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Laufer |
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Bereits vor dem Dreißigjährigen Krieg gab es in Bermuthshain den
Familiennamen Laufer. Erstmals verzeichnet die Furstgeltakte von 1549 einen
Hen Leuffer, einen Heintz Leuffer und einen Milchior Leuffer. Ein Nachfahre
war wohl der 1640 genannte Heintz Laufer. Im 1659 begonnenen Kirchenbuch
findet sich kein Bermuthshainer Träger des Namens Laufer mehr, so dass er
wohl noch im Dreißigjährigen Krieg ausgestorben ist. Im benachbarten
Crainfeld, wo ebenfalls schon 1549 ein Laufer erwähnt wird, blieb der Name
dagegen auch über 1659 hinaus erhalten. Das im Kirchenbuch fassbare
Crainfelder Laufer-Geschlecht, dessen einzige noch verbliebene Seitenlinie
die heutigen Bermuthshainer Laufer sind, begann mit dem 1615 in Crainfeld
geborenen Stoffel Laufer, der drei Söhne hatte. Die Linie des ältesten
Sohnes Hans Henrich Laufer im Crainfelder "Brückehannes" Haus starb mit dem
Enkel Johannes Laufer um 1730 aus. Durch Erbteilung wurde von der "Brückehannese"
Hofreite 1731 der Nachbarhof "Miechels" abgetrennt. Mit dem Tod von dessen
Besitzer Christoph Laufer 1804 erlosch die Linie im Mannesstamm. Der mittlere Sohn Peter Laufer heiratete 1677 eine Dorothea Heutzenröder Witwe zu Crainfeld. Sein Sohn Johannes Laufer war zu Beginn des 18. Jahrhunderts Besitzer des "Raubersch" Hauses in der heutigen Frankfurter Straße in Crainfeld. Die Linie starb in Crainfeld mit dem Enkel Johann Sebastian Laufer 1802 in Crainfeld im Mannesstamm aus, zumal der einzige Sohn im gleichen Jahr nach Bermuthshain heiratete. Die Linie des jüngsten Sohnes Nikolaus Laufer bestand fast ausschließlich aus Handwerkern (Schneider und Schreiner). Sie bildete in crainfeld noch mehrere Zweiglinien in den Häusern "Kannsmusjes" (ausgestorben 1811 mit Christoph Laufer), "Michelhennerjes" (ausgestorben 1870 mit Johann Heinrich Laufer) und "Hambaste" (ausgestorben 1887 mit Konrad Laufer). Mit dem letztgenannten war das Geschlecht der Laufer in Crainfeld vollständig ausgestorben. Der bereits erwähnte Johann Sebastian Laufer im "Raubersch" Haus in Crainfeld hatte einen Sohn, den 1777 geborenen Ackermann Johannes Laufer, der 1802 eine Gertraud Götz Witwe geb. Schaub in Bermuthshain heiratete. Auf diese Weise kehrte der seit 150 Jahren ausgestorbene Name Laufer wieder nach Bermuthshain zurück. Das durch die Witwenheirat erworbene Wohnhaus des Johannes Laufer in Bermuthshain war ein zweistöckiges "Vogelsberger Einhaus", das sich direkt angrenzend unterhalb der Hofreite "Bäckerjes" im heutigen Bergweg befand und in etwa die selben Abmessungen wie diese hatte. Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete Johannes Laufer 1824 eine Anna Maria Oechler aus Ilbeshausen und schloss nach deren Ableben noch im Alter von 57 Jahren eine dritte Ehe mit deren Schwester Margaretha Oechler im Jahr 1834. Aus dieser Ehe entstammten die 1836 bzw. 1844 geborenen Söhne Christoph und Balthasar, von denen der erste nach seiner Verheiratung 1857 zunächst im Elternhaus blieb. 1863 kaufte er dann die bisherige Hofreite "Linneschmidts" neben der großen alten Dorflinde, die seither "Brennerjes" heißt. Das alte Haus wurde abgebrochen. Der älteste Sohn Sebastian Laufer I., geboren 1859, heiratete 1883 Maria Prächter aus dem Crainfelder Haus "Hambaste". Da die beiden Töchter der Eheleute jedoch schon im jugendlichen Alter verstarben, adoptierten sie ihre Großnichte Frieda Katharina Sill aus dem "Sills" Haus, die dann 1928 mit dem Bermuthshainer Förstersohn Karl Dillemuth die Ehe schloss. |
