbig (SPD) 2, Reh (Freisinnige Volkspartei) 1. Stichwahl: Bindewald (Deutschsoziale Reformpartei) 65, Wallau (Nationalliberale) 41.
1907 Gründung der Vogelsberger Ein- und Verkaufsgenossenschaft G.m.b.H. zu Bermuthshain.
1907 Gründung einer Gesangsabteilung des Kriegervereins, der als "Kriegergesangverein" Bermuthshain ab 1913 auch Mitglied des Vogelsberger Sängerbundes ist.
1908 Bürgermeister und Holzdrechsler Friedrich Jost beteiligt sich mit künstlerisch gestalteten Holzspielzeugen an der hessischen Landesaustellung auf der Mathildenhöhe in Darmstadt.
1909 Eröffnung der Gastwirtschaft "Zur Bahn" neben dem Bermuthshainer Bahnhof. Betreiber der Bahnhofswirtschaft ist Valentin Friedrich Oechler aus dem "Götzjes" Haus.
1909 Bau des Lagerhauses der Vogelsberger Ein- und Verkaufsgenossenschaft G.m.b.H. in der Ober-Mooser Straße.
1909 In der Gemarkung Bermuthshain wird mit der Flurbereinigung ("Feldbereinigung"), einem der ersten derartigen Flurneuordnungsverfahren im gesamten hohen Vogelsberg, begonnen.
1909-1910 Bau der Wasserleitung in Bermuthshain.
1910 Durch die Volkszählung vom 1.12.1910 wird für Bermuthshain eine Einwohnerzahl von 486 festgestellt.
1911 Bei den Bürgermeisterwahlen am 27.9.1911 siegt Amtsinhaber Friedrich Jost ("Stockjes") nach einem erbitterten Wahlkampf gegen Jakob Laufer ("Götzekannjes").
1911 Der Männergesangverein "Eintracht" Bermuthshain wird am 21.11.1911 durch 26 frühere Mitglieder des Kriegervereins, die wegen der Bürgermeisterwahl ausgetreten sind, unter dem unterlegenen Bürgermeisterkandidaten Jakob Laufer gegründet.
1912 Ergebnis der Reichstagswahlen am 12.1.1912 in Bermuthshain: Bindewald (Wirtschaftliche Vereinigung) 61, Vetiers (SPD) 13, Heck (Nationalliberale) 12, Möhrs (Fortschrittliche Volkspartei) 3. Die Stichwahl hat das Ergebnis: Bindewald (Wirtschaftliche Vereinigung) 73, Heck (Nationalliberale) 37. Es sind die letzten Wahlen in der Zeit des Kaiserreiches.
1912 Die Bermuthshainer Schule erhält nach vorübergehender Einklassigkeit seit 1906 am 1.7.1912 mit Heinrich Weber wieder einen zweiten Lehrer und wird endgültig zweiklassige Volksschule.
1913 Das Kreisamt Lauterbach weist auf den mangelhaften Zustand des Schulhauses und insbesondere die fehlende zweite Lehrerwohnung hin und schlägt den Neubau eines Schulhauses vor, für das im Rahmen der Flurbereinigung ein Bauplatz ausgewiesen werden soll. Der Neubau unterbleibt jedoch aufgrund des Krieges und später der schlechten Wirtschaftslage.
1913 Zur Feier des 100jährigen Jubiläums der Völkerschlacht bei Leipzig wird am 18.10.1913 am Bermuthshainer Friedhof die "Freiheitslinde" gepflanzt.
1914 Am 30.6.1914 erfolgt die Zuteilung der neuen Flächen durch die Flurbereinigung.
1914 Beginn des Ersten Weltkrieges am 1.8.1914, der den Bermuthshainern durch einen aus Richtung Lichenroth kommenden Autofahrer bekannt gemacht wird.
1914 Erster Kriegsgefallener aus Bermuthshain ist der 22jährige Wilhelm Muth ("Grundhannerjes") am 30.9.1914.
1915 Schließung der Gastwirtschaft "Zum Weißen Roß".
1916 Während der Schlacht um Verdun ist in Bermuthshain bei Westwind der Kanonendonner von der 380 km entfernten Westfront in Frankreich zu hören.
1918 Am Ende des Ersten Weltkrieges hat Bermuthshain 21 Gefallene und 2 Vermisste zu beklagen. Beim Rückmarsch der deutschen Truppen von der Westfront nach Abschluss des Waffenstillstandes am 9.11.1918 wird Bermuthshain vom Durchmarsch einzelner Truppenteile berührt und erhält Einquartierung.
1919 Ergebnis der Wahlen zur deutschen Nationalversammlung am 19.1.1919 in Bermuthshain: Hessische Volkspartei (HVP) 109, SPD 90, Deutsche Demokratische Partei (DDP) 34. Die Wahlbeteiligung beträgt 77,4%.
1920 Nach der Rückkehr der letzten Kriegsgefangenen findet am 25.4.1920 eine Feier im "Deutschen Haus" statt.
1920 Das Sägewerk der Hoch- und Tiefbaugesellschaft m. b. H. vorm. Heinrich Zinn Gießen neben dem Bermuthshainer Bahnhof wird eröffnet.
1920 Ergebnis der Reichstagswahlen am 6.6.1920 in Bermuthshain: HVP 194, SPD 33, Deutsche Volkspartei (DVP) 6, DDP 2. Die Wahlbeteiligung beträgt 78%.
1920 Verkauf des Gemeinde-Armenhauses an die Familie Ortstadt.
1921 Der alte Schornstein der Schneidmühle wird am 7.6.1921 gesprengt.
1921 Einweihung des Kriegerdenkmals auf dem Friedhof am 16.10.1921, das durch den Steinmetz (und Bürgermeister) Friedrich Jost geschaffen worden ist.
1921 In den Wahlen zum 1. Hessischen Landtag am 27.11.1921 wird Bürgermeister Friedrich Jost als Abgeordneter für den Hessischen Bauernbund in den Landtag gewählt. Die Wahlergebnisse lauten: Hessischer Bauernbund (HBB) 159, SPD 28, Deutschnationale Volkspartei (DNVP) 23, DDP 2.
1921 Der kriegsbeschädigte Wagner und Holzdreher Karl Luft ("Wänersch") nimmt die Herstellung von Holzspielzeug, vornehmlich Schaukelpferden und Eisenbahnen, auf, die über Nürnberger Firmen in ganz Deutschland vertrieben werden.
1921 Am 21.12.1921 wird das elektrische Ortsnetz von Bermuthshain, das an die oberhessische Überlandzentrale Wölfersheim angeschlossen ist, in Betrieb genommen.
1922 Die 44jährige Katharina Franz aus Bermuthshain ertränkt sich mit zwei kleinen Kindern am 1.3.1922 im unteren Weidheckenteich an der Straße nach Hartmannshain.
1923 Der MGV "Eintracht" Bermuthshain ist mitten in der Inflationszeit am 6.8.1923 erstmals Ausrichter des Bundessängerfestes des Vogelsberger Sängerbundes. Der Gewinn von 30 Millionen Mark wird in Naturalien umgetauscht und zur Anschaffung einer Vereinsfahne verwendet.
1923 Neugründung des Spar- und Darlehenskassenvereins Bermuthshain am 6.10.1923, nachdem die Vorschusskasse Crainfeld-Bermuthshain infolge der Inflation zahlungsunfähig geworden ist.
1924 Gründung des Kleinkaliberschützenvereins Bermuthshain.
1924 Lehrer Jakob Reuter wird am 1.2.1924 nach 40 Dienstjahren in Bermuthshain in den Ruhestand versetzt.
1924 Ergebnis der Reichstagswahlen am 4.5.1924 in Bermuthshain: HBB 185, SPD 11, DNVP 11, DDP 6, Völkisch-Sozialer Block 6, DVP 4, Bund der Geusen 4, Zentrum 1, KPD 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 73%.
1924 Revierförster Wilhelm Dillemuth wird nach 38 Dienstjahren, in denen er u. a. die ersten Douglasien im Oberwald anpflanzte, in den Ruhestand versetzt. Nachfolger wird sein ältester Sohn Ernst Dillemuth.
1924 Ergebnis der Landtagswahlen am 7.12.1924 in Bermuthshain: HBB 240, DNVP 17, DDP 4, SPD 3, KPD 3, DVP 2.
1924 Ergebnis der Reichstagswahlen am 7.12.1924 in Bermuthshain: HBB 230, DNVP 17, NSDAP 9, SPD 5, DDP 4, KPD 4, DVP 1, Haeusserbund 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 88,2%.
1925 In der Bürgermeisterwahl am 28.6.1925 setzt sich der Gastwirt Otto Ernst August Pfannstiel ("Heutzeredersch") gegen den Amtsinhaber Friedrich Jost durch. Nachdem bereits der Wahlkampf von heftigen innerdörflichen Auseinandersetzungen geprägt war, wird das Wahlergebnis durch das Kreisamt Lauterbach annulliert.
1926 Otto Ernst August Pfannstiel gewinnt die Wiederholung der Bürgermeisterwahlen gegen seinen Gegenkandidaten Andreas Komp ("Kompe") am 1.2.1926. Friedrich Jost verzichtete auf eine Wiederwahl. Letzte Direktwahl eines Bürgermeisters in der Bermuthshainer Geschichte.
1925 Ergebnis der Reichspräsidentenwahlen am 20.3.1925 in Bermuthshain: Jarres (DNVP, DVP) 215, Hellpach (DDP) 5, Ludendorff (NSDAP) 5, Braun (SPD) 1, Thälmann (KPD) 1, zersplittert 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 72,2%. Im zweiten Wahlgang am 26.4.1932 entscheiden sich bei 92,4% Beteiligung 281 wahlberechtigte Bermuthshainer für von Hindenburg ("Reichsblock"), 8 für Marx ("Volksblock").
1925 Die Volkszählung vom 16.6.1925 ergibt für Bermuthshain eine Einwohnerzahl von 505. Hiervon sind 242 weiblich.
1925 Ergebnis der Kreistagswahlen am 15.11.1925 in Bermuthshain: Vereinigte Stadt- und Landliste (VSLL) 132, Evangelische Volksgemeinschaft (EVG) 101, SPD 5, Liste Engelbert Kübel 1.
1926 Am Rabenberg wird durch den Kleinkaliberschützenverein ein neuer Schießstand angelegt.
1926 Der Polizeidiener Nikolaus Franz tritt am 1.5.1926 nach 42 Dienstjahren in Bermuthshain in den Ruhestand.
1926 Ergebnis des Volksentscheids über die entschädigungslose Fürstenenteignung am 20.6.1926 in Bermuthshain: 17 Ja-Stimmen, 1 Nein-Stimme. Die Wahlbeteiligung beträgt 6,1%.
1926 Zum ersten Mal wird Bermuthshain im Sommer 1926 auf bewegten Bildern festgehalten. Auf dem vom Lauterbacher Kreisschulrat Heinrich Lorentz gedrehten und bis heute erhaltenen Stummfilm sind u. a. eine Fahrt auf der Vogelsbergbahn mit Blick auf das Dorf von Westen, der Bahnhof Bermuthshain, der Holzdreher Heinrich Luft II. (Wänersch") und der Schneeschuhmacher Heinrich Luft III. ("Stockjes") bei ihrer Arbeit zu sehen.
1926 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Bermuthshain am 18.9.1926 während einer Versammlung im "Deutschen Haus", der eine Besichtigung der bestehenden Pflichtfeuerwehr durch den Kreisfeuerwehrinspektor vorausgegangen war.
1927 Der Landwirt Karl Appel ("Kloase") betreibt die erste Dreschmaschine mit Dampflokomobil in Bermuthshain und führt Dreschen im Lohn durch.
1927 Der Bahnhof die angrenzenden Häuser oberhalb der Ortslage werden zum 4.3.1927 als letzter Teil von Bermuthshain an die elektrische Stromversorgung angeschlossen.
1927 Die Metzgerei Imhof wird als erste moderne Metzgerei in Bermuthshain durch Heinrich Imhof, gebürtig aus Völzberg, zum 1.4.1927 gegründet.
