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Bermuthshainer Familiengeschichte |
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| Hochzeit von Jakob Hornung ("Franze") und Katharina Faitz (Grebenhain, "Schwarzhaupts") am 29.3.1936. Die Hochzeitsfeier fand mit über 200 Gästen im Gasthaus "Zur Krone" in Bermuthshain statt, das dem Onkel des Bräutigams gehörte. Die große Anzahl der Gäste war bei einer solchen "Bauernhochzeit", bei der der ganze Kreis auch der "alten" Verwandtschaft eingeladen wurde, nichts ungewöhnliches. | |
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Die "alten" Bermuthshainer Familien und Geschlechter Für den "eingeborenen" Bermuthshainer, aber auch für jeden anderen, dessen Vorfahren aus Bermuthshain stammen oder der in unserem Dorf verwurzelt ist, wird die Geschichte und Herkunft der Bermuthshainer Familien und Geschlechter ein besonders interessantes Thema sein. Die Genealogie aller Bermuthshainer Familien und ihrer Vorfahren ist bis ins Jahr 1659 lückenlos nachzuvollziehen. In diesem Jahr wurde das Crainfelder Kirchenbuch nach seiner Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg wieder neu angelegt. Bis 1875 wurden alle Geburten, Taufen, "Kopulationen" (Heiraten) und Todesfälle nur dort durch den Pfarrer der kirchlichen Muttergemeinde Crainfeld verzeichnet und erst dann durch den Bermuthshainer Bürgermeister als Standesbeamten ergänzt. Als "alteingesessene" Bermuthshainer Familien kann man mit einiger Berechtigung diejenigen bezeichnen, die im Jahr 1659 bereits in Bermuthshain nachzuweisen sind und auch später ununterbrochen dort ansässig waren. In diesem Sinne gab es im 20. Jahrhundert noch fünf alteingesessene Familien in Bermuthshain, nämlich die Bopp, Franz, Hornung, Jockel und Rasch. Die Familiennamen Bopp, Jockel und Rasch werden sogar schon in Quellen des 16. Jahrhunderts erwähnt. Von diesen uralten Bermuthshainer Familien sind die Bopp und die Jockel erst 1975 bzw. 1996 im Mannesstamm ausgestorben. Die einzige verbliebene alteingesessene Bermuthshainer Familie, die seit dem Dreißigjährigen Krieg ununterbrochen in Bermuthshain ansässig ist, ist heute die Familie Hornung. Daneben können aber auch heute noch viele Bermuthshainer Mitglieder dieser "Urfamilien" zu ihren Vorfahren zählen. Insbesondere durch Einheirat, aber auch durch Zuzug, sind im 18. und 19. Jahrhundert immer wieder "neue" Namen nach Bermuthshain gekommen, die sich im Ort verbreiteten und deren Träger längst ebenfalls zu den "alten" Familien des Dorfes zu zählen sind. So kamen die Stammväter der Bermuthshainer Familien Oechler 1702 bzw. 1818 aus dem benachbarten Crainfeld. Auch der Familienname Baumbach war Crainfelder Ursprungs und ging eigentlich auf einen um 1700 zugewanderten Siebmacher aus Thüringen zurück. Gleiches gilt für den seit 1758 in Bermuthshain anzutreffenden Namen Heutzenröder. Der Familienname Lind, um 1930 einer der häufigsten in Bermuthshain, geht auf den 1793 von Grebenhain nach Bermuthshain geheirateten Heinrich Lind zurück. 