Muth

 

Der erste Träger des Namens Muth in Bermuthshain war der Gerichtsschöffe Peter Muth, der 1651 als Sohn des Bast Muth in Ilbeshausen geboren wurde und 1679 eine Katharina Bopp in Bermuthshain heiratete. Dessen ältester Sohn Konrad Muth lebte zwischen 1681 und 1759 und bekleidete das Amt des örtlichen Unterschultheißen. Konrad Muths Sohn hieß wiederum Johann Peter Muth, der als Gerichtsschöffe und Kirchensenior wie Vater und Großvater zu den einflussreichen Personen im Ort gehörte. Nach ihm ist sehr wahrscheinlich das Bermuthshainer Haus "Petersch" benannt, als dessen Besitzer sein Sohn (Gerichtsschöffe und Zöllner) Johann Bast Muth, welcher 1842 starb, eindeutig nachgewiesen ist.

Peter Muths männliche Nachfahren bildeten vor allem im 18. Jahrhundert ein recht verzweigtes Muth-Geschlecht in Bermuthshain aus. Im Jahr 1818 gab es dann in dem Ort zwei Hausbesitzer mit dem Familiennamen Muth, von denen einer der bereits erwähnte Gerichtsschöffe und Zöllner Johann Bast Muth ("Petersch") war. Er hatte keine überlebenden männlichen Nachkommen, und so kam durch Einheirat schließlich der Name eines anderen alten Bermuthshainer Geschlechts, der Jockel, in das Haus, wo er sich über fünf Generationen bis 1996 hielt. Der andere Muth war der 1792 geborene Ackermann Johann Heinrich Muth, der sich auf den zweiten Sohn des Peter Muth zurückführte, welcher Heinrich Muth (geb. 1682) hieß. Johann Heinrich Muths Haus war die Hofreite "Kammveldersch" im jetzigen Hochstättenweg. Dieses Anwesen fiel an seinen ältesten Sohn Johannes Muth I.. Der jüngere Sohn Balthasar Muth I. heiratete dagegen 1822 im "Jockels" Haus am alten Weg ein, welches heute den Hausnamen "Hoase oben" trägt. Sein einziger Sohn Heinrich Muth kam durch Heirat 1848 auf den "Gasbalzersch" Hof im benachbarten Grebenhain, wo er 1913 starb.

Im "Kammveldersch" Haus in Bermuthshain war drei Jahre nach dem Tod von Johannes Muth I. 1862 die Besitzübertragung an seinen älteren Bruder Balthasar Muth II. erfolgt, welcher bis dahin ledig gewesen war und nun die Witwe Elisabeth Muth geb. Oechler, seine Schwägerin, heiratete. Die ältere Bermuthshainer Muth-Linie starb schließlich 1919 mit Balthasar Muth III. ("Kammveldersch") aus. Balthasar Muth III. ist unter anderem als letzter und einziger bekannter Vorsitzender des ersten Bermuthshainer Gesangvereins "Liederkranz" zu erwähnen, welcher 1902 aufgelöst wurde. Nach seinem Tod fiel im übrigen sein gesamtes Anwesen an seinen Schwiegersohn Ernst Baumbach ("Schmedebaste"), der bereits 1911 seine einzige überlebende Tochter geheiratet hatte.

Zu Zeitpunkt des Todes von Balthasar Muth III. existierte in Bermuthshain jedoch bereits eine weitere jüngere Muth-Linie, welche ihren Ursprung in dem altriedeselischen Dorf Weidmoos, seit 1938 Bestandteil des Doppelortes Nösberts-Weidmoos, hatte. Diese Linie besteht bis heute und ist mit den älteren Muth in Bermuthshain nicht verwandt. Im Jahr 1819 wurde in Weidmoos der Bauer Johannes Muth II. geboren, der wohl um 1849 eine Elisabeth Schneider aus Steinfurt heiratete. 1855 erwarb er die Hofreite "Grundhannerjes" Haus in Bermuthshain, ein 1780 errichtetes Fachwerkhaus. Noch in Steinfurt zur Welt gekommen war sein Sohn Johannes Muth III., der dann 1877 Elisabeth Rauber aus dem Bermuthshainer "Bieljes" Haus heiratete. Die Eheleute hatten vier Söhne, von denen der 1892 geborene Wilhelm Muth am 30.9.1914 als erster Bermuthshainer im Ersten Weltkrieg fiel. Auch der Hoferbe Johannes Muth IV. (geb. 1886) verlor nur etwa eineinhalb Monate später am 11.11.1914 als Soldat in diesem Krieg sein Leben. Schließlich gingen Haus und Hof an die sechste Tochter Gertraud Muth (geb. 1890) über, die 1921 den Kriegsinvaliden Johannes Lind aus Bermuthshain ("Säuhennerjes") heiratete. Damit war die Geschichte der Familie Muth in Bermuthshain auf den ersten Blick beendet.

Bereits 1908 war jedoch Otto Muth als vorehelicher Sohn von Gertraud Muth und dem ebenfalls im Krieg gefallenen Jakob Oechler ("Kahennersch") geboren worden. Nur auf diese Weise blieb der Familienname Muth in Bermuthshain bis heute erhalten. Otto Muth erhielt das "Grundhannerjes" Haus nach seiner Heirat mit Lydia Weitzel ("Hanse") im Jahr 1947. Ihre Söhne sind Wilhelm und Walter Muth. Die jüngere Muth-Linie besteht heute in Bermuthshain somit in der siebten Generation.

 

Stammbaum Muth

("Grundhannerjes" Stamm)

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