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Schäfer |
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| Auf eine lange Vergangenheit kann in Bermuthshain der Familienname Schäfer zurückblicken. Bereits in der ältesten schriftlichen Quelle, der 1549 entstandenen "Furstgelt"-Akte, wird ein Mehes Scheffer" erwähnt, und auch in den meisten folgenden Schriftstücken bis zum Dreißigjährigen Krieg ist dieser Familienname vertreten. Ein zwischen 1641 und 1709 lebender Unterschultheiß und Gerichtsschöffe der Gemeinde Bermuthshain trug den Namen Bast Schäfer. Doch waren alle diese "einheimischen" Schäfer-Linien bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts erloschen, zuletzt 1856 mit dem Tod des Fuhrmanns Johann Heinrich Schäfer (Urururenkel von Bast Schäfer), der im ältesten Bermuthshainer Brandkataster noch als Eigentümer mehrerer Hofreiten vermerkt ist und im späteren "Sandersch" Haus im heutigen Lindenweg gewohnt hat. Ähnlich wie im Fall der Familien Heutzenröder und Oechler kam der Name Schäfer im 18. Jahrhundert durch eine Einheirat aus einem der benachbarten Crainfelder Gerichtsorte, in diesem Fall Grebenhain, wieder nach Bermuthshain "zurück". Auch in Crainfeld und Grebenhain war der Name Schäfer alteingessenen und einst sehr zahlreich. In Crainfeld kam er noch bis nach der Mitte des 20. Jahrhunderts vor, in Grebenhain besteht die Familie bis heute. Eine Verwandtschaft zu den Bermuthshainer Namensträgern lässt sich, zumindest bis zum Einsetzen des Crainfelder Kirchenbuches ab 1659, allerdings nicht nachweisen. |
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| Anlässlich eines Verwandtenbesuches von "Peterjes" aus Crainfeld in Bermuthshain bei "Schloarschmidts" während des Zweiten Weltkrieges wurde dieses Foto aufgenommen. Auch Schwiegersohn Heinrich Müller II. aus Crainfeld ist wie der Hoferbe August Schäfer nicht mehr lebend aus diesem Krieg zurückgekehrt. |
| 1. Reihe: Heinrich Müller II. ("Peterjes“), Lina Müller geb. Schäfer ("Peterjes), Emma Uhl geb. Schäfer ("Schloarschmidts"). |
| 2. Reihe: Konrad Schäfer 2. ("Schloarschmidts“), Emil Müller ("Peterjes“), Gerhard Uhl ("Schloarschmidts“), Lina Müller ("Peterjes“), Maria Schäfer geb. Hornung ("Schloarschmidts"). |
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Der ältere der beiden Bermuthshainer Schäfer-Stämme, die ihrerseits auch
nicht miteinander verwandt waren, ging auf den 1739 in Grebenhain geborenen
Johann Sebastian Schäfer zurück, der 1761 eine Anna Maria Schubkegel in
Bermuthshain heiratete. Sein Urgroßvater war der 1629 in Grebenhain geborene
Enders Schäfer. In ihrem Ursprungsort war diese Familie bereits mit Johann
Sebastians Bruder Johann Dietrich Schäfer 1806 im Mannesstamm erloschen.
Nach Johann Sebastian Schäfer benannt worden sein dürfte das "Schefersch"
Haus in Bermuthshain, denn dieses war 1818 nachweislich im Besitz seines
ältesten Sohnes Johann Balthasar Schäfer. Dessen einziger Nachkomme hieß
übrigens ebenfalls Johann Balthasar (geb. 1799). Johann Balthasar Schäfer
war nicht nur Ackermann (Landwirt) und Leinweber, sondern auch Wagner.
