Oechler

 

Einer der zahlreichsten Familiennamen in Bermuthshain war noch um die Mitte des 20. Jahrhunderts der Name Oechler. Im Jahr 1930 gab es zehn Bermuthshainer Hofreiten, deren Besitzer ein Oechler war, nämlich "Eberliese", "Götzjes", "Grohe", "Hohlewies", "Kannhennersch", "Luise", "Säuherts", "Stocke", "Straßewärtersch" und "Zegnersch". Heute sind davon im wesentlichen nur noch "Hohlewies" und "Stoffels" übriggeblieben. Der Name Oechler hat in Bermuthshain eine lange Vergangenheit. Bereits in den Akten über die Entrichtung des Furstgelts im Gericht Crainfeld aus den Jahren 1549 und 1553 werden vier bzw. sechs Ortspersonen mit dem Familiennamen "Eucheler" genannt: Lentz Eucheler, Michel Eucheler, Veltin Eucheler, Peter Eucheler, Hans Eucheler, Cuntz Eucheler. Im Einwohnerverzeichnis des Amtes Nidda von 1586 tauchen dann die Namen Wendel Uchler, Valtin Ochler, Wendel Ochler, Hen Ochler, Michel Uchler und Martin Uchler auf. In der Kriegsschadensliste von 1640 werden ein Michael Euchler und ein Merten Euchler erwähnt.

Die späteren Oechler im 20. Jahrhundert sind jedoch keine alteingessenen Bermuthshainer Familien, sondern vielmehr Seitenlinien von Crainfelder Oechler-Familien, die "erst" im 18. und 19. Jahrhundert entstanden. Der einzige alteingessene Bermuthshainer Oechler-Stamm nach dem Dreißigjährigen Krieg war der des 1607 geborenen Michel Oechler, der sehr wahrscheinlich mit dem 1640 genannten Michael Euchler identisch ist. Diese Linie starb mit seinem Sohn Heinrich Oechler 1697 aus. Im benachbarten Crainfeld werden ebenfalls schon 1549 und dann in den folgenden Quellen Träger des Namens Oechler erwähnt. Die drei späteren Oechler-Stämme in Bermuthshain, die in den Jahren 1702, 1775 und 1818  durch Einheiraten aus Crainfeld in dem Ort ansässig wurden, weisen bis zum Dreißigjährigen Krieg auch an ihren Ursprungsorten Crainfeld und Grebenhain keinen erkennbaren verwandtschaftlichen Zusammenhang auf. Inwieweit die Oechler in Crainfeld, Bermuthshain und Grebenhain vor dem Dreißigjährigen Krieg miteinander verwandt waren, kann nur spekuliert werden.

Der älteste noch existierende Oechler-Stamm in Bermuthshain geht auf den 1678 in Crainfeld geborenen Johann Oechler zurück, der im Jahr 1702 eine Anna Maria Ganß in Bermuthshain heiratete. Sein Vater war der 1638 geborene Bauer Johannes Oechler in Crainfeld. Dessen Enkel Johann Valentin Oechler, ein Neffe des Johann Oechler, ist um 1720 Besitzer der Schusterveltjes" Hofreite in Crainfeld, die bis 1846 im Besitz dieser Oechler-Linie bleibt. Einer der beiden letzten Oechler aus dieser Linie, ebenfalls ein Johann Valentin Oechler, baute um 1825 das Haus "Schmieds" in Crainfeld. Im Jahr 1752 heiratete Johann Henrich Oechler, ein Sohn des Johann Valentin Oechler aus "Schusterveltjes", im "Bäckersch" Haus in Crainfeld ein. Sein Ururenkel war der 1845 geborene Andreas Oechler III., der wiederum drei Söhne hatte, von denen der zweitälteste, der Bäcker Heinrich Oechler VIII., im "Bäckersch" Haus blieb, aber nur drei Töchter hatte. Der drittälteste, Andreas Oechler V., kaufte 1920 die Hofreite "Schneiderbaste" in Crainfeld. Sein ältester Sohn Friedrich Oechler (geb. 1916) ist der letzte noch lebende männliche Angehörige des Stammes in Crainfeld und im dortigen "Linneboste" Haus verheiratet. Jüngstes Kind des Andreas Oechler III. war der 1886 in Crainfeld geborene Bahnarbeiter Karl Oechler III., der 1913 durch Heirat mit Katharina Fölsing ins "Stocke" Haus in Bermuthshain. Der 2004 verstorbene Sohn Karl Oechler IV. war u. a. zwischen 1945 und 1970, also ein Vierteljahrhundert lang, Ortsbrandmeister der Gemeinde Bermuthshain.