1810 kam der Name der alten Schreinerfamilie Blum vom riedeselischen Nieder-Moos nach Bermuthshain. Im selben Jahr wurde der Familienname Groh aus Stockhausen in den Bermuthshainer Grundmühlen heimisch. Seit 1855 gibt es in Bermuthshain die Namen Klein, Muth und Weitzel, deren Stammväter aus der heute verschwundenen Heckenmühle bei Crainfeld, aus Weidmoos und aus Grebenhain kamen. Seinen Ursprung in Kaulstoß und Herchenhain hat der Familienname Appel, den es in Bermuthshain schon seit 1844 gibt. Alle Träger des Namens Wies im Ort führen sich auf den 1859 vom benachbarten Ober-Moos nach Bermuthshain geheirateten Paul Wies zurück. Durch die Versetzung eines aus Hainchen bei Büdingen stammenden Revierförsters im Jahr 1852 kam der Familienname Dillemuth nach Bermuthshain. Den weitesten Ursprung von allen hatte der aus Mecklenburg stammende Familienname Greßmann. Auch diese "jüngeren" Namen gehörten im Laufe der Zeit einfach zum Dorf "dazu". Die folgende Liste enthält alle Bermuthshainer Familiennamen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts und vor dem Zweiten Weltkrieg in unserem Dorf vorkamen, in alphabetischer Reihenfolge. Ergänzungen und Berichtigungen sowohl zur älteren wie auch zur jüngeren Familiengeschichte sind erwünscht. Für genauere Informationen zur Geschichte einer Familie einfach auf den entsprechenden Familiennamen klicken! |
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Kaufmann |
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Rasch |
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Das 17. bis 19. Jahrhundert war eine "Blütezeit" riesiger und in schier unzählige Neben- und Seitenlinien verzweigter Familien- und Sippenverbände in Bermuthshain. Die häufigsten Nachnamen der Hausbesitzer in Bermuthshain zum Zeitpunkt der Erstellung des ersten Brandkatasters im Jahr 1818 lauteten Bopp, Oechler, Zimmermann (alle jeweils achtmal), Ruhl (sechsmal), Hornung, Oestreich, Rasch (alle jeweils viermal), Franz, Heutzenröder, Kleinschmidt, Schäfer, Schaub (alle jeweils dreimal), Blößer, Brückmann, Ganß, Groh, Jockel, Müller, Muth, Nies, Volz (alle jeweils zweimal), Alt, Baumbach, Blum, Bönsel, Dahmer, Dietz, Eschenröder, Faitz, Götz, Heil, Hübner, Klippert, Leinberger, Lind, Luft, Rauber, Rehberger, Schad, Schmalbach, Schmidt, Scholtes und Schubkegel (alle jeweils einmal). Einige dieser Namen sind trotz großer Verbreitung, wie z. B. Zimmermann und Ruhl, schon vor Ende des 19. Jahrhunderts ausgestorben. Bis ins 19. Jahrhundert heirateten die Bermuthshainer meist untereinander. Nicht selten wurden Ehen sogar innerhalb des Verwandtenkreises geschlossen. Auswärtige Ehepartner kamen zumeist aus den anderen Dörfern des Gerichts Crainfeld, seltener dem "Obergericht" (Gericht Burkhards), nach 1800 auch aus den ehemaligen riedeselischen und isenburgischen Nachbarorten wie Ober-Moos und Völzberg. Eine größere Fluktuation der Namen begann erst mit den Auswanderungswellen. Die relative Kontinuität der Familiennamen und letztendlich der Ortsbevölkerung blieb aber bis zum Zweiten Weltkrieg erhalten. Die Lebensgrundlage der Bermuthshainer beruhte in erster Linie auf der Landwirtschaft und dem eigenen Hof. Sofern es sich nicht um Fuhrleute, Handwerker oder Saisonarbeiter im Ruhrgebiet ("Westfalengänger") handelte, verließen die meisten ihr Dorf nur selten. Eine Ausnahme stellten nur die Auswanderungen vor 1900 dar, die aber mit dem Verlassen der Heimat auf Dauer verbunden war. Das Dorf Bermuthshain stellte für seine Bewohner den überschaubare kleinräumigen Lebensraum dar, der nach außen hin fast abgeschlossen war. Es war für sie das "Zentrum der Welt" in einem Ausmaß, wie es heute angesichts der reinen Arbeitspendler-Wohngemeinden im Vogelsberg kaum noch vorstellbar ist. Dieser relativen Abgeschlossenheit war auch die ungeheure Vielfalt der von Dorf zu Dorf unterschiedlichen Dialekte zu verdanken. Die eigene Hofreite stellte den Lebensmittelpunkt und die Lebensgrundlage der Familien von