1927 Am 22.4.1927 findet erstmals der neu eingelegte Schweinemarkt in Bermuthshain statt.
1927 Die Firma Riedemann & Fröhlich aus Hesserode in Thüringen errichtet im Mai 1927 unterhalb der Bahnlinie in Nähe der Lüder einen Basaltsteinbruch, gibt das Gelände bereits im Oktober des Jahres aber wieder auf.
1927 Ein Waldbrand beim Rothenbachteich wird durch die Freiwillige Feuerwehr Bermuthshain bei ihrem ersten größeren Einsatz am 31.5.1927 gelöscht.
1927 Der einheimische Landwirt Johannes Weitzel ("Hanse") gewinnt am 11.11.1927 den Hauptgewinn der "Großen Landwirtschafts-Lotterie" anlässlich der landwirtschaftlichen Landesausstellung in Darmstadt, ein komplettes Pferdegespann aus zwei schweren Belgiern und Geschirr mit Wagen im Wert von 3500 RM.
1927 Ergebnis der Landtagswahlen am 13.11.1927 in Bermuthshain: HBB 136, DNVP 10, SPD 5, KPD 5, DVP 3, DDP 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 52,1%.
1928 Offizieller Abschluss des Flurbereinigungsverfahrens in der Gemarkung Bermuthshain.
1928 Die im Januar 1928 angekündigte Ansiedlung einer Pelztierfarm durch einen Dr. Haimbach aus Fulda am Scheidborn wird nicht realisiert.
1928 Umzäunung der großen Jungviehweide am Rabenberg im Rahmen der Meliorationsarbeiten durch die Hutweidenkommission.
1928 Der Weg von Bermuthshain an den Grundmühlen vorbei nach Crainfeld wird im April 1928 von Grund auf neu hergestellt und als Fahrstraße ausgebaut.
1928 Ergebnis der Reichstagswahlen am 20.5.1928 in Bermuthshain: Christlich-Nationale Bauern- und Landvolkpartei 100, EVG 33, NSDAP 14, DVP 6, DNVP 5, SPD 5, KPD 5, DDP 3, Wirtschaftspartei des deutschen Mittelstandes 3, Altsozialdemokratische Partei 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 54%.
1928 Die Freiwillige Feuerwehr Bermuthshain begeht am 23.9.1928 ihr Stiftungsfest mit der Teilnahme von 12 auswärtigen Wehren und 350 Feuerwehrleuten.
1929 Die Bermuthshainer Volksschule tritt am 27.3.1929 mit einem Mundharmonikaorchester in der Jugendstunde des Frankfurter Rundfunks auf.
1929 Der Kleinkaliberschützenverein errichtet ein Schützenhaus bei dem Schießstand am Rabenberg und veranstaltet am 9.6.1929 erstmals im hohen Vogelsberg ein Königsschießen.
1929-1930 Große Renovierung des Schulhauses und Umbau des Schulsaales im Erdgeschoss, dessen Außenwand wegen statischen Problemen in Massivbauweise und mit drei großen Fenstern erneuert wird. Der Unterricht wird in der Zeit der Bauarbeiten in den Saal des Gasthauses "Zur Krone" verlegt.
1929 Zu der am 1.3.1929 gegründeten NSDAP-Ortsgruppe Grebenhain, der ersten im Kreis Lauterbach, gehören auch vier Bermuthshainer.
1929 Ergebnis der Kreistagswahlen am 17.11.1929 in Bermuthshain: NSDAP 115, VSLL 49, SPD 8, KPD 1. Es ist der erste nationalsozialistische Wahlerfolg im Ort.
1930 Ein Weg zu den Anwesen Blum ("Blumme") und Jöckel ("Lufte") an der Hofreite Luft ("Stockjes") vorbei wird ausgebaut. Ebenso entsteht eine Fahrwegverbindung zum neuen Wohnhaus von Emil Luft ("Luftjes").
1929 Ergebnis des Volksentscheid zum "Freiheitsgesetz" (gegen den Young-Plan) am 22.12.1929 in Bermuthshain: 232 Ja-Stimmen, 5 Nein-Stimmen. Die Wahlbeteiligung beträgt 74,4%.
1930 Am 1.4.1930 wird die NSDAP-Ortsgruppe Bermuthshain mit 12 Mitgliedern gegründet. Bermuthshain ist seit Juni 1930 außerdem Sitz des SA-Sturms 25/254.
1930 Ergebnis der Reichstagswahlen am 14.9.1930 in Bermuthshain: NSDAP 188, Hessisches Landvolk (HLV) 41, DVP 6, DNVP 4, SPD 4, Deutsche Staatspartei (DStP) 3, Christlich-Sozialer Volksdienst 2, KPD 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 78,9%.
1931 Unter großer Anteilnahme der Ortsbevölkerung wird am 21.5.1931 der durch einen Unglücksfall im Frankfurter Hauptbahnhof ums Leben gekommene Altbürgermeister und Landtagsabgeordnete Friedrich Jost zu Grabe getragen.
1931 In Ermangelung eines Gegenkandidaten findet die fällige Bürgermeisterwahl am 8.11.1931 in dem schon deutlich nationalsozialistisch dominierten Bermuthshain nicht statt. Otto Ernst August Pfannstiel bleibt damit Bürgermeister.
1931 Ergebnis der Landtagswahlen am 15.11.1931 in Bermuthshain: NSDAP 252, HLV 23, SPD 5, DVP 2, KPD 1.
1932 Infolge der allgemeinen wirtschaftlichen Notlage ergreift die Gemeinde Bermuthshain drastische Sparmaßnahmen und kürzt die Entgelte der Gemeindebeamten (Bürgermeister, Gemeinderechner, Polizeidiener/Feldschütz, Hebamme, Wasserwärter, Schuldiener, Glöckner, Schweinehirt).
1932 Ergebnis der Reichspräsidentenwahlen am 13.3.1932 in Bermuthshain: Hitler (NSDAP) 290, von Hindenburg (SPD, Zentrum, DStP, DVP, BVP) 15, Duesterberg (Stahlhelm) 4, Thälmann (KPD) 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 96,6%. Im zweiten Wahlgang am 10.4.1932 entscheiden sich bei 96% Beteiligung 291 wahlberechtigte Bermuthshainer für Hitler, 23 für von Hindenburg.
1932 Beamte der hessischen Staatspolizei versuchen am 19.5.1932 vergeblich eine Hakenkreuzfahne, deren Hissung zu diesem Zeitpunkt verboten ist, von einer Fichte in Bermuthshain zu entfernen.
1932 Adolf Hitler wird am 29.5.1932 zum Ehrenbürger der Gemeinde Bermuthshain ernannt, im Gegensatz zur Nachbargemeinde Grebenhain jedoch nicht offiziell durch einen ordnungsgemäßen Gemeinderatsbeschluss. Auf der großen "Sonnenwendfeier" der NSDAP auf dem Hoherodskopf am 18.6.1932 werden ihm Ehrenbürgerbriefe im Namen der Gemeinden Bermuthshain, Crainfeld und Grebenhain persönlich überreicht.
1932 Ergebnis der Landtagswahlen am 19.6.1932 in Bermuthshain: NSDAP 284, DNVP 11, Sozialistische Arbeiterpartei 5, SPD 1, Hessische Demokraten 1, Liste Dr. Heinrich Leuchtgens 1, Liste Nationale Einheit 1.
1932 Zweiter Auftritt der Bermuthshainer Schule im Frankfurter Rundfunk am 17.7.1932, der wegen antifranzösischer Äußerungen des Lehrers Karl Winter zu heftiger Kritik in der Pariser Zeitung "Le Matin" führt.
1932 Ergebnis der Reichstagswahlen am 31.7.1932 in Bermuthshain: NSDAP 290, DNVP 13, SPD 8, KPD 2. Die Wahlbeteiligung beträgt 96,6%.
1932 Ergebnis der Reichstagswahlen am 6.11.1932 in Bermuthshain: NSDAP 295, Landvolk-Partei 8, SPD 7, DVP 4, DNVP 3. Die Wahlbeteiligung beträgt 96,4%. Es sind die letzten freien Wahlen bis 1946. Die Nationalsozialisten erzielen wie fast überall im Vogelsberg einen überragenden Erfolg.
1933 Anlässlich der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler findet am 3.2.1933 eine große Kundgebung der NSDAP unter Beteiligung der örtlichen Vereine, der Ortsbevölkerung und vieler Bewohner aus den umliegenden Orten auf dem Höllerich statt. Ein großer Holzstoß wird vor den Reden von Bürgermeister Pfannstiel und Pfarrer Mitzenheim entzündet.
1933 Anlage der Fischteiche in der Flur "An den Kohlstücken" durch Lehrer Karl Winter.
1933 Der ehemalige Lehrer Jakob Reuter wird am 25.3.1933 zum einzigen regulären Ehrenbürger der Gemeinde Bermuthshain durch den Gemeinderat ernannt.
1933 Ergebnis der Reichstagswahlen am 5.3.1933 in Bermuthshain: NSDAP 298, Kampffront Schwarz-Weiß-Rot 3, SPD 2, DVP 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 94,4%.
1933 Im Rahmen des reichsweiten Boykotts jüdischer Geschäfte umstellt die Bermuthshainer SA am 1.4.1933 das Gasthaus "Zum Hessischen Hof". In den folgenden drei Jahren kommt es zu immer neuen Übergriffen und Schikanen gegen die jüdische Besitzerfamilie Lind, die fast völlig aus dem Dorfleben ausgeschlossen wird.
1933 Der neue, "gleichgeschaltete" Gemeinderat wird am 29.4.1933 ernannt, dem nur noch NSDAP-Mitglieder angehören. Auch die örtlichen Vereine führen die nationalsozialistische "Gleichschaltung" durch.
1933 Pflanzung einer "Adolf-Hitler-Eiche" an der Hauptstraße beim Anwesen Appel ("Dammbauersch") am 1.5.1933 im Anschluss an einen großen Umzug der SA.
1933 Gemäß der Volkszählung vom 16.6.1933 hat Bermuthshain 476 Einwohner, die erwerbsmäßig zu 70,3% in der Land- und Forstwirtschaft, zu 20,1% in Handwerk und Industrie und zu 2,5% im Handel tätig sind.
1933 Am 14.10.1933 findet ein großer "Umzug des Handwerks und Gewerbes", der durch die NSDAP organisiert worden ist, durch die drei Orte Grebenhain, Crainfeld und Bermuthshain statt.
1933 Im Anschluss an einen Propagandamarsch des SA-Sturms und der SA-Reserve nach Ilbeshausen am 22.10.1933 wird die Herausgliederung des neuen SA-Sturms 24/254 Ilbeshausen aus dem mittlerweile stark angewachsenen SA-Sturm 25/254 Bermuthshain bekannt gegeben.
1933 Der so genannte "Rödgesweg" wird im Rahmen von Notstandsarbeiten durch Arbeitslose aus Ober-Seemen im Spätsommer und Herbst 1933 neu ausgebaut und befestigt. Außerdem wird ein neuer gerader Feldweg quer über den "Jagdhorst" gebaut. Für den Wegbau werden etliche Felsblöcke am "Jagdhorst" zerkleinert und zur Wegbefestigung und als Schotter benutzt.
1933 Volksentscheid über den Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund und Wahlen zum seit der Auflösung bzw. dem Verbot aller übrigen Parteien bedeutungslosen Reichstag am 12.11.1933. Ergebnis in Bermuthshain: 309 Ja-Stimmen.
1934 Der Weg zum Hochbehälter wird im Rahmen von Notstandsarbeiten ausgebaut, ebenso einige Ortsstraßen und der Weg zum Rabenberg.
1934 Der Gemeindewald an den "Hahlbäumen" an der Gemarkungsgrenze zu Lichenroth wird gerodet und zu Ackerland umgewandelt.
1934 Gründung einer Ortsgruppe des Bund Deutscher Mädel (BDM) am 8.3.1934 mit neun Mitgliedern, nachdem eine solche der Hitlerjugend (HJ) bereits vor 1933 bestand.
1934 Die Tischlerei Seibert aus Frankfurt am Main übernimmt im August 1934 das seit 1927 stillgelegte Sägewerk von der Waldindustrie GmbH und beschäftigt 17 Schreiner und Tischler aus der Umgebung in Holzschneiderei und Tischlerei.