Als historisch gesehen erster Ortsbürger in Bermuthshain überhaupt ist er mit diesem erst im 19. Jahrhundert so richtig aufgekommenen Dorfhandwerk in Verbindung zu bringen. Johann Balthasar Schäfer war dreimal verheiratet, zuletzt mit Anna Maria Fritz aus der gleichnamigen Crainfelder Zimmermannsfamilie. In diesen Ort, genauer die "Mengersch" Hofreite in Crainfeld, verschlug es auch seine zweitjüngste Tochter Maria durch Ehe mit dem Hauserben Konrad Muth. Wegen Kinderlosigkeit vererbten sie das "Mengersch" Haus an ihre Nichte Maria Baumbach aus Bermuthshain, Tochter des Balthasar Baumbach II., der durch Einheirat in den Besitz der "Schefersch" Hofreite gelangt war. Bereits 1864 war dort Johann Balthasar Schäfer durch ein Pferd ums Leben gekommen. |
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August Schäfer (gefallen 1943) in der Uniform der deutschen Luftwaffe. |
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Sein Sohn Heinrich Schäfer I. verließ das Stammhaus und heiratete 1873 auf
dem "Schloarschmidts" Hof in Bermuthshain ein. Einziger Sohn war der 1882
geborene Landwirt Konrad Schäfer I., dessen Ehefrau Maria Hornung aus der
örtlichen Gastwirtschaft "Zur Krone" ("Dammburgersch") stammte. Die älteste
überlebende Tochter war in Crainfeld ("Peterjes") verheiratet. Die andere
Tochter, die 1914 geborene Emma Schäfer, schloss mit dem Autoschlosser
Walter Friedrich Uhl aus Gießen eine Ehe. Der Zweite Weltkrieg nahm der Familie 1943 mit dem Kriegstod des 24 Jahre alten Sohnes August Schäfer ihren einzigen männlichen Erben. Nach dem Krieg bewohnte die Familie von Walter Friedrich Uhl, die nach Bermuthshain gezogen war, zunächst das "Schloarschmidts" Haus. Im Jahr 2000 ist aus dem ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesen der Familie Schäfer die Kulturscheune "Zum Wilden Mann" geworden, die Besucher aus nah und fern anzieht. |
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Stammbaum Schäfer |
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(Stamm "Schefersch" und "Schloarschmidts") |
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| Nur etwas mehr als ein Jahrhundert währt die Geschichte des zweiten Bermuthshainer Schäfer-Stammes, der im Unterschied zu den älteren Linien aber bis heute existiert. Er beginnt mit dem 1874 in Wüstwillenroth im benachbarten Preußen geborenen Konrad Schäfer I., der mit den damals bereits ansässigen Namensträgern in Bermuthshain ("Schloarschmidts") nicht verwandt gewesen ist. Im Jahr 1903 kam er durch Heirat mit Elisabeth Oestreich nach Bermuthshain, genauergesagt ins dortige "Hirtschneidersch" Haus in der Hauptstraße (heute Fuldaer Straße). Konrad Schäfer I. war von Beruf Maurer und hat wie damals so mancher Vogelsberger Kleinbauer saisonal als sogenannter "Westfalengänger" im Ruhrgebiet Arbeit gesucht. Dort ist er auch im März 1912 in Düsseldorf tödlich verunglückt. |
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Hochzeit von Heinrich Schäfer IV. und Lina Ruppel am 15.4.1932. Das Bild wurde vor dem "Hirtschneidersch" Haus aufgenommen. Die Braut starb nur acht Monate später bei der Geburt des ersten Kindes. |
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Konrad Schäfer I. hinterließ zwei minderjährige Kinder, Heinrich (geb. 1903)
und Lina (geb. 1906). Lina Schäfer heiratete 1931 den Knecht Heinrich Möller
aus Radmühl, der auf dem landwirtschaftlichen Versuchsgut Rudlos bei
Lauterbach arbeitete. Die Familie zog dann nach Crainfeld in ein kleines
Fachwerkhaus hinter dem Edelhof in unmittelbarer Nachbarschaft zur alten
Schule und Synagoge. 1938 erwarb Heinrich Möller dann das bisherige Wohnhaus
der Familie Blum (Hausname "Blums") in der Lichenröther Straße, das seither
nach dem Stammhaus seiner Ehefrau "Hirtschneidersch vorne" genannt wurde. Heinrich Schäfer IV. erlernte das Schuhmacherhandwerk und gründete 1926 seinen eigenen Betrieb im "Hirtschneidersch" Haus, welcher 1933 noch durch ein Schuhgeschäft erweitert wurde. Er war einer der letzten einheimischen Schuhmacher überhaupt. 1932 heiratete er Lina Ruppel aus Gunzenau, die in Bermuthshain bei der Gastwirtsfamilie Oechler ("Götzjes") als Dienstmagd angestellt gewesen war, aber noch im Jahr der Eheschließung im Kindbett starb. Seine zweite Ehe schloß er 1935 mit Ottilie Hergert aus Crainfeld. Sohn Ewald Schäfer, der heute mit seiner Familie das "Hirtschneidersch" Anwesen bewohnt, wurde wenige Wochen nach Kriegsende 1945 geboren, kurz nachdem Heinrich Schäfer IV. an einer Krebserkrankung gestorben war. |
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Stammbaum Schäfer |
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(Stamm "Hirtschneidersch") |
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