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Franz |
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Die Franz waren eines jener fünf
Geschlechter mit ungebrochener Tradition von der Zeit vor dem
Dreißigjährigen Krieg bis ins 20. Jahrhundert. Der erste Namensträger in
Bermuthshain, ein Hannes Frantz, wird in dem zwischen 1600 und 1632
entstandenen Zinsregister der Pfarrei Crainfeld erwähnt. Sehr wahrscheinlich
dürfte der Zuzug bzw. die Einheirat in diesem Zeitraum erfolgt sein.
Möglicherweise war Hannes Frantz sogar mit dem 1592 geborenen und im
ältesten Crainfelder Kirchenbuch genannten Hans Franz (Frantz) identisch.
Von seinem einzigen bekannten Sohn Klaus Franz (geb. 1643) stammten alle
späteren Franz in Bermuthshain, Grebenhain und Crainfeld ab. Er hatte vier
Söhne wodurch, und durch die Nachkommen, der Familienname Franz im 18. und
frühen 19. Jahrhundert zu einem der häufigsten in Bermuthshain wurde. Die Linie des ältesten Sohnes Bast Franz endete in Bermuthshain mit im Februar 1852 mit seiner Familie nach Nordamerika ausgewanderten Balthasar Franz, die des zweiten Sohnes Ludwig Franz bereits 1751 mit dessen Tod. Dritter Sohn war Johann Georg Franz (geb. 1677). Dessen zweitjüngster Sohn Johannes Franz (gest. 1809) war gegen Ende des 18. Jahrhunderts Ausschusshauptmann für das Gericht Crainfeld. Er befehligte den Ausschuss, ein militärisches Aufgebot der Ortsbürger der vier Gerichtsorte. Wahrscheinlich geht auch der heute noch verwendete Hausname "Franze" auf ihn zurück, denn seine Nachfahren waren später Besitzer dieser Hofreite. Im Mannesstamm war diese Linie in Bermuthshain bereits 1838 erloschen, doch hatte Sebastian Franz, der jüngste Sohn des Johann Georg Franz, im Jahr 1750 nach Crainfeld geheiratet. Dessen gleichnamiger Enkel war mit der Tochter des ersten Crainfelder Bürgermeisters Johann Bast Götz verheiratet, welcher seinerseits mit einer Tochter der alten Crainfelder Oberschultheißenfamilie Buff war. Daher findet man unter den Kindern des Sebastian Franz auch für die ländliche Gegend in jener Zeit eher ungewöhnliche, d. h. städtisch-bürgerliche Namen. Das Haus des Sebastian Franz in Crainfeld war die erst 1810 erbaute heutige Hofreite "Hofmanns". Von den Kindern des Sebastian Franz heiratete die Tochter Maria Henriette 1857 Johannes Klein aus der nahe Bannerod, aber noch auf Crainfelder Gebiet, gelegenen Heckenmühle. Beide zogen nach Bermuthshain in das bis heute "Heckemellersch" genannte Haus. Auch Friedrich Franz, der einzige Sohn des Sebastian Franz, kam 1855 durch Heirat mit einer Katharina Hämel "zurück" nach Bermuthshain, woher seine Vorfahren einst stammten. Das im Unterdorf nahe der Lüder gelegene Anwesen trug damals den Hausnamen "Hämels". Bis 1928 blieb dieses Haus in Familienbesitz, dann tauschte es der jüngste Sohn Theodor Franz wegen Überschuldung mit dem Haus des Heinrich Merz im Oberdorf. Auf diese Weise "wanderte" erst der Hausname "Merze" in das heute noch so genannte Haus. Theodor Franz konnte jedoch auch das neu erworbene Anwesen nicht halten. Fast mittellos zog er 1931 mit seiner Familie auf das riedeselische Hofgut Eisenbach, wo er eine Anstellung als Futtermeister fand und 1935 starb. Sein älterer Bruder, der Schneider Sebastian Franz I. (mundartlich "Hämels Schneider") wohnte bis zu seinem Tod 1950 im Gemeindehaus, sein ältester Sohn Albert Franz in Grebenhain. Am 1.3.1922 kam es zu einer Tragödie, als seine Ehefrau Katharina sich mit ihren zwei jüngsten Kindern nach einem Streit im Weidheckenteich (neben der heutigen B 275 an der Gemarkungsgrenze zu Hartmannshain) ertränkte. Jüngster Sohn des Klaus Franz war Johannes Franz (geb. 1686). Diese Linie verzweigte sich mit seinen Enkeln Johann Adam Franz und Johann Balthasar Franz. Der erstere Zweig führte über Johann Balthasar Franz ("Heckerts") zu dessen Enkel Nikolaus Franz (gest. 1930), der als Teilnehmer der Schlacht von Chambord im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 zu einer lokalen "Berühmtheit" avancierte und überdies in der Gemeinde Bermuthshain von 1884 bis 1926 als Polizeidiener tätig war, unterbrochen von wenigen Jahren, wo er im benachbarten Völzberg als solcher diente. Mit seinem Bruder Sebastian Franz III., der im Gemeindehaus wohnte, und dessen Bruder Karl Franz (geb. 1890), welcher ebenfalls als Polizeidiener in Bermuthshain angestellt war, endete die Geschichte der Familie Franz nach rund 450 Jahren in Bermuthshain. Zum Zweig des Johann Balthasar Franz gehörte der Musiker Johann Heinrich Franz ("Linneschmidts"), der 1852 mit seinem Sohn Valentin in die USA auswanderte. Sein Enkel Heinrich Franz ("Kannods") starb 1933 in Grebenhain. |
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Stammbaum Franz |
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