Herchenröder

 

In dem im südöstlichen Vogelsberg noch heute verbreiteten Familiennamen Herchenröder hat sich wahrscheinlich eine Erinnerung an ein im Spätmittelalter wüstgewordenes Dorf erhalten, nämlich das zwischen Lichenroth und Salz gelegene Herchenrod. Eindeutig belegt ist die Existenz dieses Dorfes durch drei Urkunden aus den Jahren 1383, 1384 und 1388. Es dürfte sich um eine relativ große Ansiedlung gehandelt haben, die sogar über eine anhand des Lichenröther Flurnamens "Im Kirchengeschell" nachweisbare Kirche verfügte. Herchenrod gehörte zur einen Hälfte zum riedeselischen Gericht Freiensteinau, zur anderen zum isenburgischen Gericht Unterreichenbach. Dies führte offensichtlich zu Besitzstreitigkeiten zwischen den Riedeseln und den Isenburger Grafen, was vermutlich im Verlauf des 15. Jahrhundert die Entsiedelung bzw. Zerstörung des Dorfes zur Folge hatte. Die Bewohner von Herchenrod ließen sich in den benachbarten Dörfern wie Lichenroth, Salz, Radmühl, Ober-Moos und Wettges nieder, wo in Bezugname auf ihre Herkunft der Name "Herchenröder" entstand.

Die drei Generationen währende Bermuthshainer Familie Herchenröder ging auf den 1895 in Lichenroth geborenen Heinrich Herchenröder zurück. Im Jahr 1919 heiratete er Maria Merz aus Bermuthshain. Das damalige "Merze" Haus war noch das im heutigen Bergweg gelegene einstöckige spätere "Mauls" Haus. 1928 tauschte dann Heinrich Herchenröder gegen 3500 RM Zugabe sein Anwesen mit dem im Unterdorf gelegenen Hof des hoch verschuldeten Theodor Franz ("Hämels"). Von nun an trug dieses Haus den Namen "Merze". Es ging nach dem Zweiten Weltkrieg an den Sohn Emil Herchenröder und später den Enkel Herchenröder über, welcher 2007 als letzter der Familie aus Bermuthshain verzog.

 

Stammbaum Herchenröder

 

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