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Eschenröder |
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Beim Familiennamen Eschenröder in Bermuthshain sind zwei, eigentlich sogar
drei, Stämme zu unterscheiden, die aber alle ihren gemeinsamen
Ursprung in Ilbeshausen haben und wohl alle miteinander verwandt waren. In
Ilbeshausen war der Familienname Eschenröder einst sehr häufig und ist
dort bereits 1549 nachzuweisen.
Der älteste der Bermuthshainer Eschenröder-Stämme beginnt mit dem 1770 in Ilbeshausen geborenen Andreas Eschenröder, der 1799 ein neben der Hofreite "Dammburgersch" gelegenes und bereits um 1819 abgerissenes Haus in Bermuthshain durch Einheirat erwirbt. Sein gleichnamiger Sohn, also wieder ein Andreas Eschenröder, erwarb 1830 das vormalige Haus des Schullehrers Hornung im heutigen Lindenweg, das 1854 abgerissen wurde. Zwischen 1839 und 1848 und dann noch einmal zwischen 1852 und 1866 war er Bürgermeister von Bermuthshain. Während seiner zweiten Amtszeit wohnte er bereits im Haus "Götzekannjes", wohin sein Sohn und einziges Kind Sebastian Eschenröder I. inzwischen gezogen war. Dieser, 1827 geboren, hatte zunächst durch Heirat mit einer Katharina Muth im Jahr 1848 das "Jockels" Haus am "alten Weg" erworben. Die erste Ehefrau starb jedoch bereits im folgenden Jahr bei der Geburt des Sohnes Heinrich im Kindbett, so dass Sebastian Eschenröder I. das Haus "Jockels" wieder verlassen musste. Das anschließend erbenlose Haus erhielt nach dem Verkauf an einen Karl Göbel 1874 den heutigen Hausnamen "Hoase" (oben). |
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| Heinrich Eschenröder II. ("Kloase") mit seiner Ehefrau Margaretha Eschenröder geb. Baumbach, die noch die Anfang des 20. Jahrhunderts eingegangene Bermuthshainer Tracht trägt, um 1873. |
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In der zweiten Ehe heiratete Sebastian Eschenröder I. im "Götzekannjes" Haus
ein. Dort wirkte er auch als Gemeinderechner. Das "Götzekannjes" Haus kam
1892 durch Heirat der jüngsten Tochter Maria Eschenröder (geb. 1873) an
Jakob Laufer aus "Brennerjes". Heinrich Eschenröder II., ihr 24 Jahre
jüngerer Stiefbruder aus der Ehe mit Katharina Muth, war schon 1872 im "Kloase"
Haus eingeheiratet. Doch auch hier blieb der Name Eschenröder nur eine
Generation lang. Bereits 1879 starb Heinrich Eschenröder II. im Alter von
nur 30 Jahren an Schwindsucht. Die Witwe Margaretha Eschenröder geb.
Baumbach heiratete 1881 den ledigen Heinrich Oechler III. aus "Kannhennersch",
der das "Kloase" Haus auch für seine aus dieser Ehe entstandenen Kinder
beanspruchte, so dass die Kinder Maria (geb. 1873) und Heinrich (geb. 1875)
aus der Ehe mit Heinrich Eschenröder II. die Hofreite "Kloase" verlassen
mussten. Die Tochter Maria Eschenröder heiratete 1894 den Bermuthshainer Landwirt Heinrich Appel II. ("Dammbauersch"). Ihr jüngerer Bruder Heinrich Eschenröder III. gelangte durch Heirat im Jahr 1900 in den Besitz der benachbarten Hofreite "Heckerts". Seine erste Ehefrau Maria Katharina Eschenröder geb. Rasch starb jedoch bereits 1909, so dass er im folgenden Jahr eine Margarethe Fehl aus Freiensteinau, die Magd in Bermuthshain war, heiratete. Aus der ersten Ehe entstammten Tochter Maria (geb. 1900) und Sohn August (geb. 1905), aus der zweiten Ehe die Töchter Anna (geb. 1911, gest. 1925), Margarethe (geb. 1912) und Katharina (geb. 1918) sowie der Sohn Wilhelm (geb. 1915). Alle Töchter waren in Bermuthshain verheiratet. Maria Eschenröder wurde 1922 die Ehefrau des Gastwirts des "Deutschen Hauses", Eugen Heinrich Oechler ("Götzjes"). Margarethe Eschenröder heiratete 1935 dessen Cousin, den Straßenwärter Heinrich Oechler VI. ("Straßenwärtersch"). Katharina Eschenröder heiratete 1942 den wenige Jahre später gefallenen Landwirt Otto Damer ("Damersch"). Die Hofreite "Heckerts" erhielt der jüngere Sohn Wilhelm Eschenröder nach seiner Heirat mit Maria Bopp aus "Schusterjes" 1946, während der ältere Bruder August Eschenröder 1932 nach "Muhrsch" geheiratet war. |