1934 Volksentscheid über die Zusammenlegung der Ämter des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers am 19.8.1934. Ergebnis in Bermuthshain: 316 Ja-Stimmen, 7 Nein-Stimmen.
1934 Auf dem Höllerich wird die erste "Ski-Bahn" (Skisprungschanze) gebaut.
1935 Die Gastwirtschaft "Zur Krone" ("Dammburjersch") wird nach einer Renovierung wieder und zugleich die angeschlossene Metzgerei Hornung zum 1.1.1935 neu eröffnet.
1935 Die Gemeinde Bermuthshain erwägt im April 1935 den Neubau einer Turnhalle, verwirft diesen jedoch zugunsten eines neuen Schulhauses, das jedoch zunächst nicht gebaut wird.
1935 Verleihung der Ehrenkreuze für Frontkämpfer 1914-1918 im Rahmen einer am Kriegerdenkmal abgehaltenen Feier am 16.6.1935 unter Beteiligung der örtlichen Gliederungen der NSDAP.
1935 Allen Ortseinwohnern wird durch Gemeinderatsbeschluss vom 27.8.1935 unter Androhung des Ausschlusses von allen Gemeindearbeiten der Handel mit Juden verboten.
1935 Der Gemeinderat beschließt am 10.9.1935 die Aufstellung von zwei "Stürmerkästen" für den Aushang des antisemitischen Propagandablattes "Der Stürmer" in Bermuthshain.
1936 Offizielle Stilllegung der Schneidmühle zum 2.1.1936.
1936 Weihe der neuen Kyffhäuserfahne der Kriegerkameradschaft Bermuthshain (vormaliger Krieger- und Schützenverein) am 23.2.1936.
1936 Gewalttätiger Überfall der örtlichen SA auf das Gasthaus "Zum Hessischen Hof" der jüdischen Familie Lind ("Sandersch") im Frühjahr 1936.
1936 Das Sägewerk Henkel in Lauterbach erwirbt das Bermuthshainer Sägewerk als Filialbetrieb von dem bisherigen Besitzer Ludwig Schmelz (Nachfolger von Karl Seibert ab 1935).
1936 Bei den Reichstagswahlen am 29.3.1936 werden für die NSDAP (einzige Partei) in Bermuthshain 316 Stimmen abgegeben.
1936 Im Oberwald wird im April 1936 mit dem Bau der Luftmunitionsanstalt Hartmannshain begonnen, deren Tarifbahnhof Bermuthshain ist. Zahlreiche auswärtige Arbeitskräfte wohnen in Bermuthshain. Die "Muna" als erster industrieller Großbetrieb im hohen Vogelsberg wird die Wirtschafts- und Gesellschaftsstruktur von Bermuthshain nachhaltig beeinflussen.
1936 Die Gastwirtschaft "Hessischer Hof" ("Sandersch") wird aufgrund der zunehmenden Übergriffe seitens der örtlichen Nationalsozialisten und des wirtschaftlichen Boykotts im April 1936 geschlossen. Die jüdische Besitzerfamilie Seligmann Lind siedelt am 15.5.1936 zu den Schwiegereltern nach Goßmannsdorf am Main (bei Würzburg) über.
1936 Im September 1936 werden das Vogelsberggebiet und die Gemarkung Bermuthshain in eines der ersten großen Manöver der neuen deutschen Wehrmacht einbezogen. Im Verlauf dieser Manöver besucht Adolf Hitler die benachbarte "Muna".
1937 Auf Anordnung des Milchwirtschaftsverbands muss die Molkerei Greßmann ihren Betrieb stilllegen. Die Bermuthshainer Landwirte müssen aufgrund der Regelung der Einzugsgebiete ihre Milch künftig an die Molkerei in Nieder-Moos liefern.
1937 Die Gemeinde Bermuthshain richtet nach einer Unterbrechung von mehreren Jahrzehnten wieder eine Gemeindeschäferei ein, die bis 1948 besteht.
1937 Die Gemeinde Bermuthshain schafft durch den Wiederaufbau einer angekauften Baracke am Marktplatz, die zuvor als riedeselische Kantine diente, die sogenannte "Volkshalle". Sie wird auch als "Adolf-Hitler-Heim" bezeichnet und künftig für dörfliche Veranstaltungen und solche der NSDAP benutzt.
1938 Im März und April 1938 wütet in Bermuthshain die Maul- und Klauenseuche.
1938 Volksabstimmung über die Vereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich am 10.4.1938. Ergebnis in Bermuthshain: 326 Ja-Stimmen, 2 Nein-Stimmen.
1938 Die Gemeinde Bermuthshain stellt durch Gemeinderatsbeschluss vom 27.5.1938 das gesamte Gelände rechts von der Straße zwischen Ortsausgang und Bahnhof kostenlos als Siedlungsgelände zur Verfügung.
1938 SA-Männer aus Bermuthshain nehmen während der reichsweiten antijüdischen Pogrome am 9.11.1938 an Ausschreitungen und Übergriffen gegen Juden in Crainfeld teil.
1938 Der seit Anfang 1934 ruhende MGV "Eintracht" Bermuthshain wird am 24.11.1938 in einer Versammlung im "Deutschen Haus" reaktiviert.
1939 Als letzte Bermuthshainer Mühle stellt die Grohmühle zum 1.1.1939 ihren Betrieb ein. Die Fortführung wird durch den Bruch des Mühlrades im Oktober 1939 endgültig unmöglich gemacht.
1939 Der Landwirt Jakob Hornung ("Franze"), der Gastwirt Eugen Heinrich Oechler ("Götzjes") und der Gastwirt und Metzger Theodor Hornung II. ("Dammburjersch") sind im Besitz der ersten privaten Kraftfahrzeuge in Bermuthshain.
1939 Die letzte Volkszählung vor Beginn des Zweiten Weltkrieges am 17.5.1939 ergibt für Bermuthshain eine Einwohnerzahl von 463.
1939 Der Bermuthshainer Lehrer und Dirigent des Gesangvereins Wilhelm Bitsch verunglückt am 14.6.1939 in Grebenhain mit dem Motorrad tödlich.
1939 Die Kriegerkameradschaft Bermuthshain veranstaltet am 17.7.1939 das Kreiswettkampfschießen. Es ist die letzte große Veranstaltung in der Geschichte des nach 1945 erloschenen Kriegervereins.
1939 Beginn des Zweiten Weltkrieges am 1.9.1939.
1941 Einführung der feierlichen standesamtlichen Trauung mit Überreichung des Buches "Mein Kampf" durch die Gemeinde, die erstmals am 26.3.1941 durchgeführt wird.
1941 Gründung einer Ortsstelle des NS-Frauenwerks in Bermuthshain am 9.3.1941.
1941 Der 31jährige Friedrich Schneider ("Hohlkhannes") fällt am 21.7.1941 als der erste Kriegsgefallene aus Bermuthshain.
1942 Verkauf der "Volkshalle" an die Luftmunitionsanstalt Hartmannshain . Nach dem Bau von drei weiteren Baracken wird der Komplex fortan als "Ostarbeiterlager" genutzt. Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene sind außerdem im Gasthaus "Zur Krone" und der früheren Molkerei Greßmann untergebracht.
1942 Während der Deportation aller Juden aus dem damaligen Gau Mainfranken werden am 24.3.1942 auch die Eheleute Seligmann und Gisela Lind ("Sandersch"), die bis 1936 in Bermuthshain lebten, in das Ghetto von Izbica (Generalgouvernement) verschleppt und vermutlich wenig später ermordet. Die Kinder Ruth und Martin können im August und September 1941 noch in die USA emigrieren.
1943 Die "Muna" Hartmannshain erhält im Mai/Juni 1943 eine größere Anzahl von mehr als 120 Zwangsarbeiterinnen aus der Sowjetunion (Ukraine), die überwiegend im "Ostarbeiterlager" in Bermuthshain untergebracht sind.
1944 Ein von einem deutschen Messerschmitt Bf 110 Nachtjäger bei einem Luftangriff auf Nürnberg am 22.3.1944 abgeschossener schwerer britischer Bomber vom Typ Avro Lancaster Mk. III schlägt nahe dem Jagdhorst direkt hinter der Gemarkungsgrenze zu Ober-Moos auf und explodiert. Die siebenköpfige Besatzung, darunter der kanadische Pilot und der britische Geschwaderkommandant, kommt ums Leben.
1944 Die 53jährige Frieda Mayer geb. Lind aus Würzburg, gebürtig aus Bermuthshain ("Sandersch"), wird zusammen mit ihrem Ehemann Hermann Mayer mit einem Transport jüdischer Häftlinge am 18.5.1944 vom KZ Theresienstadt ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert und dort vergast. Der Sohn Herbert Mayer wird bereits zuvor in Theresienstadt Opfer der unmenschlichen Haftbedingungen.
1944 Erstes Antreten des örtlichen "Deutschen Volkssturmes" am 12.11.1944 vor dem "Goldenen Stern". Dieses "letzte Aufgebot" kommt jedoch in Bermuthshain beim Herannahen der alliierten Truppen nicht mehr zum Einsatz.
1944 Notlandung eines deutschen Jagdflugzeuges vom Typ Messerschmitt Bf 109G am 17.12.1944 in der Flur "An den Hahlbäumen" in der Gemarkung Bermuthshain.
1945 Bei einem Angriff amerikanischer Jagdbomber auf einen Zug auf der Vogelsbergbahn bei Crainfeld wird am 18.3.1945 der 61jährige Johannes Löffler ("Heils") aus Bermuthshain getötet.
1945 US-Jagdbomber unternehmen am 22.3.1945 einen Luftangriff auf einen Munitionszug in der "Muna", die kurz darauf von den deutschen Truppen geräumt und gesprengt wird. Ein Großteil der Dorfbevölkerung verlässt kurzfristig den Ort und geht nach Lichenroth.
1945 Am Ostersamstag, dem 31.3.1945, wird Bermuthshain kampflos von amerikanischen Einheiten der 11th U.S. Armored Division besetzt. Am gleichen Tag wird das Nachbardorf Ober-Moos von US-Panzern und Jagdbombern in Brand geschossen, nachdem ein US-Aufklärungsflugzeug von deutscher Flak beschossen worden war.
1945 Amerikanische Soldaten erschießen den 35jährigen Schreiner Heinrich Greb ("Kompe") am 5.4.1945 in Bermuthshain vor seiner Haustür.
1945 Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa am 9.5.1945. Insgesamt fielen 26 Bermuthshainer als Soldaten und mindestens 5 aus Bermuthshain stammende Zivilisten sterben bei Luftangriffen, Erschießungen oder in Konzentrationslagern. Die während oder nach dem Krieg nach Bermuthshain gekommenen Evakuierten und Heimatvertriebenen verlieren 9 Angehörige als Gefallene.
1945 Am 18.6.1945 wird Johannes Weitzel ("Hanse"), bereits vor 1933 im Gemeinderat, durch die US-Militärregierung offiziell zum neuen Bürgermeister von Bermuthshain ernannt. Amtsvorgänger Otto Ernst August Pfannstiel wird abgesetzt. Die meisten führenden Nationalsozialisten des Ortes werden in Internierungslager gebracht.
1945 Abbau der Baracken des ehemaligen "Ostarbeiterlagers" zur Verwendung als Notunterkünfte im benachbarten kriegszerstörten Ober-Moos.
1945 Gründung eines ersten Sportvereins für Fußball und Handball auf Initiative von Karl Düßel, der nach wenigen Jahren aber aufgrund Spielermangels und Widerständen im Dorf wieder aufgelöst wird.
1946 Bei den ersten demokratischen Wahlen seit 1933, den hessischen Kommunalwahlen am 20.1.1946, wird ein neuer Gemeinderat gewählt, der Johannes Weitzel als Bürgermeister im Amt bestätigt. Die örtliche Bermuthshainer Einheitsliste erhält 222 Stimmen (neben 13 ungültigen Stimmen) bei einer Wahlbeteiligung von 64%.
1946 Ankunft eines größeren Transports von mehr als 130 deutschen Heimatvertriebenen aus dem Sudetenland am 18.2.1946. Diese werden anschließend zwangsweise in die Wohnhäuser der ortsansässigen Bevölkerung eingewiesen.
