Komp

 

Nur zwei Generationen währte die Geschichte der Bermuthshainer Familie Komp, welche durch die von Andreas Komp gegründete Schreinerei und Möbelhandlung sowie dessen Kandidatur für das Bürgermeisteramt aber einige Bedeutung für die Ortsgeschichte im frühen 20. Jahrhundert besessen hat. Man schrieb das Jahr 1863, als der 34jährige Maurer Konrad Komp aus Herchenhain fünf Jahre nach seiner Heirat mit Margaretha Oechler aus Bermuthshain ("Säuherts") ein einstöckiges Wohnhaus im jetzigen Bergweg baute, das seit nunmehr hundert Jahren unter dem Hausnamen "Stroaßewärtersch" bekannt ist. 1875 wurde dort sein jüngerer Sohn Andreas Komp geboren, der den Beruf des Schreiners erlernte und im Jahr 1902 seine eigene Schreinerei eröffnete, welche 1910 durch eine Möbelhandlung erweitert wurde.

1904 hatte Andreas Komp die sieben Jahre jüngere Karoline Schäfer aus dem oberen "Hoase" Haus geheiratet und 1907 sein eigenes einstöckiges Wohnhaus am Ortsausgang nach Lichenroth auf bisherigem Gemeindeland am Marktplatz gebaut. Dieses Gebäude, das bereits 1910 aufgestockt wurde, war das erste Wohnhaus überhaupt, das in der heutigen Lichenröther Straße entstanden war. Innerhalb weniger Jahre wurde die Schreinerei Komp zum bedeutendsten Familienbetrieb dieser "Branche" in Bermuthshain, die mehrere Gesellen beschäftigte. Als einziger örtlicher Handwerker neben dem Schneeschuhmacher Friedrich Jost ("Stockjes") beteiligte sich Andreas Komp an der großen Gewerbeausstellung in Crainfeld im Jahr 1925. Diese war vom Gewerbeverein für Crainfeld und Umgegend anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des 1933 aufgelösten Vereins ausgerichtet worden, dem auch Andreas Komp selbst angehörte. In das Jahr 1926 fiel die Kandidatur von Andreas Komp für das Amt des Bürgermeisters in Bermuthshain bei der Wiederholung dieser im Vorjahr reklamierten Abstimmung. Andreas Komp trat hierbei für die "Partei" des unterlegenen Altbürgermeisters und Landtagsabgeordneten Friedrich Jost gegen den Gastwirt Otto Ernst August Pfannstiel ("Heutzeredersch") an, welchem er mit 104 gegen 174 Stimmen unterlag.

Andreas Komp hatte fünf Kinder. Die älteste Tochter Lina Komp (geb. 1904) war im benachbarten Völzberg verheiratet. Noch am Leben ist seine zweitälteste Tochter Maria Komp (geb. 1906), die das Haus der kinderlos gewordenen Schwiegereltern ("Hoase oben") erhielt und mit dem Messerschmied Jakob Andreas Volz verheiratet war. Sein einziger Sohn Heinrich Komp (geb. 1908) konnte wegen einer Rheumaerkrankung leider nicht die elterliche Schreinerei übernehmen. Stattdessen arbeitete er zunächst bei der Deutschen Reichsbahn in Frankfurt am Main in der Verwaltung und absolvierte dann ein Ingenieursstudium. Nach einer Tätigkeit für das Eisenbahnbauunternehmen Stöhr in München, Salzburg und Stuttgart ließ er sich schließlich in Fellbach bei Stuttgart nieder.

Dort war die Familie der Schwester seiner aus Aichelbach bei Backnang stammenden Ehefrau Emma geb. Link Teilhaberin des Sägewerks Schwegler. Der einzige Sohn dieser Familie wurde im Zweiten Weltkrieg mit 18 Jahren als vermisst gemeldet. Während des Zweiten Weltkrieges wohnte die Familie von Heinrich Komp, der nach dem Krebstod seiner Ehefrau 1947 ein zweites Mal heiratete, wegen der Bombenangriffe auf Stuttgart in Bermuthshain, kehrte aber nach Kriegsende wieder nach Fellbach zurück. Heute lebt Heinrich Komp, der Sohn von Heinrich Komp, als letzter männlicher Angehöriger der Familie in Leonberg bei Stuttgart.

Sein einziger Sohn Heinrich Komp (geb. 1908) konnte wegen einer Rheumaerkrankung leider nicht die elterliche Schreinerei übernehmen. Stattdessen arbeitete er zunächst bei der Deutschen Reichsbahn in Frankfurt am Main in der Verwaltung und absolvierte dann ein Ingenieursstudium. Nach einer Tätigkeit für das Eisenbahnbauunternehmen Stöhr in München, Salzburg und Stuttgart ließ er sich schließlich in Fellbach bei Stuttgart nieder. Dort besaß die Familie der Schwester seiner aus Offenbach stammenden Ehefrau ein Sägewerk. Der einzige Sohn dieser Familie war im Ersten Weltkrieg gefallen. Während des zweiten Weltkrieges wohnte die Familie von Heinrich Komp, der nach dem Krebstod seiner Ehefrau 1947 ein zweites Mal heiratete, wegen der Bombenangriffe auf Stuttgart in Bermuthshain, kehrte aber nach Kriegsende wieder nach Fellbach zurück. Heute lebt Heiner Komp, der Sohn von Heinrich Komp, als letzter männlicher Angehöriger der Familie in Leonberg bei Stuttgart.

Nachdem feststand, dass Heinrich Komp die Schreinerei nicht weiterführen konnte, übergab Andreas Komp seinen Betrieb in die Hände seines Schwiegersohns Heinrich Greb aus dem "Lendas" Haus in Ober-Moos, der zuvor dort Schreinergeselle gewesen war. Er heiratete 1932 dessen Tochter Katharina Komp (geb. 1909). Eine Woche nach dem Einmarsch der US-Truppen in Bermuthshain wurde die Familie von einem schweren Schicksalsschlag getroffen. Am 5.4.1945 erschossen amerikanische Soldaten Heinrich Greb bei einer Kontrolle auf der großen Treppe des Anwesens Komp und schafften die Leiche in einem Jeep weg. Bis heute wird Heinrich Greb auf dem Bermuthshainer Gefallenendenkmal als "vermißt" aufgeführt. Im Jahr 1954 übernahm der Schwager Heinrich Komp aus Fellbach die Schreinerei, die fortan als Möbelhandlung "Möbel Komp" weitergeführt wurde. Emma Komp (geb. 1911), die jüngste Tochter von Andreas Komp, schloss 1932 mit dem Bermuthshainer Maurer Wilhelm Jöckel II. ("Luftewillems") die Ehe. Bereits 1953 war mit dem Tod von Andreas Komp der Familienname in Bermuthshain im Mannesstamm erloschen.

 

Stammbaum Komp

 

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