Generation zu Generation dar. Alle Familien versuchten, die Kontinuität der Hofbesitzer durch eine regelrechte "Heiratspolitik" zu erhalten (siehe Kapitel "Häuser und Höfe"). Der Einzelne hatte sich dem übergeordneten Ziel der Erhaltung des Hofes als Familienbesitz unterzuordnen. Die traditionelle und zugleich einzige Familienform war das "Ganze Haus", welche wir heute als mindestens drei Generationen umfassende Großfamilie umschreiben würden. Die moderne Klein- bzw. Kernfamilie wie auch die individuelle Selbstbestimmung des Einzelnen waren völlig dorffremde "Lebensentwürfe" und wurden erst nach dem Zweiten Weltkrieg, etwa ab Ende der 1950er Jahre, auf dem Land "Mode". Selbst der Begriff "Familie" als solcher wurde im dörflichen Sprachgebrauch kaum verwendet und an seiner Stelle schlicht vom "Haus" gesprochen. Nur aus dem traditionellen Weltbild und dem überindividuellen "Hofdenken" zu verstehen ist auch die kontinuierliche Verwendung einer nur geringen Anzahl von Vornamen. Bis weit ins 19. Jahrhundert waren Doppelnahmen mit christlichem Ursprung im Gebrauch, wie z. B. Johann Heinrich, Johann Balthasar, Johann Valentin, Anna Katharina, Anna Maria oder Anna Elisabetha. Die Namenswahl erfolgte bei der Taufe durch den jeweiligen Paten des Kinders, mundartlich "Pätter" und "Gothe" bezeichnet. Der jeweilige Pate übertrug dabei "automatisch" seinen Vornamen auf das Kind. In den alten Crainfelder Kirchenbüchern findet stereotyp meist etwa folgende Bemerkung: "Gevatter war Johann Heinrich N. und wurde darum das Kind Johann Heinrich getauft". Nicht selten war der Großvater eines Hoferben der "Pätter", wodurch sich ein Vorname sehr lange in einem Haus halten konnte. Mittels eines Namens konnte auch die Tradition eines Hofes oder eines damit verbundenen Berufsstandes weitergegeben werden. Das "Recht" des Einzelnen auf seinen individuellen Namen war unbekannt, und so konnten durchaus auch innerhalb einer Familie auch mehrere Kinder den gleichen Vornamen tragen. Individuell unterscheidbare Vornamen waren nicht zuletzt auch aufgrund der zahlreichen Unwägbarkeiten des Lebens in alter Zeit wie der hohen Kindersterblichkeit und der Bedrohung durch Seuchen und Kriege geradezu absurd. Erst nach 1900 begannen bürgerlich-städtische "Modenamen" die alte Namenswahl durch den Paten auch auf dem Lande allmählich zu verdrängen. Insbesondere die "germanischen Vornamen" wurden seit den 1920er Jahren populär und hielten sich etwa bis Anfang der 1970er Jahre. Heute stellen übrigens Vornamen nichtdeutschen Ursprungs mehr als zwei Drittel und damit die überwiegende Mehrzahl aller Taufnamen in der Bundesrepublik Deutschland. Eine besondere Sitte nach den beiden Weltkriegen war es auch, ein Kind nach einem gefallenen Familienangehörigen (z. B. Bruder) zu benennen. Die traditionelle Bermuthshainer Dorfgemeinschaft, nach außen geschlossen und nach innen durch ein Geflecht bäuerlicher Familien- und Sippenverbände gekennzeichnet, ist seit dem Zweiten Weltkrieg nur noch Geschichte. Zuerst veränderten Bombenkriegsevakuierte und Muna-Arbeiter und dann vor allem die Heimatvertriebenen aus den deutschen Ostgebieten und dem Sudetenland die dörfliche Sozialstruktur. Dann veränderte ein immer stärker werdender Prozess der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen "Modernisierung" das Dorf. Durch das Verschwinden von Landwirtschaft und Handwerk wich die traditionelle "Bodenständigkeit" einer zunehmenden örtlichen, beruflichen und sozialen Mobilität, verlor das Dorf