Johann Oechler, der 1702 in Bermuthshain eingeheiratet war, hatte fünf Söhne, von denen in allen Fällen neue Oechler-Linien in Bermuthshain ausgingen und aufgrund derer sich der Name im Dorf rasch verbreitete. Innerhalb des Geschlechtes fanden im 18. und 19. Jahrhundert des Öfteren Tauschheiraten und Heiraten im näheren Verwandtenkreis statt. Die Linie des ältesten Sohnes Johann Heinrich Oechler lässt sich mit seinem Urenkel Peter Oechler I. der Hofreite "Nikloase" im heutigen Bergweg zuordnen. Seine beiden Enkel waren der Tagelöhner Gebhard Oechler, der das Haus wegen Überschuldung 1897 an den Maurer Sebastian Lind II. (der ihm den Hausnamen "Ruhls" gab) verkaufen musste und nach Ober-Moos zog, und Peter Oechler II.. Dieser heiratete 1868 die Müllertochter Anna Maria Groh von der Grohmühle (unterste Grundmühle). Im Jahr 1900 übernahm sein Sohn Johannes Oechler VIII. die Mühle, die nach der zweiten Ehe mit Anna Heineck aus Salz 1907 aufgestockt wurde und bis 1939 als letzte Bermuthshainer Mühle in Betrieb blieb. Die beiden jüngeren Söhne Heinrich und Ernst, geboren 1910 und 1912, heirateten beide auf Bauernhöfen im nahen Ilbeshausen ein, wo ihre Nachfahren bis heute leben. Die Grohmühle sollte der 1907 geborene Wilhelm Oechler übernehmen, der 1937 Anna Schlotthauer aus der Völzberger Mühle heiratete, aber aus dem Zweiten Weltkrieg nicht lebend zurückkehrte.

Die Linie von Johann Balthasar Oechler, dem dritten Sohn von Johann Oechler, bestand bis zu dessen Urenkel, dem Fuhrmann Andreas Oechler II., der 1873 starb und wie sein Vater Andreas Oechler I. Besitzer der Hofreite "Kannhennersch" war. Von Johann Oechlers jüngstem Sohn Johannes Oechler heirateten wiederum zwei männliche Nachkommen wiederum nach Crainfeld "zurück", nämlich der Enkel Johannes Oechler 1805 ins Haus "Ennersjes" (später "Schmieds") und der Sohn Christoph Oechler, der 1781 eine Hofreite unweit der Crainfelder Kirche kaufte, die später den Hausnamen "Hoabichts" trug. Johannes Oechlers mittlerer Sohn Andreas Oechler, Kirchensenior und Gerichtsschöffe, blieb in Bermuthshain und heiratete 1774 seine Cousine Juliana Katharina Oechler. Ein gleichnamiger Enkel war Andreas Oechler III. im "Götzekannjes" Haus, der 1843 die Hofreite "Annekinne" seines Onkels Andreas Volz in der "Vierderneck" übernahm, welche dann 17 Jahre in den Besitz des Schwiegersohnes Paul Wies aus Ober-Moos kam.

Ebenfalls ein gleichnamiger Enkel war der 1809 geborene Dreher Andreas Oechler junior, der 1854 bei Bingenheim in der Horloff ertrank. Seine Hofreite "Weidels" in der "Vierdeneck" kam an die Tochter Juliane Kunigunde Oechler, genannt die "Weidels Julekinn", die 1863 den Schuhmacher Georg Schmidt aus Nieder-Gemünden und nach dessen Tod 1879 den Hirten Johannes Pröscher aus Hartmannshain heiratete.  Sie hatte außerdem den unehelichen Sohn Sebastian Oechler II., der zeitweise im späteren "Velde" Haus wohnte und um 1900 mit Familie nach Westfalen zog. Andreas Oechler junior hinterließ außerdem den 1851 geborenen Schuhmacher Christoph Oechler, der 1875 eine Katharina Hämel aus Bermuthshain heiratete, sich aber mit seinem Schwiegervater Jakob Hämel überwarf, der das Haus 1885 seinem zweiten (und namensgebenden) Schwiegersohn Johannes Böckel aus Ilbeshausen überschrieb. Christoph Oechler kaufte 1879 das einstöckige Haus des Polizeidieners Nikolaus Franz im Unterdorf, das nach ihm bis heute den Hausnamen "Stoffels" führt. Der älteste Sohn Jakob Friedrich Oechler, geboren 1876, wanderte in die USA ein, während seine Brüder in Bermuthshain blieben.