1946 Nach der Einweisung der Heimatvertriebenen erreicht die Bevölkerungszahl von Bermuthshain mit 692 den Höchststand der Dorfgeschichte. In Bermuthshain sind außerdem auch weiterhin zahlreiche Bombenkriegsevakuierte untergebracht.
1946 Ergebnis der verfassungsgebenden Landesversammlung für Groß-Hessen am 30.6.1946 in Bermuthshain: CDU 95, SPD 32, KPD 3, Liberal-Demokratische Partei (LDP) 2. Die Wahlbeteiligung beträgt 44%.
1946 Ergebnis der ersten Landtagswahlen im neuen Land (Groß-) Hessen am 1.12.1946 in Bermuthshain: CDU 79, SPD 56, LDP 44, KPD 3, Ungült. St. 23. Die Wahlbeteiligung beträgt 59,6%. Der gleichzeitige Volksentscheid über die Annahme der neuen hessischen Verfassung hat das Ergebnis: 121 Ja-Stimmen, 51 Nein-Stimmen, 31 ungültige Stimmen. Im Fall der zusätzlichen Abstimmung über den Artikel 41 der Verfassung ("Sozialisierung" der Montanindustrie und Versorgungsunternehmen) lautet es: 110 Ja-Stimmen, 60 Nein-Stimmen, 33 ungültige Stimmen. Die Beteiligung beträgt 59%.
1946 Der Landwirt Karl Dillemuth ("Brennerjes") nimmt als erster ortsansässiger Bauer einen Traktor in Betrieb.
1947 Bau der Dreschhalle (auch als "Festhalle" für die Marktkirmes genutzt) am Marktplatz auf dem Gelände des ehemaligen "Ostarbeiterlagers".
1948 Ergebnis der Kreistagswahlen am 25.4.1948 in Bermuthshain: National-Demokratische Partei (NDP) 84, CDU 72, SPD 60, LDP 44, KPD 4. Die Wahlbeteiligung beträgt 64,1%.
1948 Als erster heimatvertriebener Neubürger baut der aus Ostpreußen stammende Erich Sensburg ein Wohnhaus, das zugleich das letzte neu gebaute Fachwerkhaus in der Ortsgeschichte ist.
1949 Wiedergründung des MGV "Eintracht" Bermuthshain in einer Versammlung am 1.10.1949.
1950 Das Feuerwehrgerätehaus in der Hauptstraße wird fertig gestellt.
1950 Gemäß der Volkszählung vom 13.9.1956 hat Bermuthshain 667 Einwohner.
1950 Ergebnis der Landtagswahlen am 19.11.1950 in Bermuthshain: FDP 170, CDU 57, SPD 34, KPD 3. Die Wahlbeteiligung beträgt 57%.
1951 Zur Feier des 90. Geburtstages von Revierförster a. D. Wilhelm Dillemuth am 16.4.1951 wird beim Pflanzgarten am Rothenbachteich eine von ihm gepflanzte Douglasie zur "Wilhelm-Dillemuth-Douglasie" umgewidmet und eine Ehrentafel angebracht.
1951 Als erstes großes Fest im Dorf seit 1939 findet am 10.6.1951 das Bundessängerfest des Vogelsberger Sängerbundes in Bermuthshain statt.
1952 Ergebnis der Kreistagswahlen am 4.5.1952 in Bermuthshain:  Kommunalpolitische Liste (KpL) 141, Gemeinschaft aller Geschädigten 105, FDP 69, SPD 48, DP 10. Die Wahlbeteiligung beträgt 83,1%.
1952 Richard Oechler ("Luise") wird am 22.5.1952 vom Gemeinderat zum neuen Bürgermeister von Bermuthshain gewählt.
1952 Am 12.10.1952 wird die neue Schule am westlichen Ortsende im Hochstättenweg feierlich eingeweiht. Der Neubau eines Schulhauses war schon seit 1913 immer wieder vorgesehen gewesen. Die neue Schule mit dem separaten Lehrerwohnhaus ist der erste vollständige Massivbau in der Ortslage.
1953 Die Räumlichkeiten in der leerstehenden alten Schule werden als Sozialwohnungen vermietet. Das Gebäude verbleibt im Besitz der Gemeinde Bermuthshain, wird jedoch in den folgenden Jahrzehnten nur noch unzureichend baulich erhalten.
1953 Abbruch des alten Unterdörfer Backhauses in der Ober-Mooser Straße unter Belassung des Backofens und räumlich vergrößerter Neubau an alter Stelle bis 1954.
1953 Ergebnis der Bundestagswahlen am 6.9.1953 in Bermuthshain: FDP 160, CDU 80, SPD 72, Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) 55, Deutsche Partei (DP) 11, Gesamtdeutsche Volkspartei (GDP) 5, KPD 3. Die Wahlbeteiligung beträgt 89%.
1953 Fertigstellung des Lehrerwohnhauses neben der neuen Schule und des Sportplatzes hinter dem Gebäude.
1954 Bildung der Jagdgenossenschaft Bermuthshain, der alle Grundbesitzer in der Gemarkung Bermuthshain als Pflichtmitglieder angehören.
1954 Das Gasthaus "Zur Krone" wird endgültig geschlossen.
1954 Infolge einer schweren Erkrankung muss Bürgermeister Richard Oechler sein Amt niederlegen. Die Amtsgeschäfte führt ab Juli 1954 der erste Beigeordnete Wilhelm Hornung ("Gutermuths").
1954 Die Nebenerwerbssiedlung mit drei Wohnhäusern der heimatvetriebenen Familien Wittmann, Schindler und Lemke  im Weg "Am Rabenberg" wird fertiggestellt.
1954 Ergebnis der Landtagswahlen am 28.11.1954 in Bermuthshain: SPD 121, FDP 98, BHE 53, CDU 44, KPD 3, Bund der Deutschen (BdD) 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 77,5%.
1956 Mit einer Einwohnerzahl von 596, wie die Volkszählung vom 25.9.1956 ergibt, unterschreitet Bermuthshain wieder die Ziffer von 600 Einwohnern. Der Bevölkerungsrückgang in den 1950er Jahren geht vorwiegend auf die Übersiedlung von heimatvertriebenen und evakuierten Familien in die Ballungszentren (Rhein-Main-Gebiet) zurück.
1956 Neubau des Wiegehauses an der Kreuzung von Hauptstraße und Bergweg.
1956 Ergebnis der Kreistagswahlen am 28.10.1956 in Bermuthshain:  SPD 149,  KpL 82,  GB/BHE 63,  Bürgerlicher Mittelstandsblock 53. Die Wahlbeteiligung beträgt 83,2%.
1956 Ernst Baumbach ("Schmedebaste") wird von der Gemeindevertretung am 14.11.1956 einstimmig zum letzten Bürgermeister der selbstständigen Gemeinde Bermuthshain gewählt.
1957 Einführung neuer amtlicher Straßennamen, wodurch erstmals alle Ortsstraßen individuell benannt sind. Die neuen Straßenbezeichnungen lauten: Alter Weg, Am Lüderbach, Am Rabenberg, An den Dorfwiesen, An der alten Schule, Bahnhofstraße, Bergweg, Hauptstraße, Hochstättenweg, Lichenröther Straße, Lindenweg, Mittelgasse, Mühlweg, Obergasse, Ober-Mooser Straße, Schulweg, Untergasse, Waldstraße. Mit der Neubenennung der Ortsstraßen wird zugleich auch ein neues Brandkataster erstellt.
1957 Weihe des neuen Betsaales im Erdgeschoß der alten Schule zu Pfingsten 1957.
1957 Bau einer Kegelbahn neben der Gastwirtschaft "Zum Goldnen Stern".
1957 Ergebnis der Bundestagswahlen am 15.9.1957 in Bermuthshain: SPD 89, DP 89, CDU 87, GB/BHE 42, Deutsche Reichspartei (DRP) 13, FDP 9, BdD 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 82,1%.
1958 Ergebnis der Landtagswahlen am 23.11.1958 in Bermuthshain: SPD 128, CDU 51, GB/BHE 40, DP 39, FDP 18. Die Wahlbeteiligung beträgt 71,9%.
ab etwa 1960 Etwa seit Beginn der 1960er Jahre wird Bermuthshain immer stärker vom wirtschaftlichen Strukturwandel in Mitleidenschaft gezogen. In den folgenden Jahrzehnten verschwinden nach und nach fast alle landwirtschaftlichen Betriebe und Gewerbe- und Handwerksbetriebe aus dem Ort. Bermuthshain wird mehr und mehr zum reinen Arbeitspendlerwohnort. Gleichzeitig fällt der historische Baubestand immer stärker Neubaumaßnahmen und Umbauten zum Opfer.
1960 Einweihung des neuen Feuerlöschteiches ("Brandteich") am 24.2.1960.
1960 Großbrand im Anwesen Gertrud Müller Wwe. ("Kannjerche") am 9.1.1960.
1960 Vollständige Erneuerung der Straßenbeleuchtung und Umbau des Ortsnetzes bis November 1960.
1960 In der Straße "An der alten Schule" wird der Neubau des Schlachthauses der Großschlachterei Hornung fertig gestellt.
1960 Ergebnis der Kreistagswahlen am 23.10.1956 in Bermuthshain: SPD 142, CDU 47, FDP 42, GB/BHE 36, DRP 11. Die Wahlbeteiligung beträgt 69,9%.
1960-1963 Mit einem Kostenaufwand von 436000 DM wird in Bermuthshain eine Kanalisation im gesamten Ort erbaut erbaut.
1961 Gemäß der Volkszählung vom 6.6.1961 hat Bermuthshain 545 Einwohner, davon 286 weibliche.
1961 Ergebnis der Bundestagswahlen am 17.9.1961 in Bermuthshain: CDU 105, SPD 90, FDP 55, GDP 23, Deutsche Friedensunion (DFU) 4, DRP 3. Die Wahlbeteiligung beträgt 72,5%.
1962-1963 Die neue Ortsdurchfahrt von Bermuthshain mit geschlossener Teerdecke und Bordsteinen mit Gehwegen wird angelegt. Ein Schweinestall und mehrere Hofmauern müssen abgerissen und der Lüderbach etwas begradigt und verlegt werden. Auch eine neue Lüderbrücke wird gebaut und außerdem die Einmündung zur B 275 begradigt. Die Kosten betragen 120.000 DM.
1962 Die Gemeinde Bermuthshain lehnt die Teilnahme am Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" ab, um den Charakter des Dorfes zu bewahren.
1962 Ergebnis der Landtagswahlen am 11.11.1962 in Bermuthshain: SPD 125, CDU 57, GB/BHE 51, FDP 47. Die Wahlbeteiligung beträgt 71,4%.
1963 Der Ausbau der Ortsstraßen mit Teerdecke beginnt mit der Ober-Mooser Straße und der Mittelgasse. Er wird 1970 fortgesetzt und in den kommenden Jahren bis zum Anschluss an Grebenhain 1971/72 nach und nach vollendet.
1964 Die Kreisstraße in Richtung Lichenroth und Völzberg bis zur Kreisgrenze wird im September 1964 mit einer Teerdecke versehen.
1964 Gründung der Gefriergemeinschaft Bermuthshain am 11.3.1964, die mit dem Bau eines modernen Gefrierhauses mit Schlachtraum neben dem Gemeindehaus beginnt, das im Februar 1965 seiner Bestimmung übergeben werden kann.
1964 Gründung eines Schulverbandes Grebenhain am 8.4.1964 in Vorbereitung einer zentralen Mittelpunktschule, dem die Gemeinde Bermuthshain beitritt.
1964 Übernahme des Sägewerkes durch die Familie Reckziegel aus Birstein.
1964 Nach Einführung des "vereinfachten Nebenbahndienstes" wird der Bahnhof Bermuthshain betrieblich geschlossen und nicht mehr mit einem Mitarbeiter der Deutschen Bundesbahn besetzt.
1964 Die große alte Dorflinde ("Friedenslinde") an der Kreuzung von Lindenweg und Hauptstraße muss gefällt werden, nachdem das Wurzelwerk aufgrund des Baues der Kanalisation abgestorben ist.
1964 Ergebnis der Kreistagswahlen am 25.10.1964 in Bermuthshain: SPD 128, CDU 67, FDP 54, GB/BHE 24. Die Wahlbeteiligung beträgt 71,5%.