seine Bedeutung als alleiniger Lebensmittelpunkt seiner Bewohner. Bedingt durch zahlreiche "Einheirater" und "Zugezogene" wurde die Zusammensetzung der Dorfbevölkerung zunehmend uneinheitlicher. So wandelte sich auch Bermuthshain in den letzten 45 Jahren vom "Dorf" im eigentlichen Sinn dieses Wortes, nämlich einer landwirtschaftlich bestimmten Gruppensiedlung als Wohn- und Arbeitsort ihrer Bewohner, zur reinen Arbeitspendler-Wohngemeinde (ironische Bezeichnung auch "Schlafdorf"). Viele der alten und einstmals so prägenden Familiennamen sind in den letzten Jahrzehnten aus Bermuthshain verschwunden. Dennoch gibt es auch heute noch Familien in Bermuthshain mit einer zwischen 400 bis 150 Jahren zurückreichenden Geschichte. |
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| Ausschnitt aus dem zwischen 1600 und 1632 angelegten Zinsregister der Pfarrei Crainfeld mit der ersten Erwähnung des Familiennamens Hornung in Bermuthshain. | |
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Die ersten Erwähnungen von Bermuthshainer Ortseinwohnern Während das Dorf Bermuthshain selbst bereits 1012 erstmals urkundlich erwähnt wird, bleiben seine Bewohner und deren Namen bis ins 16. Jahrhundert quasi "im Dunkel der Geschichte". Dies hat seine Ursache darin, dass das Leben und auch die "Verwaltung" im Dorf des Mittelalters nicht verschriftlicht war und der Schriftlichkeit auch nicht bedurfte. Die wichtigste Quelle für die Familienforschung, die Kirchenbücher, wurden im Gebiet der Landgrafschaft Hessen erst im Gefolge der Reformation etwa seit den 1580er Jahren eingeführt. Feste Familiennamen entstanden auf dem Lande ohnehin erst ab dem 13./14. Jahrhundert aus den Hausnamen. Die beiden ältesten Nennungen von Bermuthshainer Namen datieren aus den Jahren 1506 und 1509 und sind eher zufälliger Natur. Aus dem Jahr 1506 ist eine Klage des Heinz Bopp von Bermuthshain gegen den Rentmeister von Nidda, der ihn unschuldig 20 Wochen lang gefangen gesetzt und foltern habe lassen. Eine Verpfändungsurkunde des Hans von Hutten über ein Gut zu Bermuthshain an das Kloster Hirzenhain vom 11.3.1509 erwähnt einen Henn Raubsch, der mit anderen von diesem Gut 11 ½ Tornuß Jahreszinsen geben musste. Die beiden Namen Bopp und Rasch sind somit die ältesten bekannten Bermuthshainer Familiennamen. Der erstere Name ist erst im Jahr 1975 ausgestorben. Mit dem zunehmenden Ausbau einer Verwaltung durch die hessischen Landgrafen ab der Mitte des 16. Jahrhunderts begann die systematische "Erfassung" der Einwohner des Amtes Nidda und damit auch von Bermuthshain. Die älteste Nennung einer größeren Anzahl von Einwohnern des Dorfes Bermuthshain, besser gesagt eine Nennung der männlichen Haushaltsvorstände, findet sich in zwei kleinen Aktenstücken aus den Jahren 1549 und 1553. Diese enthalten die Namen aller Personen, die in den erwähnten Jahren ein so genanntes "Furstgelt" (Geld für Bauholz, Brennholz) und dergleichen entrichtet haben. Die Übergabe des "Furstgelts", eine Summe von 150 Gulden, einschließlich anderer Einnahmen der Forstbehörde im Jahr 1549 an den Oberförster Johann Buntinge durch den Crainfelder Unterförster Feltin Rasch fand am 30.12.1549 in Beisein des damaligen Schultheißen Balthasar von Jossa statt. Der Betrag war dem Rentmeister in Nidda zuzustellen. Eine ähnliche Aufstellung von 1553 wurde durch den Niddaer Rentschreiber Hans Rulman unterschrieben. |
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| Einwohner im Jahr 1549: | Einwohner im Jahr 1553: |
