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Hornung |
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Die Familie Hornung ist heute die letzte noch verbliebene alteingesessene
Familie in Bermuthshain, die bereits vor dem Dreißigjährigen Krieg in dem Ort
ansässig war. Der eigentliche Ursprung der Familie lag jedoch mit hoher
Wahrscheinlichkeit im benachbarten Grebenhain. Dort wird im
Einwohnerverzeichnis des Amtes Nidda von 1586 ein Jeorg Hornigk mit seiner
Ehefrau Anna und sieben Kindern erwähnt. Zu diesen Kindern dürfte der im
1600-1632 entstandenen Zinsregister der Pfarrei genannte Stoffel Hornung in
Grebenhain, aber auch der ebenfalls dort genannte Carle Hornung (Karl
Hornung) in Bermuthshain gehört haben. Vermutlich ist Karl Hornung durch
Einheirat im Zeitraum zwischen 1586 und 1600 nach Bermuthshain gekommen. Alle heutigen Träger des Namens Hornung in Bermuthshain, Grebenhain und Crainfeld sowie deren Abkömmlinge sind als entfernte Nachfahren jenes im 16. Jahrhundert lebenden Jeorg Hornigk anzusprechen. In den Akten über die Entrichtung des Furstgelts im Gericht Crainfeld aus den Jahren 1549 und 1553 werden noch zwei ältere Hornungs in Grebenhain genannt, nämlich Heintz und Peter Horning. Als erster Grebenhainer Hornung im Crainfelder Kirchenbuch tritt der 1610 geborene Balthasar Hornung in Erscheinung. Dessen Ururenkel Christoph Hornung heiratete 1805 eine Witwe im "Damersch" Haus in Bermuthshain und ließ zugleich im 1825 das Anwesen als "Vogelsberger Einhaus" neu erbauen. Bereits sein jüngerer Sohn Valentin kehrte 1835 auf dem Heiratsweg nach Grebenhain zurück und erwarb auf diese Weise das Elternhaus "Götze" seines Vaters wieder. Die Ehe des älteren Sohnes Sebastians in Bermuthshain, der 1895 starb, blieb kinderlos. Dies blieb das einzige "Zwischenspiel" der Grebenhainer Hornungs in Bermuthshain. Valentin Hornungs Sohn in Grebenhain war der 1839 geborene Sebastian Hornung III., mit dessen Kindern sich der Grebenhainer Hornung-Stamm in die heute noch existierenden größeren Linien teilte. Der erste Sohn Heinrich Hornung I. heiratete 1887 auf den "Stollkahennersch" Hof in Grebenhain, seine Söhne waren Heinrich Hornung II. ("Stollkahennersch") und Karl Hornung ("Mäuerveltjes"). Der zweite Sohn Karl Hornung I. erhielt das Stammhaus "Götze". Seine Söhne waren Heinrich Hornung III. ("Götze") und Emil Hornung ("Schefferjes") in Grebenhain sowie Karl Hornung ("Lenze") in Crainfeld. Der dritte Sohn Sebastian Emil Hornung heiratete 1896 in das Haus "Rasche" in Crainfeld. Ihm folgte sein Sohn Emil Hornung, während der jüngere Sohn Karl Hornung ins "Gehannesjes" Haus in Ober-Moos heiratete. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhundert gab es übrigens ebenfalls schon einmal Hornungs im "Linneboste" Haus in Crainfeld, die wohl von dem ebenfalls im Zinsregister von 1600-1632 genannten Clos Hornung abstammten, der wahrscheinlich wie Carle Hornung aus Grebenhain kam. |
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Emma Hornung geb. Strauch ("Dammburgersch") mit den Kindern Theodor und Emma um 1918. |