Der 1879 geborene Tagelöhner Sebastian Oechler III., genannt "Stoffelshambast", erbaute 1913 das "Luise" Haus in der Bahnhofstraße, das nach seiner Ehefrau Luise Karoline Oechler geb. Schäfer aus Alpenrod im Westerwald benannt wurde. Sein jüngerer Sohn Richard Oechler war von 1952 bis 1954 Bürgermeister von Bermuthshain und machte bis zu seinem Tod 1970 um die Erforschung der Ortsgeschichte verdient. Der 1886 geborene Heinrich Oechler V. blieb im "Stoffels" Haus. Seine Ehefrau Katharina Oechler geb. Repp aus Freiensteinau war Schabbesmagd bei der jüdischen Familie Lind ("Sandersch") in Bermuthshain. Heinrich Oechler V. war Mitbegründer und Stützpunktleiter der NSDAP-Ortsgruppe Bermuthshain zwischen 1930 und 1945. Seit 1933 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges war er außerdem Gemeinderechner. Der älteste Sohn Heinrich starb noch unverheiratet im Jahr 1939, sein jüngster Sohn Theodor wurde als Jagdflieger 1943 bei Monte Cassino abgeschossen. Der zweitälteste Sohn Ernst Oechler IV. heiratete die Witwe des Grohmüllers, Anna Oechler geb. Schlotthauer. Die Grohmühle wurde nach den verschiedenen tragischen Ereignissen innerhalb der Familie 2005 erstmals in ihrer Geschichte verkauft.

Die heutige 9. bis 11. Generation dieses ältesten Bermuthshainer Oechler-Stammes (Familien Dieter und Martin Oechler) stammen vom dritten Sohn Otto Oechler ab, der Polizist im vor 1945 hessischen Mainz war. Sein Sohn Dieter Oechler zog zu seiner Tante Emma Oechler, dem jüngsten Kind von Heinrich Oechler V., ins "Stoffels" Haus.

 

Stammbaum Oechler

(Stamm "Weidels", "Nikloase", "Grohe" und "Stoffels")

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Der dritte Oechler-Stamm leitet sich von dem Bäckermeister Christoph Oechler her, der 1780 ebenfalls in Crainfeld geboren war und 1818 die Anna Maria Habermehl aus Bermuthshain heiratete, wohin er in das dortige "Habermehls" Haus (später "Luftjes") übersiedelte. Sein Vorfahre im 4. Glied war der 1642 geborene Henrich Oechler in Crainfeld, der zugleich der Stammvater der Crainfelder Oechler-Linien "Schreiersch" (ausgestorben 1964 mit Karl Oechler), "Schusterveltjes" (ausgestorben mit Andreas Oechler IV.) und "Veltesse" war. Die erstere Linie war in der Gastwirtschaft "Zur Eisenbahn" (heute "Vogelsberger Hof") ansässig. Nur das "Veltesse" Haus wird heute noch von Angehörigen der Familie Oechler in Crainfeld bewohnt.

Christoph Oechler war der Sohn des Crainfelder Gastwirts Johann Bast Oechler II. ("Schneiderjes"). Mit seinen zwei Söhnen spaltete sich das Geschlecht in zwei Linien auf, die bis heute in Bermuthshain existieren. Die Linie des jüngeren Sohnes Andreas Oechler V. (geb. 1819), der 1852 das "Säuherts" Haus neben der alten Schule kaufte, verzweigte sich nicht weiter. Aus ihr stammt auch der Bäckermeister Heinrich Oechler II.. Letzter männlicher Angehöriger der Linie war der 2007 im Alter von 94 Jahren verstorbene Ernst Oechler III..