| 1. Henn Bien | 1. Henn Bien |
| 2. Enders Blum | 2. Joerg Bien |
| 3. Clauß Bopp | 3. Enders Blum |
| 4. Chasper Bopp | 4. Clauß Bopp |
| 5. Hen Bopp | 5. Chasper Boppe |
| 6. Siemon Braun | 6. Hen Bopp |
| 7. Hen Bruckman | 7. Hen Bruckman |
| 8. Jacob Bruckman | 8. Mertin Eucheler |
| 9. Lentz Eucheler | 9. Michel Eucheler |
| 10. Michel Eucheler | 10. Veltin Eucheler |
| 11. Veltin Eucheler | 11. Peter Eucheler |
| 12. Peter Eucheler | 12. Hans Eucheler |
| 13. Peter Fröbel | 13. Cuntz Eucheler |
| 14. Bastian Ganß | 14. Peter Frunel |
| 15. Pauel Heutzenroder | 15. Bastgen Heinckel |
| 16. Peter Jockel | 16. Peter Jockel |
| 17. Clauß Jockel | 17. Wendel Jockel, Sohn des Cuntz |
| 18. Wendel Jockel, Sohn des Cuntz | 18. Wendel Jockel, Sohn des Heintz |
| 19. Wendel Jockel, Sohn des Heintz | 19. Michel Jockel |
| 20. Hen Jockel | 20. Hen Jockel |
| 21. Hen Leuffer | 21. Milcher Jockel |
| 22. Heintz Leuffer | 22. Hen Leuffer |
| 23. Milchior Leuffer | 23. Heintz Leuffer |
| 24. Hen Resch | 24. Milches Leuffers Witwe |
| 25. Seippel Resch | 25. Seippel Resch |
| 26. Balthasar Resch | 26. Balthasar Resch |
| 27. Johannes Resch | 27. Johannes Resch |
| 28. Enders Resch | 28. Hen Resch Witwe |
| 29. Gelich Schad | 29. Enders Resch |
| 30. Mehes Scheffer | 30. Velten Resch Försters Witwe |
| 31. Hen Schneider | 31. Gelich Schad |
| 32. Peter Walradt | 32. Mehes Scheffer |
| 33. Velten Werner | 33. Hen Schneider |
| 34. Hans Seipel | |
| 35. Peter Walradt | |
| 36. Veltin Werner | |
| 37. Joerg Werner | |
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Kurz darauf erfolgte dann im Jahr 1555 auf Anordnung Landgraf Philipps des Großmütigen von Hessen eine eingehende Bestandsaufnahme und Beschreibung des herrschaftlichen Besitzes und und der Verpflichtungen der Untertanen im gesamten Amt Nidda in Form der so genannten Salbücher. Das Salbuch für das Gericht Crainfeld entstand 1556 und führt alle abgabenpflichtigen Grundbesitzer in den vier Gerichtsdörfern Crainfeld, Grebenhain, Bermuthshain und Ilbeshausen auf, sowie auch Auswärtige, denen Land in den Gemarkungen dieser Dörfer gehört. Es handelt sich somit um die älteste vollständige Auflistung aller Hofbesitzer und damit der Familiennamen in den genannten Dörfern. In diesen Quellen wird der erst Ende des 20. Jahrhunderts ausgestorbene alte Bermuthshainer Familienname Jockel das erste Mal erwähnt, ebenso die Namen Bopp und Rasch. Auch die heute noch in Bermuthshain vorkommenden Namen Oechler ("Eucheler") und Laufer ("Leuffer") werden 1549 erstmals erwähnt, allerdings stammen die Vorfahren der heutigen Namensträger aus Crainfeld. Im Februar und März 1586 erfolgte durch den Niddaer Rentmeister Caspar Ziegenmeyer eine Namensaufnahme sämtlicher Einwohner des Amtes Nidda im Beisein jedes Ortsschultheißen und Ältesten mit dem Titel "Verzeichnis und Erkundung aller Manns- und Weibspersonen, welche, in der Ehe oder im Witwenstand in der ganzen Grafschaft oder Amt Nidda jetziger Zeit befunden und entweder dem Durchlauchtigen und hochgeborenen Fürsten und Herrn, Herrn Ludwig (d. Ältere von Hessen-Marburg) Leibhühner und Eigenbede, oder solchen anderen umliegenden Herrschaften jährlich geben". Das Einwohnerverzeichnis von 1586 nennt erstmals nicht nur den vollen Namen des Hofinhabers, sondern auch den seiner Ehefrau und die Zahl der Kinder. Daraus lässt sich auf die Einwohnerzahl schließen, die Bermuthshain im Jahr 1586 gehabt hat, nämlich 285, darunter 191 Kinder, auf 53 Hofstellen. Des weiteren ergibt aus der Nennung des Jahres, in dem eine Person erstmals Abgaben entrichtete, das Jahr der Heirat, da dieses in der Regel mit der ersten Abgabe zusammenfiel. Die Verwandtschaft der im Einwohnerverzeichnis genannten Personen mit solchen aus den vorherigen oder späteren Quellen kann allerdings aufgrund der Häufigkeit bestimmter Familiennamen nicht exakt festgestellt werden. Auf Verwandtschaftsverhältnisse wird in dem Verzeichnis nur in Ausnahmefällen hingewiesen. |
