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Volz |
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Bereits in der Kriegsschadensliste von 1640 wird in Bermuthshain ein Hans
Voltz genannt, der auch im nachfolgenden ältesten Crainfelder Kirchenbuch
von 1659 Erwähnung findet. Er ist demnach 1608 geboren und 1671 gestorben
Seine Herkunft ist nicht bekannt, möglicherweise stammte er wie die
nachfolgenden Volz aus dem benachbarten Riedeselland. Sein Sohn war der
gleichnamige Hans Voltz, welcher 1686 in Bermuthshain starb. Nach ihm gab es
für rund 50 Jahre zunächst einmal keinen Träger dieses Namens mehr in
Bermuthshain. Die späteren Bermuthshainer Volz hatten ihren Ursprung im benachbarten Pfarr- und Gerichtsort Crainfeld. Der eigentliche Herkunftsort war jedoch das riedeselische Vaitshain, wo im letzten Jahr des Dreißigjährigen Krieges (1648) Bast Volz als Sohn des Peter Volz geboren wurde und 1673 eine Elisabeth Steuernagel Witwe in Crainfeld heiratete. Sein gleichnamiger Sohn hatte wiederum drei männliche Nachkommen, welche zu einer raschen Ausbreitung des Namens Volz in Crainfeld sorgten. Der älteste Sohn Sebastian Volz (geb. 1712) begründete die Linie "Volzboste" im gleichnamigen Haus in Crainfeld, welches später "Volzbostebäckerjes" genannt wurde, seit dem Kauf durch die jüdische Familie Bär 1881 "Kadaljes" hieß und nach dem Erwerb durch die Gemeinde Crainfeld als Gemeindebullenstall und Wohnung als "Bullehaus" bekannt war. Der Familienname Volz hielt sich dort und in Crainfeld überhaupt bis zum Tod des Sohnes Johann Heinrich Volz 1806. Die Brüder des Sebastian Volz verschlug es alle ins benachbarte Bermuthshain. Als erster des Geschlechtes heiratete der zweitälteste Sohn Johann Sebastian Volz (geb. 1715) im Jahr 1744 in Bermuthshain ein. Von seinen beiden Enkeln ist der 1773 geborene Ackermann und Kirchenvorsteher Andreas Volz, dessen Ehe kinderlos blieb, im ältesten Brandkataster als Besitzer des "Annekinne" Hauses fassbar. Der 1776 geborene Ackermann Christoph Volz war mit Anna Kunigunde Zimmermann und Juliana Katharina Nopp aus Bermuthshain verheiratet. Er bewohnte ein zweistöckiges Einhaus im heutigen Bergweg an der Stelle des heutigen "Mauls"- bzw. "Merze"-Hauses, welches 1853 abgebrochen wurde. Interessanterweise kaufte er nach dem Tode der ersten Ehefrau 1825 das jetzige "Merze" Haus im Unterdorf. Sein Sohn Andreas Volz, zunächst Hirt und später Feldschütz der Gemeinde Bermuthshain, heiratete die Witwe des Bermuthshainer Gastwirts Sebastian Ruhl V. ("Doktersch" Haus). Das kleine ursprüngliche "Ruhls" Haus stand hinter den größeren Hofreiten "Doktersch", "Heils" und "Jägersch". Der Maurer Sebastian Lind II. aus Bermuthshain heiratete 1879 seine Tochter Margaretha Volz und erwarb 1897 das wesentlich größere "Nikloase" Haus im heutigen Bergweg, das seither ebenfalls "Ruhls" genannt wurde. Das ursprüngliche Haus aber wurde 1899 abgerissen und sein Dachstuhl beim Bau eines Stalles der "Doktersch" Hofreite "wiederverwendet". Mit dem Tod von Andreas Volz war die erste der beiden Volz-Zweiglinien in Bermuthshain 1870 ausgestorben. |
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Jakob Volz ("Volze") mit Ehefrau Katharina Volz geb. Komp und den drei Söhnen Jakob Andreas, Wilhelm und Ernst um 1915. |
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Der vierte und jüngste der Söhne des Bast Volz, der 1727 geborene Johann
Balthasar Volz, heiratete 1753 eine Anna Katharina Zimmermann in
Bermuthshain. Alle Träger des Familiennamens Volz in Bermuthshain während
des 20. Jahrhunderts stammen von ihm ab. Johann Valentin Volz, der einzige
Sohn, war Besitzer eines um 1841 abgebrochenen Hauses neben dem "Bieljes"
Haus. Dieser Abbruch war Folge der Auswanderung des jüngsten Sohnes Johannes
Volz, welcher die Hofreite ursprünglich übernommen hatte, mit Frau und
Kindern nach Nordamerika im Jahr 1837. Der Bruder Johann Valentin Volz hatte
auf dem Weg der Einheirat 1818 das "Hoase" Haus in Bermuthshain erworben.
Durch seine Tochter Gertraud und deren Ehemann Karl Göbel aus Bannerod
entstand nach dem Erwerb des vormaligen "Jockels" Hauses im alten Weg der
heute noch gültige Hausname "Hoase oben". Einziger Sohn unter den sieben
Kindern des Johann Valentin Volz war der 1828 geborene Johann Balthasar
Volz, der auch als Feldschütz in Bermuthshain amtierte, und 1860 zunächst
das heutige "Kläsjes" Haus erwarb. Im Jahr 1872 baute Johann Balthasar Volz dann sein eigenes Haus, das am nordöstlichen Ortsrand oberhalb des ebenfalls erst vier Jahre früher errichteten "Koasersch" Hauses zu stehen kam. Erwähnenswert ist, dass in diesem Haus 1876 Sebastian Volz geboren wurde, der nach einem Ingenieurstudium in die Schweiz ging und zusammen mit einem dortigen Techniker namens Fuchs an Prüfeinrichtungen für Luftfahrzeuge arbeitete. Sein Bruder Jakob Volz ließ 1928 das ursprünglich einstöckige Häuschen zu einem großen zweistöckigen "Vogelsberger Einhaus" erweitern. Ältester seiner drei Söhne war der Messerschmied Jakob Andreas Volz (gest. 1972), der 1925 im oberen "Hoase" Haus einheiratete und dessen Ehefrau Katharina Volz geb. Komp noch heute lebt und mittlerweile 100 Jahre alt ist. Jakob Andreas Volz betrieb u. a. eine Eisenwaren- und Ofenhandlung. Der mittlere Sohn war der 1944 gefallene Maurer Ernst Volz, welcher 1927 im "Liesbets" Haus einheiratete. Sein Sohn Ernst Volz ist heute der letzte noch lebende männliche Angehörige des Volz-Geschlechtes in Bermuthshain. Im "Volze" Haus blieb der jüngste Sohn Wilhelm Volz, der 1936 mit Katharina Barbara Karl aus Grebenhain die Ehe schloss. Er war zugleich der letzte Nachfahre des Erbauers, der das Anwesen bewohnte. Sein Sohn Helmut Volz ist in Schlechtenwegen verheiratet. |
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Stammbaum Volz |
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