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Dillemuth |
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Das alte Förstergeschlecht der Dillemuth hatte seinen Ursprung in dem Dorf
Hainchen nahe Büdingen, heute Ortsteil der Gemeinde Limeshain. Der
Familienname Dillemuth kommt bis heute in ganz Deutschland gehäuft nur im
südlichen Hessen vor. Spekulationen über den Ursprung des Namens gehen in
Richtung einer französischen bzw. hugenottischen Herkunft. Bereits in
Hainchen waren Angehörige der Familie Dillemuth über mehrere Generationen
hinweg Förster. Stammvater und ältester bekannter Angehöriger des
Dillemuth-Geschlechts war der um 1656 in Hainchen lebende Valentin
Dillemuth. Sein Ururenkel war der Hainchener Förster Johann Adam Dillemuth.
Dessen Tochter, die 1796 geborene Maria Katharina Dillemuth, hatte einen
unehelichen Sohn, den 1818 in Hainchen geborenen Friedrich Wilhelm Samuel
Dillemuth. Dieser erlernte wie sein Großvater den Beruf des Försters und
diente von 1839 bis 1845 in der 5. Kompanie des 1.
Großherzoglich-hessischen Leibgarde-Infanterieregiments Nr. 115 in
Darmstadt. 1847 wurde er als Forstverwalter nach Oberrodbach und im
folgenden Jahr in seinem Heimatort Hainchen versetzt. Zum 16.4.1852
erhielt er dann die Stelle eines Forstwarts in Bermuthshain und zog mit
seiner Familie dorthin. Friedrich Wilhelm Samuel Dillemuth war zweimal verheiratet. Die zweite Ehefrau Juliana Dillemuth geb. Ruckelshausen war die Tochter des Bürgermeisters Eckhard Ruckelshausen in Elpenrod im Kreis Alsfeld. In Bermuthshain lebte die Familie ursprünglich, wohl zur Miete, im "Hoase" Haus am Ortsausgang nach Lichenroth. Im Jahr 1868 baute Förster Dillemuth am oberen Ende des heutigen Bergwegs dann ein einstöckiges Wohnhaus mit Mansarde, das heute den Hausnamen "Mauls" trägt. Von den Söhnen aus erster Ehe mit Margaretha Dillemuth geb. Reichert wanderten Frank Dillemuth nach Nordamerika und Friedrich Ernst Dillemuth nach Großbritannien aus. Letzterer blieb weiterhin mit seiner alten Heimat verbunden und baute 1893 das noch heute erhaltene Jagdhaus als erstes Gebäude im Oberwald auf dem Gelände der späteren "Muna", nachdem er die Grebenhainer Gemeindejagd gepachtet hatte. |
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| Dies ist das wohl älteste Bermuthshainer Familienbild, aufgenommen wohl um 1870. Es zeigt die Försterfamilie Dillemuth, von links: Juliana Dillemuth geb. Ruckelshausen, Wilhelm Dillemuth (x), Elise Dillemuth, Julius Dillemuth, Friedrich Wilhelm Samuel Dillemuth, Frank Dillemuth. Julius Dillemuth ist 1877 an Tb gestorben, Frank Dillemuth später nach Nordamerika ausgewandert. |
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Aus der zweiten Ehe mit Juliana Dillemuth geb. Ruckelshausen entstammte
der 1861 geborene Wilhelm Dillemuth als berühmtester Angehöriger der
Familie in Bermuthshain. Er folgte seinem Vater als
großherzoglich-hessischer Forstwart in Bermuthshain von 1886 bis 1924.
Zuvor diente er ebenfalls in Darmstadt beim großherzoglichen Leibregiment.