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Die erste in Bermuthshain geborene Generation der Familie Hornung bildeten die Söhne des Karl Hornung, die im Crainfelder Zinsregister (1600-1632) und der Kriegsschadensliste (1640) genannt werden, nämlich Georg (Jörg), Clas, Wendel, Heinz und Velten. Im 1659 neu angelegten Crainfelder Kirchenbuch finden nur noch Georg und Velten Hornung Erwähnung, so dass anzunehmen ist, dass die übrigen Söhne ohne weibliche Nachkommen waren bzw. im Dreißigjährigen Krieg umgekommen sind. Der 1610 geborene Velten Hornung hatte mindestens drei Kinder, von denen der Sohn ebenfalls Velten hieß. Velten Hornung heiratete nach dem Tod seiner Ehefrau jeweils wieder und war insgesamt dreimal verheiratet. Er hatte nicht weniger als 16 Kinder, von denen immerhin 12 die ersten Lebensjahre überlebt haben müssen, und war somit einer der kinderreichsten Väter in Bermuthshain. Das erste Kind wurde 1678, das letzte 1717 geboren. Trotzdem ist die Linie in Bermuthshain bereits in der nächsten Generation ausgestorben. Velten Hornung ist auch mit dem namentlich genannten Deputierten des Gerichts Crainfeld am hessischen Landtag zu identifizieren, der im Beschluss der Kontributionsordnung zur Steuereintreibung in der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt am 8.11.1715 genannt wird. Alle späteren und heutigen Hornung in Bermuthshain stammen indes von dem um 1600 geborenen Georg Hornung ab. Dessen Sohn Adam Hornung ist 1649 geboren und hat wahrscheinlich die oberste Grundmühle (Ahlhannjesmühle) durch Einheirat von seinem Schwiegervater Hans Schüßler erworben. Adam Hornung hatte neun Kinder und begründete damit die relative Häufigkeit des Namens Hornung in Bermuthshain während des 17. bis 19. Jahrhunderts. Der zweitälteste Sohn, der 1681 geborene Hans Henrich Hornung, hat wahrscheinlich die Ahlhannjesmühle übernommen, deren Besitz für seinen ältesten Sohn Adam Hornung gesichert ist. Der Name Hornung in der Ahlhannjesmühle erlosch mit dem 1813 gestorbenen Sohn Sebastian Hornung. Der Schwiegersohn Johann Paul Hübner aus Ober-Moos übernahm zunächst die Mühle, die aber dann 1810 durch Kauf an Johann Georg Groh aus Stockhausen überging. |
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| Hochzeit von Theodor Hornung ("Dammburgersch") und Margarethe Lind (aus Grebenhain) am 27.5.1934. Die Hochzeitsfeier fand im Gasthaus "Zur Krone" (Elternhaus des Bräutigams) statt und war die erste in Bermuthshain, bei der die Braut ein weißes Brautkleid trug. |
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Der jüngere Sohn des Müllers Hans Henrich Hornung, ein Johann Heinrich Hornung, zog nach seiner Heirat 1747 ins Dorf. Sein Enkel Dietrich Hornung ist als Besitzer des Hauses "Hirtschneidersch" überliefert. Dieser noch heute benutzte Hausname geht zweifellos auf Dietrich Hornung zurück, der Schneider und Kuhhirt war. Das Haus ging durch Einheirat 1838 in den Besitz des Maurers Heinrich Scholtes über, da der einzige Sohn Nikolaus Hornung bereits 1826 im Alter von 2 Jahren starb. Adam Hornungs 1686 geborener dritter Sohn Ludwig Hornung war der Begründer der "Schullehrerlinie" der Hornungs. Sein Sohn Johann Balthasar Hornung wirkte von 1741 bis 1794 als Schulmeister von Bermuthshain. Ab 1783 war ihm sein jüngerer Sohn Johann Heinrich Hornung als Adjunkt beigegeben, der nach dem Tod des Vaters die Schullehrerstelle von 1794 bis 1823 übernahm. Ab 1814 war ihm sein Sohn Johann Heinrich Hornung als Schulassistent beigegeben und war nach dem Tod des Vaters selbst Schullehrer von 1823 bis 1844, im übrigen der letzte im Dorf ohne Seminarausbildung. Er war der erste Bermuthshainer Schullehrer, der in der heutigen alten Schule unterrichtete und dort auch seit deren Erbauung 1830 wohnte. Das ursprüngliche Wohnhaus, das auch als Schulhaus gedient hatte, stand im heutigen Lindenweg an der Stelle des Wohnhauses der Fam. Gerhard Dillemuth und wurde 1854 