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Kleinkaliberschützenverein Bermuthshain |
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Der recht kurzlebige Bermuthshainer Schützenverein entstand aus dem bereits
seit 1900 existierenden Kriegerverein heraus und war durchaus eng mit diesem
verbunden. Dennoch handelte es sich um einen mehr als nur formell
eigenständigen Verein, der in den wenigen Jahren seines Bestehens das
Dorfleben mit prägte. Das genaue Datum der Vereinsgründung ist unbekannt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass der Kleinkaliber-Schützenverein Bermuthshain im Jahr 1924 ins Leben gerufen wurde. Bis dahin wurde der Schießsport in Bermuthshain im Kriegerverein gepflegt, der 1902 einen Schießstand auf dem Höllerich angelegt und eine Schützenabteilung ("Gewehrsektion") gebildet hatte. Nach dem Ersten Weltkrieg gerieten die bisher verwendeten Vorderladebüchsen außer Gebrauch, auch weil diese teilweise militärischen Ursprungs waren und nicht mehr verwendet werden durften. Man ging daher zu Kleinkalibergewehren über. Da die Funktion als Vereinigung von Reservisten nach Abschaffung der Wehrpflicht von den Kriegervereinen nicht mehr auszuüben war, wurde vermutlich ein Ausgleich in der Ausübung des Sportschießens gesucht, was wohl in Bermuthshain mit ursächlich für die Gründung eines eigenständigen Schützenvereins gewesen sein dürfte. Jedoch ist über die Hintergründe der Vereinsgründung nichts mehr überliefert. Erstmals erwähnt wird der Schützenverein in einem Protokoll des Kriegervereins vom 4.1.1925. Hierin erstattete der Vorsitzende des Schützenvereins, Wilhelm Roos ("Pittjes"), Bericht über das im vorigen Jahr abgehaltene Scheibenschießen. Es ist daher wahrscheinlich, dass die Gründung des Vereins 1924 erfolgt ist. Augenfällig wird auch die enge Anbindung an den Kriegerverein. Das Scheibenschießen, am alten Schießstand unterhalb des Festplatzes auf dem Höllerich, der noch heute sichtbar ist, fand auch in den folgenden Jahren als reines Preisschießen statt. 1926 wurde dem Kleinkaliberschützenverein auf seinen Antrag hin dann ein näher am Dorf gelegenes Gelände am Rabenberg, und zwar oberhalb des heutigen Grillplatzes, von der Gemeinde Bermuthshain kostenlos für die Anlage eines neuen Schießplatzes zur Verfügung gestellt. Von diesem Schießstand sind einige Spuren noch heute zu sehen. Nach 1927 übernahm der damals in Bermuthshain wirkende Lehrer Karl Winter den Vorsitz des Kleinkaliberschützenvereins. Unter seiner Ägide gewann der Verein allmählich ein sich vom Kriegerverein abhebendes "Profil". Im Jahr 1929 entstand neben dem Schießstand am Rabenberg eine neue "Schießhalle" in der Gestalt eines Blockhauses, die im Inneren mit Tischen und Bänken und einer Klappwand für den Anschlagtisch versehen war, quasi als erstes "Sportlerheim" eines örtlichen Vereins. Am 9.6.1930 veranstaltete der Schützenverein dann an jener Stätte erstmalig im Kreis Lauterbach ein Königsschießen, womit er einiges Aufsehen erregte. Trotz zeitweise schlechten Wetters war dieses Schützenfest ein Höhepunkt in der kaum 10 Jahre währenden Vereinsgeschichte. Den Titel des ersten Bermuthshainer Schützenkönigs sicherte sich Heinrich Oechler VI. ("Säuherts"), der anschließend im Festzug zu seinem Wohnhaus geleitet wurde, an dem die von dem Bermuthshainer Holzschnitzer Karl Luft ("Wänersch") kunstvoll gestaltete Schützenscheibe angebracht wurde. Im Gedächtnis blieb das Schützenfest den Bermuthshainern auch wegen eines schweren Verkehrsunfalls am gleichen Tag, bei dem ein Auto an der Kurve am "Böhl" gegen einen Baum stieß und die fünf Insassen teilweise schwer verletzt wurden. Am 31.8.1929 gewann der Kleinkaliberschützenverein Bermuthshain außerdem den Wanderpreis der Kriegerkameradschaft Hassia bei deren Landesmeisterschaft in Offenbach, wo die Jugendgruppe des Vereins mit Friedrich Luft, Heinrich Oechler, Karl Oechler und August Jäger vertreten war. Auch im Jahr 1930 fand wieder ein Königsschießen statt, aus dem Karl Dillemuth ("Brennerjes") als Sieger und neuer Bermuthshainer Schützenkönig hervorging. Bei den Jungschützen gewann Heinrich Damer ("Damersch"). 1931 ist erstmals eine Generalversammlung des Schützenvereins unabhängig von der des Kriegervereins überliefert. Im selben Jahr wurde erneut ein Königsschießen, verbunden mit Preisschießen und Tanz, am Himmelfahrtstag veranstaltet. Für die folgenden Jahre sind keine Nachrichten über den Kleinkaliberschützenverein wie insbesondere Zeitungsberichte mehr überliefert. Es ist wahrscheinlich, dass der Schützenverein aufgrund der "Gleichschaltung" nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 mit dem Kriegerverein vereinigt wurde, der ja teilweise ähnliche Ziele verfolgte. Von nun an wurde wieder ausschließlich im Rahmen des nun "Kriegerkameradschaft" genannten Kriegervereins in Bermuthshain Schießsport betrieben, und zwar in den letzten Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg mit großem sportlichen Erfolg. |