1965 Verpachtung der Gastwirtschaft "Zum goldnen Stern" an die Familie Hohmeier aus Schlitz.
1965 Der Gemeinderat Bermuthshain beschließt am 10.9.1965 den Neubau einer Sprungschanze am Höllerich zur Förderung des Fremdenverkehrs.
1965 Ergebnis der Bundestagswahlen am 20.9.1965 in Bermuthshain: SPD 122, CDU 83, FDP 70, NPD 3, DFU 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 73,4%.
1965 Gründung des SPD-Ortsvereins Bermuthshain als drittem seiner Art im gesamten Kreis Lauterbach am 15.12.1965.
1966 Die Gemeindevertretung von Bermuthshain stimmt am 15.3.1966 dem geplanten Neubau einer Mattenschanze auf dem Höllerich zu.
1966 Am 28.5. (Konzert der "Egerländer Musikanten" unter Ernst Mosch) und vom 4.-5.6.1966 begeht der MGV "Eintracht" Bermuthshain sein 55-jähriges Bestehen, verbunden mit dem Bundessängerfest des Vogelsberger Sängerbundes. Ein Festzug mit über 1.000 Teilnehmern und Motivwagen, welche die Bermuthshainer Geschichte verkörpern, bewegt sich durch den Ort. Eine von Altbürgermeister und Heimatpfleger Richard Oechler herausgegebene Festschrift mit Ortsgeschichte wird herausgegeben.
1966 Schließung der Gastwirtschaft "Zur Bahn".
1966 Ergebnis der Landtagswahlen am 6.11.1966 in Bermuthshain: SPD 134, CDU 53, FDP 46, GB/BHE 20, NPD 12. Die Wahlbeteiligung beträgt 72,2%.
1966 Zum 1.12.1966 werden die Jahrgangsklassen 7 und 8 der Volksschule Bermuthshain an die Schule in Grebenhain abgegeben. Im gleichen Jahr wird der Schulanfang bundesweit von Ostern auf Herbst umgestellt, wofür 1966 zwei Kurzschuljahre eingeführt werden.
1967 Die letzte Zählung in der Zeit der Selbstständigkeit am 30.6.1967 ergibt für Bermuthshain eine Einwohnerzahl von 514.
1967 Ausbau der Ortsstraße An der alten Schule.
1967 Neubau eines Lagerhauses der Spar- und Darlehensgenossenschaft Bermuthshain am Marktplatz.
1967 Zu Beginn des Schuljahres 1967/68 muss die Volksschule Bermuthshain die Jahrgangsklassen 5 und 6 nach Grebenhain abgeben.
1967 Neubau des Postgebäudes an der Hauptstraße gegenüber dem Gasthaus "Zum Deutschen Haus", das im Dezember 1967 seiner Bestimmung übergeben wird.
1968 Ausbaubeginn der Ortsstraßen Mittelgasse und Hochstättenweg.
1968 Die Gemeinde Bermuthshain erklärt sich am 8.3.1968 zur Durchführung der seit 1966 geplanten und im Dezember 1967 vom Kreiskulturamt Lauterbach gegen Widerstand vieler örtlichen Landwirte angeordneten zweiten Flurbereinigung bereit. Sie unterbleibt jedoch aufgrund der ungeklärten Finanzierung.
1968 Im April 1968 beginnen die Bauarbeiten an der Mattensprungschanze auf dem Höllereich. Der Umbau der neuen Schule zu einem Skizentrum bzw. Sportlerheim wird erwogen.
1968 Die neue Leichenhalle auf dem Friedhof wird fertig gestellt und zugleich die Neugestaltung und Vergrößerung des gesamten Friedhofsgeländes abgeschlossen.
1968 Nach 44 Dienstjahren wird die letzte Bermuthshainer Hebamme Anna Zimmer ("Kläsjes") am 26.6.1968 in den Ruhestand verabschiedet. Als letzte in Bermuthshain geborene Kinder werden Winfried Zinn ("Heckerts") und Anke Hornung ("Gutermuths") im Mai 1968 "gebracht".
1968 Das 200-jährige Jubiläum des Bermuthshainer Marktes wird am 30.7.1968 mit Kinderfest, Traktorgeschicklichkeitsfahren und historischem Kirmeszug feierlich begangen.
1968 Die Gemeinde Bermuthshain gründet am 28.9.1968 einen Fremdenverkehrsausschuss und beabsichtigt die Gründung eines Verkehrsvereins, um Bermuthshain zum Fremdenverkehrsort auszubauen.
1968 Ergebnis der Kommunalwahlen am 20.10.1968 in Bermuthshain. Gemeindevertretung: Wählergemeinschaft Bermuthshain 191, Ungültige Stimmen 54. Die Wahlbeteiligung beträgt 71,2%. Kreistag: SPD 106, FDP 51, NPD 39, CDU 34, GB/BHE 15. Die Wahlbeteiligung beträgt 71,8%.
1968 Bernd Lauterwasser aus Darmstadt, zuvor tätig in Rudingshain, erhält die Stelle als (letzter) Revierförster von Bermuthshain. Damit geht zugleich nach rund 120 Jahren die "Ära Dillemuth" an der Revierförsterei Bermuthshain zu Ende. Walter Dillemuth übernimmt die Revierförsterei Grebenhain-Oberwald.
1969 Bau eines neuen Transformatorenhauses im Bergweg am damaligen südlichen Ortsrand.
1969 Zu Beginn des neuen Schuljahres am 1.9.1969 wird die eigenständige Volksschule Bermuthshain nach fast 340 Jahren aufgelöst und die noch verbliebenen Jahrgangsklassen 1 bis 4 der neu erbauten Mittelpunktschule Grebenhain ("Oberwaldschule") zugewiesen.
1969 Ergebnis der Bundestagswahlen am 28.9.1969 in Bermuthshain. Erststimmen: Wuttke (SPD) 117, Götz (CDU) 85, Freiherr von Kühlmann-Stumm (FDP) 33, Köck (NPD) 29. Zweitstimmen: SPD 110, CDU 81, FDP 42, NPD 31, GDP 2. Die Wahlbeteiligung beträgt 75,6%.
1969 Die Spar- und Darlehenskasse Bermuthshain beschließt am 28.11.1969 auf Druck des Raiffeisenverbandes Rhein-Main die Fusion mit der Spar- und Darlehenskasse Crainfeld und der Ein- und Verkaufsgenossenschaft Grebenhain.
1969 Die Erschließung des Neubaugebiets "Am Rabenberg" beginnt, dessen erste Häuser ab 1971 erbaut werden. Die Bebauung wird im Jahrfünft nach 1979 im wesentlichen abgeschlossen.
1970 Die neue Skisprungschanze auf dem Höllerich ist fertig gestellt und wird im Januar 1970 erstmals bei den vom TSV Grebenhain ausgerichteten Bezirksskimeisterschaften benutzt. Die Einweihung der als Mattenschanze für ganzjährige Nutzung konzipierten Anlage erfolgt am 13.9.1970. Nach dem ersten Skiläufer im Vogelsberg im Jahr 1886 erhält sie den offiziellen Namen "Wilhelm-Dillemuth-Schanze" und wird bis Ende der 1970er Jahre vom TSV Grebenhain benutzt. Hoffnungen auf eine rege Nutzung durch den Fremdenverkehr erfüllen sich jedoch nicht.
1970 Die Gemeindevertretung beschließt am 17.4.1970 den "vollen Ausbau" der Bermuthshainer Ortsstraßen in zwei Abschnitten. Als 1. Bauabschnitt gelten der Weg Am Lüderbach, der Bergweg, die Obergasse, der Lindenweg und die Untergasse. 2. Bauabschnitt sind der Mühlweg, der Weg An den Dorfwiesen, die Sackgasse bei "Luftjes", der Schulweg und der Weg Am Rabenberg bis zur Schreinerei Komp. Die Bauarbeiten dauern bis ins Jahr 1973.
1970 Die Fusion der Spar- und Darlehenskasse Bermuthshain mit der Spar- und Darlehenskasse Crainfeld und der Ein- und Verkaufsgenossenschaft Grebenhain wird zum 31.5.1970 vollzogen.
1970 Neuausbau der Wasserleitung bis zum Hochbehälter und Fassung einer neuen Quelle an der Gemarkungsgrenze zu Völzberg. Diese Arbeiten ziehen sich bis in das Jahr 1971 hin.
1970 Der aus Engelrod gebürtige Wolfgang Schmelz übernimmt die Pacht der Gaststätte "Zum Goldenen Stern" und eröffnet sie im August 1970 als Diskothek "Oldy", welche bis etwa 1975 besteht. Anschließend erfolgt der Verkauf an die Familie Ulrich aus Blofeld.
1970 Ergebnis der Landtagswahlen am 8.11.1970 in Bermuthshain: SPD 135, CDU 84, FDP 28, NPD 16. Die Wahlbeteiligung beträgt 71,2%.
1970 Tod des Altbürgermeisters und Heimatforschers Richard Oechler am 19.11.1970. Die von ihm begonnene Aufarbeitung der Ortsgeschichte kommt für die nächsten 30 Jahre zum Erliegen.
1970 Beitritt der Gemeinde Bermuthshain zum Kommunalen Gebietsrechenzentrum Gießen gemäß Beschluss der Gemeindevertretung vom 20.11.1970.
1971 Die Bermuthshainer Landwirte beschließen nach Aufhebung der gesetzlich vorgeschriebenen Einzugsgebiete die Kündigung der seit 1937 gültigen Zugehörigkeit zur Molkerei Nieder-Moos und schließen sich der Molkereigenossenschaft Lichenroth an.
1971 Verkauf des Gemeindehauses an eine Privatperson.
1971 Aufstellung eines öffentlichen Fernsprechers durch die Deutsche Bundespost neben dem Wiegehaus.
1971 Im Rahmen der vom Land Hessen angeordneten kommunalen Gebietsreform beschließt die Gemeindevertretung von Bermuthshain am 15.9.1971 den "freiwilligen" Anschluss an Grebenhain und stimmt "unter Vorbehalt" dem vorgelegten Grenzänderungsvertrag zu.
1971-1972 Mit Wirkung vom 31.12.1971 bzw. 1.1.1972 hört die selbstständige Gemeinde Bermuthshain zu bestehen auf. Bermuthshain ist fortan als "Grebenhain 3" einer von 14 Ortsteilen der Großgemeinde Grebenhain, der am 1.8.1972 auch die bis dahin selbstständige Gemeinde Steigertal eingegliedert wird. Der bisherige Bürgermeister Ernst Baumbach bleibt vorläufig als Ortsvorsteher im Amt.
1972 Übergabe des ersten eigenen Tragkraftspritzenfahrzeugs (TSF) auf Basis eines Ford Transit der Fa. Ziegler in Gingen a. d. Brenz an die Freiwillige Feuerwehr Bermuthshain am 24.3.1972.
1972 Neugründung des SPD-Ortsbezirks Bermuthshain am 2.5.1972 in Vorbereitung auf die Kommunalwahlen am 22.10.1972.
1972 Am 11.12.1972 wird Heinrich Schlotthauer III. ("Annas") durch den Ortsbeirat zum Ortsvorsteher von Bermuthshain gewählt. Er bleibt über 16 Jahre lang im Amt.
1973 Auf Initiative des Bermuthshainers Hermann Götz ("Scheffersch") wird am 1.1.1973 die Reservistenkameradschaft Bermuthshain unter dem Vorsitzenden Friedhelm Damer ("Sills") gegründet.
1973 Durch die Initiatoren Ewald Däsch (Bermuthshain) und Gerhard Götz (Grebenhain) wird am 24.4.1973 im "Deutschen Haus" der OFC-Fan-Club Grebenhain-Bermuthshain ins Leben gerufen.
1973 Erstmals veranstaltet die Reservistenkameradschaft Bermuthshain das Walpurgisfeuer auf dem Höllerich in der Nacht vom 30.4. auf den 1.5., das von da an zu einer festen jährlichen Tradition wird.
1973 Tod des bekannten Bermuthshainer Lokaljournalisten Helmut Hornung ("Gutermuths") bei einem Verkehrsunfall nahe Herbstein am 18.6.1973.
