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Sportverein Bermuthshain |
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Nur den wenigsten in Bermuthshain und anderswo ist heute noch bekannt, dass es vor dem 1974 gegründeten SVB im Ort schon einmal einen Sportverein gegeben hat, der in der unmittelbaren Nachkriegszeit entstanden war. Dieser erste Sportverein in Bermuthshain widmete sich überdies nicht nur dem Fußballsport allein. Allerdings hat er nur wenige Jahre existiert. Im hohen Vogelsberg wurde erstmals nach dem Ersten Weltkrieg auf breiter Basis Fußball gespielt, nachdem bereits vor 1914 einige lokale Turnvereine wie derjenige in Ilbeshausen (seit 1911) über eine Fußballabteilung verfügten. Populär gemacht wurde Fußball jedoch durch Kriegsteilnehmer, die diesen Sport in der Etappe hinter der Front kennengelernt hatten. Anfang der 1920er Jahre wurden in vielen Vogelsbergdörfern Fußballvereine gegründet, wie der FC Concordia Herchenhain, der FC Olympia Grebenhain oder der FC Crainfeld. Diese Vereine bestanden aber meist nur wenige Jahre und sind heute längst in Vergessenheit geraten. In Bermuthshain fand der Fußball damals noch keinen fruchtbaren Boden. Hier dominierte in der Zwischenkriegszeit stattdessen allein der Schießsport. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Fußballsport dann von neuem und endgültig im Vogelsberg heimisch. Insbesondere durch ehemalige Soldaten oder Evakuierte aus den bombenzerstörten Großstädten wurde die Gründung von Fußballsportvereinen wie dem SV Germania Grebenhain, der SG 1946 Crainfeld und eben auch dem allerersten SV Bermuthshain angeregt. |
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Die Fußballmannschaft des "ersten SVB", aufgenommen um 1946 auf dem Sportplatz von Nieder-Moos. |
| Stehend: Karl Düßel, Helmut Imhof, NN, Heinz Joswig, NN, Gerold Wettengel, NN, Heinrich Zimmer, NN, Richard Götz. |
| Liegend: Ernst Lind, NN, Hermann Götz. |
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Die Gründung des Sportvereins erfolgte einige Zeit nach Kriegsende im Jahr 1945. Initiator und zugleich auch erster und einziger Vorsitzender des Vereins war der frühere Wehrmacht-Sportoffizier Karl Düßel, den es nach dem Krieg nach Bermuthshain verschlagen hatte. Im Ort lebende Heimatvertriebene, Evakuierte und frühere Soldaten der Wehrmacht stellten einen großen Teil der aktiven Sportler. Unter den alteingesessenen Einwohnern, insbesondere den älteren Leuten, stieß der Sportverein dagegen auf Ablehnung. Es herrschte die Ansicht vor, die Mitglieder des Sportvereins sollten lieber "die Mistgabel in die Hand nehmen", anstatt ihre Zeit mit dem für unnütz gehaltenen Sport zu "verschwenden". Der Verein betrieb Fußball und Skisport. Unter primitivsten Umständen, an eigene Sportbekleidung bzw. Trikots war in der Nachkriegszeit natürlich nicht zu denken, wurde unter dem aufopferungsvollen Engagement von Karl Düßel ein Spielbetrieb organisiert. Die Fußballspiele des Vereins fanden auf einer Wiese auf dem Höllerich unterhalb der späteren Sprunggrube der Skisprungschanze statt. Im Mai 1947 erhielt der Verein dann offiziell durch die Gemeinde Bermuthshain ein Gelände in der Flur Großhegholz, nahe der Gemarkungsgrenze zu Lichenroth, als Sportplatz zugewiesen. Bereits nach wenigen Jahren, und zwar schon 1949/50, wurde der Verein wieder aufgelöst. Ursache hierfür soll vor allem der Wegzug vieler der vertriebenen bzw. evakuierten Mitglieder in andere Regionen Hessens und der Bundesrepublik gewesen sein. Natürlich spielte hier auch der Umstand eine Rolle, dass in der Bermuthshainer Bevölkerung das Klima für den Sportverein nicht eben günstig gewesen war. Fortan betätigten sich die verbliebenen Bermuthshainer Sportinteressierten in den Nachbarvereinen in Grebenhain und Crainfeld. Erst ein Vierteljahrhundert später sollte es zur Gründung eines neuen Bermuthshainer Sportvereins kommen. |