abgerissen. Insgesamt haben die Hornungs über 100 Jahre lang alle Bermuthshainer Schulkinder unterrichtet. Der Sohn des letzten Lehrers, der wie Vater und Großvater Johann Heinrich Hornung hieß, war Schuhmacher und heiratete 1845 im "Muhrsch" Haus in Bermuthshain ein. Er starb jedoch bereits 1847 an einer Lungenentzündung. Die Witwe Marie Hornung geb. Müller schloß eine zweite Ehe mit Karl Mohr aus Weidmoos. Der einzige Sohn aus erster Ehe, Heinrich Hornung, der auch "Muhrsch-Hornung" genannt wurde, starb 1917 unverheiratet und mit ihm die gesamte Linie aus. Die Ehe des 1689 geborenen Klaus Hornung, des vierten Sohnes von Adam Hornung, blieb kinderlos. Der 1697 geborene jüngste Sohn Sebastian Hornung hatte als zweiten Sohn den am 19.9.1817 als Witwer und invalider Feldwebel in Bermuthshain gestorbenen Niklaus Hornung. |
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| Hochzeit von Herbert Hornung ("Dammburgersch") und Gislinde Herting (gebürtig aus Keula in Thüringen) am 6.4.1957. Aufgenommen wurde das Gruppenbild erneut vor der Treppe des zu diesem Zeitpunkt bereits geschlossenen Gasthauses "Zur Krone". |
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Die noch heute bestehende Bermuthshainer Hornung-Linie "Dammburgersch", aus der Pferdebauern, Gastwirte und Metzger entstammten, führt sich auf den 1691 geborenen Adam Hornung zurück, den zweitjüngsten Sohn seines gleichnamigen Vaters. Er heiratete 1720 eine Elisabetha Schäfer in Bermuthshain und erwarb auf diese Weise wahrscheinlich bereits damals die "Dammburgersch" Hofreite. Die Linie war bis ins letzte Drittel des 19. Jahrhunderts durch eine relative geringe Kinderzahl gekennzeichnet und blieb bis um 1900 ohne weitere Nebenlinien. Adam Hornungs Urenkel, der 1776 geborene Ackermann, Kirchensenior und Beigeordnete Johannes Hornung ist als erster eindeutig als Besitzer der "Dammburgersch" Hofreite im ältesten erhaltenen Bermuthshainer Brandkataster von 1818 genannt. Sein Sohn und einziges Kind war der 1805 geborene Peter Hornung als erster Träger dieses Vornamens in der Linie. Er war Beigeordneter und von 1848 bis zu seinem Tod 1852 auch Bürgermeister von Bermuthshain. Seine Ehefrau Anna Maria Hornung geb. Müller war die Tochter des Crainfelder Bürgermeisters Johannes Müller ("Brückehannese"). Er ließ auch im Jahr 1829 das "Dammburgersch" Haus neu erbauen bzw. einen größeren Anbau an das selbige vornehmen, wie aus der noch erhaltenen Bauinschrift hervorgeht. Nach Peter Hornungs Tod übernahm der 1836 geborene Sohn Balthasar Hornung das Anwesen und heiratete 1855 Christiane Heutzenröder aus dem benachbarten Gasthaus "Zum goldnen Stern" ("Heutzeredersch"). Dies hatte entscheidende Auswirkungen auf die weitere Geschichte der Familie. |
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| Heinrich Jakob Hornung II. ("Franze") als Soldat im Ersten Weltkrieg mit Ehefrau Christiane Hornung geb. Oechler und den Kindern Maria, Jakob und Wilhelm. |
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Im Jahr 1870 gründete Balthasar Hornung die Gastwirtschaft "Zur Krone", die mit einer Metzgerei sowie einem Handels- und Fuhrmannsgeschäft verbunden war. Für die Gastwirtschaft errichtete er das für damalige Verhältnisse riesige und moderne Gasthaus mit Tanzsaal als erstes seiner Art in Bermuthshain, das bis heute das Ortsbild in der Ober-Mooser Straße dominiert. 