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Götz |
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Der Ursprung der Familie Götz ist das benachbarte Grebenhain. Dort zählt der
Familienname zu den ältesten dieses Dorfes überhaupt, denn bereits in den
Akten des Gerichts Crainfeld über das "Furstgelt" von 1549 und 1553 werden
immerhin vier Träger des Namens "Gotz" genannt, ebenso im 1586 entstandenen
Einwohnerverzeichnis des Amtes Nidda und den späteren Schadenslisten aus dem
Dreißigjährigen Krieg. Am Beginn des ältesten Crainfelder Kirchenbuches (ab
1659) finden sich dann in Grebenhain die Namen Wendel Götz (geb. 1598),
Georg Götz (geb. 1645), Michel Götz und Balthasar Götz (geb. 1619). Von den
dreie letztgenannten gingen später Nebenlinien in Bermuthshain aus. Als
erster Namensträger heiratete ein Enkel von Georg Götz mit Namen Velten Götz
1729 in Bermuthshain ein. Ein Urenkel des Georg Götz war auch der Ende des
18. Jahrhunderts lebende Grebenhainer Ausschusshauptmann Johann Valentin
Götz. Drei Generationen später starb dieser Götz-Stamm mit Sebastian Götz
1876 aus. Auch Michel Götz hatte einen Urenkel, Johann Dietrich Götz, der
1762 eine Gertraud Schmidt in Bermuthshain heiratete und als letzter des
Stammes 1801 dort auch starb. Balthasar Götz (geb. 1619) war der Urahn der Bermuthshainer Götz-Zweiglinie "Kinnfraas" und "Scheffersch vorne". 1736 heiratete sein Enkel Christoph Götz von Grebenhain nach Crainfeld. 1739 kam dort sein ältester Sohn Johann Balthasar Götz zur Welt, der drei männliche Nachkommen hatte. Darunter war der zwischen 1821 und 1829 amtierende Crainfelder Bürgermeister Johann Bast Götz, der mit Maria Christiane Buff aus der bedeutenden Crainfelder Schultheißenfamilie Buff verheiratet war. Er war auch der Erbauer des Crainfelder Gasthauses "Zur Krone" (späterer Hausname "Hofmanns"), das 1810 an der Crainfelder "Cent" an der Stelle eines 1764 abgebrochenen Gerichtsgebäudes entstand. Sein Bruder war der Crainfelder Schuhmacher Johann Heinrich Götz, der 1809 in der gleichen Straße die noch heute seinen Namen tragende Hofreite "Götzjes" erbaute. Dort hielt sich der Familienname bis 1938 im Mannesstamm. Der mittlere Sohn Ludwig Götz kaufte 1836 das Crainfelder "Veltesse" Haus, nachdem er 1830 eine Anna Maria Schäfer aus Bermuthshain geheiratet hatte. In Crainfeld starb die Familie mit seinem 1892 geborenen Urenkel Heinrich aus. Im "Veltesse" Haus in Crainfeld wurde 1838 Balthasar Götz geboren. Er erlernte den Schuhmacherberuf seines Vaters und heiratete dann im Jahr 1870 Katharina Lind aus dem ursprünglichen "Säuhennerjes" Haus in der Bermuthshainer Obergasse. Er ließ sich anschließend in Bermuthshain nieder, konnte jedoch niemals ein eigenes Haus erwerben, weshalb bisher auch nicht bekannt ist, wo er gewohnt hat. Bereits 1876 starb seine Ehefrau. Aus dieser Ehe stammte neben zwei weiteren Kindern sein 1870 geborener Sohn Sebastian Götz. Im Jahr 1878 heiratete Balthasar Götz dann in zweiter Ehe die 15 Jahre jüngere Maria Kirchner aus dem "Wernnerts" Haus in Bermuthshain. Maria Götz geb. Kirchner war Hebamme in der Gemeinde Bermuthshain und auf sie geht auch der Hausname "Kinnfraas" zurück, abgeleitet von der mundartlichen Bezeichnung für die Hebamme ("Kindfrau"). Sie übte dieses Amt bis 1924 aus. |
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| Maria Götz geb. Kirchner mit vier ihrer acht Kinder, vermutlich Maria Karoline, Katharina, Johannes und Maria Katharina, vor "Kinnfraas" Haus um 1900. |
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Aus der Ehe von Balthasar und Maria Götz gingen acht Kinder hervor. Der Sohn
Peter Götz (geb. 1878) wurde nach Eröffnung der Vogelsbergbahn Bahnarbeiter
in Grebenhain, dem eigentlichen Ursprungsort der Familie, und heiratete 1908
im dortigen "Kannods" Haus neben der Kirche ein, wo seine Nachfahren in
männlicher Linie mittlerweile in der fünften Generation leben. Somit gibt es
dort, über den Bermuthshainer "Umweg", auch fast 450 Jahre nach der ersten
Erwähnung noch den Namen Götz in Grebenhain. Der dritte Sohn Heinrich Karl Götz (geb. 1883), von den Bermuthshainern ob seiner Statur "lang Karl" genannt, arbeitete als Tagelöhner und eröffnete schließlich ein Viehhandelsgeschäft. Seine Ehefrau stammte aus "Scheffersch" Haus in Bermuthshain. 1910 erbaute er am Ortsausgang nach Lichenroth das daher "Scheffersch vorne" genannte Anwesen, in direkter Nachbarschaft zu seinem Schwager Heinrich Blum ("Blums") und der Schreinerei Komp. Bis heute ist es das letzte Haus in der Lichenröther Straße. Das auf den Handel mit Ferkeln spezialisierte Viehhandelsgeschäft wurde von seinem Sohn Karl Götz I. übernommen und bestand bis 1963. Im Jahr 1990 starb der Enkel Hermann Johannes Götz als letzter männlicher Träger des Namens Götz in Bermuthshain. Sebastian Götz (geb. 1870), der aus der ersten Ehe seines Vaters Balthasar Götz stammte, schloss 1903 die Ehe mit Katharina Oestreich aus der früheren Hohlmühle (Hausname "Hohlewies"). Im selben Jahr kaufte er das alte "Säuhennerjes" Haus in der Obergasse, ein einstöckiges Einhaus mit Wohnteil, Scheune und Stall. Der bisherige Besitzer, sein Cousin Jakob Lind I., zog im gleichen Jahr um in das bisherige "Henkelkammbalzersch" Haus in der Ortsmitte unter "Mitname" des Hausnamens. Seither wurde das Anwesen "Kinnfraas" oder später auch nur "Götze" genannt. 1912 starb Katharina Götz geb. Oestreich im Alter von 34 Jahren im Kindbett nach Geburt ihrer Tochter Maria. Einziger Sohn der Eheleute war der 1978 verstorbene Karl Götz II., der 1928 Katharina Mühling aus dem "Schreierjes" Haus an der "Cent" in Crainfeld heiratete. Karl Götz II. war Arbeiter im Bermuthshainer Sägewerk, wo er auch zeitweilig mit Frau und Kindern im dortigen Wohnhaus lebte. Die Kinder der Eheleute sind Erna, Wilhelm und Karl, welche alle auswärts, in Stockheim (Oberhessen), Wallenrod und Zahmen, verheiratet sind. Das "Kinnfraajes" Haus in Bermuthshain stand seit den 1980er Jahren leer und wurde ähnlich dem benachbarten Gemeindehaus im Jahr 1994 abgebrochen; einige Jahre später entstand dort ein neues Wohnhaus. |
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Stammbaum Götz |
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(nur Bermuthshainer Zweig) |
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