Schneider

 

Die Geschichte der Familien Schneider in Grebenhain und Bermuthshain ist eng mit der Postgeschichte der Region verbunden. Bis zur Fertigstellung der Staats- bzw. Provinzialstraße von Lauterbach über Grebenhain nach Gedern 1857, identisch mit der heutigen Bundesstraße 275, gab im hohen Vogelsberg noch keinen geregelten Postdienst. Nach wiederholtem Drängen der dortigen Gemeinden wurde am 1.5.1857 das Postamt Grebenhain als "Postexpedition" in der dortigen Schule eingerichtet. Während die Post mit der Postkutsche nach Grebenhain gebracht wurde, besorgten Landbriefträger zu Fuß die weitere Verteilung in die einzelnen Dörfer, und zwar noch bis zur Einführung der Kraftpost im Jahr 1930.

Zu den ersten am Postamt Grebenhain angestellten Landpostboten gehörte auch der 1811 in Münchholzhausen im damaligen preußischen Kreis Wetzlar geborene Johannes Schneider, der mit Frau und drei Kindern nach Grebenhain kam. Nach dem Tod seiner ersten Ehefrau Elisabetha Schneider geb. Hals heiratete Johannes Schneider im Jahr 1865 Margaretha Eschenröder aus der Hofreite "Hohlkhannes" in Bermuthshain. Der älteste Sohn Georg Schneider (aus erster Ehe), erwarb 1871 schließlich auch das Bermuthshainer Haus "Elsemichels" (heute "Scheffersch"), dessen Besitzer kurz zuvor nach Amerika ausgewandert waren. Dort starb er 1879. Karl Schneider (geb. 1850) und Georg Friedrich Schneider (geb. 1863) setzten als Postboten die berufliche Tradition ihres Vaters in Grebenhain, ebenso die beiden Söhne von Karl, bis schließlich der Beruf des Landbriefträgers Anfang der 1930er Jahre von der technischen Entwicklung überholt wurde. Ihre Nachfahren leben z. T. bis heute in Grebenhain. Der 1847 noch in Münchholzhausen geborene Friedrich Schneider trat jedoch nicht in die Fußstapfen des Vaters Johannes Schneider.

Nachdem die Ehe seines Bermuthshainer Onkels Sebastian Eschenröder III. kinderlos geblieben war, vererbte sein Haus "Hohlkhannes" an den Neffen Friedrich Schneider, der nun nach Bermuthshain zog und sein Brot als Landarbeiter verdiente. Aus den beiden Ehen mit Katharina Angel (gest. 1878) aus Marienfels in Nassau und Katharina Müller aus Freiensteinau gingen 10 Kinder hervor. Die Tochter Margaretha Schneider (geb. 1883) heiratete 1910 den Bermuthshainer Schneidermeister Friedrich Böckel. Der älteste Sohn Karl Schneider (geb. 1885) blieb im Haus und heiratete 1909 Marie Karoline Götz aus Bermuthshain. Die Eheleute hatten sechs Söhne, von denen der älteste, Friedrich, am 22.7.1941 als erster Bermuthshainer im Zweiten Weltkrieg fiel.

Sein jüngerer Bruder Karl Schneider (geb. 1909) heiratete 1937 Anna Maria Hermann aus Eschenrod im damaligen Nachbarkreis Schotten. Aus der Ehe gingen die Töchter Else und Brunhilde hervor. Mit dem Tod von Karl und Anna Maria Schneider 1979 bzw. 2000 verschwand der Familienname dann nach rund 130 Jahren wieder aus Bermuthshain. Gehalten hat er sich jedoch im benachbarten, bis 1945 preußischen, Völzberg. Dort war Heinrich Schneider (geb. 1914), ein jüngerer Bruder von Karl, im Haus "Eichnersch" eingeheiratet, das seinen Nachfahren bis heute gehört.

 

Stammbaum Schneider

zum vergrößern anklicken!

(Größe 125 KB)

 

zur Übersicht