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| Einwohner im Jahr 1556: | Einwohner im Jahr 1586: |
| 1. Ann Jörgen Claß | 1. Asmus Gans (A 1578), E. Barb, K. 1 |
| 2. Ann Jörgen Henn | 2. Wendel Uchler (A 1585), E. Anna, K. 1 |
| 3. Balth. Bihne Henn | 3. Peter Jockel, S. v. 4. (A 1576), E. Gueth, K. 4, ldg. |
| 4. Asmus Boppe | 4. Wendel Jockel, E. Catharin, K. 1 |
| 5. Balthas Reysch | 5. Christian Boppe (A 1561), E. Anna, K. 7 ldg. |
| 6. Bastian Boppe | 6. Hen Jockel (A 1582), E. Merga, K. 2 |
| 7. Bastian Henckel | 7. Peter Jeckel sen., Wr., K. 3, vh. |
| 8. Bastian Gans | 8. Clais Raisch (A 1579), E. Elß, K. 2, ldg. |
| 9. Caspar Boppe | 9. Hen Bien (+ 1575) We. (A 1556), K. 3, ldg. |
| 10. Claus Boppe | 10. Michel Jockels We. (A 1556), K. 3, ldg. |
| 11. Cuntz Jacolh | 11. Hen Nies (Schafhirt), (A 1561), E. Christein, K. 5, 1 vh. |
| 12. Enders Reysch | 12. Balthas Raisch sen., Wr seit 1581, K. 2 ldg. |
| 13. Enders Blume | 13. Ann Georgen Hen (A 1556), E. Gela, K. 9, 2 vh. zu Ilbeshausen |
| 14. Enders Boppe | 14. Valtin Ochler (A 1566), E. Barba, K. 4, 1 vh. |
| 15. Gerlach Schade | 15. Milchior Raisch sen. (A 1561), E. Anna, K. 6, 1 T. vh. Kurt Bloß zu Ober-Moos |
| 16. Hen Ochler | 16. Hans Laiffer (A 1584), E. (2) Anna, K. 2; 1 aus 2. Ehe |
| 17. Hen Brückman | 17. Wendel Ganß (A 1568), E. Eva, K. 4, ldg. |
| 18. Heintz Jacol | 18. Bastian Jockel (A 1578), E. Barba, K. 0 |
| 19. Heintz Jacols Henn | 19. Milchior Raisch jun. (A 1576), E. Barba, K. 5, ldg. |
| 20. Hen Leuffer | 20. Michel Laiffer (A 1584), E. (2), Anna K. 1 |
| 21. Heintz Jacols Wendel | 21. Peter Brückmann (A 1584), E. (2) Gela. K. (2) 2 |
| 22. Heintz Leuffers Witwe | 22. Valtin Scheub (+ 1577) Wwe. Magdalena, K. 4, 2 vh. |
| 23. Hen Schneiders Raysch | 23. Hen Laiffer (A 1576), E. Gela, K. 3, ldg. |
| 24. Hen Deucher | 24. Milchior Laiffer (A 1546), Wwe. Crein, K. 5, 2 vh. |
| 25. Hen Werner | 25. Hen Deucher (A 1562), E. Kleina, K. 4 |
| 26. Johannes Ochler | 26. Hen Blum (A. 1582), E. Guet, K. 3 |
| 27. Melchior Ochler | 27. Enders Plum (A 1582), We. Elß, K. 4, vh. |
| 28. Michel Ochler | 28. Wendel Ochler (A 1574), E. Elß, K. 5, ldg. |
| 29. Martin Ochler | 29. Hen Ochler (A 1562), E. Kein, K. 6, ldg. |
| 30. Melchior Leuffer | 30. Peter Froebels (A 1546), We. Anna, K. 0 |
| 31. Michel Jacol | 31. Lentz Boppe (A 1577), E. Margreth, K. 5, ldg. |
| 32. Peter Fröbel | 32. Georg Plum (A 1572), E. Kein, K. 3, ldg. |
| 33. Peter Jacol | 33. Hen Boppe (A 1568), E. Elß, K. 7, ldg. |
| 34. Reyschen Melchior | 34. Milchior Uchler (A 1559), E. Elß, K. 6, 1 vh. |
| 35. Reyschen Hans | 35 Valtin Ochler jun. (A 1569), E. (2) Elsa, K. 4, ldg. |
| 36. Scheffer Henn | 36. Clais Gans (A 1562), E. Elß, K. 7, ldg. |
| 37. Simon Braun | 37. Michel Uchler (A 1572), E. Merga, K. 3, ldg. |
| 38. Valtin Scheube | 38. Martin Uchler, Wr. (A 1546), K. 0 |
| 39. Valtin Jacol | 39. Hector Jockel (A 1579), E. Dey, K. 1 |
| 40. Valtin Boppe | 40. Martin Jockel (A 1583), E. Kein, K. 2, ldg. |