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Stammbaum Eschenröder |
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("Heckerts" Stamm) |
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Erst eine Generation nach dem "Heckerts"-Stamm begann die Geschichte des
zweiten und inzwischen in männlicher Linie am Ort ausgestorbenen
Eschenröder-Stammes in Bermuthshain. Stammvater war ebenfalls ein in
Ilbeshausen, und zwar 1792, geborener Andreas Eschenröder, der um 1820 eine
Juliana Katharina Stier in Ilbeshausen heiratete und dann nach Bermuthshain
zog. Möglicherweise handelte es sich um einen Neffen des ersten Andreas
Eschenröder in Bermuthshain. Welches Haus er bewohnte, ist nicht bekannt. Im Jahr 1871 heiratete sein Sohn Sebastian Eschenröder II. eine Elisabeth Ruhl aus Eichelhain und kaufte 1874 das "Wernnerts" genannte Haus im heutigen Bergweg. Dieses Haus gelangte 1896 durch Heirat mit der ältesten Tochter Elise Eschenröder zunächst in den Besitz eines Andreas Spahn aus dem Haus "Meiersch" in Radmühl, der von Beruf Schreiner war. Die Ehe blieb jedoch kinderlos, so dass als nächster Hausbesitzer ein Sohn des Sebastian Eschenröder II. zum Zuge kam, nämlich der 1875 geborene Johannes Eschenröder. Er betrieb eine Wagnerei und heiratete 1907 Margarethe Hämel aus der alten Schlagmühle in Bermuthshain. |
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Johannes Eschenröder ("Wernnerts") mit Ehefrau Margarethe Eschenröder geb. Hämel und fünf seiner 13 Kinder. |
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Die Ehe von Johannes Eschenröder zählte mit 13 Kindern, 5 Jungen und 8
Mädchen, die zwischen 1908 und 1928 geboren wurden, zu den kinderreichsten,
die seit Beginn der Kirchenbuchaufzeichnungen in Bermuthshain 1659
verzeichnet worden sind. Dennoch ist der Name Eschenröder bereits in der
nächsten Generation in Bermuthshain erloschen, denn keiner der männlichen
Nachkommen ist in Bermuthshain geblieben. Der vierte Sohn Emil Eschenröder
fiel im Zweiten Weltkrieg. Von den Töchtern blieben drei nach ihrer
Verheiratung in Bermuthshain. Helene Eschenröder (geb. 1914) heiratete 1939
den Kraftfahrer Rudolf Geyer aus Kefenrod, der 1950 ein Wohnhaus in der
Bahnhofstraße baute. Lina Eschenröder (geb. 1918) heiratete 1946 den
Landwirt Heinrich Leinberger III. ("Stirskloase"). Im "Wernnerts" Haus blieb
die 1922 geborene sechste Tochter Elise Eschenröder nach der Eheschließung
mit dem Maurer Richard Steitz aus Büdesheim im Jahr 1949. Der älteste, 1908
geborene, Sohn Otto Eschenröder war in Hörgenau verheiratet, wo heute als
dessen Nachfahren noch die einzigen männlichen Namensträger des
Eschenröder-Stammes "Wernnerts" im Vogelsberg leben. Als dritter Namensträger kam der 1796 geborene Johann Valentin Eschenröder aus Ilbeshausen im Jahr 1826 durch Einheirat im "Hohlkhannes" Haus nach Bermuthshain. Seine Ehefrau Anna Katharina war die Tochter des dortigen Schreiners Johannes Schaub. Die Ehe seines Sohnes Sebastian Eschenröder III. mit Katharina Elisabetha Ruhl aus Eichelhain, wodurch er zum Schwager des Sebastian Eschenröder II. im "Wernnerts" Haus wurde, blieb jedoch kinderlos. Der Tod von Sebastian Eschenröder III. 1874 bedeutete daher das Aussterben dieser Linie im Mannesstamm. Das "Hohlkhannes" Haus kam schließlich 1877 an den Neffen Friedrich Schneider aus Grebenhain, dessen Mutter Margaretha Schneider geb. Eschenröder den dortigen Landpostboten Johannes Schneider geheiratet hatte, welcher aus Münchholzhausen im preußischen Kreis Wetzlar stammte. |
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Stammbaum Eschenröder |
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("Wernnerts" Stamm) |
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