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Landmännerverein Bermuthshain e. V. |
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Schon von seinem Namen her stellt der Landmännerverein Bermuthshain eine Besonderheit unter den örtlichen Vereinen dar, ist er doch der einzige Landmännerverein im Land Hessen und vermutlich sogar im gesamten Bundesgebiet. Nicht alltäglich ist auch die Entstehungsgeschichte dieses Vereins, der im Jahr 2007 immerhin schon auf ein zehnjähriges Bestehen zurückblickte. Gegründet wurde der Landmännerverein Bermuthshain mehr oder weniger aus einer "Bierlaune" heraus am Stammtisch des örtlichen Gasthauses "Zum Goldenen Stern". Maßgeblicher Initiator und "Erfinder" des Landmännervereins war der Bermuthshainer Karl Peppel (Hausname "Mauls"), der im August 1997 anlässlich einer vorangegangenen Veranstaltung des Landfrauen-Ortsvereins Bermuthshain die Idee äußerte, es solle im Dorf doch auch ein "Landmännerverein" gegründet werden. Spontan meldeten sich 43 Männer, die sich zum Eintritt in einem solchen Verein bereit erklärten. Am 29.8.1997 fand dann im "Goldenen Stern" eine Versammlung statt, auf der der Landmännerverein Bermuthshain offiziell gegründet wurde. Karl Peppel wurde zum ersten Vorsitzenden des Vereins gewählt, dem gleich bei seiner Gründung 28 Männer beitraten. Als offizielles Vereinsziel wurde die Förderung des ländlichen Brauchtums in die Satzung aufgenommen. Am 8.2.1998 fand mit einem Schlittenfahren am Höllerich die erste Veranstaltung in der Vereinsgeschichte statt. Am 13.6.1998 wurde auf dem Festplatzgelände am Bermuthshainer Sportplatz ein Oldtimer-Traktor-Geschicklichkeitsfahren veranstaltet, verbunden mit einer noch kleinen Ausstellung historischer Traktoren aus den 1950er und 1960er Jahren. Bekannt wurde der Landmännerverein Bermuthshain in seinen Anfangsjahren jedoch durch ein anderes Ereignis, das wiederum auf die Initiative von Karl Peppel zurückging, nämlich den Bermuthshainer "Almabtrieb", der erstmals am 24.10.1998 und dann noch viermal stattfand. Bei diesem "Almabtrieb" wurden etwa 25 bis 30 von den Landfrauen geschmückte Rinder vom "Mauls" Hof zusammen mit einigen Ziegen den Höllerich und Rabenberg hinunter ins Dorf getrieben. In den ersten beiden Jahren war die Maschinenhalle von Friedrich Karl Luft ("Schmedebaste") der Endpunkt des "Almabtriebs" und danach die große Festhalle (Maschinenhalle) am Marktplatz. Der Bermuthshainer "Almabtrieb" war ein frei nach alpenländischem Vorbild gestaltetes und eher als "Gaudiveranstaltung" zu sehendes Ereignis, das keinerlei tatsächliche Entsprechung in der historischen bäuerlichen Kultur der Vogelsbergregion hatte. Ungeachtet dieses Tatbestandes lockte er stets unzählige Zuschauer, oft sogar mehr als 1.000 Personen, von nah und fern nach Bermuthshain. Am fünften, und wie sich herausstellen sollte, letzten Bermuthshainer "Almabtrieb" am 12.10.2002 nahmen erstmals Alphornbläser teil. Am 5.4.1999 unternahm der Landmännerverein erstmals eine Flursäuberungsaktion in der Gemarkung Bermuthshain. Das Oldtimer-Traktor-Geschicklichkeitsfahren war in diesem Jahr zum ersten Mal mit einer großen Oldtimer-Traktorausstellung verbunden, und fand seither auf dem Marktplatz an der Festhalle statt, die sich im Grunde erst durch den Landmännerverein zunehmend von der Maschinenhalle, als die sie 1986 eigentlich gebaut worden war, zu einer Veranstaltungshalle wandelte. Neben den alten Traktoren und Landmaschinen im Besitz der Mitglieder wurde eine voll funktionsfähige historische Dreschmaschine der Firma "Ködel & Böhm" in Lauingen (Donau) erworben und erstmals im Rahmen eines Dreschfestes an der Kulturscheune "Zum Wilden