1973 Zum letzten Mal findet der Bermuthshainer Markt in seiner traditionellen Form als Viehmarkt am 24.7.1973 statt. Auch der Frühjahrsmarkt wird nicht mehr veranstaltet.
1973 Umbau des Bermuthshainer Hochbehälters und Erneuerung der Wasserversorgung.
1973 Gründung des Brieftaubenvereins 01304 "Sturmvogel" Oberland-Bermuthshain am 21.11.1973 in Lichenroth.
1974 Ausbau der Landstraße 3181 zwischen Bermuthshain und Ober-Moos.
1974 In direkter Folge der Gebietsreform erhält Bermuthshain zum 1.9.1974 die postamtliche Bezeichnung "64241 Grebenhain 3".
1974 Gründung des Landfrauenvereins Bermuthshain am 14.11.1974 mit zunächst 19 Mitgliedern und den Vorsitzenden Elfriede Zinn ("Heckerts") und Christa Rahn ("Stocke").
1974 Der Sportverein Bermuthshain 1975 e. V. wird am 13.12.1974 im "Deutschen Haus" unter dem Vorsitzenden Heinrich Oechler ("Schusterjes") mit zunächst 52 Mitgliedern gegründet und nimmt mit Fußball als einziger Sportart im folgenden Jahr den Spielbetrieb auf.
1974 Die Zahlstelle der Volksbank Grebenhain-Crainfeld in Bermuthshain wird zum 30.12.1974 geschlossen und ab dem 6.1.1975 eine "fahrbare Zweigstelle" eingesetzt.
1975 Die Gemeindevertretung Grebenhain beschließt am 24.4.1975 den bereits vor der Gebietsreform geplanten Umbau der leerstehenden neuen Schule zu einem Dorfgemeinschaftshaus mit einem Kostenaufwand von 218.000 DM.
1975 Bermuthshain beteiligt sich erstmals am Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden".
1975 Zum 30.9.1975 wird der seit Anfang der 1960er Jahre aufgrund der Entwicklung des Individualverkehrs zunehmend unrentabel gewordene Personenverkehr auf der Vogelsbergbahn eingestellt. Der Abschiedszug (über Bermuthshain) verkehrt am 27.9.1975.
1975 Betriebseinstellung des Sägewerkes.
1976 Die Neuanlage des Bermuthshainer Sportplatzes wird abgeschlossen. Er nimmt das Gelände des alten Schulsportplatzes hinter dem nunmehrigen Dorfgemeinschaftshaus ein.
1976 Ergebnis der Bundestagswahlen am 3.10.1976 in Bermuthshain: SPD 176, CDU 151, FDP 12, NPD 2. Die Wahlbeteiligung beträgt 87,4%.
1977 Ergebnis der Kommunalwahlen am 20.3.1977 in Bermuthshain. Ortsbeirat (Bürgerliste Bermuthshain): Schlotthauer 242, W. Luft 201, Oechler 186, Zinn 179, Schindler 166, Zimmermann 150, Tiefensee 109, F. K. Luft 105, Eigner 99. Die Wahlbeteiligung beträgt 84,1%.
1977 Erneut nimmt Bermuthshain am Landeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" teil.
1977 Nach einer Umbauzeit von 19 Monaten wird am 11.6.1977 das Dorfgemeinschaftshaus, die in Eigenleistung der Einwohnerschaft umgestaltete frühere Schule, feierlich eingeweiht. Es ist das insgesamt 967. Dorfgemeinschaftshaus im Bundesland Hessen.
1978 Beginn der "Zweitbereinigung", der zweiten Flurbereinigung in der Gemarkung Bermuthshain nach 1909-1928. Insbesondere das als unzureichend eingestufte Wegenetz soll verbessert sowie Maßnahmen der Bodenverbesserung und Landschaftspflege durchgeführt werden.
1978 Aufhebung der Revierförsterei Bermuthshain, deren Aufgaben nunmehr vollständig vom Hessischen Forstamt Grebenhain wahrgenommen werden. Das Forsthaus wird an eine Privatperson verkauft.
1978 Der Landfrauen-Ortsverein Bermuthshain beteiligt sich erstmals mit einem eigenen Motivwagen am Hessentag und nimmt in der Folgezeit mindestens alle zwei Jahre daran teil.
1978 Die Ortsdurchfahrt von Bermuthshain wird neu ausgebaut, wobei das etwas in den Straßenverlauf hineinragende Anwesen Deuchert ("Schloarschmidtshannerjes") abgerissen werden muss. Dem Ausbau zum Opfer fällt auch das schon seit 1968 unbenutzte alte Oberdörfer Backhaus.
1978 Auf dem Gelände der früheren "Muna" im Oberwald wird mit dem Bau eines NATO-Versorgungsdepots begonnen und unter Protesten der regionalen Friedensbewegung bis Ende 1982 vollendet. Das umgangssprachlich "Natolager" genannte Depot für Treibstoff, Munition und Gerät wird von der US-Army betrieben und ist Teil des NATO-Verteidigungskonzepts im "Fulda Gap", der vermuteten Hauptstoßrichtung der Armeen des Warschauer Pakts.
1978 Ergebnis der Landtagswahlen am 8.10.1978 in Bermuthshain: SPD 173, CDU 148, FDP 18, NPD 2, FWG 2. Die Wahlbeteiligung beträgt 84,4%.
1978 Als Folge der Gebietsreform wird eine teilweise Umbenennung der Ortsstraßen in Bermuthshain wegen Namensgleichheit mit Straßen in anderen Ortsteilen notwendig: Alter Weg - Tannenweg, Bahnhofstraße - Am Esch bzw. Vogelsberger Straße, Hauptstraße - Fuldaer Straße, Mittelgasse - Birkenweg, Mühlweg - Grundweg bzw. Graue Mühle/Schneidmühle, Schulweg - Tannenweg, Waldstraße - Neuwiesenweg. Neu eingeführt wird der Straßenname "Schanzenblick" für die Querstraße im Neubaugebiet.
1979 Schließung des Raiffeisen-Gemischtwarenladens im Anwesen Greßmann (ehemalige Molkerei) am 13.7.1979.
1980 Nach 94 Jahren wird die Herstellung von Skiern durch die Firma "Ski Luft" eingestellt, die jedoch als Ski- und Sportartikelgeschäft weiter bestehen bleibt.
1980 Der vollständige Umbau des Gasthauses "Zum Deutschen Haus", das zu diesem Zeitpunkt eine regional weithin bekannte Tanzbar ist, wird abgeschlossen.
1980 Großbrand im Anwesen Kaiser ("Koarsersch"), das dabei vollständig zerstört wird.
1980 Ergebnis der Bundestagswahlen am 5.10.1980: SPD 180, CDU 154, FDP 18, Grüne 3, NPD 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 85,8%.
1981 Ergebnis der Kommunalwahlen am 22.3.1981 in Bermuthshain. Ortsbeirat (Bürgerliste Bermuthshain): Schlotthauer 262, W. Luft 229, Zinn 181, Oechler 168, Schindler 146, Zimmermann 144, Eigner 143, Weitzel 129, Pfannstiel 126, F. K. Luft 122, Betz 82, Appel 79, Schultheis 73, Ackermann 66, Tiefensee 62.
1981 Das Restaurant und Cafe "Park-Cafe" im Anwesen Appel ("Dammbauersch") wird am 26.9.1981 eröffnet. Es besteht bis 1990.
1982 Durch Wassereinbruch und ungenügende Instandhaltung bricht die Decke des Betsaales in der alten Schule herunter und muss vollständig erneuert werden.
1982 Ergebnis der Landtagswahlen am 26.9.1982 in Bermuthshain: SPD 172, CDU 159, Grüne 13, FDP 12. Die Wahlbeteiligung beträgt 85%.
1983 Ergebnis der Bundestagswahlen am 6.3.1983 in Bermuthshain. Erststimmen: CDU 182, SPD 174, Grüne 6, FDP 5, DKP 2. Zweitstimmen: SPD 173, CDU 173, FDP 15, DKP 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 88,7%.
1983 Im Rahmen des NATO-Großmanövers "Reforger 83"-"Confident Enterprise" im Vogelsberggebiet wird auch die Gemarkung Bermuthshain im September 1983 in umfangreiche Übungen amerikanischer Infanterie- und Panzertruppen einbezogen.
1983 Ergebnis der Landtagswahlen am 25.9.1983 in Bermuthshain: SPD 192, CDU 132, FDP 25, Grüne 9.
1983 Die Nutzung der Skisprungschanze am Höllerich durch den TSV Grebenhain und andere Wintersportler wird aufgegeben. Seither verfällt das Bauwerk allmählich.
1984 Der aus drei Teichen bestehende Amphibien-Biotop an der Kreisstraße nach Lichenroth wird am 23.5.1984 seiner Bestimmung übergeben und zugleich die Renaturierung der Lüder abgeschlossen. Beide Arbeiten erfolgten im Rahmen der zweiten Flurbereinigung.
1984 Bau einer Grillhütte am Rabenberg neben dem Gelände des ehemaligen Schießplatzes der Kriegerkameradschaft.
1984 Die Friedhofskapelle wird in Eigenleistung um ein Vordach und zwei Anbauten erweitert.
1984 Neben dem Sportplatz wird ein geschotterter Festplatz neu angelegt und einige Jahre lang u. a. für die Abhaltung des Bermuthshainer Marktes und Jubiläumsfeiern von Vereinen benutzt.
1984 Als Ersatz für die bei einem Sturm im September 1984 umgestürzte "Freiheitslinde" auf dem Gelände des Bermuthshainer Friedhofes wird am 27.11.1984 die "Friedenslinde" im feierlichen Rahmen durch den Ortsbeirat gepflanzt.
1985 Ergebnis der Kommunalwahlen am 10.3.1985 in Bermuthshain. Ortsbeirat (Bermuthshainer Liste): Schlotthauer 252, Schindler 172, Zimmermann 169, Eigner 159, Pfannstiel 151, Zinn 150, E. Weitzel 146, D. Oechler 115, Siebenlist 102, Betz 79, W. Oechler 66. Die Wahlbeteiligung beträgt 79,8%.
1986 Der MGV "Eintracht" Bermuthshain richtet zum dritten Mal nach 1923 und 1966 vom 6. bis 8.6.1986 das Bundessängerfest des Vogelsberger Sängerbundes anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Vereins aus.
1986 Bau einer neuen Maschinenhalle und eines Waschplatzes für Fahrzeuge am alten Marktplatz. Die Maschinenhalle wird seit den 1990er Jahren auch zunehmend als "Festhalle" genutzt.
1986 Der Ortsbeirat von Bermuthshain stellt bei der Gemeindevertretung Grebenhain erstmals einen Antrag auf die Aufnahme des Ortes in das Dorferneuerungsprogramm des Landes Hessen. Der Antrag wird jedoch mit dem Hinweis auf die "gute Bausubstanz" des Ortsteiles abgelehnt.
1987 In Bermuthshain leben 562 ständige Einwohner. Die Zunahme der Einwohnerzahlen geht vor allem auf das in den 1970er Jahren bebaute Neubaugebiet "Am Rabenberg" und "Schanzenblick" zurück.
1987 Inbetriebnahme der Bermuthshainer Kläranlage nahe der Gemarkungsgrenze zu Crainfeld.
1987 Ergebnis der Bundestagswahlen am 25.1.1987. Erststimmen: SPD 169, CDU 142, Grüne 18, FDP 13. Zweitstimmen: SPD 176, CDU 133, FDP 19, Grüne 17, Friedensliste 1, Die Frauen 1, Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands 1, Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 81,8%.
1987 Ergebnis der Landtagswahlen am 5.4.1987 in Bermuthshain: SPD 162, CDU 98, FDP 39, Grüne 16, DKP 3, ÖDP 2.
1987 Neuanlage eines zweiten Sportplatzes für den SV Bermuthshain neben dem alten Sportplatz.
1987 Erneut nimmt Bermuthshain gemeinsam mit den Ortsteilen Volkartshain, Herchenhain und Hartmannshain für die Großgemeinde Grebenhain am Landeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" teil.
