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Heutzenröder |
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Der Name Heutzenröder tauchte in Bermuthshain erstmals im Jahr 1673 auf, als
der 1644 in Crainfeld geborene Balthasar Heutzenröder eine Gela Zimmermann
Witwe geb. Matthes in Bermuthshain heiratete. Dieser hatte einen Sohn, den
1680 geborenen Johann Georg Heutzenröder. Im Crainfelder Kirchenbuch wird
erwähnt, dass Johann Georg Heutzenröder als Hirt während eines schweren
Gewitters das Gelübde des Glaubenswechsels zum Katholizismus gab, für den Fall, dass er das Wetter überstehe. Um 1700 ging er als katholischer
Organist nach Duderstadt im Eichsfeld, einer Besitzung des Erzbistums Mainz,
wo er später auch starb und begraben wurde. Die Familie soll später z. T.
wieder evangelisch geworden sein. In Crainfeld wird erstmals im Zinsregister der Pfarrei von 1600 ein Balthes Heutzenröder erwähnt. 1640 gab es einen Gerichtsschreiber Heinrich Heutzenröder zu Crainfeld, den Heckenmüller Balthasar Heutzenröder, sowie einen Bast Heutzenröder. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde der Name Heutzenröder zu einem der am meisten verbreitesten in Crainfeld. 1659 gab es nicht weniger als neun Familien dieses Namens in dem Gericht- und Pfarrdorf. Das Geschlecht Heutzenröder stellte über die Jahrhunderte viele Kirchenvorsteher, Gerichtsschöffen und Bürgermeister in Crainfeld, starb jedoch in direkter Linie um 1850 aus. Zu diesem Zeitpunkt waren jedoch bereits in den Nachbarorten Grebenhain und Bermuthshain Nebenlinien des Heutzenröder-Geschlechtes entstanden. In Grebenhain lebte bereits 1659 ein Jörg Heutzenröder, dessen Linie erst 1817 mit dem Müller Johann Heinrich Heutzenröder wieder im Mannesstamm erlosch. Schon zu dessen Lebzeiten heiratete 1783 ein Johannes Heutzenröder aus Crainfeld in Grebenhain ein. Diese Linie verzweigte sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts nicht. Der 1833 geborene Landwirt Sebastian Heutzenröder (Hausname "Wendeschanze") hatte zwei Söhne. Die Linie des älteren Sohnes Heinrich Heutzenröder im Stammhaus endete mit dem 1918 geborenen Heinrich Heutzenröder. Die Linie des jüngeren Sohnes Johannes Heutzenröder, der ins Grebenhainer Haus "Hansjes" heiratete, spaltete sich nochmals weiter auf durch die Söhne Heinrich Heutzenröder ("Hansjes"), Karl Heutzenröder ("Dölls") und Emil Heutzenröder ("Schneiderbaste" in Crainfeld). Nur vom letztgenannten gibt es heute noch männliche Nachfahren in Crainfeld ("Schneiderbaste") und Grebenhain ("Nickelskannoms"). In Bermuthshain starb der durch den erwähnten Balthasar Heutzenröder 1673 ins Dorf gekommene Familienname bereits mit diesen wieder aus und war kurz nach 1700 wieder verschwunden. Auch der nächstfolgende dieses Geschlechtes in Bermuthshain, nahezu 60 Jahre später, stammte wieder aus Crainfeld. Stammvater war der 1622 dort geborene Enders Heutzenröder. Der Enkel Christoph Heutzenröder war Besitzer der Crainfelder Hofreite "Grebjes" und heiratete 1720 eine Gertraud Heutzenröder aus einer anderen Linie dieses Geschlechts. Sein jüngster Sohn, der 1736 geborene Johann Bast Heutzenröder, heiratete 1758 eine Anna Katharina Oechler in Bermuthshain. Es ist zu vermuten, dass es sich bei dem Haus um die in der Folgezeit nach ihm benannte "Heutzeredersch" Hofreite handelte. Durch seine drei Söhne spaltete sich das Geschlecht in ebenso viele Seitenlinien, zu denen die am längsten bestehende Linie "Nienammels" zählte. Der mittlere Sohn Johann Heinrich Heutzenröder, geboren 1767 und gestorben 1845 in Bermuthshain, heiratet im späteren "Heckenellersch" Haus ein. Sein Sohn und einziges Kind, der 1804 geborene Andreas Heutzenröder, wurde Gefängniswärter in Gießen. Im Stammhaus "Heutzeredersch" blieb der jüngste Sohn Johann Dietrich Heutzenröder, geboren 1769, der 1798 Christiane Friedrike Pfannstiel aus der damaligen Grebenhainer Försterfamilie Pfannstiel heiratete, aus der fast 80 Jahre später wieder ein Familienangehöriger aus Hainbach bei Alsfeld in das "Heutzeredersch" Haus heiraten sollte. Der Sohn Jakob Heutzenröder I. heiratete 1827 eine Frau aus dem wohlhabenden Bermuthshainer Bürgermeister- und Kaufmannsgeschlecht Brückmann und gründete die bis heute bestehende Gastwirtschaft "Zum Goldenen Stern". Seine ältere Tochter Katharina heiratete 1847 Christian Karl vom Hofgut Entenfang bei Kirchbracht, der das Anwesen übernimmt. Die jüngere Tochter Christiane heiratete 1855 den gleichaltrigen Balthasar Hornung aus dem Nachbarhaus "Dammburgersch", der 1870 dann das Gasthaus "Zur Krone" gründete. |