| 41. Valtin Ochler | 41. Hen Brückman (A 1546), E. kein, K. 8, 2 vh. |
| 42. Aßmus Bopp (A 1560), E. Elß, K. 4 | |
| 43. Hen Leuffers Wwe., K. 2, vh. | |
| 44. Hen Laiffers jun. (A 1570) We., Kein, K. 4 | |
| 45. Valtin Bop (A 1567), E. Barba, K. 5 | |
| 46. Enders Bop (A 1557), E. Barba, K. 5, 2 vh. zu Ober-Moos | |
| 47. Bastgen Henckel (A 1553), E. Merga, K. 0 | |
| 48. Milchior Jockel (A 1566), E. Guth, K. 7, ldg. | |
| 49. Balthas Raisch jun. (A 1572), E. Merga, K. 5 | |
| 50. Johannes Raisch, Wr., K. 5, 4 vh. | |
| 51. Cuntz Raisch, Wr. (A 1583) | |
| 52. Hen Gneip (A 1585), E. (2) Kein, (a) Bast Wieler | |
| 53. Ann Georgen Claiß (A 1556), E. Merga, K. 7, ldg. | |
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Alle Personenverzeichnisse aus dem 16. Jahrhundert stellen im Grunde nur "Momentaufnahmen" der Bevölkerung des Dorfes Bermuthshain dar. Die Abstammung der dort genannten Ortseinwohner wird im Allgemeinen nicht erwähnt. Die Quellensituation in dieser Hinsicht änderte sich grundlegend mit der Einführung von Kirchenbüchern, in denen Geburten, Todesfälle und Heiraten usw. vermerkt wurden und aufgrund derer auf die Abstammung von Personen geschlossen werden kann. Kirchenbücher sind daher die wichtigste Quelle für den Ahnenforscher bzw. Genealogen bei der Erstellung von Stammbäumen und Ahnentafeln. Auf dem Gebiet der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde das Führen von Kirchenbüchern durch den örtlichen Pfarrer seit den 1580er Jahren üblich. Sehr wahrscheinlich wurde auch in der Pfarrei Crainfeld schon Ende des 16. Jahrhunderts, also zum selben Zeitpunkt wie der Erstellung des Einwohnerverzeichnisses von 1586, ein Kirchenbuch geführt. Dennoch ist es heute in der Regel leider nicht möglich, die Abstammung von Bermuthshainer Familien über die Mitte des 17. Jahrhunderts hinaus zu verfolgen. Bei der Zerstörung von Crainfeld im Dreißigjährigen Krieg am 1.6.1622 wurden, wie der damalige Pfarrer Philipp Dippelius in späteren Aufzeichnungen erwähnte, alle im Pfarrhaus aufbewahrten Bücher ein Raub der Flammen und damit auch das Kirchenbuch. Eine (erhaltene) Neufassung des Kirchenbuches erfolgte erst wieder nach dem Ende dieses Krieges im Jahr 1659. Dennoch sind auch für die Zeit des Dreißigjährigen Krieges die Namen der Bermuthshainer Ortseinwohner überliefert, so etwa in dem 1625 angelegten oberhessischen Kriegsschadensverzeichnis und in dem 1600-1632 niedergeschriebenen Register über die Zinsen und Gefälle der Pfarrei Crainfeld. Eine Kriegsschadensliste von 1640 nennt die Geschädigten und die Höhe des ihnen zugefügten Schadens. Viele der hier erwähnten Familiennamen finden sich auch in dem wenig später wieder erneuerten Kirchenbuch wieder, darunter der 1600 erstmals erwähnte Familienname Hornung, heute der älteste des Dorfes. |
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| Einwohner im Jahr 1600: | Einwohner im Jahr 1640: |
| 1. Bast Raisch | 1. Velten Hornung 144 fl. |
| 2. Balthes Öchler | 2. Lenz Jockel 16 fl. |
| 3. Balthes Jockel | 3. Adam Schmidt 112 fl. |
| 4. Asmus Gans | 4. Bast Scheffer 143 fl. |
| 5. Anna Boppen | 5. Jörg und Clas Hornung 24 fl. |
| 6. Ann Jorgen Closen Witwe | 6. Heinz Hornung 113 fl. |
| 7. Andres Reysch | 7. Hans Frantz 65 fl. |
| 8. Anna Jocklin | 8. Ludwig Schmidt 100 fl. |
| 9. Balthes Ochler | 9. Michael Bopp 58 fl. |
| 10. Hans Bopp | 10. Michael Leuffer 85 fl. |
| 11. Bast Blum | 11. Bast Bopp 84 fl. |
| 12. Bast Ganß | 12. Michael Euchler 29 fl. |
| 13. Balthes Jockel der jung | 13. Michael Schultheys 107 fl. |