1988 Unterirdische Neuverlegung des bisher oberirdisch verlaufenden Bermuthshainer Stromnetzes im alten Ortskern und Neubau von drei Transformatorenstationen im Grundweg, neben dem Backhaus und neben dem Anwesen Luft ("Schmedebaste"). Die bestehenden Transformatorenhäuser von 1921 und 1969 werden in den Jahren 1993 und 1989 abgebrochen.
1988 Eröffnung der Gaststätte "Zum Sturmvogel" im Anwesen Hermann ("Stirskloase"), die bis 2005 besteht.
1989 Wilfried Pfannstiel ("Pittjes"), Enkel des früheren Bürgermeisters Otto Ernst August Pfannstiel, wird nach den Kommunalwahlen am 12.3.1989 zum neuen Ortsvorsteher von Bermuthshain gewählt. Das Ergebnis der Wahlen zum Ortsbeirat lautet: Schindler 237, Zimmermann 160, Eigner 158, Siebenlist 131, Appel 124, D. Oechler 116, K. H. Weitzel 115, Betz 99, Zinn 99, W. Oechler 71, Minnert 60. Die Wahlbeteiligung beträgt 80%.
1989 Der Bermuthshainer Markt findet erstmals seit Jahrzehnten wieder an seinem alten Platz auf dem Marktplatz am Ortsausgang nach Ober-Moos statt. Die dortige Maschinenhalle wird seither als Festhalle benutzt.
1990 Bei dem Orkan "Wiebke" im Februar 1990 werden ein großer Teil des Waldbestandes in der Gemarkung Bermuthshain vernichtet sowie einige Gebäude im Ort selbst teilweise stark beschädigt.
1991 Das nach der Wiedervereinigung Deutschlands und dem Ende des Kalten Krieges überflüssig gewordene "Natolager" wird geräumt und das Gelände später durch die Großgemeinde Grebenhain einer zivilen Nutzung zugeführt.
1991 Neubau des Sportlerheimes des SV Bermuthshain am Sportplatz, das im übernächsten Jahr eingeweiht wird.
1991 Letztmalige Teilnahme von Bermuthshain am Landeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden", der 1993 in den Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" mit neuen Bewertungskriterien umgewandelt wird.
1992 Die Freiwillige Feuerwehr Bermuthshain erhält ein neues TSF der Fa. Ziegler in Gingen a. d. Brenz auf Basis eines VW LT 35. Das alte TSF wird der Feuerwehr im thüringischen Buttlar übergeben.
1993 Der zum Gasthaus "Deutsches Haus" gehörende Gemischtwarenladen wird nach über 140 Jahren am Jahresanfang 1993 geschlossen. In Bermuthshain gibt es damit kein Ladengeschäft mehr.
1993 Ergebnis der Kommunalwahlen am 7.3.1993. Ortsbeirat (Bermuthshainer Liste): Schindler 221, Siebenlist 176, Pfannstiel 175, Weitzel 139, Appel 134, D. Oechler 112, Betz 101, Däsch 95. Die Wahlbeteiligung beträgt 71,4%.
1993 Der SV Bermuthshain steigt erstmals in die Fußball-Kreisliga A Lauterbach auf.
1993 Die Erschließung und Bebauung des zweiten Neubaugebietes "Unterm Roten Berg" (neue Straßenbezeichnung) beginnt.
1994 Ergebnis der Bundestagswahlen am 16.10.1994 in Bermuthshain. Erststimmen: SPD 171, CDU 131, REP 13, FDP 10, Grüne 7. Zweitstimmen: SPD 167, CDU 117, FDP 25, Grüne 22, REP 8, PDS 2.
1995 Ergebnis der Landtagswahlen am 19.2.1995 in Bermuthshain. Wahlkreis: SPD 146, CDU 109, Grüne 14, FDP 8, REP 6, Statt-Partei 3. Land: SPD 147, CDU 95, FDP 17, Grüne 17, REP 6, Statt-Partei 2, Partei Bibeltreuer Christen 2, Graue 1, Bund freier Bürger 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 59,7%.
1995 Schließung des Raiffeisen-Warenlagers am Marktplatz wegen des sinkenden Umsatzes, eine Folge des Bedeutungsrückgangs der Landwirtschaft im Ort.
1995 Bau eines neuen größeren Feuerwehrgerätehauses im Anschluss an das Dorfgemeinschaftshaus. Das alte Feuerwehrgerätehaus wird an einen Privatmann verkauft und der 45 Jahre das Ortsbild prägende Schlauchturm abgerissen.
1996 Offizieller Abschluss der zweiten Flurbereinigung und Setzung eines Gedenksteins am Marktplatz.
1997 Ergebnis der Kommunalwahlen am 2.3.1997 in Bermuthshain. Ortsbeirat (Bermuthshainer Liste): Schindler 188, Weitzel 175, Siebenlist 161, Pfannstiel 147, Zimmermann 139, Schmitt 130, W. Oechler 108, Schultheis 103, Appel 100. Die Wahlbeteiligung beträgt 67,4%.
1997 Die stillgelegte Eisenbahnstrecke der Vogelsbergbahn wird abgerissen. Bermuthshain verliert damit nach 91 Jahren seinen Anschluss an das Eisenbahnnetz.
1997 Am Pfingstmontag 1997 wird die alte Schneidmühle bei einem Großbrand vollständig zerstört. Lediglich das neue Wohnhaus kann gerettet werden.
1997 Der bundesweit einmalige "Landmännerverein" wird am 29.8.1997 im "Goldnen Stern" unter dem Vorsitzenden Karl Peppel ("Mauls") mit zunächst 30 Mitgliedern gegründet.
1997 Die Bermuthshainer Herbstkirmes findet am 31.10.1997 zum letzten Mal im "Deutschen Haus" statt. In ihrer traditionellen Form mit Kirmesburschenschaft, Versteigerung und Umzug war sie jedoch bereits seit 1968 nicht mehr veranstaltet worden.
1997 Gründung der "Forschungsgruppe Metrik" von Winfried Zinn als Unternehmen im Bereich Patienten- und Mitarbeiterbefragung im Gesundheitswesen.
1998 Beim Absturz eines Kleinflugzeugs an der Gemarkungsgrenze von Bermuthshain zu Lichenroth am 25.4.1998 werden drei Menschen getötet.
1998 Der Landmännerverein Bermuthshain veranstaltet am 24.10.1998 einen "Almabtrieb" mit 25 Kühen vom Höllerich ins Dorf. Die Veranstaltung erfreut sich großen Zuspruchs und wird in den Jahren 1999-2002 jedes Jahr wiederholt. Seit dem Juni 1998 veranstaltet der Verein außerdem jährlich eine Oldtimer-Traktor-Ausstellung.
1999 Ergebnis der Landtagswahlen am 7.2.1999 in Bermuthshain. Wahlkreis: Bender (SPD) 128, Ortmann (CDU) 92, Diening (FDP) 15, Bothe (Grüne) 11, Langer (REP) 8.  Land: SPD 131, CDU 108, Grüne 11, REP 6, FDP 5. Die Wahlbeteiligung beträgt 54,1%.
1999 Der Ortsbeirat von Bermuthshain beantragt am 18.2.1999 bei der Gemeinde Grebenhain zum zweiten Mal die Aufnahme in das Dorferneuerungsprogramm des Landes Hessen. Hintergrund ist der drohende Abriss der in schlechtem baulichen Zustand befindlichen, denkmalgeschützten, alten Schule.
1999 Die Gemeindevertretung Grebenhain stimmt am 7.10.1999 zunächst gegen die Aufnahme von Bermuthshain und stattdessen für die Aufnahme der Ortsteile im Steigertal (Heisters, Wünschenmoos, Zahmen) in das Dorferneuerungsprogramm. Das Amt für ländlichen Raum (ARLL) in Lauterbach erwirkt jedoch eine Revision dieser Entscheidung, so dass Bermuthshain neben dem Steigertal doch noch in das Dorferneuerungsprogramm aufgenommen wird.
1999 Gründung der Firma dinob.de von Stephan Wies für Entwicklung und Vertrieb von Softwareprogrammen für Bauhofmanagement und Straßenbetriebsdienst.
1999 Die leerstehende alte Hofreite "Schmidts" brennt am 11.12.1999 vollständig nieder, während ein Übergreifen auf das angrenzende neue Wohnhaus verhindert werden kann.
2000 Ergebnis bei der Neuwahl des Landrats in Bermuthshain. Erster Wahlgang: Fellner (SPD) 93, Marx (CDU) 52, Kopp (FWG) 36, Riese (Grüne) 5. Zweiter Wahlgang: Fellner (SPD) 71, Marx (CDU) 49. Die Wahlbeteiligung beträgt 37,8% bzw. 32,5%.
2000 Einweihung des Vulkanradweges auf der Trasse der ehemaligen Vogelsbergbahn am 1.5.2000. Die Verlängerung am alten Bermuthshainer Bahnhof vorbei bis Hartmannshain erfolgt 2002.
2000 Mit der 1. öffentlichen Dorfforum am 18.5.2000 beginnt die Klärungsphase der Dorferneuerung in Bermuthshain. Die Fördermaßnahmen der Dorferneuerung sind bis zum 30.9.2007 befristet.
2000 Vom 14.-25.7.2000 begeht der SV Bermuthshain sein 25jähriges Bestehen, u. a. mit einem großen Festumzug durch den Ort.
2001 Nach den Kommunalwahlen am 20.3.2001 wird Klaus-Heiko Weitzel ("Hanse"), Enkel des ersten Nachkriegsbürgermeisters Johannes Weitzel, zum neuen und bis dahin vierten Ortsvorsteher von Bermuthshain gewählt. Als Mitglieder des neuen Ortsbeirates (Bermuthshainer Liste) werden gewählt: Weitzel 223, Schindler 183, Däsch 144, Seipel 127, H. Appel 123, Schmitt 112, S. Eigner 105, Köhler 104, Zinn 97. Die Wahl zur Gemeindevertretung hat das Ergebnis: SPD 4273 (59,6%), CDU 2140 (29,9%), FDP 752 (10,5%). Bei der Kreistagswahl werden Stimmen abgegeben für: SPD 6795, CDU 3673, FDP 2056, Grüne 769, REP 502, FWG 442. Die Wahlbeteiligung beträgt 56%.
2001 Gründung des Kleintierzuchtvereins Bermuthshain am 8.5.2001 unter dem Vorsitzenden Jürgen Blümlein, dessen Mitgliederzahl in den folgenden Jahren bis auf 30 zunimmt.
2001 Bildung der Arbeitskreise für die im Rahmen der Dorferneuerung vorgesehenen öffentlichen Projekte (Dorfgemeinschaftshaus, Alte Schule, Festhalle, Backhaus, Wiegehaus, Sprungschanze, Dorfchronik usw.), womit die Planungsphase des Programms beginnt.
2001 Die neue Kulturscheune "Zum Wilden Mann" als Bestandteil der Däsch Gastronomie ("Deutsches Haus") wird eingeweiht. Es handelt sich um die umgebaute und erneuerte Hofreite "Schloarschmidts".
2001 Im Dezember 2001 wird die Jugendfeuerwehr Bermuthshain ins Leben gerufen.
2002 Auflösung der Maschinengemeinschaft Bermuthshain.
2002 Ergebnis der Bundestagswahlen am 22.9.2002 in Bermuthshain. Erststimmen: Imhof (SPD) 172, Hohmann (CDU) 127, Wagner (FDP) 16, Sporer (Grüne) 5, Breitung (NPD) 4, Rückert (PDS) 3. Zweitstimmen: SPD 149, CDU 105, FDP 35, Grüne 22, NPD 5, REP 5, Schill-Partei 2, Tierschutzpartei 2, PBC 1, PDS 1.
2002 Wegen der bevorstehenden Sanierung des Backhauses wird am 4.12.2002 die Backgemeinschaft Bermuthshain gegründet, die seit 2005 den Namenszusatz "Vulkanbäcker" trägt.
2003 Ergebnis der Landtagswahlen am 2.2.2003 in Bermuthshain. Wahlkreis: Wiegel (CDU) 134, Bender (SPD) 85, Diening (FDP) 12, Bothe (Grüne) 11. Land: CDU 121, SPD 76, FDP 25, Grüne 13, REP 6, Die Frauen 1, Bürgerbewegung Solidarität 1, Partei für Soziale Gerechtigkeit 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 52,2%.