Sehr nachkommensstark war die Linie des älteren Sohnes Johannes Oechler V. (geb. 1816), der wiederum Bäcker war und 1843 zunächst im heutigen "Stocke" Haus einheiratete. 1874 kaufte er die weitaus größere Hofreite "Kannhennersch" und richtete dort ebenfalls eine Bäckerei mit eigenem Backhaus ein. Die Bäckerei wurde durch Sohn Valentin Oechler und Enkel Johannes Oechler IX. weiterbetrieben. Letzterer betrieb von 1924 bis zur Aufgabe der Bäckerei 1936 den ersten und bis heute einzigen Bäckerladen von Bermuthshain. Wegen einer Mehlallergie konnte der Sohn Emil Oechler I., der 1994 als letzter Oechler im "Kannhennersch" Haus starb, die Bäckerei nicht weiterführen. Die beiden jüngsten Söhne des Johannes Oechler V., Heinrich Oechler III. und Johannes Oechler VI., heirateten 1881 bzw. 1886 als Landwirte auf den Höfen "Kloase" und "Franze" in Bermuthshain ein, hatten aber ausschließlich weibliche Nachkommen. Der berühmteste Abkömmling von Johannes Oechler V. war jedoch sein ältester Sohn.

Der 1842 geborene Andreas Oechler VI. heiratete 1865 eine Anna Maria Scholtes, deren Elternhaus "Götzjes" am Ortsausgang von Bermuthshain in Richtung Grebenhain lag. Er war der bedeutendste Butterhändler von Bermuthshain und lieferte seine Butter bis Frankfurt am Main und ins Ruhrgebiet. 1882 kaufte er die große, leerstehende Hofreite der wohlhabenden Familie Brückmann in Bermuthshain, die seit diesem Besitzwechsel bis heute den Hausnamen "Götzjes" trägt. Das alte "Götzjes oben" Haus fiel an die älteste Tochter Katharina und deren Ehemann Heinrich Laufer und wurde zuerst "Rechnersch" und später "Sills" genannt. Dort betrieb er den bereits bestehenden Kaufladen und die Schankwirtschaft weiter. Andreas Oechler VI: wurde auf diese Weise zum Gründer der Bermuthshainer Gastwirtschaft "Zum Deutschen Haus". Er hatte insgesamt 11 Kinder, davon 8 Söhne. Im "Götzjes" Haus blieb der älteste Sohn Johannes Oechler VII. (geb. 1868) nach Heirat mit Maria Döll aus Lanzenhain. Mit der nächsten Generation, dem Gastwirt und Posthalter Eugen Heinrich Oechler, erlosch der Familienname Oechler 1993 im Mannesstamm im "Deutschen Haus". Heinrich Oechler IV. (geb. 1870) wurde Straßenwärter in Bermuthshain und kaufte 1906 das nach seiner Tätigkeit benannte Haus im heutigen Bergweg. Auch sein Sohn Heinrich Oechler VI. war Bermuthshainer Straßenwärter. Sein Enkel ist Heinrich Oechler ("Schusterjes"), der Gründungsvorsitzende des SV Bermuthshain. Ernst Oechler II. (geb. 1881) errichtete 1909 die Bahnhofswirtschaft oberhalb von Bermuthshain. Nach seinem frühen Tod musste seine Witwe Anna Bertha Auguste geb. Heddrich seinen Bruder Valentin Friedrich Oechler (geb. 1885) heiraten. Die 1966 geschlossene Bahnhofswirtschaft ging später in den Besitz des 1962 verstorbenen Sohnes Friedrich Oechler über. Die Söhne Jakob Oechler (geb. 1873) und Andreas Oechler (geb. 1876) wurden Postinspektor bzw. Beamter in Fulda und Darmstadt. Es ist erwähnenswert, dass der 1901 in Darmstadt geborene Hans Oechler um 1924 zeitweilig eine Zahnarztpraxis im Gasthaus "Zur Krone" in Bermuthshain unterhielt.