Mann" am 30.9.2001 der Öffentlichkeit vorgestellt. Dieses wird seitdem (fast) jährlich wiederholt, zwischenzeitlich zu einem Hoffest mit anderen Teilnehmern wie Hufschmieden, Handwerkern und Künstlern aus der Region erweitert. Die ursprüngliche, jedoch nicht mehr vorhandene, Dreschmaschine der Spar- und Darlehenskasse Bermuthshain, die von 1953 bis 1968 im Einsatz stand, war übrigens ein Fabrikat der Firma Buschhoff in Ahlen. Ihre von 1927 bis 1953 eingesetzte Vorgängerin wiederum wurde von der Firma Mayfarth in Frankfurt am Main gebaut. Im Jahr 2003 geriet der Landmännerverein Bermuthshain in eine schwere Krise. Aufgrund von Unstimmigkeiten zwischen dem Vereinsgründer und 1. Vorsitzenden Karl Peppel und anderen Vorstandsmitgliedern legte dieser sein Amt nieder und trat aus dem Verein aus. Dies hatte unter anderem zur Folge, dass der Bermuthshainer "Almabtrieb" nicht mehr durchgeführt werden konnte, da die Rinder stets von Karl Peppel gestellt worden waren. In der Generalversammlung Ende 2003 wurde schließlich Herbert Nies als neuer und bis heute amtierender 1. Vorsitzender des Vereins gewählt. Anstelle des "Almabtriebs" war am 11.10.2003 ein "Oktoberfest" in der Festhalle veranstaltet worden. Seit dem Jahr 2004 findet als "Ersatz" für den "Almabtrieb", den es auch zukünftig wohl nicht mehr geben wird, am dritten Wochenende im September das Bermuthshainer "Kartoffelfest" statt. Bei der insgesamt 7. Bermuthshainer Oldtimer-Traktorausstellung am 13.6.2004 wurde erstmals auf das bisher übliche Schlepper-Geschicklichkeitsfahren verzichtet. Auch im Rahmen dieser Veranstaltung finden mittlerweile Vorführungen der vereinseigenen Dreschmaschine statt. Seit 2004 weist der Landmännerverein durch einen großen Maibaum an der Festhalle auf das örtliche Vereinsleben hin. Im jahreszeitlichen Rhythmus wird der Maibaum zur Weihnachtszeit stets durch einen beleuchteten Weihnachtsbaum ersetzt. Seit dem Jahr 2005 präsentiert sich der Landmännerverein Bermuthshain mit einer eigenen Homepage unter der Adresse www.landmaenner-bermuthshain.de im Internet. Am 27.6.2004 nahm der Verein erstmals mit einem Motivwagen am Hessentag in Heppenheim teil. Seit dem folgenden Festzug des Hessentages am 26.6.2005 in Weilburg wurde der Motivwagen unter dem Motto "Bermuthshain - Dorf der Vereine" gemeinsam mit den örtlichen Landfrauen organisiert. Nach den Hessentagen 2004 in Heppenheim, 2005 in Weilburg, 2006 in Hessisch Lichtenau und 2007 in Butzbach war man auch 2008 in Homberg (Efze) wieder "dabei", diesmal aber nicht mehr als "Dorf der Vereine", sondern unter dem neuen Motto "Bermuthshain - das neue Dorf". Aufmerksam gemacht wurde nunmehr auf die Dorferneuerung Bermuthshain und die in ihrem Rahmen durchgeführten Projekte. Außerdem war der Landmännerverein seit dem Hessentag 2008 allein für den Motivwagen verantwortlich. Auf dem Hessentag 2009 in Langenselbold präsentierte man sich unter dem Motto "Hessens erster Landmännerverein Bermuthshain grüßt den Hessentag", ebenso 2010 in Stadtallendorf. Dies war zugleich auch die letzte Teilnahme der Landmänner am Hessentag, die nunmehr vom Dorfverein Bermuthshain übernommen wurde. Ursprünglich eher als Kuriosum entstanden, hat sich der Landmännerverein Bermuthshain innerhalb eines Jahrzehnts neben dem Sportverein 1975, dem MGV "Eintracht" und der Freiwilligen Feuerwehr zum bedeutendsten Bermuthshainer Verein entwickelt, der inzwischen aus dem Dorfleben kaum noch wegzudenken scheint. 124 Mitglieder zählten zum Jahresende 2010 zu den Bermuthshainer Landmännern, die überwiegend aus Bermuthshain selbst und seinen Nachbarorten stammen, in einigen Fällen aber sogar bis aus dem Rhein-Main-Gebiet kommen. |