1879 übernahm sein Sohn Heinrich Jakob Hornung I. das Anwesen, mit dessen Söhnen Heinrich Jakob und Theodor sich das Geschlecht erstmals seit über 150 Jahren wieder in zwei Linien teilte. Der jüngste Sohn Lorenz Emil Hornung fiel 1915 an der Ostfront in Litauen. Die Ehefrau Sidonie Hornung geb. Dietz stammte ebenfalls aus einem Gasthaus (Hausname "Konräds") in Heisters. Der 1885 geborene zweite Sohn Theodor Hornung I. blieb im "Dammburgersch" Haus und heiratete 1909 Elisabeth Strauch aus Eschenrod. Er gründete 1935 zunächst zusätzlich zur Gastwirtschaft die Metzgerei Hornung als professionellen Schlachtbetrieb, der bis heute besteht. Nach seinem Tod übernahm 1940 der gleichnamige Sohn Theodor Hornung II. das Anwesen. 1954 wurde das bereits während des Zweiten Weltkrieges ruhende Gasthaus "Zur Krone" geschlossen und 1965 die Schlachterei in einen Neubau auf dem Grundstück der benachbarten Hofreite "Götzekannjes" verlegt. 1979 wurde das Stammhaus "Dammburgersch" verkauft, nachdem es mindestens 161 Jahre ununterbrochen in Familienbesitz gewesen war. Die Großschlachterei Hornung wurde nach dem Betriebsneubau von Theodor Hornungs Sohn Herbert Hornung übernommen und wird heute vom jüngeren Sohn Axel Hornung betrieben. Der ältere Sohn Peter Hornung als zweiter Träger dieses Vornamens nach dem Bürgermeister wurde 1957 als letzter der Familie im Stammhaus "Dammburgersch" geboren. Die Kinder von Peter und Axel sind heute die 15. Generation der alteingesessenen Familie in Bermuthshain. Der älteste und gleichnamige Sohn des Gastwirts, der 1882 geborene Heinrich Jakob Hornung II., erwarb 1906 durch Heirat mit Christiane Oechler die "Franze" Hofreite in Bermuthshain. Bereits vor der Verheiratung, die erst nach Ableistung seines zweijährigen Militärdienstes erfolgen konnte, weshalb seine Tochter Maria auch bereits 1904 geboren war, veranlasste er den Bau eines neuen Wohnhauses. Dieses war ausdrücklich nach dem Vorbild seines Elternhauses errichtet und wirkt daher auf den Betrachter bis heute wie eine verkleinerte Ausgabe der Gastwirtschaft "Zur Krone". Heinrich Jakob Hornung II. war Landwirt und daneben auch noch Hausmetzger. Der ältere Sohn Jakob Hornung übernahm das Anwesen. Mit seinem Tod 1976 erlosch der Name Hornung im "Franze" Haus wieder, da er nur zwei Töchter (Elli und Martha) hatte. |
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| Bürgermeister i. V. Wilhelm Hornung ("Gutermuths") mit Ehefrau Elise Hornung geb. Lind, Schwiegermutter Elise Lind geb. Gutermuth und den Kindern Helmut und Christel vor "Gutermuths" Haus. |
| Der jüngere Sohn Wilhelm Hornung heiratete 1945 ins "Gutermuths" Haus in Bermuthshain. Er wurde als Erster Beigeordneter in die Bermuthshainer Gemeindevertretung gewählt und übernahm 1954 bis 1956 kommissarisch das Amt des Bürgermeisters anstelle des erkrankten Richard Oechler. Bis zu seinem plötzlichen Tod im Jahr 1964 war er auch Verwalter der Spar- und Darlehenskasse Bermuthshain. Der Sohn Helmut Hornung, der vielen in Bermuthshain und darüber hinaus noch als Berichterstatter für den "Lauterbacher Anzeiger" im Gedächtnis geblieben ist, kam 1973 bei einem Verkehrsunfall auf tragische Weise ums Leben. Die Witwe Inge Hornung geb. Rebitzer heiratete in zweiter Ehe nach Blankenau im Landkreis Fulda und zog mit den Kindern Frank, Anke und Werner dorthin. Seit 1976 gibt es somit keinen männlichen Angehörigen der Hornung-Linie "Franze/Gutermuths" mehr in Bermuthshain. |
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Stammbaum Hornung |
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(nur Bermuthshainer Stamm) |
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