Karl Oechler II. (geb. 1880) heiratete 1908 im "Hohlewies" Haus in Bermuthshain, der ehemaligen Hohlmühle, ein. Er betrieb zwischen 1908 und 1958 ein Mineralwasserfuhrgeschäft und wurde, da er auch Limonade selbst her stellte, von den Bermuthshainern der "Limonadenmann" genannt. Von seinen acht Kindern waren bzw. sind in Bermuthshain der älteste Sohn Karl Oechler V. ("Hohlewies") und Emil Oechler II. ("Ahlewegslufte") verheiratet. Heute repräsentiert die Familie Karl-Heinz und Jürgen Oechler ("Hohlewies") die 6. und 7. Generation des Stammes in Bermuthshain.

 

Stammbaum Oechler

(Stamm "Säuherts", "Kannhennersch", "Götzjes", "Straßewärtersch", "Zegnersch" und "Hohlewies")

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Während die meisten Träger des Namens Oechler in Bermuthshain ihren Ursprung in Crainfeld haben, war der Urahn des vierten Oechler-Stammes ein Grebenhainer, nämlich der dort 1615 geborene Balthasar Oechler. 1745 heiratete sein Urenkel Johann Sebastian Oechler im "Linneboste" Haus in Crainfeld ein und dessen Sohn Johann Balthasar Oechler wiederum 1790 im "Schwarzhaupts" Haus. Sein Enkel war der Tagelöhner Balthasar Oechler III.. Dieser schließt 1854 mit Katharina Franz, Tochter des Musikers Johann Heinrich Franz zu Bermuthshain, die Ehe und wird auf diesem Wege Besitzer der Hofreite "Linneschmidts" neben der wohl schon damals am heutigen "Lindenplatz" vorhanden gewesenen Linde. Doch 20 Jahre später gab Balthasar Oechler III. das nunmehrige "Brennerjes" Haus auf und zog in das "Eberliese" Haus hinter den Hofreiten "Schusterjes" und "Nienammels". Dieses Haus blieb über den Sohn Karl Oechler I., Metzger und Schweinehändler, und den Enkel Andreas Oechler IX. in Familienbesitz. Mit dem Tod von Andreas Oechler IX. im Jahr 1979 erlosch das Geschlecht im Mannesstamm in Bermuthshain, da der Sohn Kurt Oechler Berta Schäfer aus Michelbach bei Schotten heiratete und dann nach Nidda verzog. Die "Eberliese" Hofreite fiel an den Schwiegersohn Konrad Menje aus Altenschlirf.

Zum selben Geschlecht gehört auch der Schmiedemeister Johann Sebastian Oechler, der bereits 1775 von Crainfeld nach Bermuthshain geheiratet war. Sein ältester Sohn Johann Balthasar Oechler war ebenfalls Schmied und ist wie sein Enkel Johannes Oechler (1847 allein in die USA ausgewandert) als Besitzer der Hofreite "Schloarschmidts", der heutigen Kulturscheune "Zum wilden Mann", überliefert. Der Bruder Johann Bast Oechler war 1818 Besitzer eines Anwesens am Standort des heutigen "Mauls" Haus, das 1853 abgebrochen wurde. 1862 heiratete Heinrich Oechler I. aus diesem Haus, sein Vater war der Wiesenkommissar Balthasar Oechler, auf dem "Henkelkammbalzersch" Hof in Bermuthshain ein. Heinrich Oechler I. war zwischen 1893 und 1902 Bürgermeister von Bermuthshain, unterlag aber in der Wahl seinem Herausforderer Friedrich Jost ("Stockjes"). Am 6.12.1902 war er als Geschorener zu einer Gerichtsverhandlung in Gießen geladen, wo er dann an den Folgen eines Schlaganfalls verschied. Nur ein halbes Jahr später starb auch sein Sohn Ernst Oechler I., der als einziger Erbe 1886 die Enkelin des Bermuthshainer Bürgermeisters Sebastian Schmidt geheiratet hatte und auch auf deren Gut ("Pittjes") übergesiedelt war. Aufgrund dieser Tatsache wurde das leerstehende "Henkelkammbalzersch" Haus 1904 an den örtlichen Maurermeister Jakob Lind I. verkauft. Erst seitdem trägt der 1791 errichtete Fachwerkbau den Hausnamen "Säuhennerjes".

 

Stammbaum Oechler

(Stamm "Eberliese" und "Pittjes")

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