Das Muna-Museum

 

Logo des Muna-Museums Grebenhain.

 

Idee und Konzept

 

Im Rahmen der Dorferneuerung Bermuthshain erfolgte zwischen 2008 und 2011 die Sanierung der denkmalgeschützten alten Schule und die Einrichtung eines in dem Gebäude angesiedelten Museums zur Geschichte und den Folgewirkungen der 1936-1945 bestehenden "Luftmunitionsanstalt Hartmannshain" (kurz "Muna") im Oberwald. Unter dem Namen "Muna-Museum Grebenhain" wurde eine Erinnerungs-, Gedenk- und Mahnstätte als Ort des historischen Lernens und als Forschungsstätte und Archiv geschaffen. Das Muna-Museum Grebenhain ist in seiner Konzeption die erste und einzige derartige Einrichtung zum Themenkomplex der Munitionsanstalten in Deutschland. Die Einrichtung des Museums wurde durch den Hessischen Museumsverband gefördert. Träger ist die Gemeinde Grebenhain.

In zwei Dauerausstellungen im Obergeschoß der alten Schule werden der Bau, der Betrieb und der Alltag innerhalb der "Luftmunitionsanstalt Hartmannshain" zwischen 1936 und 1945 und die vielfältigen zivilen und militärischen Nutzungen des Geländes von 1946 bis zur Gegenwart thematisiert. Der als Mehrzweckraum nutzbare Betsaal im Untergeschoß ermöglicht die Abhaltung von Vorträgen, Seminaren und Wechselausstellungen. Zum Museum gehört auch ein Archiv mit Bibliothek. Das Muna-Museum Grebenhain bietet damit für interessierte Personen und Gruppen (u. a. Schulklassen) die Möglichkeit zu eigenen Forschungen.

 

Blick in die Dauerausstellung I im Muna-Museum in der alten Schule.

 

Die Dauerausstellungen

 

Die Dauerausstellung I im ehemaligen oberen Schulsaal (alter Betsaal) verdeutlicht die Entwicklung und Geschichte der Muna von 1936-1945. Der Rundgang durch die Ausstellung beginnt nach Betreten des Raumes auf der linke Seite. Auf vier Schautafeln werden die wichtigsten geschichtlichen Aspekte der Muna anhand von Texten und historischen Aufnahmen verdeutlicht. Dies sind der Bau und die infrastrukturelle Ausstattung der Muna, die Rolle in der Rüstung und Kriegführung des nationalsozialistischen Deutschen Reiches, der amerikanische Luftangriff auf die Muna am 22.3.1945 und die Aufgabe der Muna und die Sprengung der Munitionsbunker beim Herannahen amerikanischer Panzerverbände sowie die kurz danach einsetzende Plünderung des Geländes.

Auf der südlichen Stirnseite vermitteln zwei große Fotocollagen anhand der Darstellung originaler Fotos und Kennkarten einen Eindruck vom "Alltag" in der Muna und der Bedeutung der Zwangsarbeit durch die verschleppten jungen Ukrainerinnen. Einblicke in die Erinnerungen von Zeitzeugen an die Muna ermöglichen Fotofilme, die über ein Mediendisplay abgerufen werden können. Auf der nördlichen Stirnseite des Raumes werden die Ausmaße und die Struktur der Muna anhand zweier historischer Luftaufnahmen von 1945 und eines schematischen Modells dargestellt. In der Ausstellung werden weiterhin ausgewählte Exponate aus der Betriebszeit der Muna gezeigt.

 

Übersichtsplan der Museumsräume im Obergeschoß der alten Schule.

 

Die Dauerausstellung II in einem Raum der früheren Lehrerwohnung thematisiert die Entwicklung des Muna-Geländes im heutigen Grebenhainer Ortsteil Oberwald nach der Freigabe durch die amerikanische Militärregierung 1946 anhand von Schautafeln und Exponaten. Der Rundgang beginnt auf der linken Seite mit der Nutzung der erhaltenen Baulichkeiten der Muna durch zivile Firmen und Industriebetriebe ab 1946. Ein bis in die Gegenwart aktuell gebliebenes Thema ist die Entmunitionierung des Oberwaldes. Dass die militärische Geschichte des Geländes nicht 1945 endete, erfährt der Besucher anhand der Darstellung des NATO-Lagers. Wie dieses 1982-1990 bestehende Versorgungsdepot der US-Army hängt auch das abschließend dargestellte Berliner Ferienlager (ab 1957) mit der Zeit des Kalten Krieges zusammen.

Im Flur der alten Schule vermitteln die beiden Schautafeln am Eingang zur Dauerausstellung II Informationen an die Besucher, welche das Gelände der Muna im Oberwald  im Rahmen eines Rundgangs auch selbst einmal kennenlernen möchten. Zu empfehlen ist die Teilnahme an einer Führung des Arbeitskreises Muna Grebenhain durch das Muna-Gelände, die viermal im Jahr zu festen Terminen und daneben für interessierte Gruppen nach Absprache angeboten wird.

Die Ausstellung im Flur soll in näherer Zukunft noch um zwei weitere Bestandteile ergänzt werden. So wird anhand einer Darstellung aller Standorte auf einer großen Karte deutlich werden, dass die Muna bei Grebenhain nur eine von bis zu 370 Munitionsanstalten der deutschen Wehrmacht war. Weitergehende Informationen und eine Sammlung historischer Bilder zur Geschichte der Muna wird außerdem ein Lesepult vor der Wandkarte erschließen.

Weitere und ausführliche Informationen zum Muna-Museum Grebenhain, zum Arbeitskreis Muna Grebenhain, und zur "Luftmunitionsanstalt Hartmannshain" finden Sie auf der Internetseite www.muna-grebenhain.de.

 

Außenansicht der alten Schule, Sitz des Muna-Museums Grebenhain.