Als Forstwart, der dem Forstamt in Grebenhain unterstellt war, machte er
sich einen Namen durch die erste Anpflanzung von Douglasien im hohen
Vogelsberg. Um 1890 ließ er sich Douglasiensamen aus Nordamerika schicken
und säte sie in den Distrikten "Steinacker", "Rothebach", "Großheegholz"
und "Steinwäldchen" aus. Noch heute stehen einige dieser über 115 Jahre
alten Bäume. Wilhelm Dillemuth war zugleich der erste Skiläufer im
Vogelsberg. Nachdem er darüber in einer norwegischen Zeitung gelesen
hatte, ließ er sich von dem örtlichen Holzdreher und späteren
Bürgermeister und Landtagsabgeordneten Friedrich Jost ("Stockjes") die
ersten "Schneeschuhe" anfertigten und probierte sie bei seiner ersten
Fahrt von der Herchenhainer Höhe zum Grebenhainer Berg selbst aus. Zu
seinen Ehren erhielten 1951 eine Douglasie in der Rothenbach den Namen "Wilhelm-Dillemuth-Douglasie"
und die 1970 eingeweihte neue Skisprungschanze den Namen "Wilhelm-Dillemuth-Schanze". Wilhelm Dillemuth war der Mitbegründer des am 22.3.1900 gebildeten Bermuthshainer Kriegervereins und dessen erster Vorsitzender bis 1930. Ab 1910 war er auch Bezirksvorsitzender der Kriegerkameradschaft Hassia im Bezirk Herbstein. Zwischen 1933 und 1945 war er außerdem Ortsverwalter der "Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt" (NSV). Während des Zweiten Weltkrieges und der Nachkriegszeit war er 1941-1945 und 1945-1946 nochmals mit der Forstwartei Bermuthshain betraut. Hochbetagt starb er am 28.9.1951 in Bermuthshain. 1889 kaufte Wilhelm Dillemuth ein neben der Hofreite "Götzjes" ("Brückmanns") gelegenes Eindachhaus, das zuvor u. a. dem Mechaniker Fündeling und dem Kaufmann Brückmann gehört hatte. Dieses Haus war fortan bis zum Ende der eigenständigen Forstwartei in den 1970er Jahren das Bermuthshainer Forsthaus, das 1903 in den Besitz der großherzoglichen Familie und 1936 des hessischen Staates überging. Der Hausname lautete fortan "Förstersch". Ursprünglich wollte Wilhelm Dillemuth als Altersruhesitz ein kleines Häuschen in Bermuthshain hinter dem Forsthaus bauen, doch Weltkrieg und Inflation machten diese Pläne zunichte, so dass er 1925 ins damalige "Kammveldersch" Haus zur Miete zog. |
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| Der Revierförster Wilhelm Dillemuth mit seiner Ehefrau und den damals 8 Kindern um 1910. Hintere Reihe: Johanna Dillemuth, Ernst Dillemuth, Wilhelmine Dillemuth, Wilhelm Heinrich Dillemuth. Vordere Reihe: Karl Dillemuth, Marie Dillemuth geb. Schmidt, Eduard Dillemuth, Ottilie Dillemuth, Wilhelm Dillemuth, Elisabeth Dillemuth. |
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Wilhelm Dillemuth heiratete 1886 eine Marie Schmidt von Bermuthshain,
Tochter des Fuhrmanns Heinrich Appel I. ("Dammbauersch") und der Maria
Schmidt ("Pittjes"). Aus der Ehe gingen 10 Kinder hervor. Die älteste
Tochter Wilhelmine Dillemuth (geb. 1886) heiratete den damaligen
Bermuthshainer Lehrer Adam Heldmann. Die zweite Tochter Johanna Dillemuth
heiratete 1920 den fürstlich-hohenlohischen Förster Georg Wilhelm Adolf
Schulz zu Öhringen (Württemberg). Die dritte Tochter Elisabeth Dillemuth
heiratete 1923 den Kaufmann Wilhelm Heidt in Nieder-Ofleiden im Kreis
Alsfeld und zog nach dessen Tod 1934 mit ihren beiden Töchtern zum Vater
nach Bermuthshain. Zwei Söhne, Ernst Dillemuth (geb. 1890) und Walter Dillemuth (geb. 1912), ergriffen ebenfalls den väterlichen Beruf des Försters. Ernst Dillemuth wurde nach der Pensionierung seines Vaters 1924 zum neuen Forstwart in Bermuthshain ernannt und versah seinen Dienst mit Unterbrechungen bis 1953. Anschließend übernahm Walter Dillemuth bis 1967 die Forstwartei. Insgesamt wurde die Försterei Bermuthshain fast 120 Jahre lang von Angehörigen der Familie Dillemuth verwaltet. Der zweitjüngste Sohn Eduard Dillemuth (geb. 1905) ging als Berufssoldat zur Reichswehr. |
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| Konfirmation von Marie Dillemuth ("Brennerjes") im Jahr 1942. Aufgenommen wurde das Gruppenbild der aus diesem Anlass erschienen Verwandtschaft vor der Tür des "Brennerjes" Hauses. Oberste Reihe: Amalie Dillemuth ("Förstersch"), Ernst Dillemuth ("Förstersch"), N.N., Wilhelm Dillemuth ("Förstersch"), Ottilie Romenol geb. Dillemuth, N.N., Hermann Romenol, Heinrich Sill ("Sills"), Jan Biszup (poln. Kriegsgefangener). Unterste Reihe: Katharina Laufer geb. Oechler ("Sills"), Marie Dillemuth ("Brennerjes"), Frieda Dillemuth ("Brennerjes"), Erwin Dillemuth ("Brennerjes"), Heinrich Laufer ("Sills"), Wilhelm Dillemuth ("Brennerjes"). |
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Alle heutigen Dillemuth in Bermuthshain stammen indes von dem 1901 geborenen Sohn Karl Dillemuth ab. Dieser heiratete 1928 Frieda Sill aus Bermuthshain ("Sills"), welche zuvor von den Eheleuten Sebastian Laufer I. adoptiert worden war, dem Besitzer der Hofreite "Brennerjes" in Bermuthshain, dessen beide leiblichen Töchter im Kindesalter verstorben waren. Karl Dillemuth wurde somit Landwirt auf dem "Brennerjes" Hof, den dann sein früh verstorbener Sohn Erwin Dillemuth übernahm und heute sein Enkel Herbert Dillemuth mit seiner Familie bewohnt. Auch der zweite Enkel Gerhard Dillemuth wohnte in Bermuthshain in unmittelbarer Nachbarschaft zur alten "Brennerjes" Hofreite im Lindenweg. |
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Stammbaum Dillemuth |
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