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Luft |
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Die Bermuthshainer Familien Luft gliedern sich in zwei getrennte Stämme, die
einen voneinander völlig unabhängigen Ursprung haben. Der erste Träger des
Namens Luft war der 1794 in Ilbeshausen als Sohn des Konrad Luft geborene
Ackermann und Schuhmacher Sebastian Luft, der 1817 eine Anna Maria Oechler,
Tochter des Krämers Johann Valentin Oechler zu Bermuthshain, heiratete. Er
ist 1818 als Besitzer des späteren Forsthauses ("Förstersch") nachweisbar.
Im Jahr 1819 tauschte er jedoch mit dem Ackermann Andreas Dietz aus dem
nahen "Ahlewegslufte" Haus seine Hofreite. Das stets einstöckige "Ahlewegslufte"
Haus hat seinen Hausnamen erst nach diesem Häusertausch erhalten und wurde nach
dem Besitzer Luft und der Lage im "alten Weg" benannt. Der älteste Sohn Heinrich Luft I. heiratete 1850 eine Margaretha Blößer aus dem benachbarten Hartmannshain. Im Jahr 1862 wanderte er mit seiner Ehefrau, seinen vier Kindern und auch noch dem 68 Jahre alten Vater Sebastian Luft nach Nordamerika aus. Sein unverheirateter Bruder Sebastian Luft folgte ihm ebenfalls nach Übersee. Der jüngste Bruder Johannes Luft heiratete 1858 nach Grebenhain. Seine Linie starb mit dem 1918 im ersten Weltkrieg gefallenen Enkel Heinrich Luft II. in Grebenhain aus. Die Tochter Marie Luft heiratete 1934 den Schuhmachermeister Heinrich Kurz aus Grebenhain. In Bermuthshain blieben nach der Auswanderung von Vater und Bruder noch die drei Schwestern Christiana Luft, Anna Maria Luft und Katharina Luft im "Lufte" Haus im alten Weg. Zu diesem Zeitpunkt war die Hofreite bereits an den Bürgermeister Sebastian Schmidt ("Pittjes") verpfändet worden. 1876 kam das Anwesen an den Landarbeiter Johannes Jöckel aus Lanzenhain, der eine uneheliche Tochter der Christiana Luft geheiratet hatte. Auch die Schwester Katharina Luft hatte zwei uneheliche Kinder (Söhne), deren Vater niemals bekannt geworden ist. Der ältere war der 1855 geborene Sebastian Luft, der im Jahr 1888 das "Luftjes" Haus in Bermuthshain kaufte und diesem auch seinen Namen gab. Der jüngere war der 1861 geborene Heinrich Luft II.. Er erlernte in Stockhausen das Wagnerhandwerk und heiratete 1886 eine Tochter des Crainfelder Schreinermeisters Heinrich Flach I. ("Hoabichts"). 1885 kaufte er ein Anwesen an der Lüderbrücke am Ortsausgang von Bermuthshain unweit vom "Luftjes" Haus seines Stiefbruders. Dieses Haus wurde seither nach dem Beruf des Eigentümers "Wänersch" genannt. |
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| Vier Generationen der Familie Luft vor "Stockjes" Haus im Jahr 1933. Hinten Friedrich Luft (Enkel) und Heinrich Luft III. (Sohn). Sitzend Heinrich Luft II. (Vater) mit Werner Luft (Urenkel). |
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Beide Söhne von Heinrich Luft II. erlernten ebenfalls das Wagnerhandwerk,
das im Haus "Wänersch" vom jüngeren Sohn Karl Luft (geb. 1892) weitergeführt
werden sollte. Aufgrund einer Kriegsverletzung konnte Karl Luft seinen
Wagnerberuf jedoch nicht mehr ausüben. Stattdessen begann er 1921 mit der
Herstellung von Holzspielwaren, die über Nürnberger Firmen in alle Teile
Deutschlands vertrieben wurden. Diese Tätigkeit übte er bis 1950 aus. Karl
Luft hatte drei Töchter, von denen die mittlere den Landwirt Ernst Jockel
III. aus dem Bermuthshainer "Petersch" Haus und die jüngste den späteren