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| Hochzeit von Heinrich Friedrich Laufer ("Schneidmellersch") und Luise Kaiser ("Koasersch") am 14.10.1934. Auf dem Bild gut zu erkennen ist die damals in Bermuthshain und im gesamten hohen Vogelsberg übliche Hochzeitskleidung, insbesondere das traditionelle schwarze Brautkleid mit weißem Schleier. |
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Der mittlere Sohn war der 1865 geborene Bermuthshainer Gemeinderechner Heinrich Laufer, der später nur noch "de ahl Rechner" genannt wurde und dessen Haus ebenfalls "Rechnersch" genannt wurde. Dieses Haus am damaligen Ortsausgang nach Grebenhain war das ursprüngliche "Götzjes" Haus. 1888 hatte Heinrich Laufer die älteste Tochter des Bermuthshainer Gastwirts Andreas Oechler VI. geheiratet, der aus diesem Haus gestammt hatte. Die einzige Tochter Maria Laufer wurde 1908 die Ehefrau des aus Salz stammenden Heinrich Sill, der von 1926 bis 1955 Vorsitzender des MGV "Eintracht" Bermuthshain und vor 1945 auch der Kriegerkameradschaft Bermuthshain war und nach dem das Haus später "Sills" genannt wurde. Heinrich Laufer starb 1961. Der jüngste Sohn war der 1868 geborene Jakob Laufer, der 1892 im Bermuthshainer Haus "Götzekannjes" einheiratete. Johannes Laufer kandidierte bei der Bürgermeisterwahl 1911 erfolglos gegen Friedrich Jost. Als Folge der Auseinandersetzungen im Wahlkampf entstand durch "abtrünnige" Mitglieder des Kriegervereins der Männergesangverein "Eintracht", dessen Vorsitz Jakob Laufer übernahm. Die "Götzekannjes" Hofreite jedoch blieb ohne Erben, da der 20jährige Sohn Emil Laufer 1915 im Ersten Weltkrieg fiel und Jakob Laufer 1927 sowie seine Ehefrau Maria Laufer geb. Weitzel 1939 starben. Das Haus fiel zunächst an die in "Hanse" verheiratete Tochter Lina Weitzel geb. Laufer. Eine Zeitlang war dort die von den Eheleuten Georg und Margarethe Jäger ("Schorschegretje") betriebene Raiffeisen-Verkaufsstelle untergebracht. 1957 kaufte der aus Keula in Thüringen in die Bundesrepublik übergesiedelte Landwirt Richard Herting das im Jahr 2000 abgerissene Anwesen. Die andere Bermuthshainer Laufer-Linie begann mit dem jüngeren Sohn des Johannes Laufer, Balthasar Laufer. Er heiratete 1867 im "Bieljes" Haus in Bermuthshain ein und betrieb dort bis zu seinem frühen Tod 1875 auch eine Schankwirtschaft. In zweiter Ehe heiratete die Witwe Juliana Katharina Laufer geb. Rauber 1883 den gebürtigen Volkartshainer Heinrich Winter. Elisabeth Laufer, die 1866 geborene Tochter aus erster Ehe, heiratete 1889 den Holzdreher Friedrich Gutermuth aus Ilbeshausen, der dann 1895 das nach ihm so genannte "Gutermuths" Haus in Bermuthshain kaufte. Ihr Bruder Sebastian Laufer II. heiratete 1904 eine Tochter des Schneidmüllers Heinrich Suppes II. und kam auf diese Weise in den Besitz der Schneidmühle. Er starb jedoch bereits 1910 an den Folgen eines Hirnschlages, den er während eines Gangs mit seinem Schwager Ernst Suppes nach Lichenroth erlitten hatte, und hinterließ die noch minderjährigen Söhne Heinrich Friedrich und Wilhelm. Beide heirateten 1934. Wilhelm Laufer, der wie sein Bruder nicht mehr lebend aus dem Zweiten Weltkrieg zurückkehrte, wurde durch die Einheirat in der Hofreite "Bergbalzerjes" zum ersten Träger des Namens Laufer in Crainfeld seit nahezu 50 Jahren und zugleich zum allerletzten. Heinrich Friedrich Laufer in Bermuthshain war der letzte Müller in der Schneidmühle und legte sie 1936 still, wenngleich er noch die Prüfung als Müllergeselle ablegte. Die Schneidmühle war fortan ein rein landwirtschaftliches Anwesen, das nach 1964 der Sohn Alfred Heinrich Laufer übernahm. Die Kinder seiner Söhne Alwin und Jürgen stellen heute die 7. Generation der Laufer in Bermuthshain seit 1802 dar. |
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Stammbaum Laufer |
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