2003 Die alte Sprungschanze auf dem Höllerich wird unter Denkmalschutz gestellt.
2003 Als erstes Projekt im Rahmen der Dorferneuerung wird der Umbau des Dorfgemeinschaftshauses in Angriff genommen, der insgesamt drei Jahre in Anspruch nimmt.
2003 In Bermuthshain leben am 31.8.2003 insgesamt 617 Menschen mit ersten Wohnsitz sowie noch 79 Menschen mit zweitem Wohnsitz. Von der Wohnbevölkerung entfallen 299 auf den alten Ortskern (Baubestand von 1939).
2004 Die Neugestaltung des Lindenplatzes und die Erneuerung des Backhauses mit seinem Umfeld sowie der Umbau des alten Wiegehauses zum Infozentrum "Alte Waage" im Rahmen der Dorferneuerung wird durchgeführt. Als private Maßnahme erfolgt die Fassaden- und Dachsanierung der früheren Gastwirtschaft "Zur Krone".
2004 Schließung der Bermuthshainer Poststelle in der Hauptstraße gegenüber dem "Deutschen Haus" am 28.12.2004. Das Postgebäude wird im Juli 2005 abgerissen. Eine neue Postagentur besteht bereits seit 2003 beim Ski- und Sportartikelgeschäft "Ski Luft".
2005 Im Rahmen von Sparmaßnahmen der hessischen Landesregierung wird das bisher für Bermuthshain zuständige Forstamt Grebenhain nach rund 200jährigem Bestehen zum 1.1.2005 aufgelöst. Seine Aufgaben werden nunmehr vom Forstamt in Schotten wahrgenommen.
2005 Feierliche Übergabe des neu gestalteten Backhauses im Rahmen eines Backhausfestes von der Gemeinde Grebenhain an die Backgemeinschaft "Vulkanbäcker" Bermuthshain am 19.8.2005.
2005 Ergebnis der vorgezogenen Bundestagswahlen am 18.9.2005 in Bermuthshain. Erststimmen: Blum (SPD) 130, Brand (CDU) 84, Hohmann (parteilos) 55, Klotzsche (FDP) 15, Bosold (NPD) 12, Rogatty (Die Linke) 8, Eckart (Grüne) 2. Zweitstimmen: SPD 119, CDU 81, FDP 45, Die Linke 17, Grüne 17, NPD 15, REP 3, Tierschutzpartei 2, Graue 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 67,7%.
2006 Ergebnis der Kommunalwahlen am 26.3.2006 in Bermuthshain. Ortsbeirat (Bermuthshainer Liste): Weitzel 444 (21,8%), Seipel 266 (13,1%), Otter 255 (12,51%), Appel 221 (10,84%), Schmitt 167 (8,19%), Rahn 150 (7,36%), Schlotthauer 141 (6,92%), Zinn 121 (5,93%), Köhler 119 (5,84%). Gemeindevertretung: SPD 3794 (55%), CDU 2493 (36,2%), FDP 608 (8,8%). Kreistag: SPD 2379 (42,5%), CDU 1830 (32,7%), FDP  549 (9,8%), Grüne 366 (6,5%), FWG 61 (1,1%). Landrat: Marx (CDU) 130 (51,6%), Krug (SPD) 114 (45,2%), Zielinski (Grüne) 8 (3,2%).  Die Wahlbeteiligung beträgt 53,6%.
2006 Beteiligung des MGV "Eintracht" Bermuthshain an der Sendereihe "Mein Verein in hr4" des Hessischen Rundfunks. Die Sendung am 9.4.2006 wird direkt aus dem Dorfgemeinschaftshaus Bermuthshain übertragen.
2006 Der SV Bermuthshain steigt mit der schlechtesten Saisonleistung seiner Vereinsgeschichte als weit abgeschlagener Tabellenletzter aus der Fußball-Kreisliga A Fulda-Lauterbach ab. Er belegt den 16. und letzten Tabellenplatz mit einem Torverhältnis von 29:127 und 6 Punkten.
2006 Offizielle Einweihung der zur Däsch Gastronomie gehörenden Übernachtungsscheune "Zur Wilden Frau" für Radtouristen am 19.8.2006. Für Übernachtungsgäste ist die Einrichtung bereits seit dem 20.5.2006 geöffnet. Es handelt sich um die umgebaute alte Scheune der "Götzjes" Hofreite (erbaut 1754).
2006 Feierliche Einweihung des Dorfgemeinschaftshauses nach den umfassenden dreijährigen Umbauarbeiten im Rahmen der Dorferneuerung am 29.9.2006.
2006 Die Aussichtsplattform auf dem Höllerich, am Fuß der alten Skisprungschanze gelegen, wird im Rahmen der Dorfernneuerung fertiggestellt. Zugleich wird ein Rastplatz neben dem freigeschnittenen Denkmalstein von 1871 am Höllerich angelegt und der Bereich des einstigen Festplatzes und Schießstandes des Kriegervereins wieder zugänglich gemacht. Beide Anlagen werden am 1.10.2006 der Öffentlichkeit übergeben.
2007 Durch den Orkan "Kyrill" am 18.1.2007 werden Teile des Waldbestandes in der Gemarkung Bermuthshain verwüstet sowie Dächer im Ortskern teilweise abgedeckt.
2007 Gründung der "Sektion Vulkan Vogelsberg" der Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft im Rahmen einer Versammlung in der Kulturscheune "Zum Wilden Mann" am 29.3.2007.
2007 Der "alte Weg" (amtliche Bezeichnung: Tannenweg) wird im April/Mai 2007 als letzte Ortsstraße ausgebaut und mit einer Teerdecke versehen.
2007 Wiederaufstieg des SV Bermuthshain als Tabellenerster der Kreisliga B Schlüchtern. Aufgrund der Zugehörigkeit zum Fußballkreis Schlüchtern (seit 2006) spielt der SVB ab der Saison 2007/2008 in der Kreisliga A Schlüchtern. Eine Spielgemeinschaft mit der SpVgg Hartmannshain/Herchenhain, die SG Oberwald, wird gebildet.
2007 Ergebnis der Bürgermeisterwahlen in der Großgemeinde Grebenhain am 20.5.2007 in Bermuthshain: Dickert (parteilos, Amtsinhaber) 240 (90,9%), Böhm (NPD) 24 (9,1%). Die Wahlbeteiligung beträgt 54,6%.
2007 Erste öffentliche Bilderausstellung "Bermetzhaa enichnert" zur Geschichte von Bermuthshain mit rund 240 historischen Fotografien des Dorfes und seiner Bewohner im Dorfgemeinschaftshaus am 3. und 4.11.2007.
2007 Im Alter von 91 Jahren stirbt am 7.12.2007 Ernst Baumbach, von 1956 und 1971 letzter Bürgermeister der selbstständigen Gemeinde Bermuthshain.
2008 Ergebnis der Landtagswahlen am 27.1.2008 in Bermuthshain. Wahlkreis: Göhrig (SPD) 105, Wiegel (CDU) 86, Döweling (FDP) 24, Siefart (Grüne) 8, Käs (NPD) 8, Schnell (Die Linke) 7, Wicke (FWG) 6, Jacobsen (REP) 1. Land: SPD 101, CDU 74, FDP 33, Grüne 14, Die Linke 10, NPD 10, FWG 2, REP 1, Graue 1, Piratenpartei 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 52,3%.
2008 Die "Lüderquelle" wird im Rahmen der Dorferneuerung am Vulkanradweg unterhalb des alten Weidheckenteiches mit einer Basaltsteinmauer gefasst.
2008 Bei einem Großbrand am 23.3.2008 wird die alte Stallscheune der Hofreite "Hirtschneidersch" zerstört.
2008 Die Gemeindevertretung Grebenhain beschließt am 22.4.2008 mehrheitlich den Verkauf der alten Schule. Die geplante Sanierung im Rahmen der Dorferneuerung und die Umwandlung zu einem Museum ist dadurch zunächst in Frage gestellt. Am 25.6.2008 revidiert die Gemeindevertretung Grebenhain den Verkaufsbeschluss wieder und entscheidet sich doch noch mit Mehrheit für die Sanierung der alten Schule.
2008 Sanierung und Fassadenrekonstruktion der Hofreite "Doktersch" (erbaut 1731), des bedeutendsten Fachwerkhauses von Bermuthshain und ältesten inschriftlich datierten Gebäudes im Dorf.
2008 Umbau und Sanierung der alten Schule und der Maschinenhalle ("Festhalle") als finale Projekte der Dorferneuerung beginnen im August 2008.
2009 Ergebnis der Landtagswahlen am 18.1.2009 in Bermuthshain. Wahlkreis: Wiegel (CDU) 107, Görig (SPD) 77, Döweling (FDP) 21, Schnell (Die Linke) 13, Bothe (Grüne) 10, Schäfer (NPD) 10. Land: CDU 87, SPD 65, FDP 38, Grüne 17, Die Linke 15, NPD 11, Piratenpartei 3, REP 2, FWG 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 51,7%.
2009 Zur Vorbereitung der 1000-Jahr-Feier von Bermuthshain (urkundliche Ersterwähnung 1012) im August 2012 wird am 12.3.2009 im "Deutschen Haus" ein Festausschuss von Ortsbeirat, örtlichen Vereinen und interessierten Bürgern gegründet.
2009 Ergebnis der Bundestagswahlen am 27.9.2009 in Bermuthshain. Erststimmen: Blum (SPD) 102, Brand (CDU) 69, Lörcher (Die Linke) 25, Klotzsche (FDP) 23, Sporer (Grüne) 15, Bosold (NPD) 15. Zweitstimmen: CDU 86, SPD 79, FDP 41, Die Linke 30, Grüne 23, NPD 15, REP 3, Tierschutzpartei 3, Piratenpartei 3, BüSo 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 59%.
2010 Gründung des Dorfvereins Bermuthshain zur Vorbereitung der 1.000-Jahr-Feier der urkundlichen Ersterwähnung im Jahr 2012 am 19.3.2010.
2010 Einweihung der Maschinenhalle und "Feierscheune" ("Festhalle") am Marktplatz nach dem zweijährigen Umbau im Rahmen der Dorferneuerung am 2.7.2010.
2010 Auflösung des Kleintierzuchtvereins Bermuthshain (seit 2007 inaktiv) am 2.10.2010.
2010 Veröffentlichung des historischen Bildbandes "Bermuthshain. Ortsgeschichte in alten Bildern" von Carsten Eigner, verbunden mit der zweiten Bilderausstellung im Dorfgemeinschaftshaus am 27. und 28.11.2010.
2011 Ergebnis der Kommunalwahlen am 27.3.2011 in Bermuthshain. Ortsbeirat (Bermuthshainer Liste): Weitzel 452 (22,61%), Otter 269 (13,46%), Appel 255 (12,76%), Schlotthauer 229 (11,46%), A. Seipel 190 (9,5%), Nies 186 (9,3%), Köhler 178 (8,9%), Rahn 150 (7,5%), Zinn 90 (4,5). Kreistag: SPD 4623, CDU 4262, Grüne 1392, FDP 1183, FWG 704, Die Linke 436. Die Wahlbeteiligung beträgt 54,88%.
2011 Wahl von Herbert Nies zum neuen Ortsvorsteher von Bermuthshain durch den Ortsbeirat am 5.5.2011.
2011 Einweihung der alten Schule nach der dreijährigen Sanierung im Rahmen der Dorferneuerung und Eröffnung des Muna-Museums Grebenhain in der alten Schule am 8.5.2011
2011 100-Jahr-Feier des MGV "Eintracht" Bermuthshain im Rahmen einer Festwoche vom 1. bis 5.6.2011, verbunden mit dem Bundessängerfest des Vogelsberger Sängerbundes.
2011 Ergebnis bei der Neuwahl des Landrats in Bermuthshain. Erster Wahlgang (6.11.2011): Vollmöller (CDU) 72, Görig (SPD) 50, Schwalm (Die Linke) 4. Zweiter Wahlgang (20.11.2011): Vollmöller (CDU) 71, Görig (SPD) 56. Die Wahlbeteiligung beträgt 28,6% bzw. 28,4%.