| 14. Ann Jorgen Closen Velten Kinder | 14. Hans Bopp 194 fl. |
| 15. Ann Jorgen Closen Peter | 15. Balthes Räsch 55 fl. |
| 16. Ann Georgen Closen Els | 16. Henn Bopp Witwe 93 fl. |
| 17. Bast Schäffer | 17. Hans Blum 82 fl. |
| 18. Heintz Jockel | 18. Peter Blum 30 fl. |
| 19. Bast Schaadt | 19. Enders Zimmermann 68 fl. |
| 20. Ann Jörgen Closen Hector | 20. Henn Bopp der Schmied 34 fl. |
| 21. Michel Scheffer Kinder | 21. Merga Jocklin 8 fl. |
| 22. Baltes Brickman | 22. Bast Ganß 37 fl. |
| 23. Enders Blum | 23. Merten Euchler 82 fl. |
| 24. Andreas Kleinschmit | 24. Heinz Leuffer 58 fl. |
| 25. Baltes Raisch | 25. Claas Matthes 71 fl. |
| 26. Curt Jockell | 26. Cort Jockels Witwe 17 fl. |
| 27. Andres Ochler | 27. Balthes Brickman 53 fl. |
| 28. Asmus Boppen Witwe | 28. Balthes Scheffer 107 fl. |
| 29. Andreas Blum der jung | 29. Hans Voltz 31 fl. |
| 31. Andres Bopp | 30. Clas Räsch 131 fl. |
| 32. Baltes Bop | 31. Henn Bopp 174 fl. |
| 33. Balthes Scheffer | 32. Carl Zimmermann 74 fl. |
| 34. Bast Blum | 33. Bast Räsch 47 fl. |
| 35. Bast Bopp iun. | 34. Hans Österich 73 fl. |
| 36. Baltes Bopp iun. | 35. Enders Schmidt 137 fl. |
| 37. Balthes Bopp | 36. an 20 Unmündige |
| 38. Balthes Reysch | |
| 39. Balthes Deucher | |
| 40. Christ Boppen Witwe | |
| 41. Cuntz Reyschen Kinder | |
| 42. Cuntz Brückman | |
| 43. Bast Reysch | |
| 44. Carle Hornung | |
| 45. Enders Uchler | |
| 46. Balthes Eucheler der jung | |
| 47. Clas Rasch der jung | |
| 48. Enders Müller | |
| 49. Eckhart Bopp | |
| 50. Bast Gans | |
| 51. Clas Zimmermann | |
| 52. Fred Brickmans | |
| 53. Georg Bopp | |
| 54. Henn Jöckell | |
| 55. Heintz Jöckell | |
| 56. Henn Binn des jungen Witwe | |
| 57. Henn Scheffers Witwe | |
| 58. Heintz Mainhart | |
| 59. Heinz Kröll | |
| 60. Hen Ochlers Wendel | |
| 61. Hans Leiffers Kinder | |
| 62. Henn Blummen Kinder | |
| 63. Henn Deucher | |
| 64. Hanns Ganns | |
| 65. Henn Euchler | |
| 66. Henn Leiffer | |
| 67. Johann Jockell | |
| 68. Stoffel Gans | |
| 69. Heintz Öchler | |
| 70. Henn Bopp | |
| 71. Hector Bopp der alt | |
| 72. Hannes Frantz | |
| 73. Henn Bop | |
| 74. Henn Bopp der jung | |
| 75. Henn Kneip | |
| 76. Heckert Jockel | |
| 77. Henn Laiffers des alten Witwe | |
| 78. Merten Raischen Kinder | |
| 79. Hans Schauben Kinder | |
| 80. Jorg Blum | |
| 81. Lentz Ochler | |
| 82. Jorg Schadt | |
| 83. Ludwig Leuffer | |
| 84. Lentz Bop | |
| 85. Michel Jockels Witwe | |
| 86. Michel Reysch der alt | |
| 87. Michel Reysch | |
| 88. Melcher Reyschen Witwe | |
| 89. Michel Leiffer | |
| 90. Michel Euchlers Witwe | |
| 91. Henn Raisch | |
| 92. Elisabeth Boppen | |
| 93. Melchior Blum | |
| 94. Bast Boppen Kinder | |
| 95. Melchior Rasch | |
| 96. Melchior Gans | |
| 97. Jorg Scheffer | |
| 98. Michel Eucheler | |
| 99. Michel Leuffer | |
| 100. Melcher Euchler | |
| 101. Melchers Hennen Kinder | |
| 102. Melcher Gans | |
| 103. Merten Euchler | |
| 104. Merten Jockel | |
| 105. Milchior Jockel | |
| 106. Michel Bop | |
| 107. Peter Jockel | |
| 108. Peter Brückmann | |
| 109. Valtenn Leuffer | |
| 110. Velten Ganß | |
| 111. Valentinus Rasch | |
| 112. Valtenn Euchler | |
| 113. Velten Frantz | |
| 114. Valten Schauben Witwe | |
| 115. Valten Euchlers Wendel | |
| 116. Valten Bop | |
| 117. Valten Jockel | |
| 118. Wendel Euchler der jung | |
| 119. Wendel Bop | |
| 120. Wendel Gans | |
| 121. Wendell Hornung | |
| 122. Wendel Ganssen Kinder | |
| 123. Wendel Euchler der alte | |