Rausch

 

Der Familienname Rausch könnte eigentlich als einer der ältesten in Bermuthshain überhaupt gelten. Bereits in einer Verpfändungsurkunde des Hans von Hutten über ein Gut zu Bermuthshain an das Kloster Hirzenhain vom 11.3.1509 wird ein Henn Raubsch genannt, der mit anderen von diesem Gut 11 ½ Tornuß Jahreszinsen geben musste. In allen späteren schriftlichen Quellen taucht dieser Name jedoch nicht mehr. So ist zu vermuten, dass es sich um eine mundartliche bedingte Form des im 16. Jahrhundert nachweislich weitaus zahlreicheren Bermuthshainer Familiennamen Rasch handelt.

Erst im Jahr 1897 heiratete der Landwirt und Viehhändler Heinrich Rausch I. (geb. 1869), Sohn des Georg Heinrich Rausch zu Rebgeshain, heute Ortsteil der Großgemeinde Lautertal, im Bermuthshainer "Doktersch" Haus ein. Mit seine Ehefrau Elise Rausch geb. Groh hatte er vier Söhne. Wilhelm Rausch (geb. 1894) ergriff den Lehrerberuf des Lehrers und trat im Juni 1922 seine erste Stelle an der Volksschule Landenhausen an. Dort blieb er nahezu 11 Jahre lang und zählte zwischenzeitlich auch zu den Mitgründern der dortigen NSDAP-Ortsgruppe. Am 14.7.1933 wurde er von Landenhausen nach Wieseck bei Gießen versetzt. Dort blieb er aber nur sehr kurze Zeit, ebenso wie im Folgenden an der Volksschule in Lauterbach. Schließlich erhielt er eine Lehrerstelle in Bingerbrück in Rheinhessen und erhielt dort während einer Rheinfahrt der Volksschule Bermuthshain auch einmal Besuch aus seinem alten Heimatort.

 

Die Familie Rausch im Jahr 1927 vor dem prächtigen Fachwerkhaus "Doktersch". Von links Otto Rausch (mit Fahrrad), Heinrich Rausch, Elise Rausch geb. Groh, davor Frieda Rausch geb. Baumbach mit Tochter Ottilie Rausch. Rechts (mit Pferd) Heinrich Rausch I..
 
Als zweiter Sohn erhielt Otto Rausch (geb. 1896) den elterlichen "Doktersch" Hof. Während der NS-Zeit war er auch Ortsbauernführer von Bermuthshain. Das einzige Kind der Eheleute Otto Rausch und Frieda Rausch geb. Baumbach, Ottilie Lind, schloss 1949 mit dem Maurer Ernst Lind aus Bermuthshain ("Grundhannerjes") die Ehe.

Der dritte Sohn Emil Rausch (geb. 1906) heiratete 1930 Maria Rehberger aus dem "Schmidtjesbaste" Haus in Grebenhain. Die Eheleute erhielten von dem aufgrund des Ersten Weltkrieges erbenlosen Verwandten Valentin Schmelz in dem kleinen Dorf Weidmoos die Hofreite "Raues". Im Jahr 1934 wurde Emil Rausch schließlich zum Bürgermeister der beiden Gemeinden Nösberts und Weidmoos ernannt. Er blieb auch nach dem Zusammenschluss der beiden Orte zur Gemeinde Nösberts-Weidmoos 1938 in diesem Amt. Ein Jahr vor Kriegsende trat er 1944 zurück und wurde wegen seiner Tätigkeit als lokaler "Hoheitsträger"  der NSDAP 1945 durch die amerikanische Militärregierung verhaftet und für mehrere Jahre interniert. Sein Sohn Otto Rausch war zwischen 1973 und 1989 des zum Ortsteil von Grebenhain gewordenen Nösberts-Weidmoos.

Heinrich Rausch II. (geb. 1908), der jüngste Sohn, heiratete 1933 auf dem "Kannjerche" Hof in Bermuthshain ein. Während des Zweiten Weltkrieges wurde er im Oktober 1944 an der Ostfront als vermisst gemeldet, weniger als ein Jahr nach der Geburt seines Sohnes Erwin Rausch, der zwischen 1970 und 1978 Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Bermuthshain war.

 

Stammbaum Rausch

 

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