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| Der Bermuthshainer Schmiedemeister Heinrich Heutzenröder I. mit seiner Ehefrau Maria Karolina Heutzenröder geb. Rauber und der Mutter Gertraud Heutzenröder geb. Kimpel sowie seinen Kindern, darunter dem 1906 im Alter von 18 Jahren verstorbenen Heinrich Heutzenröder. |
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Der älteste Sohn Johann Henrich Heutzenröder, 1764 geboren, heiratete 1789 eine Anna Maria Rasch in Bermuthshain. Sehr wahrscheinlich auf diese Weise gelangte er in den Besitz der Bermuthshainer Hofreite "Nienammels", die dann, nur noch der Hofreite "Dammburgersch" (Hornung) vergleichbar, über viele Generationen ausschließlich vom Vater auf den Sohn vererbt wurde und bis 2002 im Familienbesitz blieb. Im Brandkataster von 1818 ist der Sohn Johann Adam Heutzenröder als Besitzer genannt. Er hatte zwei Söhne, von denen der ältere, Sebastian Heutzenröder, im "Nienammels" Haus blieb. Auch in der folgenden Generation übernahm der älteste Sohn Jakob Heutzenröder II. das Anwesen und heiratete 1875 eine Maria Oechler aus dem Bermuthshainer "Kannhennersch" Haus. Der gleichnamige älteste Sohn Jakob Heutzenröder III. heiratete 1899 Maria Groh aus dem benachbarten Haus "Säutskinnjes". Wiederum den Namen des Vaters bzw. des Großvaters trug der 1900 geborene Jakob Heutzenröder IV., der 1924 Elise Heutzenröder aus der örtlichen Heutzenröder-Nebenlinie "Kannjerche" heiratete. Beider Vorfahre war der erwähnte Johann Adam Heutzenröder in "Nienammels". Alle Kinder der Eheleute starben schon sehr früh bis auf den jüngsten, den 1929 geborenen Richard Heutzenröder, der heute der letzte noch lebende Angehörige der Linie "Nienammels" ist. Die späteren Heutzenröder-Linien in Bermuthshain haben ihren Ursprung alle im "Nienammels" Haus. Johann Adam Heutzenröders jüngerer Sohn, Ludwig Heutzenröder, heiratete 1856 im "Kannjerche" Haus ein und übernahm die dortige Schmiedewerkstatt. Seine beiden Söhne führten den Beruf ihres Vaters fort. Der 1855 geborene Heinrich Heutzenröder I. blieb in "Kannjerche" und heiratete 1883 eine Maria Karolina Rauber aus dem Nachbarhaus "Bieljes". Da die beiden Söhne starben, übernahm später der Schwiegersohn Heinrich Müller aus "Schreiersch" durch Heirat mit der ältesten Tochter Gertraud des Anwesen. Die jüngste Tochter Elise kam durch Heirat wieder in das Stammhaus ihres Großvaters ("Nienammels") zurück. Der 1857 geborene Heinrich Jakob Heutzenröder heiratete 1884 in den zweiten Bermuthshainer Schmiedebetrieb im "Schmieds" Haus ein. Der Sohn Heinrich Heutzenröder III. gab 1923 die Schmiedewerkstatt auf. Seine Ehefrau Katharina Groh stammte aus "Säutskinnjes". 1936/37 erfolgte eine Tauschheirat zwischen dem Hof "Schmieds" und der mittleren Ahlmühle ("Naumellersch") bei Grebenhain. Ludwig Rehberger aus der mittleren Ahlmühle heiratete die ältere Tochter in "Schmieds", Katharina Heutzenröder. Deren jüngere Schwester Lina Heutzenröder heiratete im Gegenzug den Hoferben von "Naumellersch", den später im Zweiten Weltkrieg gefallenen Karl Rehberger. Heinrich Heutzenröder II. als jüngerer Sohn des Jakob Heutzenröder II. ("Nienammels") heiratete 1903 im "Bäckerjes" Haus in Bermuthshain ein. Sein ältester Sohn Ernst Heutzenröder heiratete 1928 Frieda Oechler aus dem benachbarten Gasthaus "Deutsches Haus" ("Götzjes"). Seine Söhne sind Heinrich Heutzenröder und Erich Heutzenröder, die beide in Bermuthshain leben. Der jüngere Sohn Jakob Heutzenröder V. gelangte durch Heirat mit Katharina Bopp im Jahr 1937 in den Besitz der Bermuthshainer Hofreite "Schusterjes" in unmittelbarer Nachbarschaft zu "Nienammels". Von den beiden jüngeren Brüdern des Jakob Heutzenröder IV. in "Nienammels" heiratete der noch 1945 im Zweiten Weltkrieg gefallene und 1901 geborene Heinrich Heutzenröder IV. 1930 im "Bieljes" Haus in Bermuthshain ein. Einziges Kind war der Sohn Walter Heutzenröder. Im Familienbesitz blieb das Haus "Bieljes" bis in die 1980er Jahre. Der 1902 geborene Karl Heutzenröder beschritt dann den umgekehrten Weg wie sein Ahn Johann Bast Heutzenröder im 18. Jahrhundert, indem er 1928 eine Maria Oechler in Crainfeld heiratete und Besitzer der dortigen Hofreite "Schusterveltjes" wurde. |
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Stammbaum Heutzenröder |
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(nur Bermuthshainer Stamm) |
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