Ortsvorsteher Heinrich Schlotthauer III. heiratete. Heinrich Luft III. (geb. 1888) als älterer Sohn von Heinrich Luft II. heiratete 1908 Elise Jost, die Tochter des Bermuthshainer Bürgermeisters und späteren Landtagsabgeordneten Friedrich Jost, wodurch er in den Besitz der Hofreite "Stockjes" kam. Er übernahm auch die dort bereits vorhandene Holzdreherei einschließlich der ab 1886 betriebenen Herstellung von Schneeschuhen. 1932 ging die Skiherstellung, die Holzdreherei und auch der Handel mit Grabdenkmälern an den Sohn Friedrich Luft (geb. 1908) über, der im gleichen Jahr die Ehe mit Luise Keißner aus dem Grebenhainer Haus "Schusterbalzersch" schloss. Seit diesem Zeitpunkt führte das Geschäft auch den bis heute verwendeten Namen "Ski Luft". Friedrich Luft fiel am 27.12.1944 bei Schillfelde in Ostpreußen, so dass dessen ältester Sohn Werner Luft schon sehr früh die Nachfolge der Firma "Ski Luft" übernehmen musste. Der jüngere Sohn Friedrich Karl Luft heiratet auf den "Schmedebaste" Hof in Bermuthshain. Noch bis 1980 werden in "Stockjes" Skier im Eigenbau hergestellt. Anschließend wurde die weithin bekannte Firma "Ski Luft" in ein reines Ski- und Sportartikelgeschäft umgewandelt und durch den Anfang 2006 überraschend im Alter von 43 Jahren verstorbenen Sohn Dieter Luft weitergeführt. |
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Stammbaum Luft |
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("Stockjes" Stamm) |
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Mit "Stockjes" bzw. "Wänersch" nicht verwandt ist ein zweiter Stamm von
Trägern des Namens Luft in Bermuthshain. Er ist nichtehelichen Ursprungs. Im
Jahr 1812 heiratete der Ackermann Johann Heinrich Schäfer, Besitzer der
späteren "Schusterjes" Hofreite in Bermuthshain, die 20 Jahre alte Katharina
Luft aus dem "Schreiersch" Haus im benachbarten Gerichtsort Crainfeld. Aus
dieser Ehe entstammten zwei Kinder. 1831 starb Johann Heinrich Schäfer im
Alter von 43 Jahren. Im Jahr 1833 gebar die Witwe Katharina Schäfer geb.
Luft nochmals einen Sohn Andreas, dessen Vater nicht verzeichnet ist. Dieser
Sohn erhielt den Geburtsnamen seiner Mutter. Im Jahr 1859 heiratete Andreas
Luft eine Anna Elisabeth Oestreich aus der Bermuthshainer Hohlmühle und
bezog das "Schusterjes" Haus, das jedoch 1861 an den jüdischen Kaufmann und
Viehhändler Markus Strauß aus Crainfeld ("Madjes") und dann 1884 an Andreas
Bopp V. aus Bermuthshain ("Velde" Haus) überging. Die älteste Tochter Anna Margaretha Luft ehelichte 1882 den Landwirt Nikolaus Bien aus Salz und zog zu ihrem kinderlosen Cousin Johannes Oestreich II. in die Hohlmühle. Eine weitere Tochter heiratete den Grebenhainer Schmiedemeister Ludwig Greb (Hausname "Schmieds"). Der Sohn, der 1860 geborene Tagelöhner Johannes Luft I., heiratete 1886 im "Heckemellersch" Haus ein. Dies bleibt über den ältesten Sohn, den Holzhändler Johannes Luft II., und den Enkel Albert Luft (letzter des Stammes in Bermuthshain) im Besitz der Familie Luft. Der jüngste Sohn Emil Luft heiratete 1928 in der oben im Zusammenhang mit dem "anderen" Luft-Stamm schon erwähnten Hofreite "Luftjes" ein. Da Emil Luft mit seinem Schwiegervater Balthasar Müller, der seinerseits aus dem Crainfelder "Liederelse" Haus kommend dort eingeheiratet war, in dauerhaftem Unfrieden lebte, baute er ab 1929 eine oberhalb gelegene Scheune zu einem Wohnhaus aus. Diese Hofanlage ist heute noch erhalten, während das alte "Luftjes" Haus, ein einstöckiger Bau, bereits 1960 abgebrochen wurde. |
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Stammbaum Luft |
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("Heckemellersch" Stamm) |
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